{"id":44595,"date":"2017-12-19T17:54:03","date_gmt":"2017-12-19T16:54:03","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/one-belt-one-road-opportunity-development-western-balkans\/"},"modified":"2017-12-28T14:06:17","modified_gmt":"2017-12-28T13:06:17","slug":"one-belt-one-road-opportunity-development-western-balkans","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/one-belt-one-road-opportunity-development-western-balkans\/","title":{"rendered":"Ein G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe &#8211; eine Chance zur Entwicklung des Westbalkans"},"content":{"rendered":"<p class=\"western\">Jasminka Simi\u0107 ist Autorin und Journalistin, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Redakteurin des Senders RTS (Radio Televizija <em>Srbije<\/em>) in Belgrad, Serbien.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Ein G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe &#8211; eine Chance zur Entwicklung des Westbalkans<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Von Jasminka Simi\u0107, PhD<sup>1<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Danke dem Vorsitzenden, Jaques Cheminade, auch daf\u00fcr, da\u00df er uns an die glorreiche und tiefe serbisch-franz\u00f6sische Freundschaft erinnert hat.<\/p>\n<p class=\"western\">Verehrte Vorsitzende, werte Kollegen, ich m\u00f6chte dem Schiller-Institut meine tiefe Dankbarkeit aussprechen, insbesondere Herrn und Frau LaRouche und auch Frau Elke Fimmen, da\u00df sie mich zu dieser Konferenz eingeladen haben, zu der sich hier herausragende Experten zum Thema China und seiner globalen Rolle versammelt haben. Ich m\u00f6chte betonen, da\u00df mein verstorbener Ehemann, Pedrag Simi\u0107, Professor an der Universit\u00e4t Belgrad, ein ber\u00fchmter Sinologe des Balkan und Europas war und mit dem Schiller-Institut und Herrn Dean Andromidas in Kontakt stand.<\/p>\n<p class=\"western\">Serbien geh\u00f6rt zu S\u00fcdosteuropa oder zur Region des Westbalkan, der auch <span style=\"color: #000000;\">Montenegro, die Republik Makedonien, Bosnien-Herzegowina und Albanien angeh\u00f6ren und <\/span>die sich auf einem europ\u00e4ischen oder euroatlantischen Weg befindet. Aber wir haben eine mehr als 60j\u00e4hrige Geschichte der Beziehungen zu China.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Strategie der Neuen Seidenstra\u00dfe und der wirtschaftlichen Kooperation mit China auf der Plattform der \u201e16+1\u201c ist eine kurzfristige und langfristige Herausforderung. Kurzfristig sind der wachsende Handel und chinesische Investitionen willkommen im Umgang mit den Konsequenzen der Wirtschaftskrise und zur Stabilisierung der Volkswirtschaften S\u00fcdosteuropas. Langfristig k\u00f6nnte Chinas Interesse, in die Verkehrsinfrastruktur in S\u00fcdosteuropa zu investieren, Investitionen aus den Strukturfonds und den Heranf\u00fchrungshilfen der EU erg\u00e4nzen oder kompensieren, die nach dem Ausbruch der Krise der Eurozone verringert wurden.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Der Ursprung der Partnerschaft zwischen S\u00fcdosteuropa und China<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Ich m\u00f6chte kurz auf die Geschichte der Beziehungen zwischen China und dieser Region eingehen, die drei Phasen durchlaufen hat:<\/p>\n<p class=\"western\">Die erste dauerte von der Gr\u00fcndung der Volksrepublik (1949) bis in die zweite H\u00e4lfte der 1970er Jahre, als diplomatische Beziehungen und wirtschaftliche Verbindungen hergestellt wurden, aber die Beziehungen insgesamt von der Ideologie getrieben und vom Umfeld des Kalten Krieges und des chinesisch-sowjetischen Disputs gepr\u00e4gt waren.