{"id":44019,"date":"2017-12-06T12:51:54","date_gmt":"2017-12-06T11:51:54","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/extending-new-silk-road-southwest-asia-africa-vision-economic-renaissance\/"},"modified":"2017-12-22T14:45:40","modified_gmt":"2017-12-22T13:45:40","slug":"extending-new-silk-road-southwest-asia-africa-vision-economic-renaissance","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/extending-new-silk-road-southwest-asia-africa-vision-economic-renaissance\/","title":{"rendered":"\u201eAusweitung der Neuen Seidenstra\u00dfe nach S\u00fcdwestasien und Afrika: Vision einer wirtschaftlichen Renaissance\u201c"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\"><strong>Hussein Askary<\/strong><\/h2><\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201eAusweitung der Neuen Seidenstra\u00dfe nach S\u00fcdwestasien und Afrika\u201c\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/7Nk_UMeFvUo?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Redetranskript<\/p>\n<style type=\"text\/css\">\n\t<!--\n\t\t@page { margin: 0.79in }\n\t\tP { margin-bottom: 0.08in }\n\t-->\n\t<\/style>\n<\/h2>\n<p><em>Hussein Askary koordiniert die Arbeit des Schiller-Instituts in S\u00fcdwestasien. Es folgt ein f\u00fcr den Abdruck leicht \u00fcberarbeitetes Transkript seines Vortrags, den er bei der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 25.\/26. November 2017 in Bad Soden am Taunus <span style=\"color: #221e1f;\">hielt.<\/span><\/em><\/p>\n<h2>Die Neue Seidenstra\u00dfe nach Westasien und Afrika verl\u00e4ngern:\u00a0 Eine Vision f\u00fcr eine wirtschaftliche Renaissance<\/h2>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p lang=\"sv-SE\">Diesen Bericht mit dem gleichen Titel wie mein Vortrag, den ich zusammen mit meinem Kollegen im Schiller-Institut, Jason Ross, verfa\u00dft habe, ist inspiriert von den Ideen Lyndon LaRouches und dem unglaublichen Kampf, den Helga Zepp-LaRouche, das Schiller-Institut und die LaRouche-Bewegung seit 25 Jahren weltweit f\u00fchren, um den Traum der Neuen Seidenstra\u00dfe zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Es ist nichts Unrealistisches an dem, was ich hier \u00fcber S\u00fcdwestasien und Afrika vortragen werde. Der Grund, warum ich optimistisch bin, ist der, da\u00df das neue Paradigma in den internationalen Beziehungen Fu\u00df gefa\u00dft hat, w\u00e4hrend die alte, imperiale Ordnung schwindet. Der andere, subjektivere Grund f\u00fcr meinen Optimismus ist, da\u00df wir weiter daf\u00fcr k\u00e4mpfen werden.<\/p>\n<p>Das Empire ist immer noch gef\u00e4hrlich, wie ein verwundeter Tiger, und es kann jeden Moment angreifen. Und die Ideologie des Empire und seine Axiome und \u00dcberzeugungen in Bezug auf das Verh\u00e4ltnis zwischen dem Menschen und der Natur, zwischen den Menschen und zwischen den Nationen werden f\u00fcr die menschliche Gattung eine Gefahrenquelle bleiben. Etwa die \u00dcberzeugung, da\u00df Geld die Welt regiert. Oder die Vorstellung der Umweltsch\u00fctzer, da\u00df die menschlichen Aktivit\u00e4ten zur Weiterentwicklung der Gesellschaft und Steigerung des Lebensstandards automatisch negativ auf die Natur und die Umwelt wirken und da\u00df man deshalb verhindern m\u00fcsse, da\u00df die Zahl und der Lebensstandard der Menschen w\u00e4chst.<\/p>\n<p>Aber dank Chinas konstruktiver Intervention wird das nun verdr\u00e4ngt, wie wir in unserem Bericht im Detail beschreiben.