{"id":119838,"date":"2026-08-17T10:52:01","date_gmt":"2026-08-17T14:52:01","guid":{"rendered":"https:\/\/2.schillermeet.de\/blog\/2026\/08\/17\/die-us-kriegsmaschinerie-ist-ueberfordert-aber-das-empire-wird-nicht-kampflos-untergehen\/"},"modified":"2026-08-17T10:52:01","modified_gmt":"2026-08-17T14:52:01","slug":"die-us-kriegsmaschinerie-ist-ueberfordert-aber-das-empire-wird-nicht-kampflos-untergehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/el\/blog\/2026\/08\/17\/die-us-kriegsmaschinerie-ist-ueberfordert-aber-das-empire-wird-nicht-kampflos-untergehen\/","title":{"rendered":"Die US-Kriegsmaschinerie ist \u00fcberfordert, aber das Empire wird nicht kampflos untergehen"},"content":{"rendered":"<h3 class=\"wp-block-heading\">Bericht von der 167. Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition<\/h3>\n<h3 class=\"wp-block-heading\">&nbsp;<\/h3>\n<p>Die 167. w\u00f6chentliche Online-Sitzung der Internationalen Friedenskoalition (IPC) am 14. August begann mit einem \u00dcberblick der Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts und Initiatorin der IPC, Helga <strong>Zepp-LaRouche<\/strong>, \u00fcber die Weltlage. Sie warnte, die Vorstellung, da\u00df das anglo-amerikanische Empire so friedlich von der Bildfl\u00e4che verschwinden k\u00f6nnte wie vorher die Sowjetunion, sei leider unrealistisch. Der Iran-Krieg \u201eist f\u00fcr die Vereinigten Staaten verloren\u201c, sie h\u00e4tten ihr Ziel eines Regimewechsels nicht erreicht und ihre Waffenvorr\u00e4te aufgebraucht. Pr\u00e4sident Trump finde offenbar keinen gesichtswahrenden Ausweg. Die neue \u201eMekka-Allianz\u201c aus Pakistan, Saudi-Arabien und der T\u00fcrkei habe gro\u00dfe Bedeutung, weil diese L\u00e4nder alle bisher enge Partner der Vereinigten Staaten waren. Die Situation sei sehr komplex und \u201ebirgt immer noch das Potential, sich zu einem globalen Atomkrieg auszuweiten\u201c.<\/p>\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio\">\n<div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Create the Conditions for Security\" width=\"960\" height=\"540\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/1BIC2nWDIgY?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div>\n<\/figure>\n<p>Um den Ukraine-Krieg herrsche nach wie vor \u201eeine Situation \u00e4u\u00dferster Spannung\u201c, w\u00e4hrend die Grausamkeiten von Tag zu Tag schlimmer werden. Die USA h\u00e4tten in Panama offen ihre Vorherrschaft \u00fcber die gesamte westliche Hemisph\u00e4re verk\u00fcndet, das sei ein klarer Versto\u00df gegen den Geist der Monroe-Doktrin. Zepp-LaRouche \u00e4u\u00dferte die Hoffnung, da\u00df Chinas Globalen Governance-Initiative im n\u00e4chsten Monat auf die Tagesordnung der UN-Generalversammlung kommt.<\/p>\n<p><strong>Richard Anderson Falk<\/strong> ist emeritierter Professor f\u00fcr V\u00f6lkerrecht an der Princeton-Universit\u00e4t, Vorsitzender des Kuratoriums des Euro-Mediterranean Human Rights Monitor und war von 2008-14 UN-Sonderberichterstatter f\u00fcr die Menschenrechtslage in den pal\u00e4stinensischen Gebieten. Er hob zun\u00e4chst einen von Zepp-LaRouche angesprochenen Punkt hervor: den Kontrast zwischen dem friedlichen Niedergang der Sowjetunion und dem kriegerischen