<\/p>\n<p class=\"western\">Die zweite Phase begann in den 1970er Jahren mit der Normalisierung der Beziehungen zun\u00e4chst mit Rum\u00e4nien und Jugoslawien, gefolgt von anderen L\u00e4ndern in der Region, als Teil der chinesischen Politik der \u201evier Modernisierungen\u201c und der \u00d6ffnung zur Welt. Das war die Zeit (1972-73), in der China Luftfahrtabkommen mit Rum\u00e4nien, Jugoslawien und Albanien abschlo\u00df und eine transkontinentale Fluglinie schuf, die Beijing, Belgrad, Bukarest und Tirana miteinander verband. W\u00e4hrend Chinas Beziehungen zu den L\u00e4ndern S\u00fcdosteuropas von politischen Motiven getrieben waren, traten nach dem Fall der Berliner Mauer und dem Ende des Kalten Krieges zunehmend wirtschaftliche Motive an die erste Stelle. Zahlreiche chinesische Immigranten kamen in den 1990er Jahren in diese Region und er\u00f6ffneten kleine und mittlere Unternehmen. Mitte der 1990er Jahre unternahmen die s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4nder bescheidene Investitionen in China, aber diese Versuche scheiterten.<\/p>\n<p class=\"western\">Die dritte Phase begann im Jahr 2000, als die wirtschaftliche Pr\u00e4senz Chinas in S\u00fcdosteuropa mit dem Eintreffen gro\u00dfer chinesischer Investoren wuchs. <span style=\"color: #000000;\">Das Wichtigste f\u00fcr diese Region war die Wahl des griechischen Hafens Pir\u00e4us als einen der Haupt-Zug\u00e4nge f\u00fcr chinesische Waren nach Europa,<\/span> was die neuen Perspektiven, die mit dem Megaprojekt \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c kam, hervorhob.<\/p>\n<p class=\"western\">Nach der \u00d6ffnung der T\u00fcren <span style=\"color: #000000;\">der EU<\/span> bei den europ\u00e4ischen Gipfeltreffen in Zagreb (2000) und Thessaloniki (2003) f\u00fcr alle L\u00e4nder des Westbalkan,<span style=\"color: #000000;\"> \u201esobald sie die notwendigen Voraussetzungen erf\u00fcllen\u201c,<\/span> erlaubte es die politische Stabilit\u00e4t diesen L\u00e4ndern, den Proze\u00df des \u00dcbergangs zur Marktwirtschaft, zur Mehrparteien-Demokratie und zum Rechtsstaat einzuleiten. Unter diesen Umst\u00e4nden kamen ausl\u00e4ndische Investitionen in die Region, und S\u00fcdosteuropa verzeichnete in der Zeit von 2000 bis 2008 ein h\u00f6heres Wirtschaftswachstum, bis die globale Wirtschaftskrise und vor allem die Krise der Eurozone diese L\u00e4nder traf.<\/p>\n<p class=\"western\">W\u00e4hrend die erste Welle der Krise der Eurozone (2009-2011) zwar ernste, aber begrenzte Konsequenzen f\u00fcr die Region hatte, hat die zweite Welle der Krise der Eurozone, die 2011 in Griechenland begann und auf alle diese L\u00e4nder (au\u00dfer der T\u00fcrkei) \u00fcbergriff, die Region hart getroffen. Die gesamte Region erlebte einen R\u00fcckgang des Wirtschaftswachstums, in einigen F\u00e4llen sogar negative Wachstumsraten und eine starke Zunahme der Arbeitslosigkeit, w\u00e4hrend die Sparma\u00dfnahmen der EU die europ\u00e4ischen Investitionen in der Region stark reduzierten.<\/p>\n<p class=\"western\">China wurde einer der zehn gr\u00f6\u00dften Handelspartner f\u00fcr alle L\u00e4nder in Ost- und S\u00fcdosteuropa.<sup>2<\/sup> Der Wert des Handels zwischen China und den s\u00fcdosteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern wuchs von 3 Mrd.$ im Jahr 2000 auf 53 Mrd.