<\/p>\n<p>Ein sehr wichtiger Punkt, der immer betont werden mu\u00df, ist der: Weder ich noch das Schiller-Institut &#8211; und genausowenig China &#8211; haben die Absicht, den afrikanischen Nationen irgendetwas aufzuzwingen oder zu diktieren. Was wir hier anbieten, ist nur ein freundschaftlicher Rat, Lehren, die andere L\u00e4nder leidvoll gelernt haben, und nat\u00fcrlich bestimmte universelle wissenschaftliche, kulturelle und moralische Prinzipien, die f\u00fcr alle menschlichen Gesellschaften gelten. Die afrikanischen Nationen &#8211; jede einzelne von ihnen als unabh\u00e4ngige und souver\u00e4ne Nation &#8211; m\u00fcssen selbst entscheiden, ob sie sich freiwillig an dieser Entwicklung beteiligen.<\/p>\n<p>Bei S\u00fcdwestasien und Afrika denkt man bisher an Kriege, Massenmigration, Hunger und Epidemien. Aber das wird sich \u00e4ndern, wenn der frische Wind der Neuen Seidenstra\u00dfe in die Segel des Neuen Paradigmas bl\u00e4st, angef\u00fchrt von den BRICS-Nationen und vor allem China.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Januar 2016 besuchte der chinesische Pr\u00e4sident Xi Jinping drei gro\u00dfe L\u00e4nder in S\u00fcdwestasien: \u00c4gypten, Saudi-Arabien und den Iran. Saudi-Arabien und der Iran waren auf gegnerischen Seiten stark im Syrienkrieg engagiert. Eine Woche vor dem Besuch ver\u00f6ffentlichte das chinesische Au\u00dfenministerium erstmals \u00fcberhaupt ein Grundsatzpapier f\u00fcr Chinas Politik gegen\u00fcber der arabischen Welt. Darin wird Chinas Beitrag f\u00fcr die Region definiert: durch die Verl\u00e4ngerung der Neuen Seidenstra\u00dfe in diese Region und durch die Zusammenarbeit mit diesen L\u00e4ndern bei Gro\u00dfprojekten der Verkehrsinfrastruktur, Kernkraft, Bek\u00e4mpfung der W\u00fcstenbildung etc. China bietet den \u00fcbrigen Entwicklungsl\u00e4ndern seine ganze Erfahrung bei der wirtschaftlichen Entwicklung und Armutsbek\u00e4mpfung an. Es ist das erste Mal, da\u00df eine Gro\u00dfmacht anderen L\u00e4ndern ihren kompletten technologischen Werkzeugkasten \u00f6ffnet.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary4.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44339\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary4.jpg\" alt=\"askary4\" width=\"600\" height=\"547\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary4.jpg 600w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary4-300x274.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Abb. 4. Die vorgeschlagenen Infrastrukturkorridore in S\u00fcdwestasien und Nordostafrika<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Kombination aus S\u00fcdwestasien und dem Horn von Afrika (<i>Abbildung 4<\/i>) verf\u00fcgt \u00fcber einzigartige Eigenschaften. Sie haben eine ausgezeichnete geographische Lage zwischen Asien, Afrika und Europa. Sie haben mehr als zwei Drittel der Erd\u00f6lvorkommen der Welt, fast zwei Billionen Dollar Devisenreserven in den Staatsfonds der Golfstaaten, und vor allem 400 Millionen Menschen, von denen die meisten j\u00fcnger sind als 30 Jahre. Die Region lechzt nach moderner Technik und Investitionen in die Infrastruktur f\u00fcr Verkehr, Elektrizit\u00e4t, Wasser, Telekommunikation etc. Mit anderen Worten, es ist potentiell einer der gr\u00f6\u00dften M\u00e4rkte f\u00fcr Kapitalg\u00fcter auf der Welt.