{"id":44007,"date":"2017-12-04T16:41:31","date_gmt":"2017-12-04T15:41:31","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/president-xis-perspective-year-2050-perspective-african-development\/"},"modified":"2017-12-22T14:36:14","modified_gmt":"2017-12-22T13:36:14","slug":"president-xis-perspective-year-2050-perspective-african-development","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/president-xis-perspective-year-2050-perspective-african-development\/","title":{"rendered":"President Xi&#8217;s Perspective for the Year 2050 and the Perspective of African Development"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\"><strong>Prof. He Wenping<\/strong><\/h2><\/div>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"\u201ePr\u00e4sident Xis Perspektive f\u00fcr das Jahr 2050 und die Perspektive der Entwicklung Afrikas\u201c\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/ncrH6ZLu8x0?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>\u201ePr\u00e4sident Xis Perspektive f\u00fcr das Jahr 2050 und die Perspektive der Entwicklung Afrikas\u201c<\/h3>\n<h3><\/h3>\n<h3><\/h3>\n<p><em>Prof. He Wenping ist die Direktorin f\u00fcr Afrika-Studien an der Chinesischen Akademie der Sozialwissenschaften in Beijing. Es folgt ein inoffizielles, f\u00fcr den Abdruck leicht \u00fcberarbeitetes Transkript ihres Vortrags, den sie bei der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 25.-26. November 2017 in Bad Soden am Taunus <span style=\"color: #221e1f;\">hielt;<\/span> der Titel lautete \u201ePr\u00e4sident Xis Perspektive f\u00fcr das Jahr 2050 und die Perspektive der Entwicklung Afrikas\u201c; die Zwischen\u00fcberschriften wurden von der Redaktion hinzugef\u00fcgt.<\/em><\/p>\n<h2 lang=\"de-DE\">Redetranskript<\/h2>\n<p>Guten Morgen, meine Damen und Herren. Es ist eine gro\u00dfe Ehre f\u00fcr mich, hier zu sein und an Ihrer wunderbaren Konferenz teilzunehmen. Vielen Dank an Frau Zepp-LaRouche, die Pr\u00e4sidentin und Gr\u00fcnderin des Schiller-Instituts, da\u00df Sie mich eingeladen haben.<\/p>\n<p>Ich war sehr beeindruckt von der Er\u00f6ffnungsmusik, dem lieblichen Lied \u201eDie Jasmin-Blume\u201c. Ich war versucht, auf die B\u00fchne zu springen, um mit Ihnen dieses wundersch\u00f6ne Lied zu singen. (Applaus.)<\/p>\n<p lang=\"en-GB\">\n<p>Ich wei\u00df, da\u00df dieses Lied in der westlichen Gesellschaft sehr bekannt ist, offenbar wie eines unserer chinesischen Gerichte, Gong Bao Ji Ding [H\u00fchnchen mit Erdn\u00fcssen in scharfer So\u00dfe], das in vielen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern und vor allem in Deutschland sehr bekannt ist. Als ich meine Gastfellowship am Deutschen Entwicklungs-Institut verbrachte, hatte ich eine sehr gute Freundin &#8211; sie ist Deutsche -, die mich in ihre Wohnung einlud, um dieses Gong Bao Ji Ding zu kochen, und sie befolgte die Zeremonie ganz genau von Anfang an, den ersten Schritt, dann den zweiten Schritt usw. Es war ganz erstaunlich; selbst ich konnte das Gong Bao Ji Ding nicht von Anfang bis Ende richtig machen. Und so haben wie dieses k\u00f6stliche Gericht zusammen gekostet.<\/p>\n<p>Nun, wie Helga, die Gr\u00fcnderin und Pr\u00e4sidentin, schon sagte: die Chinesen essen sehr gut, aber nicht so gesund! Wir m\u00fcssen jetzt lernen, wie man Di\u00e4t h\u00e4lt! Fr\u00fcher, zu Maos Zeit, hatten wir eine Mangelwirtschaft, und seit Deng Xioaping die \u201eReform und \u00d6ffnung\u201c machte, k\u00f6nnen die Chinesen sich selbst ern\u00e4hren. Aber nun lernen sie, wie man auch gesund i\u00dft, wie man Di\u00e4t h\u00e4lt, damit wir eine gute Figur behalten.<\/p>\n<p><strong>Die Perspektive f\u00fcr China und f\u00fcr Afrika<\/strong><\/p>\n<p>\u201eDen Traum der Menschheit verwirklichen\u201c, das ist ein wunderbares Konferenzthema. Ich habe die Ehre, \u00fcber Pr\u00e4sident Xi Jinpings Perspektive f\u00fcr das Jahr 2050 und die Perspektive der Entwicklung Afrikas zu reden. Mir wurde gesagt, ich habe 20 Minuten, ich hoffe, da\u00df ich alle meine Bilder innerhalb von 20 Minuten zeigen kann.<\/p>\n<p>Der erste Punkt ist Chinas \u201eFahrplan\u201c und sein Entwicklungsziel bis 2050. 2050 ist gar nicht so weit weg, jedes Jahr vergeht sehr schnell, wir werden also bald das Jahr 2050 erreichen. Seine Perspektive ist, zun\u00e4chst einmal in China die Herausforderungen zu bew\u00e4ltigen, die sich bei uns zuhause stellen.<\/p>\n<p>Dann gibt es f\u00fcr die Welt die friedliche Diplomatie, die man auch \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c nennt. \u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c ist also etwas, was China mit der gesamten \u00fcbrigen Welt verbindet. Es ist wie unsere konfuzianische Philosophie, \u00e4hnlich wie die deutsche &#8211; es kommen so viele ber\u00fchmte Philosophen von hier, Schiller und so viele andere! Und das Denken dieser Philosophen mu\u00df miteinander verbunden werden.