Um-Sich-Schlagen der Anglo-Amerikaner. Der V\u00f6lkermord in Gaza sei f\u00fcr die US-R\u00fcstungsindustrie hochprofitabel gewesen, und die private Wirtschaft mache mit \u00dcbertreibungen zu Sicherheitsbedrohungen und Sicherheitsinteressen Druck auf die US-Regierung. Wir seien im \u201eZeitalter des Finanzkapitals\u201c, in dem Profit Vorrang vor Produktion und nationalen Interessen hat, und dies befeure die kriegerische US-Au\u00dfenpolitik. \u201eDie westlichen Vorst\u00f6\u00dfe, Kolonialkriege zu f\u00fchren\u2026, haben keinen politischen Sieg gebracht. Die milit\u00e4risch schw\u00e4chere Seite hat sich durchgesetzt.\u201c Diese \u201e\u00dcberfl\u00fcssigkeit milit\u00e4rischer Macht\u201c sei ermutigend, werde aber von den Konzernen in Frage gestellt, die immer verdienen, ob Kriege nun gewonnen oder verloren werden.<\/p>\n<p>Die Iraner h\u00e4tten gelernt, da\u00df man dem Westen nicht vertrauen kann, nachdem die Vereinigten Staaten zweimal mitten in diplomatischen Verhandlungen Kriege begonnen haben. Da\u00df die USA nicht f\u00e4hig sind, mit diesem Wahnsinn aufzuh\u00f6ren, lasse sich nur teilweise durch den Stil und die Pers\u00f6nlichkeit Donald Trumps erkl\u00e4ren; man m\u00fcsse auch die tiefer liegenden, strukturellen Probleme betrachten. Wenn die \u201eMekka-Allianz\u201c voranschreiten und weitere L\u00e4nder einbeziehen sollte, dann w\u00fcrden wir bald nicht mehr vom \u201eNahen Osten\u201c sprechen &#8211; dem europ\u00e4isch gepr\u00e4gten Begriff -, sondern von \u201eWestasien\u201c, wie der Globale S\u00fcden und die asiatischen L\u00e4nder die Region bezeichnen.<\/p>\n<p>Zepp-LaRouche erg\u00e4nzte, das Konzept von \u201eKapitalismus oder Imperialismus\u201c habe eine neue Stufe erreicht. Das Konzept des \u201esouver\u00e4nen Staates\u201c sei praktisch hinf\u00e4llig, die Milliard\u00e4rsklasse habe nun das Sagen, und wir h\u00e4tten es mit einem \u201eNeo-Feudalismus\u201c zu tun. L\u00e4nder, die versuchten, in gutem Glauben mit den USA zu verhandeln, k\u00e4men nun zu dem Schlu\u00df, da\u00df man ihnen nicht trauen kann.<\/p>\n<p>Der Co-Moderator <strong>Dennis Speed <\/strong>bat Falk um eine Einsch\u00e4tzung der \u201ePrivatisierung des Krieges\u201c und der Behauptung eines britischen Wissenschaftlers, wir seien \u201ezur\u00fcck in der Palmerston-\u00c4ra\u201c, nachdem britischen Premierminister und Au\u00dfenminister Lord Palmerston aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Falk antwortete, die Lage heute sei aufgrund technologischer Ver\u00e4nderungen eine andere. Mit der Gr\u00fcndung der UNO habe es das Bestreben gegeben, sich von der Hobbesschen Anarchie nach dem Motto \u201eMacht schafft Recht\u201c zu l\u00f6sen und hin zu einer westf\u00e4lischen Weltordnung zu gelangen; aber weil die Bem\u00fchung unzureichend war, konnte \u201edie dominierenden Akteure die Waage zu ihren Gunsten beeinflussen\u201c. So habe der UN-Sicherheitsrat heute die Verbrechen der Neokonservativen gegen Gaza und den Iran erm\u00f6glicht.<\/p>\n<p>Zepp-LaRouche sagte, die Bem\u00fchungen um eine \u00dcberwindung dieser Situation w\u00fcrden durch die Mainstream-Medien behindert, die \u201eeine Darstellung pr\u00e4sentieren, die der Realit\u00e4t v\u00f6llig widerspricht\u201c.