<\/p>\n<p>Die Regierungen der Region erkennen, wie wichtig die Kooperation mit dem Osten ist, um ihre Realwirtschaft aufzubauen. Nationen, die verheerende Kriege hinter sich haben, wie Syrien und der Irak, und andere, die sie noch nicht hinter sich haben, Jemen und Afghanistan, brauchen enorme technologische und logistische Unterst\u00fctzung, um sich wieder aufbauen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>\u00c4gypten, das eine nat\u00fcrliche Br\u00fccke zwischen dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean und zwischen Asien und Afrika bildet, bringt sich bereits in Stellung, in diesem Proze\u00df die F\u00fchrung zu \u00fcbernehmen &#8211; durch den Ausbau des Suezkanals, den Aufbau neuer Industriezonen und Investitionen in die Transformation seiner Verkehrsnetze, um sie an die G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative anzupassen.<\/p>\n<p>\u00dcber \u00c4gypten und die Maritime Seidenstra\u00dfe kommen wir nach Afrika.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44349\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5.jpg\" alt=\"askary5\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5.jpg 600w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5-150x150.jpg 150w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5-300x300.jpg 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary5-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 5: Das von der Afrikanischen Union geplante Transafrikanische Fernstra\u00dfennetz war schon Teil des Lagos-Aktionsplans von 1980.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die afrikanischen Nationen hatten seit ihrer Unabh\u00e4ngigkeit viele konkrete Entwicklungspl\u00e4ne, wie den Lagos-Aktionsplan von 1980, der viele gro\u00dfe Infrastrukturprojekte umfa\u00dft, die alle L\u00e4nder miteinander verbinden sollten, wie die Transafrikanische Fernstra\u00dfe (<i>Abbildung 5<\/i>). Aber keines dieser Projekte wurde jemals verwirklicht. Daf\u00fcr gibt es viele Gr\u00fcnde, aber sie alle gehen zur\u00fcck auf das alte Paradigma der Geopolitik, in dem eine Nation und ein Stamm gegen den anderen ausgespielt wird, um Afrika seiner Sch\u00e4tze zu berauben und ihm nichts daf\u00fcr zu geben au\u00dfer Waffen, damit die Guerillagruppen weiter die Gold-, Diamanten- und Kobaltminen oder \u00d6lfelder sch\u00fctzen k\u00f6nnen. Die typische Haltung in Europa und den Vereinigten Staaten gegen\u00fcber Afrika ist negativ: Afrika steht f\u00fcr Hunger, Armut, Seuchen, B\u00fcrgerkrieg, Diktaturen usw. Chinas Haltung hingegen ist, da\u00df die \u00dcberwindung all dieser Probleme eine riesige Chance ist, weil es L\u00f6sungen gibt, die China selbst mit unglaublichem Erfolg angewandt hat.<\/p>\n<p>China ist heute in Afrika laut einem Bericht, den die Beratungsfirma McKinsey dieses Jahr ver\u00f6ffentlicht hat, der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner, der gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturbauer, der gr\u00f6\u00dfte ausl\u00e4ndische Direktinvestor, der drittgr\u00f6\u00dfte Hilfsgeber, usw. usf.<\/p>\n<p>Das ist das Resultat vieler Jahre konsequenter chinesischer Politik f\u00fcr Technologietransfer und Win-Win-Kooperation. Pr\u00e4sident Xi Jinping sagte im Dezember 2015 beim Gipfeltreffen des Forums f\u00fcr Chinesisch-Afrikanische Kooperation (FOCAC) im s\u00fcdafrikanischen Johannesburg \u00fcber Chinas Erfahrungen: \u201eIndustrialisierung ist ein unvermeidlicher Weg zum wirtschaftlichen Erfolg eines Landes. Innerhalb der kurzen Spanne mehrerer Jahrzehnte hat China erreicht, wof\u00fcr die entwickelten L\u00e4nder Jahrhunderte brauchten, und ein umfassendes industrielles System mit enormen Produktionskapazit\u00e4ten geschaffen.