$ im Jahr 2013, und nach chinesischen Sch\u00e4tzungen wird sich ihr Wert bis 2018 nochmals verdoppeln. \u201eAnders als in den 1990er Jahren, als man sich auf kleine und mittlere Unternehmen chinesischer Immigranten st\u00fctzte, kamen in den letzten 17 Jahren einige gro\u00dfe chinesische Investoren in die Region, was die Entwicklung ihrer Infrastruktur und Produktionskapazit\u00e4ten stark beeinflu\u00dfte.\u201c<sup>3<\/sup><\/p>\n<p class=\"western\">Ein neuer chinesischer Ansatz gegen\u00fcber Mittel- und Osteuropa wurde 2012 in Warschau in einer Rede des fr\u00fcheren chinesischen Premierministers Wen Jiabao angek\u00fcndigt, als er Chinas \u201e12 Ma\u00dfnahmen zur F\u00f6rderung der freundschaftlichen Kooperation mit den Mittel- und Osteurop\u00e4ischen L\u00e4ndern\u201c bekanntgab. Dieses Dokument enth\u00e4lt eine Reihe kurz- und mittelfristiger Ma\u00dfnahmen zur Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen Chinas mit den 16 L\u00e4ndern der Region, darunter eine 10-Mrd.-$-Kreditlinie und die Entsendung chinesischer Handels- und Investitionsmissionen nach Europa, um den Handel zu f\u00f6rdern und neue Investitionen in die Region flie\u00dfen zu lassen. Dies wurde bekannt als die \u201e16+1\u201c-Politik &#8211; China und die 16 Staaten Mittel- und Osteuropas, als Teil des globalen chinesischen Projekts \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c oder \u201eNeue Seidenstra\u00dfe\u201c (<i>Abbildung 1<\/i>). Das ist eine chinesische Vision, eine sich aufeinander st\u00fctzende wirtschaftliche und politische Gemeinschaft zu schaffen, die sich von Ostasien bis Westeuropa erstreckt, wie einst die alte Seidenstra\u00dfe, die vor etwa 2000 Jahren unter der Han-Dynastie entstand und den Austausch von Waren und Informationen mit der \u00fcbrigen Welt, d.h., dem Westen, erm\u00f6glichte.<\/p>\n<p class=\"western\">Neben der Wirtschaft umfa\u00dft dies auch die Kooperation in anderen Bereichen &#8211; die kulturelle Zusammenarbeit, engere Beziehungen im Bildungssystem durch die Vergabe von Stipendien, u.a. f\u00fcr chinesische Sprachkurse (an der philologischen Fakult\u00e4t in Belgrad k\u00f6nnen sich bis zu 35 Studenten einschreiben, bisher sind es insgesamt etwa 350), und im Tourismus. Durch die Kooperation zwischen der chinesischen Tourismus-Verwaltung und \u00e4hnlichen Einrichtungen in Europa wird die Zahl der chinesischen Touristen in der Region im Rahmen der \u201eMensch-zu-Mensch\u201c-Politik gesteigert. Serbien wird f\u00fcr chinesische Touristen immer attraktiver. 2016 kamen 18409 chinesische Touristen nach Serbien, die Zahl der \u00dcbernachtungen erreichte 42986. \u00c4hnliche Zahlen gelten f\u00fcr andere Staaten in der Region S\u00fcdosteuropa, so lag die Zahl der chinesischen Touristen, die Griechenland besuchten, 2012 bei 12203 und sie hat sich 2013 auf 28328 mehr als verdoppelt. Ein Schritt in diese Richtung war die Konferenz der Premierminister von China und den 16 L\u00e4ndern Mittel- und Osteuropas, die im November 2013 in Bukarest stattfand.<\/p>\n<p class=\"western\">2014 folgte das Treffen in Belgrad. Diese Konferenz hob hervor, da\u00df die Kooperation Chinas mit den CEE-L\u00e4ndern auf der umfassenden strategischen Partnerschaft zwischen China und der EU beruht, und erkl\u00e4rte die Bereitschaft, diese Kooperation auf der Grundlage des gegenseitigen Respekts fortzusetzen. Bei dieser Gelegenheit k\u00fcndigte China neue Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur in S\u00fcdosteuropa an, u.a. die Modernisierung der Eisenbahn zwischen Budapest und Belgrad und die Autobahn von der serbischen Grenze durch Montenegro zum Hafen von Bar an der Adria. In Makedonien haben chinesische Unternehmen die Fernstra\u00dfe zwischen Skopje und der gro\u00dfen Touristenregion am Ochridsee gebaut. Davor, 2009, unterzeichnete das chinesische Unternehmen Dongfeng eine Vereinbarung mit dem serbischen LKW-Hersteller FAP zur Montage von Fahrzeugen in Serbien. In Bulgarien er\u00f6ffnete das chinesische Unternehmen Great Wall Motors eine Automobilfabrik.