<\/p>\n<p>Und dann Afrika. Afrika ist ein wunderbarer Kontinent, der meiner Meinung nach immer noch im Stich gelassen wird. Wie sollten also China und die Welt zusammenarbeiten, um den Menschen auf diesem Kontinent zu helfen? Das sind meine Hauptpunkte.<\/p>\n<p><strong>Zwei Chinabilder<\/strong><\/p>\n<p>Kommen wir zuerst zu den Entwicklungszielen des Fahrplans. Wie Sie wissen, hatten wir am 18. Oktober in Beijing den 19. Parteikongre\u00df, und bei dem Parteikongre\u00df wurden alle diese wichtigen Dokumente ver\u00f6ffentlicht. Pr\u00e4sident Xi Jinping stellte dort einen langfristigen Fahrplan f\u00fcr das chinesische Volk vor. Das Ziel ist es, eine moderat prosperierende Gesellschaft zu schaffen, was wir die \u201eXiaokang-Gesellschaft\u201c nennen. Xiaokang ist Mandarin und bedeutet moderaten Wohlstand. Es ist noch keine Supermacht, sondern nur eine moderat wohlhabende Gesellschaft. Und wenn wir richtig rechnen, dann sollten [bis 2020] alle 1,4 Milliarden Einwohner aus der Armut heraus sein.<\/p>\n<p>Das ist eine ungeheure Aufgabe! Jetzt treten wir in eine neue Phase der Armutsbek\u00e4mpfung ein, die sog. \u201ePhase der gezielten Armutsbek\u00e4mpfung\u201c. Was bedeutet \u201egezielt\u201c? Etwa vor einem halben Jahr reiste ich in eine arme Region in der Provinz Shangxi, und in eine weitere, die Provinz Guizhou, um die armen Regionen zu sehen. Und ich stellte fest, da\u00df dort die \u00f6rtlichen Dorfb\u00fcrgermeister herausfinden, welche Haushalte immer noch arm sind. Das nennen wir \u201egezielt\u201c. Und die Aufgabe der B\u00fcrgermeister und der F\u00fchrungen der D\u00f6rfer ist es, diesen von Armut betroffenen Haushalten zu helfen, da\u00df sie innerhalb einer bestimmten Zeit wohlhabend werden.<\/p>\n<p>Bis 2020 alle unsere 1,4 Milliarden Menschen aus der Armut herauszuf\u00fchren, das ist keine leichte Aufgabe. Das BIP wird pro Kopf auf 10.000 $ ansteigen. Chinas BIP\/Kopf lag 2016 bei 8000 $, aber 1978 waren es nur 156 $ gewesen! Es war also sehr, sehr arm, als diese Politik der \u00d6ffnung und Reform begann.<\/p>\n<p>Zur Zeit Maos hatten wir eine interessante Phrase, um Chinas Denken \u00fcber unsere drei Generationen der F\u00fchrung auszudr\u00fccken. Die erste Generation der F\u00fchrung, das war der Vorsitzende Mao. Der Vorsitzende Mao half dem chinesischen Volk, \u201eaufzustehen\u201c, d.h. vorher lagen wir am Boden, waren halb kolonisiert durch Japan. Mao half dem chinesischen Volk, aufzustehen. Aber es war noch nicht gut ern\u00e4hrt, nicht gut gekleidet, es stand nur auf eigenen F\u00fc\u00dfen: politische Unabh\u00e4ngigkeit.<\/p>\n<p>Dann kam Deng Xiaopings Reform und \u00d6ffnung. Deng Xiaoping half dem chinesischen Volk, gut zu essen und reich zu werden &#8211; aber nur wirtschaftlich. Doch jetzt unter Xi Jinpings F\u00fchrung stehen sie nicht nur auf eigenen F\u00fc\u00dfen und ern\u00e4hren sich gut und werden reich, sie sollen auch einen gr\u00f6\u00dferen Beitrag f\u00fcr die Welt leisten. Sie sollen Menschen werden, die wirklich Freude am Leben haben, und das Land genie\u00dft auch ein gr\u00f6\u00dferes Ansehen in der Welt. Das bedeutet es, eine Xiaokang-Gesellschaft, eine wohlhabende Gesellschaft, zu schaffen.<\/p>\n<p>Wie erreichen wir dieses Ziel? In zwei Stufen zwischen 2020 und 2050. Die erste Stufe, bis 2035, ist es, die sozialistische Modernisierung zu erreichen. Das BIP pro Kopf soll auf 30.000 Dollar im Jahr ansteigen, das ist das Ziel. Und das BIP insgesamt wird auf 43,6 Bio.$ ansteigen. Damit erreichen wir das Niveau eines Landes mit einer sogenannten mittleren Entwicklung. Das ist die erste Stufe.<\/p>\n<p>Und dann, von 2036 bis 2050, soll es ein Land von Wohlstand, Demokratie, Zivilisation, Harmonie werden &#8211; eine sch\u00f6ne, sozialistische, moderne Macht. Das ist das Ziel, das beim 19. Parteikongre\u00df beschlossen wurde.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44297\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02.jpg\" alt=\"he02\" width=\"800\" height=\"784\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02.jpg 800w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02-300x294.jpg 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02-768x753.jpg 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he02-45x45.jpg 45w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>howmuch.net<\/em><\/p>\n<p><em>Abb. 2: China erzeugt derzeit etwa ein Siebtel des weltweiten Wirtschaftsprodukts.