<\/p>\n<p><strong>Ulf Sandmark<\/strong>, Pr\u00e4sident des Schiller-Instituts in Schweden, berichtete \u00fcber die w\u00f6chentlichen Friedensdemonstrationen dort. Damit \u201ewird versucht, den Bann zu brechen\u201c, wo das Eintreten f\u00fcr diplomatische L\u00f6sungen statt Krieg als Tabu gelte. In Schweden w\u00fcrden Kriegsgegner in der Politik von den Parteien an den Rand gedr\u00e4ngt und aus der Medienberichterstattung ausgeschlossen. Das Schiller-Institut beziehe diese Politiker in seine Demonstrationen ein und verschaffe ihnen Geh\u00f6r.<\/p>\n<p><strong>Larry Johnson<\/strong>, ehemaliger CIA-Beamter und Mitglied der \u201eGeheimdienstveteranen f\u00fcr Vernunft\u201c, (VIPS), stellte fest, Ru\u00dfland sei in der Ukraine von einer \u201emilit\u00e4rischen Sonderoperation\u201c zu einem ausgewachsenen Krieg \u00fcbergegangen. Ein Ausdruck davon sei die erzwungene vollst\u00e4ndige Einstellung des Schiffsverkehrs im Schwarzen Meer, die f\u00fcr die Ukraine verheerende Folgen habe. Er f\u00fchrte zahlreiche weitere Entwicklungen in der Kriegsf\u00fchrung Ru\u00dflands auf und verglich diese mit dem Krieg im Iran. Beide Kriege offenbarten den \u201ewahnwitzigen Charakter\u201c der US-Politik. Trump habe verk\u00fcndet, die Stra\u00dfe von Hormus sei offen und \u201eunter unserer Kontrolle\u201c. Wenn das der Fall ist, warum verh\u00e4ngen die USA dann eine Blockade? Die schmerzhaften wirtschaftlichen Folgen des Krieges seien aber v\u00f6llig abgekoppelt von der Fantasiewelt der Wall Street, die so oder so Gewinn mache.<\/p>\n<p>Das US-Milit\u00e4r stecke an zwei Fronten in Schwierigkeiten. Erstens habe es keinen Zugang zu den Seltenen Erden und anderen Rohstoffen, die zur Auff\u00fcllung der ersch\u00f6pften R\u00fcstungsvorr\u00e4te ben\u00f6tigt werden. China habe eine fast monopolistische Kontrolle \u00fcber diese Seltenen Erden. Zweitens \u201eist das Milit\u00e4r auf breiter Front in einer psychischen Krise\u201c. So gebe es eine Welle von Selbstmorden und anderen Todesf\u00e4llen im Zusammenhang mit sinkender Moral und psychischem Stre\u00df unter den Milit\u00e4rangeh\u00f6rigen. In den Berichten \u00fcber Todesf\u00e4lle an Bord des Flugzeugtr\u00e4gers <em>Abraham Lincoln <\/em>w\u00fcrde die Zahl der Opfer deutlich untersch\u00e4tzt. Es werde eine politische Reaktion der w\u00fctenden Eltern der betroffenen Soldaten und Matrosen geben.<\/p>\n<p>Johnson sagte, das US-Milit\u00e4r sei \u201enicht das gr\u00f6\u00dfte oder m\u00e4chtigste Milit\u00e4r der Welt\u201c, aber das teuerste. Er verwies auf die astronomischen Kosten von Flugzeugen und Drohnen, von denen viele im Iran-Krieg zerst\u00f6rt worden seien. Er kritisierte die \u201eprofitorientierten Zusammenarbeit\u201c zwischen dem Milit\u00e4r und der R\u00fcstungsindustrie. Es stelle sich die Frage, ob \u201eFaschismus\u201c daf\u00fcr ein zu starker Begriff sei. Das sei ein \u201eMonster des Kapitalismus der Vetternwirtschaft\u201c. Ru\u00dfland und China, deren Milit\u00e4rhaushalte im Vergleich dazu winzig seien, h\u00e4tten gr\u00f6\u00dfere technische Erfolge erzielt.