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Serbien, der Westbalkan und China heute<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Serbien und China haben im August 2009 ein Abkommen \u00fcber eine wichtige strategische Partnerschaft unterzeichnet. Das Abkommen hat zehn Punkte und deckt ein breites Feld von Themen ab, darunter der gegenseitige Respekt der territorialen Integrit\u00e4t, Pl\u00e4ne f\u00fcr die Entwicklung des Handels und den kulturellen, technologischen und wissenschaftlichen Austausch. <span style=\"color: #000000;\">Serbiens Exporte nach China basieren haupts\u00e4chlich auf Maschinen, Plastik und Holzprodukten und ihr Wert wuchs 2016 auf 25,3 Mill. $, w\u00e4hrend Importe aus China auf mehr als 1,6 Mrd. $ anwuchsen, meist High-Tech-Produkte. Es ist geplant, da\u00df das Handelsvolumen zwischen beiden L\u00e4ndern bald 3 Mrd. $ erreichen soll. China ist zunehmend an Nahrungsmitteln, Agrikultur-Tourismus und wissenschaftlicher Innovation interessiert, w\u00e4hrend es fortf\u00e4hrt, die Industrie, Informations-Technologie und kleine bis mittelgro\u00dfe Unternehmen zu entwickeln.<\/span><span style=\"color: #000000;\"><sup>4<\/sup><\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Serbien war eines der ersten L\u00e4nder, denen eine Kreditlinie von 10 Mrd. angeboten wurde. Die erste Investition war die Br\u00fccke \u201eMihailo Pupin\u201c in Belgrad (Borca-Zemun), die von dem Unternehmen China Roads and Bridges gebaut wurde. China baut zwei Abschnitte der Autobahn des Korridor 11 (Horgos-Pozega), die vom Norden in den Westen des Landes f\u00fchrt. Chinas Export-Import-Bank finanziert den Bau des dritten Blocks des Heizkraftwerks Kostolac B und den Wiederaufbau des Heizkraftwerks \u201eNikola Tesla\u201c bei Belgrad. China ist auch bereit, die Modernisierung und Wiederherstellung der Eisenbahn Belgrad-Budapest zu finanzieren. Serbien begann die Bauarbeiten an dieser Eisenbahn, den Abschnitt von Novi Sad zur ungarischen Grenze. Die neue Hochgeschwindigkeitsbahn zwischen Belgrad und Budapest wird ein gemeinsames Projekt in der Zukunft sein.<\/p>\n<p class=\"western\">Chinas Unternehmen Hesteel hat 2016 f\u00fcr 46 Mio. Euro das serbische Stahlwerk Zelezara in Smederevo gekauft, das war der Hauptzweck des Besuchs von Pr\u00e4sident Xi in Serbien. Die Bank of China hat im Januar 2017 eine Filiale in Belgrad er\u00f6ffnet und ist damit die erste chinesische Bank, die in Serbien t\u00e4tig ist. Die Bank of China wird durch ihre Finanzdienstleistungen zu Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative beitragen. Mit der Er\u00f6ffnung der Bank of China Serbia besteht eine historische Chance, \u201edie Kooperation im bilateralen Handel zu vertiefen, die Vorteile des Internationalismus, der Diversifizierung und der Professionalisierung bestens zu nutzen, den Kunden beider L\u00e4nder mit besseren Finanzdienstleistungen zu dienen und mehr zur Entwicklung des bilateralen Handels und der finanziellen Kooperation beizutragen\u201c. Im September wurde eine Flugverbindung zwischen Belgrad und Beijing er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p class=\"western\">F\u00fcr S\u00fcdosteuropa, wozu auch Serbien geh\u00f6rt, ist der wichtigste Punkt des chinesischen Projekts der sog. \u201eMaritimen Seidenstra\u00dfe