<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-GB\"><em>Quelle: World Development database, Weltbank<\/em><\/p>\n<p lang=\"en-GB\">\n<p>Wenn man an China denkt, dann gibt es, ganz allgemein gesprochen, zwei Bilder von China. Wenn man in die Details geht, dann gibt es Tausende verschiedener Bilder von China, aber generell gibt es diese beiden Bilder. Das eine ist das einer aufstrebenden Macht. Sie scheint sehr stark, sie ist schon die zweitgr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft. Aber lassen Sie mich dieses Bild zeigen (<i>Abb. 2<\/i>): das hier ist das allgemeine Bild von China. Das ist die Weltwirtschaft, nach dem BIP betrachtet. Sie sehen oben rechts die Vereinigten Staaten von Amerika, die etwa 24,32% des BIP der Welt stellen. Und oben links, in gelb, sehen Sie China, China stellt 14,84% des globalen BIP. Und dann gibt es noch etliche weitere, die ebenfalls gr\u00f6\u00dfere Anteile am globalen BIP haben. China ist also, im allgemeinen, sehr m\u00e4chtig.<\/p>\n<p>Aber wenn wir das BIP pro Kopf betrachten, dann sehen wir ein anderes Bild. Wir haben eben \u00fcber Xiaokang gesprochen. Wir k\u00e4mpfen immer noch auf dem Weg zum Xiaokang, nur um ein BIP pro Kopf von 10.000 $ zu erreichen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich Ihnen mitteilen, was in den letzten Tagen eine hitzige Debatte war. Erst vor einer Woche gab es in Beijing ein gro\u00dfes Feuer, ich glaube, es war jenseits des f\u00fcnften Rings im Norden. Dieses gro\u00dfe Feuer kostete 28 Menschenleben. Nach einer Untersuchung stellte sich heraus, da\u00df das Feuer w\u00e4hrend der Renovierung des Geb\u00e4udes im Keller ausgebrochen war. Und man stellte fest, da\u00df in diesem Gebiet viele Menschen lebten, Wanderarbeiter. Es gab keine Brandschutzma\u00dfnahmen. Schlie\u00dflich traf die Stadtverwaltung die Entscheidung, da\u00df alle diese Geb\u00e4ude, die nicht den Brandschutzvorgaben entsprechen, abgerissen werden m\u00fcssen. Und dann gab es viel Geschrei von den reichen Leuten, da\u00df diese Wanderarbeiter jetzt in ihre Heimatst\u00e4dte zur\u00fcckkehren sollen.<\/p>\n<p>Das ist das wirkliche Bild, es ist ein anderes Bild von China. Das BIP pro Kopf ist sehr niedrig, und die Armen, die Wanderarbeiter, k\u00e4mpfen immer noch ums \u00dcberleben. In Beijing ist der Winter f\u00fcr diese Migranten sehr kalt. Sie m\u00fcssen mit sehr kurzer Vorwarnung zur\u00fcck in ihre Heimatst\u00e4dte. Das ist ein anderes Bild von China. Man kann also nicht sagen, \u201ealles ist in Butter\u201c, es gibt noch sehr gro\u00dfe Herausforderungen.<\/p>\n<p><strong>China hat den Test bestanden<\/strong><\/p>\n<p>Diese beiden Stufen bis 2050 sind also f\u00fcr China eine gro\u00dfe Herausforderung.<\/p>\n<p>Wie realisieren wir nun diese sch\u00f6nen Ziele? Ich denke, Pr\u00e4sident Xi arbeitet daran schon seit 2013, als er sein Amt antrat. Er hat nat\u00fcrlich viel im Inland getan. Bei der politischen Entwicklung geht es um eine St\u00e4rkung der Kommunistische Partei, der F\u00fchrung der regierenden Partei, durch Kampagnen gegen die Korruption und gegen die Armut. Die Korruptionsbek\u00e4mpfung ist eine Aufgabe der Parteif\u00fchrung, aber die Armutsbek\u00e4mpfung mu\u00df von den Menschen vor Ort bew\u00e4ltigt werden. Das sind also die beiden Seiten der Kampagne, aber diese beiden Seiten sind miteinander verflochten. Wir fingen mit der Korruptionsbek\u00e4mpfung an, weil man sonst das Vertrauen der Menschen vor Ort in die Partei nicht zur\u00fcckgewinnen kann. Und auch wenn wir damit angefangen haben, die Armutsfrage zu l\u00f6sen, k\u00f6nnen wir das nicht f\u00fcr uns beanspruchen, denn wir marschieren immer noch auf dem sozialistischen Weg.<\/p>\n<p>Nun, wie gewinnt man das Vertrauen des Volkes zur\u00fcck und baut die Parteif\u00fchrung auf? Es gibt die sog. \u201eDrei Selbstvertrauen\u201c. Diese \u201eDrei Selbstvertrauen\u201c sind das Vertrauen auf den Weg der Entwicklung &#8211; den Weg, den wir gew\u00e4hlt haben, nennen wir das sozialistische System mit chinesischer Pr\u00e4gung -, das Vertrauen auf die Theorie, und das Vertrauen auf das Staatssystem. Eigentlich sind alle drei Dinge das gleiche, aber es hat drei verschiedene Seiten.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he03.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-44307 size-full\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he03.jpg\" alt=\"he03\" width=\"380\" height=\"243\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he03.jpg 380w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he03-300x192.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 380px) 100vw, 380px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 3: Der Schuh mu\u00df an den Fu\u00df angepa\u00dft werden, nicht der Fu\u00df an den Schuh.<\/em><\/p>\n<p lang=\"de-DE\"><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: 'Times New Roman', serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00a0<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p>Vielleicht sollte ich Ihnen die \u201eSchuhtheorie\u201c zeigen, die Pr\u00e4sident Xi erw\u00e4hnt hat (<i>Abb. 3<\/i>). Sie besagt: Jeder tr\u00e4gt Schuhe, aber der Schuh mu\u00df an den Fu\u00df angepa\u00dft werden, nicht der Fu\u00df an den Schuh. Das ist eine sehr einfach Erkenntnis, aber wenn man es mit diesen komplizierten Theorien zu tun hat, dann verliert man die einfachen Dinge manchmal aus den Augen.