\u201c Er ermutigte Afrikas politische F\u00fchrer, dem Weg der Industrialisierung zu folgen &#8211; etwas, was man von den Regierungen der westlichen Industrienationen niemals h\u00f6ren wird -, und sagte: \u201eEs ist sehr wohl m\u00f6glich, da\u00df Afrika seine Vorteile als die hinsichtlich ihres Entwicklungspotentials vielversprechendste Region der Welt ins Spiel bringen und gro\u00dfe Erfolge erzielen kann&#8230; Eine inklusive und nachhaltige Entwicklung Afrikas zu erreichen, h\u00e4ngt ab von der Industrialisierung, sie ist der Schl\u00fcssel f\u00fcr die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen, die \u00dcberwindung der Armut und die Verbesserung des Lebensstandards.\u201c<\/p>\n<p>Um ein klares Bild dieser beiden unterschiedlichen Einstellungen zu vermitteln, m\u00f6chte ich hier einige Daten anf\u00fchren:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>China ist nicht der gr\u00f6\u00dfte Investor in Afrika. Aber es hat die gr\u00f6\u00dfte Steigerungsrate der Investitionen. Die gr\u00f6\u00dften Investoren sind die Vereinigten Staaten und Gro\u00dfbritannien. Aber betrachten wir, wo und worin sie investieren, im Vergleich zu China.<\/p>\n<p>Chinas positives Engagement in Afrika l\u00f6ste erwartungsgem\u00e4\u00df eine massive Verleumdungskampagne der westlichen Medien und Denkfabriken aus, eine gro\u00dfangelegte Gehirnw\u00e4sche-Kampagne voller L\u00fcgen, die die Haltung vieler Menschen gegen\u00fcber China beeinflu\u00dft &#8211; sogar vieler Afrikaner.<\/p>\n<p>Ich will hier ein konkretes Thema anf\u00fchren, die angebliche \u201eLandnahme\u201c, weil viele Europ\u00e4er und Amerikaner darauf sehr emotional reagieren. Will jemand hungrigen Afrikanern ihre Agrarfl\u00e4chen wegnehmen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin sicher, Sie haben alle schon einmal in der einen oder anderen Form geh\u00f6rt, da\u00df China Millionen Arbeiter und Landwirte nach Afrika schickt, um dort Nahrungsmittel f\u00fcr den chinesischen Markt anzubauen. So sahen 2009 die Berichte aus, mitten in einer schrecklichen globalen Nahrungsmittelkrise:<\/p>\n<p>\u201eEine Million chinesische Bauern haben sich einer Berechnung zufolge dem Zug nach Afrika angeschlossen, was Sorgen ausl\u00f6st, da\u00df eine ungehinderte ,Landnahme\u2019 im Gang ist, wie man sie seit dem 19. Jahrhundert nicht mehr gesehen hat.\u201c<\/p>\n<p>Besonders emp\u00f6rend an diesem Artikel ist die Behauptung des <i>Guardian<\/i> von der angeblichen \u201eBerechnung\u201c, die aus einem gemeinsamen Bericht des Internationalen Fonds f\u00fcr landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) und der Nahrungsmittel- und Landwirtschaftsorganisation der UN (FAO) stammen soll. Ich habe also diesen Bericht im Internet aufgerufen und gelesen. Nirgendwo darin steht etwas von \u201eeiner Million chinesischen Landwirten\u201c! Im Gegenteil, er besagt: \u201eAber bisher gibt es keine bekannten F\u00e4lle chinesischer Landk\u00e4ufe in Afrika \u00fcber 50.000 ha, in denen Gesch\u00e4fte abgeschlossen und Projekte ungesetzt wurden. Chinas ,Freundschaftsfarmen\u2019 in verschiedenen afrikanischen L\u00e4ndern geh\u00f6ren zwar formell einer halbstaatlichen chinesischen Organisation, aber sie sind meistens mittelgro\u00df, gew\u00f6hnlich unter 1000 ha.