des 21. Jahrhunderts\u201c der griechische Hafen Pir\u00e4us. Chinas gr\u00f6\u00dfte Reederei COSCO unterzeichnete 2008 ein Konzessionsabkommen mit dem Seehafen Pir\u00e4us \u00fcber 35 Jahre und kaufte einen 67%-Anteil am Hafen. COSCO geh\u00f6rt zu den Bewerbern f\u00fcr die Verpachtung des Hafens von Thessaloniki in Nordgriechenland, einem wichtigen Umschlagsplatz auf der Balkan-Halbinsel. China ist interessiert, einen Hafen an der Donau in Belgrad zu bauen, was best\u00e4tigt, da\u00df der Flu\u00df sowohl eine Wasserstra\u00dfe als auch ein geostrategischer Rahmen f\u00fcr die politische und wirtschaftliche Kooperation zwischen China und Europa ist. Serbien und China haben ein Memorandum \u00fcber die Kooperation in diesem Projekt unterzeichnet. Das Dokument sieht eine gemeinsame Arbeit beim Bau und der Nutzung des Hafens am linken Donauufer an der Mihajl-Pupin-Br\u00fccke vor. Das Projekt umfa\u00dft einen Hafen und ein Dock. Eine Machbarkeitsstudie ist in Arbeit, gefolgt von der Dokumentation der Planung und Regulierung f\u00fcr die Finanzierung des Projektes.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Donau ist der beste Weg, diesen Teil S\u00fcdosteuropas zu verbinden, da sie durch Bulgarien zum Schwarzen Meer f\u00fchrt, und von dort weiter per Eisenbahn in die T\u00fcrkei und in den Nahen Osten. Serbien ist ein Meilenstein der Neuen Seidenstra\u00dfe, sagte Chinas Pr\u00e4sident Xi.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>\u00c4u\u00dferungen der EU zur Kooperation, und Hindernisse<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Die Entfernung zwischen Beijing und Belgrad betr\u00e4gt rund 7400 km, aber in den letzten Jahrzehnten war die Lage auf dem Balkan von dort besser sichtbar als aus den europ\u00e4ischen Hauptst\u00e4dten. Die chinesischen Investitionen in S\u00fcdosteuropa bringen einen finanziellen Anreiz, was vor allem in der Zeit der Wirtschaftskrise und der Krise in der Eurozone besonders wichtig ist. Serbien, Bulgarien, Rum\u00e4nien, Montenegro, Makedonien und andere L\u00e4nder verzeichneten 2013 ein Wachstum des Handels mit China und der chinesischen Investitionen. Auf der anderen Seite sehen die EU und die USA die M\u00f6glichkeit, da\u00df chinesische Investitionen helfen k\u00f6nnen, die Volkswirtschaften S\u00fcdosteuropas zu stabilisieren, aber sie f\u00fcrchten auch, da\u00df dies in der Zukunft zu einer neuen Spaltung Europas f\u00fchren k\u00f6nnte, die die Gemeinsame Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik (CFSP) der EU untergraben w\u00fcrde. Zur Unterst\u00fctzung dieses Arguments wird darauf hingewiesen, da\u00df die chinesischen Investitionen in S\u00fcd- und S\u00fcdosteuropa in den letzten Jahren schneller gewachsen sind als in anderen Teilen Europas, auch wenn ihr Umfang immer noch bescheiden ist im Vergleich zu den Investitionen in Westeuropa.<\/p>\n<p class=\"western\">China betonte, da\u00df die Zusammenarbeit mit den L\u00e4ndern Zentral- und Osteuropas auf der 16+1-Plattform in \u00dcbereinstimmung ist mit der strategischen Partnerschaft zwischen China und der EU und die Bereitschaft ausdr\u00fcckt, die Kooperation basierend auf gegenseitigem Respekt fortzusetzen.