<\/p>\n<p>Es gibt bei uns zu dieser Schuhtheorie eine traditionelle Erz\u00e4hlung. China hat eine 6000 Jahre alte Geschichte; der amerikanische Pr\u00e4sident Trump hat neulich davon angesprochen. Pr\u00e4sident Xi Jinping traf Pr\u00e4sident Trump und die First Lady zu einem Besuch in der Verbotenen Stadt, dem kaiserlichen Palast, und er erw\u00e4hnte, da\u00df China eine Geschichte von 6000 Jahren hat. Und Pr\u00e4sident Trump antwortete: \u201eO ja, das wei\u00df ich! \u00c4gypten hat sogar eine noch l\u00e4ngere Geschichte, 8000 Jahre.\u201c Und Pr\u00e4sident Xi Jinping sagte: \u201eJa, ja. \u00c4gypten hat eine Geschichte, die 2000 Jahre l\u00e4nger ist als China, aber beide sind gro\u00dfe Zivilisationen.\u201c<\/p>\n<p>Jedenfalls, in unserer Geschichte haben wir diese gefl\u00fcgelten Worte. Wenn Sie Chinesisch lernen, gibt es sehr viele dieser sch\u00f6nen Merks\u00e4tze, und sie alle beruhen auf einer kleinen Geschichte. In dieser speziellen Geschichte geht es um einen Mann, der auf den Markt geht, um Schuhe zu kaufen. Vielleicht waren es besonders sch\u00f6ne Schuhe, aber sie pa\u00dften ihm nicht. Da nahm er sein Messer, um seine F\u00fc\u00dfe kleiner beschneiden, damit sie in die Schuhe pa\u00dften. Das ist die Geschichte. Alle unsere Grundschulkinder lernen diese Geschichte, wenn sie die chinesische Schrift lernen, denn wenn man einen sch\u00f6nen Merksatz kennt, dann bekommt man bessere Noten, weil man das Schriftzeichen gut kennt.<\/p>\n<p>Das sieht sehr einfach aus, aber mir scheint, da\u00df der Zustand unseres Landes mit unseren F\u00fc\u00dfen vergleichbar ist: der Zustand unseres Landes, unser Charakter, unsere Geschichte, unsere Bev\u00f6lkerung, unsere Philosophie, all das. Wir k\u00f6nnen unsere F\u00fc\u00dfe nicht \u00e4ndern. Aber andere haben diese sch\u00f6nen Systeme, wie die liberale Demokratie, und einige zeigen mit dem Finger auf China und sagen: \u201eDas ist ein Ein-Parteien-System\u201c, es fehlt an Transparenz, es gibt keine wirklichen Wahlen, bla bla bla. Doch wir wissen, was f\u00fcr China besser ist.<\/p>\n<p>Jedenfalls sind diese genannten drei Selbstvertrauen kein naiver Glaube: \u201eIch bin super, ich bin der Gr\u00f6\u00dfte!\u201c Wenn man in Wirklichkeit sehr schlechte Leistungen hat, entsteht kein Selbstvertrauen, das Selbstvertrauen erw\u00e4chst aus einer guten Leistung.<\/p>\n<p>Was haben wir getan, was so positiv ist? Bekanntlich sind wir, ausgehend von einem BIP pro Kopf von 156 $, zur zweitgr\u00f6\u00dften Volkswirtschaft aufgestiegen. Und wir haben eine Menge Pr\u00fcfungen erlebt, wie den Arabischen Fr\u00fchling. Als 2011 der Arabische Fr\u00fchling in Tunesien begann, wurde vielfach vermutuet: \u201eChina ist der n\u00e4chste\u201c &#8211; das n\u00e4chste Land, in dem ein Arabischer Fr\u00fchling ausbricht. Jeden Tag versammelten sich viele Reporter am Tiananmen-Platz, um das richtige Foto davon zu machen, um es dann den Zeitungen zu verkaufen und auf die Titelseite zu kommen. Aber das war eine gro\u00dfe Entt\u00e4uschung, denn dort geschah nichts.<\/p>\n<p>Und es gab viel Gerede nach der Finanzkrise 2008 an der Wall Street, wo die Leute sagten: \u201eChina ist der n\u00e4chste\u201c, und sie kritisierten alle die wirtschaftlichen Entwicklungen seit Deng. Sie sprachen sogar davon, da\u00df China auseinanderbrechen w\u00fcrde. Aber Chinas Volk und Regierung haben alle diese Pr\u00fcfungen durchgestanden. Die Wirtschaft l\u00e4uft immer noch sehr gut, in der Politik ist das Volk einig. Auch in der Frage des Terrorismus sind wir wachsam. In \u00c4gypten gab es gerade erst gestern wieder einen weiteren Terroranschlag. China mu\u00df also sorgf\u00e4ltig auf alle diese potentiellen Terroristen achten, vielleicht kommen sie aus Syrien und dem Irak zur\u00fcck. All das sind gro\u00dfe Herausforderungen.<\/p>\n<p>Aus diesen Dingen kommt das Selbstvertrauen. Wir haben alle diese Pr\u00fcfungen bestanden. Das sind keine leeren Phrasen.<\/p>\n<p>Kommen wir nun zum \u201echinesischen Traum\u201c &#8211; ich gehe etwas schneller voran -, eine Verj\u00fcngung zu erreichen. Ich habe hier nicht die Zeit, den chinesischen Traum mit dem amerikanischen Traum zu vergleichen, es gibt einige Unterschiede zum amerikanischen Traum.<\/p>\n<p>Es kommt auf die Qualit\u00e4t an<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Bereich ist der Kampf gegen die Korruption. Pr\u00e4sident Xi Jinping hat erw\u00e4hnt, da\u00df das System die Macht begrenzen mu\u00df und da\u00df der Rechtsstaat gest\u00e4rkt werden mu\u00df. Auch hier gibt es mehrere Wege f\u00fcr die Korruptionsbek\u00e4mpfung. Der erste ist der, das Verhalten der Partei zu verbessern und die Parteidisziplin zu st\u00e4rken. Die wurde deutlich gest\u00e4rkt. Es gab viele korrupte Beamte auf der Ebene der \u201eTiger\u201c und auf der Ebene der \u201eFliegen\u201c. Egal ob man auf der hohen Ebene der Tiger ist, etwa auf dem Niveau des Politb\u00fcros, der sehr hohen Beamten, oder auf der kleinen Ebene der Fliegen, auf dem Lande, in den D\u00f6rfern: f\u00fcr alle diese korrupten Beamten gibt es keine Nachsicht.