<\/p>\n<p>Zepp-LaRouche kam auf das zur\u00fcck, was Papst Leo XIV. als \u201eneuen Turm zu Babel\u201c bezeichnet. Peter Thiel, Gr\u00fcnder des Silicon-Valley-Konzerns Palantir Technologies, sage ganz offen, da\u00df Mitglieder der Milliard\u00e4rsklasse sich nicht scheuen sollten, mit ihrem Reichtum und ihrer Macht zu prahlen. Im Vergleich dazu falle die schlechte Versorgung des US-Milit\u00e4rpersonals um so mehr ins Auge.<\/p>\n<p>Co-Moderator <strong>Dennis Small<\/strong> erinnerte daran, da\u00df man anstatt vom \u201eMilit\u00e4risch-Industriellen Komplex\u201c besser vom \u201eMilit\u00e4risch-Industriell-Finanziellen Komplex\u201c reden sollte, da &#8211; wie EIR aufgezeigt habe &#8211; die gr\u00f6\u00dften US-R\u00fcstungskonzerne im Besitz der gr\u00f6\u00dften Finanzspekulanten sind. Das sei die Achillesferse der Kriegsmaschinerie.<\/p>\n<p>Mehrere Redner verwiesen auf die j\u00fcngsten hektischen Aktivit\u00e4ten des sogenannten \u201estellvertretenden Kriegsministers\u201c Elbridge Colby, der derzeit auf Rundreise ist und \u00f6ffentliche Erkl\u00e4rungen zur Vorherrschaft der USA in Asien und der westlichen Hemisph\u00e4re abgibt sowie f\u00fcr den Einsatz von Atomwaffen wirbt.<\/p>\n<p><strong>Daisuke Kotegawa<\/strong>, ehemaliger Beamter im japanischen Finanzministerium, ehemaliger japanischer Exekutivdirektor beim IWF und Forschungsdirektor am Canon-Institut in Tokio, reichte ein Video zum Thema Einwanderung ein. Er sagte darin, dies sei erst nach den US-Invasionen in Afghanistan und im Irak sowie der Sabotage von Entwicklungspl\u00e4nen f\u00fcr Afrika zu einem Problem f\u00fcr Europa geworden. Zudem wies er darauf hin, da\u00df die Bev\u00f6lkerung der Ukraine durch den Krieg von 40 auf 30 Millionen geschrumpft sei.<\/p>\n<p>In der Diskussion antwortete Zepp-LaRouche auf eine Frage eines afrikanischen Teilnehmers, der Kolonialismus existiere immer noch, auch wenn die Europ\u00e4er das in der Regel leugnen. Der IWF sei ein Paradebeispiel f\u00fcr die neuen Strukturen des Kolonialismus.<\/p>\n<p>Ein anderer Teilnehmer stellte eine Frage zum Oasenplan, \u00fcber den regelm\u00e4\u00dfig bei IPC-Treffen diskutiert wird. Zepp-LaRouche antwortete, hierf\u00fcr brauche man nur das Engagement einiger s\u00fcdwestasiatischer Staaten, und fragte, ob die neue Mekka-Allianz eine Perspektive daf\u00fcr darstellen k\u00f6nnte. Ein \u201eAdvocatus Diaboli\u201c fragte, ob es an der Zeit sei, das letzte ihrer \u201eZehn Prinzipien\u201c &#8211; die Behauptung, da\u00df der Menschen grunds\u00e4tzlich gut ist &#8211; neu zu bewerten, worauf sie nachdr\u00fccklich \u201eNein\u201c antwortete. Man d\u00fcrfe die heutige, verkommene Kultur nicht als \u201edas letzte Wort \u00fcber die menschliche Natur\u201c ansehen. Man m\u00fcsse eine lange Geschichte ber\u00fccksichtigen, und die Nettoverbesserungen der menschlichen Lebensbedingungen lehrten uns, da\u00df der Mensch im wesentlichen gut sei. Jedes finstere Zeitalter k\u00f6nne durch eine neue Renaissance \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p><!-- AddThis Advanced Settings generic via filter on the_content --><!-- AddThis Share Buttons generic via filter on the_content --><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bericht von der 167. 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