<\/p>\n<p class=\"western\">Die Europ\u00e4ische Union hat ein Hochgeschwindigkeitsbahn-Projekt untersucht, das Serbiens Hauptstadt Belgrad mit Budapest in Ungarn verbinden soll, als Teil von Chinas \u201eOne Belt, One Road\u201c-Projekt. Die EU bewertete die finanzielle Durchf\u00fchrbarkeit des 2,89 Mrd. $-Bahnprojekts und untersucht, ob es EU-Richtlinien verletzt, die \u00f6ffentliche Ausschreibungen f\u00fcr gro\u00dfe Transportprojekte verlangen. Und es gibt die Mittelung der EU an Ungarn, da\u00df das chinesische Bahnprojekt nicht den EU-Vorschriften entspricht, weil es keine Ausschreibung gab, was bedeute, da\u00df der chinesische Partner nicht sowohl der Gl\u00e4ubiger als auch der Auftragnehmer sein k\u00f6nne. Ungarn ist als EU-Mitgliedsland den rigorosen EU-Richtlinien unterworfen, w\u00e4hrend Serbien im Kandidatenstatus lockereren Regeln unterliegt. Der Ausbau der 350 km langen Eisenbahnlinie Budapest-Belgrad zu einer Hochgeschwindigkeitsstrecke, so wird erwartet, verk\u00fcrzt die Reisezeit zwischen den beiden Hauptst\u00e4dten von 8 auf 3 Stunden.<\/p>\n<p class=\"western\">Jean-Claude Juncker, der Pr\u00e4sident der Europ\u00e4ischen Kommission, hat im September in seiner \u201eRede zur Lage der Union\u201c vor dem Europ\u00e4ischen Parlament seine Pl\u00e4ne vorgelegt. Diese Schritte werden in Beijing genau verfolgt, das besorgt ist \u00fcber die zunehmenden politischen Ma\u00dfnahmen in Europa gegen chinesische Investitionen in sensitiven industriellen Sektoren, insbesondere durch ein Screening aller ausl\u00e4ndischen \u00dcbernahmen in der EU. Darin wurde er vom franz\u00f6sischen Pr\u00e4sidenten Macron unterst\u00fctzt, der erkl\u00e4rte, er habe die Absicht, in Kooperation mit Deutschland anstelle Chinas eine Konzession f\u00fcr den Hafen von Thessaloniki zu \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Schlu\u00dffolgerungen und Empfehlungen<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">Die Kooperation mit China ist von besonderer Bedeutung f\u00fcr S\u00fcdosteuropa und die Nicht-EU-L\u00e4nder auf dem Westbalkan. In einiger Hinsicht k\u00f6nnen Chinas Infrastrukturprojekte eine bessere regionale und wirtschaftliche Kooperation und Eurointegration der Region f\u00f6rdern. Das Hauptproblem auf dem Westbalkan sind die fehlenden infrastrukturellen Verbindungen (d.h., der Mangel an direkten Flugverbindungen, unzureichende Stra\u00dfen- und Eisenbahnnetze), die das Konzept der regionalen Kooperation relativieren und \u00c4ngste ausl\u00f6sen, da\u00df es nur ein Plan bleiben wird, der niemals in konkrete L\u00f6sungen umgesetzt wird.<\/p>\n<p class=\"western\">Das Hauptproblem f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit zwischen China und den L\u00e4ndern des Westbalkan wird es sein, einen Mechanismus zur Harmonisierung der chinesischen Investitionen mit dem Proze\u00df der Eurointegration dieser L\u00e4nder zu schaffen. Als Kandidaten f\u00fcr die Mitgliedschaft in der EU mu\u00dften diese L\u00e4nder ihre Au\u00dfenpolitik an die Gemeinsame Au\u00dfen- und Sicherheitspolitik (CFSP) der EU angleichen, und ihre Beziehungen mit China folgen der Politik der EU gegen\u00fcber China. <span style=\"color: #000000;\">Das wird die wichtigste Herausforderung f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Durchf\u00fchrung des Projekts \u201eEin G\u00fcrtel &#8211; Eine Stra\u00dfe\u201c. Serbien betreffend, gilt das Gleiche f\u00fcr die Kooperation mit Ru\u00dfland, besonders was die Zur\u00fcckweisung wirtschaftlicher Sanktionen gegen Ru\u00dfland betrifft, was die EU und die USA 2014 taten.<\/span><\/p>\n<p class=\"western\">Das gleiche gilt f\u00fcr die Kooperation mit Ru\u00dfland. Da ich mich mit der Wissenschaft befasse und gleichzeitig Journalistin bin, m\u00f6chte ich betonen, da\u00df die Medien in den L\u00e4ndern an \u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c jede Form der Zusammenarbeit unterst\u00fctzen und f\u00f6rdern sollten, die zu einer Verbesserung der Wirtschaft und des Lebens f\u00fchren kann &#8211; auch in der EU und in China.