\u201c<\/p>\n<p>Was wir feststellten, als wir diese Frage der Landnahme untersuchten, ist, da\u00df nicht China, sondern europ\u00e4ische Unternehmen &#8211; vor allem britische und skandinavische &#8211; an der Landnahme gro\u00dfer, fruchtbarer und wasserreicher Landstriche in Afrika beteiligt sind. Und was wird da produziert? Nahrungsmittel? Keineswegs. Sie pflanzen Zuckerrohr und Jatropha [Purgiernuss] an, um \u00c4thanol und Biodiesel f\u00fcr Fahrzeuge in Europa zu produzieren!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Untersuchungen des europ\u00e4ischen Parlaments, von Enth\u00fcllungsjournalisten und Umweltschutzorganisationen wie Freunde der Erde belegen dies.<\/p>\n<p>Nicht nur die Haltung gegen\u00fcber Afrika mu\u00df sich \u00e4ndern, sondern auch die Art und Weise, wie man \u00fcber wirtschaftliche Entwicklung denkt. Wie Pr\u00e4sident Xi in seiner Rede vor dem Chinesisch-Afrikanischen Kooperationsforum betonte, ist Industrialisierung die neue Definition nachhaltiger Entwicklung.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema: Gro\u00dfprojekte stehen wieder auf der Tagesordnung! Und sie werden nicht gebaut, um Diktatoren zu verherrlichen, sondern um ganze Volkswirtschaften, Nationen und sogar ganze Kontinente auf eine neue Ebene zu heben.<\/p>\n<p>Ein weiteres Thema ist, wie mein Kollege Jason Ross formulierte: \u201eAfrika mu\u00df nach vorne springen, statt langsam voran zu kriechen!\u201c Amerikanische und europ\u00e4ische Politiker schlagen vor, die Entwicklungsl\u00e4nder sollten nicht \u201eden Fehler\u201c rascher wirtschaftlicher Entwicklung machen, sondern mit \u201eangepa\u00dften Technologien\u201c langsam voranschreiten. Warum? Warum nicht andere Technologien, wie man sie in den USA und Europa nutzt, wie die Kernkraft? Warum sollten Afrikaner andere Technologien verwenden? Was meinen sie mit \u201eangepa\u00dft\u201c?<\/p>\n<p>Nein! Die Ironie bei der Entwicklung Afrikas ist, da\u00df der Mangel an grundlegender Infrastruktur ein Vorteil ist, genauso wie es in China war, weil diese L\u00e4nder Zwischenstufen der Entwicklung, die in den industrialisierten L\u00e4ndern \u00fcber Jahrhunderte genommen wurden, \u00fcberspringen k\u00f6nnen, um gleich die modernsten verf\u00fcgbaren Technologien zu nutzen. Das ist der Ansatz, den China w\u00e4hlte, als es auf Hochgeschwindigkeitsbahnen und Magnetbahnen und auf Kerntechnik der vierten Generation setzte und so die stagnierenden Vereinigten Staaten und Westeuropa \u00fcberholte.<\/p>\n<p>Empfehlungen des Schiller-Instituts<\/p>\n<p>Unsere Empfehlungen f\u00fcr S\u00fcdwestasien und Afrika sind die folgenden:<\/p>\n<p>&#8211; Gr\u00fcndung einer regionalen Infrastruktur-Entwicklungsbank, \u00e4hnlich der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB). Gleichzeitig sollte jedes Land einen nationalen Kreditmechanismus haben, eine nationale Entwicklungsbank, um Teile der Infrastrukturprojekte intern zu finanzieren.<\/p>\n<p>&#8211; Integration der Infrastrukturnetze durch modernste Hochgeschwindigkeitsbahnen; Bau eines integrierten Netzes von Schiffahrtswegen zwischen den Fl\u00fcssen und Seen Afrikas; Erschlie\u00dfung des vollen Potentials der Wasserkraft an diesen Fl\u00fcssen; Bau von Kernkraftwerken der vierten Generation f\u00fcr Stromerzeugung und Meerwasserentsalzung; Konzentration auf die Spitze der Wertsch\u00f6pfungskette im Bergbau durch Aufbau von petrochemischer und Metallindustrie, anstatt auf Einnahmen aus dem Export von Rohstoffen zu setzen.