<\/p>\n<p>Wir haben auch die Parteischulen. Ich will hier aus Zeitgr\u00fcnden nicht auf die Details eingehen, aber auf einen Faktor in der Antikorruptions-Kampagne. Ich besuche von Zeit zu Zeit verschiedene Provinzen, und die Menschen in den Provinzen, insbesondere die Menschen an der Basis, sind jetzt froh; denn fr\u00fcher mu\u00dfte man, wenn man zum Arzt ging oder seine Kinder in die Schule schickte, durch die \u201eHintert\u00fcr\u201c gehen, sonst gab es keine Chance f\u00fcr die Armen, ihre Kinder auf eine gute Schule zu schicken, weil es \u00fcberall korruptes Verhalten gab, auf allen Ebenen. Aber jetzt sagen diese Menschen: \u201eO, dank Pr\u00e4sident Xi Jinping haben wir nicht mehr diese Beamten, die es wagen, rote Umschl\u00e4ge einzusammeln.\u201c In China steckt man das Geld, das man dem Doktor gibt, in einen roten Umschlag, damit er besonders sorgf\u00e4ltig ist, wenn er operiert. Wenn er keinen roten Umschlag bekommt, dann ist er bei der Operation vielleicht nicht so sorgf\u00e4ltig. Nun gibt es so etwas nicht mehr, vor allem bei Beamten.<\/p>\n<p>Und wir haben die Kampagne gegen die Armut.<\/p>\n<p>Wirtschaftlich entwickelt sich die gr\u00fcne Wirtschaft und der \u00f6kologische Fortschritt &#8211; also von \u201eauf das Tempo kommt es an\u201c zu \u201eauf die Qualit\u00e4t kommt es an\u201c. Fr\u00fcher, zur Zeit Deng Xiaopings, hatten wir den Slogan: \u201eNur auf Entwicklung kommt es an\u201c. Entwicklung, Entwicklung, Entwicklung, BIP, BIP, BIP! Beamte auf allen Ebenen konzentrierten sich nur darauf, wie gro\u00df das BIP-Wachstum war, das erreicht wurde, sonst gab es keine Aussicht auf eine Bef\u00f6rderung. Aber jetzt kommt es nicht mehr auf das BIP an, sondern auf die Qualit\u00e4t! Deshalb ist unser Ministerium f\u00fcr Umweltschutz sehr m\u00e4chtig. Sie gehen in die verschiedenen Provinzen, um die Verschmutzung zu \u00fcberpr\u00fcfen. Wer sich nicht auf die Qualit\u00e4t konzentriert, der wird auch nicht bef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Zur Zeit von Deng Xiaoping gab es einen ber\u00fchmten Slogan: \u201eEgal, ob die Katze wei\u00df ist oder schwarz, solange sie M\u00e4use f\u00e4ngt, ist es eine gute Katze.\u201c Damit bezog er sich auf die Tatsache, da\u00df es egal ist, ob man den kapitalistischen Weg oder den sozialistischen Weg geht, solange es das BIP voranbringt, nehmen wir es. Aber jetzt sagen die Leute: \u201eEs ist ganz egal, ob die Katze schwarz ist oder wei\u00df, \u00fcber dieses ideologische Denken sind wir l\u00e4ngst hinaus; jetzt sollte die Katze gr\u00fcn sein.\u201c Wir k\u00f6nnen diese Umweltverschmutzung nicht ertragen, und es gibt eine Menge sehr schlimmer Luftverschmutzung.<\/p>\n<p>In einem der Dokumente unseres Parteitags ist davon die Rede, ein \u201esch\u00f6nes China\u201c zu schaffen., damit man einen blauen See sehen kann, einen blauen Himmel, ganz sauberes Wasser, frische Luft &#8211; Dinge, die wir fr\u00fcher hatten. Aber jetzt, nach \u201eEntwicklung, Entwicklung, Entwicklung\u201c, haben wir Geld in der Tasche, daf\u00fcr mu\u00df man sich Gesichtsmasken [zum Schutz vor der Luftverschmutzung] aufsetzen.<\/p>\n<p>Was ist die Bedeutung des Lebens? Denken wir an einen Menschen, zu dem die Leute sagen: Bis du 40 bist, opferst du deine Gesundheit, um dem Geld nachzujagen. Und wenn du 40 bist, mu\u00dft du all das angesammelte Geld ausgeben, um deine Gesundheit zur\u00fcckzubekommen!<\/p>\n<p>Das ist die Bedeutung f\u00fcr China: Fr\u00fcher haben wir unseren blauen Himmel geopfert, unser sauberes Wasser, um dem Wirtschaftsprodukt nachzujagen. Aber jetzt m\u00fcssen wir all das Geld vom Wirtschaftsprodukt wieder ausgeben, um den blauen Himmel zur\u00fcckzubekommen. Das ist ein Teufelskreis.<\/p>\n<p>Wie kann man in der wirtschaftlichen Entwicklung auf Qualit\u00e4t achten? Wir machten eine weitere \u00c4nderung &#8211; von der produktionsgetriebenen Wirtschaft zur innovationsgetriebenen Wirtschaft. Woher kommt die Umweltverschmutzung? Sie kommt vom \u201e<i>made in China<\/i>\u201c &#8211; China dient der Welt als Fabrik, in der alles \u201e<i>made in China<\/i>\u201c ist, so da\u00df alles in China eingekauft wird und der Schmutz in China bleibt. Diese Weltfabrik verursachte die Umweltverschmutzung. Aber wir wollen nicht die Fabrik der Welt bleiben, wir wollen zum B\u00fcro der Welt werden, wie Indien. Der indische Pr\u00e4sident sagte beispielsweise, sein Land sei ein B\u00fcro der Welt. Wir wollen auch das B\u00fcro der Welt werden.