<\/p>\n<p class=\"western\">Die traditionelle Freundschaft, strategische Partnerschaft und das hohe Ma\u00df des gegenseitigen Verst\u00e4ndnisses mit China ist von besonderer Bedeutung f\u00fcr Serbien. Neben der Verbesserung der wirtschaftlichen Kooperation durch Unterst\u00fctzung des Baus von Infrastrukturanlagen, k\u00f6nnte die Kooperation mit China auch eine Erleichterung gewisser politischer Spannungen und des k\u00fcnstlichen Dilemmas bedeuten, auf welcher Seite &#8211; der europ\u00e4ischen oder der russischen &#8211; Serbien stehen sollte. Mit seinem Konzept der Win-Win-Kooperation k\u00f6nnte China eine \u00e4hnliche Rolle spielen, wie sie fr\u00fcher die Bewegung der Blockfreien f\u00fcr Jugoslawien spielte. Serbien und die L\u00e4nder des Westbalkan haben eine Chance, aus ihrer Lage an der Neuen Seidenstra\u00dfe Kapital zu schlagen, um ihre Volkswirtschaften zu entwickeln.<\/p>\n<p class=\"western\">Vielen Dank f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit!<\/p>\n<p class=\"western\">Belgrad\/Frankfurt, 24-26. November 2017<\/p>\n<p class=\"western\"><strong>Anmerkungen:<\/strong><\/p>\n<p class=\"western\">1. Research Fellow, Redakteurin und Journalistin bei Radio-Television Serbien (RTS), Belgrad, Serbien.<\/p>\n<p class=\"western\">2. China konzentrierte sich auf Investitionen auf der \u201egr\u00fcnen Wiese\u201c in Mittel- und S\u00fcdosteuropa die gr\u00f6\u00dfte \u201echinesische\u201c Stadt auf dem Balkan wurde 2011 in Afumati bei Bukarest er\u00f6ffnet, wo sich auf etwa 16 ha etwa 1240 Gesch\u00e4fte angesiedelt haben, die chinesische Waren verkaufen. Das Handelszentrum \u201eChinesischer Drache\u201c in Belgrad und das Chinesische Zentrum in Zagreb wurden 2010 er\u00f6ffnet. Der chinesische Automobilgigant Dongfeng unterzeichnete 2009 ein Abkommen mit der Automobilfabrik in Priboj f\u00fcr den Bau von Fahrzeugen in Serbien. Der chinesische Automobilhersteller Great Wall Motor Co. und das bulgarische Unternehmen Litex Motors nahmen 2011 die Automobilproduktion auf. <span lang=\"en-GB\">(Loic Poulain, \u201cChina\u2019s New Balkan Strategy\u201d, August 2011, Centre for Strategic &amp; International Studies, Central European Watch, Volume 1, Number 2.)<\/span><\/p>\n<p class=\"western\" lang=\"en-GB\">3. Pedrag Simic, \u201dOdnosi NR Kine i Jugosto\u010dne Evrope: Kontunuitet i promena\u201d, Zbornik radova povodum 40 godina sinologije \u201dBiseri sa zrncima pirina 1974-2014\u201d, S. 18, 2015. Filolo\u0161ki fakultet u Beogradu, Beograd.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Dr. Jasminka Simic<\/b>, Author and Journalist, PhD, Research Fellow and Editor-Journalist of the Radio-Television of Serbia, Belgrade, Serbia<\/p>\n","protected":false},"featured_media":44093,"menu_order":13,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[454,457],"class_list":["post-44595","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-bad-soden-november-2017-de","portfolio_category-panel-3-de-4"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44595","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44595\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44596,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44595\/revisions\/44596"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/44093"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44595"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=44595"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}