<\/p>\n<p>&#8211; Schaffung einer \u201egr\u00fcnen Revolution\u201c in der Landwirtschaft, \u00e4hnlich den gr\u00fcnen Revolutionen in Indien und Asien, durch die Entwicklung neuer Sorten ertragreicher, krankheits- und d\u00fcrreresistenter Pflanzen. Reduzierung der Verluste an geernteten landwirtschaftlichen Erzeugnissen durch bessere Verarbeitung, Lagerung und Transport von Agrarprodukten.<\/p>\n<p>&#8211; Konzentration auf Wissenschaft und zukunftsorientierte Bildungsprogramme, mit besonderem Schwerpunkt auf der Ausbildung von Wissenschaftlern, Ingenieuren und Facharbeitern, die mit Spitzentechnologien wie Kernkraft, Hochgeschwindigkeitsbahnen und sogar Weltraumtechnik arbeiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zum Abschlu\u00df noch ein kurzer \u00dcberblick \u00fcber die Gro\u00dfprojekte, die derzeit in Afrika vorangetrieben werden, und was noch zu tun ist:<\/p>\n<p>Betrachten wir zun\u00e4chst die Vernetzung:<\/p>\n<p>Wenn wir die Seidenstra\u00dfe und andere Verbindungen betrachten, dann sprechen wir nicht nur \u00fcber den Handel oder den Transport von Waren von Punkt A zu Punkt B. Wir betrachten sie als \u201eEntwicklungskorridore\u201c, die Technologien, Material und Menschen transportieren, um ganze Regionen f\u00fcr die Entwicklung der physischen Wirtschaft zu erschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Als Referenzpunkt verwenden wir die Karte des Fernstra\u00dfennetzes der Afrikanischen Union (<i>Abbildung 5<\/i>), das auch die Grundlage f\u00fcr die neuen Normalspur-Eisenbahnen bildet, die China in Afrika baut, ebenso wie f\u00fcr das Netz von Hochgeschwindigkeitsbahnen, die wir f\u00fcr Afrika vorschlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das spektakul\u00e4rste Projekt, das im letzten Jahr fertiggestellt wurde, ist die Standardspurbahn von Dschibuti nach Addis-Abeba. Sie ist Teil des nationalen \u00e4thiopischen Eisenbahnplanes \u00a0f\u00fcr Bahnverbindungen zwischen allen Landesteilen und zu den Nachbarstaaten. \u00c4thiopien baut im Rahmen seiner nationalen F\u00fcnfjahres-Entwicklungspl\u00e4ne auch mehrere Industriezonen auf.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44359\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary11.jpg\" alt=\"askary11\" width=\"400\" height=\"413\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary11.jpg 400w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary11-291x300.jpg 291w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary11-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 11: Die gerade fertiggestellte Eisenbahn Mombasa-Nairobi ist Teil des Masterplans f\u00fcr die Ostafrikanischen Eisenbahnen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine weitere Eisenbahn ist die Strecke Mombasa-Nairobi. Sie ist Teil des Masterplans f\u00fcr die Ostafrikanischen Eisenbahnen (<i>Abbildung 11<\/i>). Derzeit sind drei gro\u00dfe Entwicklungskorridore im Bau: der LAMU-Korridor, der Nordkorridor und der Zentralkorridor. Diese Korridore werden auch Teil der transkontinentalen Korridore nach Zentral- und Westafrika sein.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary12.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44369\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary12.jpg\" alt=\"askary12\" width=\"400\" height=\"310\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary12.jpg 400w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/askary12-300x233.