<\/p>\n<p>Nun, die Fabrik der Welt zu sein ist in Ordnung, aber wir m\u00fcssen sie verbessern, und von dieser schmutzigen Industrialisierung \u00fcbergehen zu einer sehr sauberen Industrialisierung. Statt nur Wachstumsraten des BIP zu haben, w\u00e4hrend die Armen und die Migranten aus der Hauptstadt vertrieben werden. Wir wollen inklusiv sein. Und alle diese Umweltverbesserungen im Inland und international, f\u00fcr die Welt 2050, sind Teil von Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative.<\/p>\n<p>Auf \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c, denke ich, mu\u00df ich wohl nicht im Detail eingehen, denn als ich hier den Saal kam, sah ich dort viele B\u00fccher dar\u00fcber. Vielleicht mache ich etwas Werbung f\u00fcr diese B\u00fccher, sie sind sehr reichhaltig in Bezug auf die Welt von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe. Das \u00fcberspringe ich also.<\/p>\n<p><strong>Die \u201edrei Nein\u201c<\/strong><\/p>\n<p>Vorhin haben wir \u00fcber den friedlichen Aufstieg Chinas gesprochen. Und weil vielleicht ein amerikanischer Freund sagte, \u201eAufstieg\u201c, das klingt so aggressiv, weil das nicht so sch\u00f6n f\u00fcr das Ohr ist, \u00e4nderten wir das in \u201efriedliche Entwicklung\u201c. Als unsere amerikanischen Freunde dann ihren \u201eSchwenk nach Asien\u201c vorschlugen, da dachten wir auch, da\u00df das ziemlich aggressiv ist, dieser Schwenk nach Asien. Und da haben sie auch netterweise den Namen ge\u00e4ndert in \u201eAsien wieder ins Gleichgewicht bringen\u201c. Sie sehen also, beide haben das ge\u00e4ndert und konnten sich in der Mitte treffen.<\/p>\n<p>Vom \u201efriedlichen Aufstieg\u201c zur \u201efriedlichen Entwicklung\u201c &#8211; das ist die Richtlinie der chinesischen Diplomatie. Aber einige Leute haben zur Zeit von Deng Xioaping bemerkt und gesagt, da\u00df die chinesische Politik mehr oder weniger unauff\u00e4llig vorgeht. Und dann, zu Xi Jinpings Zeit, scheint sie aktiver zu werden und mehr Beitr\u00e4ge zur Welt zu leisten. Das ist wahrscheinlich richtig. Wer die F\u00e4higkeiten dazu hat, der sollte vielleicht mehr beitragen.<\/p>\n<p>In dem Zusammenhang gibt es \u201edrei Nein\u201c, die drei Dinge, die wir nicht tun werden.<\/p>\n<p>Das eine \u201eNein\u201c ist: keine Absicht, sogenannten neuen Kolonialismus zu betreiben. Man hat uns als die \u201eneuen Kolonialisten in Afrika\u201c bezeichnet, aber nicht einmal unsere amerikanischen Freunde hatten ein Recht, zu sagen, ob China ein neuer Kolonialist ist oder nicht. Nur unsere afrikanischen Freunde haben dieses Recht.<\/p>\n<p>Das zweite \u201eNein\u201c ist: keine Absicht zur milit\u00e4rischen Expansion und zu einem Krieg, wie ihn Deutschland und Japan im Zweiten Weltkrieg f\u00fchrten.<\/p>\n<p>Und keine Absicht, das \u201echinesische Modell\u201c aufzudr\u00e4ngen oder eine ideologische Konfrontation zu betreiben. Das sind also die \u201edrei Nein\u201c, die erkl\u00e4ren sollen, warum Chinas Politik friedliche Entwicklung ist.<\/p>\n<p><strong>Die Industrialisierung Afrikas<\/strong><\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he04.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44317\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he04.jpg\" alt=\"he04\" width=\"920\" height=\"569\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he04.jpg 920w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he04-300x186.jpg 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he04-768x475.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 920px) 100vw, 920px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Abb. 4: Die \u201e1.0-Version der G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kommen wir nun schnell zu \u201eEin G\u00fcrtel eine Stra\u00dfe\u201c. Das hier (<i>Abb. 4<\/i>) ist das, was ich die 1.0-Version von \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c nenne. Das ist keine offizielle Bezeichnung, aber ich nenne das so, denn alles das, was Sie hier sehen &#8211; die Maritime Seidenstra\u00dfe und die Kontinentale Seidenstra\u00dfe, sie f\u00fchren durch 64 L\u00e4nder -: Das ist die 1.0-Version, von diesen 64 L\u00e4ndern liegt nur \u00c4gypten in Afrika.<\/p>\n<p>Aber jetzt, denke ich, tritt \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c in die 2.0-Version ein &#8211; das hei\u00dft, sie spricht nun alle L\u00e4nder der Welt an. Wie Pr\u00e4sident Xi Jinping gegen\u00fcber den lateinamerikanischen L\u00e4ndern sagte: \u201eIhr seid alle willkommen, euch G\u00fcrtel und Stra\u00dfe anzuschlie\u00dfen.\u201c In der chinesischen Sendung \u201e40 Minuten\u201c sagte Xi, der ganze afrikanische Kontinent sei nun auf der Karte von G\u00fcrtel und Stra\u00dfe &#8211; der ganze afrikanische Kontinent, vor allem nach dem G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Forum in Beijing im Mai.<\/p>\n<p>Nun steht sie also allen L\u00e4ndern der Welt offen, sie ist inklusiv &#8211; f\u00fcr jedes Land, das sich anschlie\u00dfen will, m\u00f6chte ich sagen.<\/p>\n<p>Auf diesem Bild sehen Sie die beiden m\u00e4chtigsten M\u00e4nner auf der Welt. Es hei\u00dft, die Idee sei: \u201eAmerika zuerst\u201c. Wir sehen aus dem Ausland, wie Trump im Wei\u00dfen Haus sagt: \u201eAmerika zuerst\u201c. Wenn etwas nicht gut f\u00fcr Amerika ist, dann ist es \u00fcberhaupt nicht gut. Aber Pr\u00e4sident Xi Jinping geht es bei \u201eG\u00fcrtel und Stra\u00dfe\u201c darum, die ganze Welt zu verbessern. Es geht nicht darum, \u201eChina besser zu machen\u201c, denn mit G\u00fcrtel und Stra\u00dfe und den chinesischen Devisenreserven sind wir nun die Nummer eins, wir haben die h\u00f6chsten Devisenreserven der Welt.<\/p>\n<p>Diese Devisenreserven werden wir benutzen, um alle diese Stra\u00dfen zu bauen &#8211; Vernetzung! Man verbindet China und die anderen L\u00e4nder miteinander, um den Handel aufzubauen. Und wir reden von dreierlei Verbindungen. Das erste ist die politische Verbindung. Chinas G\u00fcrtel- und Stra\u00dfen-Initiative ist relevant f\u00fcr diese L\u00e4nder und ihre Entwicklungsstrategie. Beispielsweise f\u00fcr \u00c4thiopien. \u00c4thiopien wurde jetzt zum \u201en\u00e4chsten China\u201c auf dem afrikanischen Kontinent erkl\u00e4rt. Das ist nicht meine Erfindung, viele Gelehrte haben in Ver\u00f6ffentlichungen dar\u00fcber geschrieben, welches Land in Afrika das n\u00e4chste China in Afrika sein werden, womit sie meinen, da\u00df es sich schneller entwickelt! Schneller und als F\u00fchrung gegen\u00fcber den anderen L\u00e4ndern. Und die meisten verweisen auf \u00c4thiopien.<\/p>\n<p>\u00c4thiopien erreicht jetzt eine Wachstumsrate des BIP von bis zu 8%, aber der gesamte \u00fcbrige Kontinent, insbesondere die \u00f6lreichen L\u00e4nder, leidet unter dem niedrigen \u00d6lpreis. Sie haben eine Industrialisierungsstrategie entwickelt. Ihre Strategie und Chinas Strategie sollten miteinander verkn\u00fcpft sein. Das nennt man die politische Vernetzung.<\/p>\n<p>Es ist eine Sache, die Welt besser zu machen &#8211; \u201eAmerika zuerst\u201c, Amerika besser zu machen, ist eine andere. Wir blicken also auf die ganze Welt, Amerika nur auf Amerika, das ist der Unterschied.<\/p>\n<p>Das ist die Vernetzung &#8211; die \u201epolitische Koordinierung\u201c unserer Pl\u00e4ne mit dem jeweiligen Land, und das nicht nur in Afrika.<\/p>\n<p>Zuerst also die politische Vernetzung, und dann kommt die physische Vernetzung, um Infrastruktur aufzubauen, Infrastruktur, die die L\u00e4nder miteinander verbindet. Und dann setzen wir uns f\u00fcr einen unbehinderten Handel ein.<\/p>\n<p>Erlauben Sie mir, Ihnen eine Zahl mitzuteilen. Es gibt insgesamt 193 L\u00e4nder auf der Welt, und China ist der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner von 128 dieser L\u00e4nder! Wir st\u00fctzen uns also auf das Wirtschaftswachstum, auf den Export, auf den Handel. Jetzt h\u00e4lt Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping die Flagge des freien Handels hoch, Freihandel und eine inklusive Globalisierung.<\/p>\n<p>Als er Anfang des Jahres am Weltwirtschaftsforum in Davos teilnahm, war es das erste Mal, da\u00df ein chinesischer Pr\u00e4sident am Weltwirtschaftsforum teilnahm; bis dahin war unser h\u00f6chster Vertreter dort nur der Ministerpr\u00e4sident gewesen. Als er an diesem Forum teilnahm, schlug er zwei Dinge vor, die China vorantreiben m\u00f6chte: China treibt G\u00fcrtel und Stra\u00dfe voran, um seine Entwicklung mit der \u00fcbrigen Welt zu teilen, und der Weg, eine so gro\u00dfe Initiative voranzutreiben, war die Gr\u00fcndung der AIIB, der Asiatischen Infrastruktur-Investitionsbank. Das ist eine multilaterale Bank. Und auch die chinesische W\u00e4hrung, der Renminbi, wird mit den L\u00e4ndern, die Gesch\u00e4fte mit China machen, viel genutzt.<\/p>\n<p>Und die Vernetzung von Mensch zu Mensch &#8211; das ist eine weitere Vernetzung. Wir sprechen in G\u00fcrtel und Stra\u00dfe von f\u00fcnf Vernetzungen, die Vernetzung zwischen den Menschen ist dabei sehr wichtig. Bisher hat Chinas schon viel erreicht mit der Vernetzung zwischen den Regierungen (\u201eG2G\u201c, <i>government to government<\/i>), und es l\u00e4uft auch sehr gut mit der Vernetzung zwischen den Unternehmen (\u201eB2B\u201c, <i>business to business<\/i>). Aber wir sind noch nicht so vorangekommen beim \u201eP2P\u201c &#8211; (<i>people to people<\/i>). Vielleicht sind die Chinesen sch\u00fcchtern, vielleicht ist das der Grund, warum sie beim P2P nicht so gut sind. Wir sollten uns also \u00f6ffnen und nicht so sch\u00fcchtern sein.<\/p>\n<p>In unserem Bildungssystem, ich sehe es auch bei meinem Sohn, gibt es vom Kindergarten und der Grundschule bis zur Universit\u00e4t keine Diskussion im Klassenzimmer. Sie machen nur Notizen, was immer der Lehrer unterrichtet. Sie machen Notizen \u00fcber Notizen, aber es gibt keinen Widerspruch, keine Debatte, keine Fragen. Und wir haben keine politischen Wahlk\u00e4mpfe. Es gibt also keinen Raum f\u00fcr Gespr\u00e4che, aber viel Raum zum Zuh\u00f6ren!