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 12: In Angola wurde die alte Benguela-Bahn mit chinesischer Hilfe modernisiert.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Eine weitere bahnbrechende Leistung Chinas war die Wiederherstellung der 1344 km langen Benguela-Bahn in Angola, wo die alten kolonialen Gleise aus der \u00c4ra des Britischen Empire durch moderne Standardspurstrecken ersetzt wurden. (<i>Abb. 12<\/i>)<\/p>\n<p>In Westafrika sind derzeit mehrere Eisenbahnprojekte in Nigeria im Bau, entlang der Atlantikk\u00fcste sowie zur Verbindung der Hauptstadt Lagos mit gro\u00dfen St\u00e4dten im Binnenland.<\/p>\n<p>Auch die erste Hochgeschwindigkeitsbahn auf dem Kontinent, in Marokko, steht vor der Fertigstellung. Sie wird in Kooperation mit franz\u00f6sischen Unternehmen gebaut.<\/p>\n<p>Weitere vorgeschlagene Gro\u00dfprojekte sind:<\/p>\n<p>&#8211; Transaqua;<\/p>\n<p>&#8211; der Gro\u00dfe Inga-Damm;<\/p>\n<p>&#8211; die Industriezone am Suezkanal und die neue Verwaltungshauptstadt in \u00c4gypten;<\/p>\n<p>&#8211; das Transafrikanische Hochgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz (2014 vom chinesischen Premier Li Keqiang vorgeschlagen, 2016 Absichtserkl\u00e4rung);<\/p>\n<p>&#8211; die Gibraltar-Verbindung;<\/p>\n<p>&#8211; die Italien-Tunesien-Verbindung;<\/p>\n<p>&#8211; S\u00fcdafrikas Programm zur Entwicklung des Hochtemperaturreaktors.<\/p>\n<p>Nach Sch\u00e4tzung der Vereinten Nationen wird der gr\u00f6\u00dfte Teil des Bev\u00f6lkerungswachstums der Welt bis 2050 auf Afrika entfallen. Von den 2,4 Milliarden Menschen, die zwischen 2015 und 2050 geboren werden, werden 1,3 Milliarden Afrikaner sein. Bis 2030 werden S\u00fcdwestasien und Afrika zusammen den gr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerungszuwachs (46%) aller Regionen der Welt verzeichnen. 2030 werden dort 1,9 Mrd. Menschen leben, mit einem erstaunlich niedrigen Durchschnittsalter von nur 23 Jahren. Wer das f\u00fcr ein gro\u00dfes Problem h\u00e4lt, lebt noch im alten Paradigma, wer im neuen lebt, sieht darin eine gro\u00dfe Chance.<\/p>\n<p>Wenn wir die Pl\u00e4ne verwirklichen, dann erlebt Afrika vielleicht schon im n\u00e4chsten Jahrzehnt sein \u201eneues chinesisches Wunder mit afrikanischem Charakter\u201c. Wie Lyndon LaRouche immer betont hat: Die Zukunft bestimmt die Gegenwart, und nicht umgekehrt. Unsere Zukunftsvision bestimmt unser Handeln in der Gegenwart.<\/p>\n<p>Ich danke Ihnen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Hussein Askary<\/b>, Schiller-Institut, S\u00fcdwestasien-Koordinator, Stockholm<\/p>\n","protected":false},"featured_media":43654,"menu_order":6,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[454,456],"class_list":["post-44019","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-bad-soden-november-2017-de","portfolio_category-panel-2-de-4"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44019","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44019\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44379,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44019\/revisions\/44379"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43654"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44019"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=44019"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}