<\/p>\n<p>Jedenfalls brauchen wir bei den Kontakten zwischen den Menschen eine Menge NGOs, um ins Ausland zu kommen.<\/p>\n<p><strong>Afrika erhebt sich<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kommen wir noch schnell auf Afrika zur\u00fcck. In Afrika haben wir eine Vereinbarung, FOCAC, das Forum f\u00fcr Chinesisch-Afrikanische Kooperation. Dieses Forum wurde im Jahr 2000 gegr\u00fcndet, und alle drei Jahre findet ein FOCAC-Treffen statt. Das FOCAC-Treffen 2015 fand in Johannesburg in S\u00fcdafrika statt (<i>Abb. 5<\/i>). An diesem Treffen nahm auch Pr\u00e4sident Xi Jinping teil, er legte dort zehn Kooperationspl\u00e4ne vor und sagte auch das Geld zu &#8211; bis zu 60 Mrd.$ &#8211; um alle zehn Bereiche abzudecken: Industrialisierung, Landwirtschaft, Infrastruktur, Finanzen, Umweltschutz und noch mehr. G\u00fcrtel und Stra\u00dfe sind sehr gut f\u00fcr die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen in Afrika. F\u00fcr die Industrialisierung Afrikas ist viel Geld vorgesehen.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich in meinen letzten zwei Minuten auf zwei Bereiche eingehen, die wie Motoren sind. Wie in einem Flugzeug: Wenn man es starten will, braucht man zwei Maschinen. Das eine ist die Industrialisierung, das andere die Infrastruktur. Ohne gute Infrastruktur gibt es keine Basis f\u00fcr eine Industrialisierung &#8211; wenn Elektrizit\u00e4t fehlt, Kraft fehlt, Stra\u00dfen fehlen, dann ist es sehr schwierig, Industrie in Gang zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir haben viel getan. Afrika erhebt sich. Vor kaum mehr als 15 Jahren galt Afrika als ein hoffnungsloser Kontinent. Aber jetzt, wo der Drache \u00fcber ihnen fliegt, ist f\u00fcr Afrika die Zeit gekommen, sich zu erheben.<\/p>\n<p>Sehen wir uns diese Karte des Weltw\u00e4hrungsfonds an (<i>Abb. 7<\/i>): Nur in den blauen Gebieten geno\u00df man in den letzten zehn Jahren sehr hohe Wachstumsraten &#8211; in Asien und in Afrika. Diese beiden blauen Gebiete haben also Wachstumsraten \u00fcber 6%. Sie dienen jeweils als Motoren f\u00fcr einander. Asiens Wachstum kommt aus Afrika, und Afrikas Wachstum kommt aus Asien. Eine boomende Zukunft, Industrialisierung, die Arbeitspl\u00e4tze schafft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich zeige Ihnen einige Bilder aus \u00c4thiopiens \u201e\u00d6stlicher Industriezone\u201c. Ich habe diese Zone besucht (<i>Abb. 8-10<\/i>). Es gibt dort eine Schuhfabrik, es wurden viele Arbeitspl\u00e4tze geschaffen, ich habe die Zone mindestens sechsmal besucht, und jedesmal sah ich dort mehr Unternehmen.<\/p>\n<hr \/>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he11.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-full wp-image-44327\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he11.jpg\" alt=\"he11\" width=\"600\" height=\"379\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he11.jpg 600w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2017\/12\/he11-300x190.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<p><em>Africa confidential<\/em><\/p>\n<p><em>Abb. 11: Das Eisenbahnnetz der Ostafrikanischen Gemeinschaft wird z\u00fcgig weiter ausgebaut.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier noch eine weitere Infrastrukturkarte: die Eisenbahn Mombasa-Nairobi wurde gerade erste Ende Mai fertiggestellt. Jetzt bauen wir den zweiten Abschnitt, von Nairobi nach Malaba in Uganda. Und dies hier ist das Bahnnetz der Ostafrikanischen Gemeinschaft (<i>Abb. 11<\/i>). Als diese Eisenbahn fertiggestellt wurde, sagte Pr\u00e4sident Uhuru Kenyatta, das schafft die Grundlage f\u00fcr die Industrialisierung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Hier sehen Sie die Menschen, die diese Eisenbahnverbindung feiern (<i>Abb. 12<\/i>). Und dieses hier (<i>Abb. 13<\/i>) zeigt jemand mit einem Schild: \u201eBequem, praktisch, sehr weich, sicher, sehr sch\u00f6n.\u201c Und darunter steht: \u201eIch bin hundert Jahre\u201c, eine Gro\u00dfmutter. (Applaus.)<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><b>Prof. He Wenping<\/b>, Chinesische Akademie der Sozialwissenschaften, Direktorin f\u00fcr Afrika-Studien, Beijing<\/p>\n","protected":false},"featured_media":43557,"menu_order":1,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[454,455],"class_list":["post-44007","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-bad-soden-november-2017-de","portfolio_category-panel-1-de-4"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44007","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44007\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":44337,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/44007\/revisions\/44337"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/43557"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=44007"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=44007"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}