{"id":36097,"date":"2016-07-02T12:17:43","date_gmt":"2016-07-02T10:17:43","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/media\/adeline-djeutie-sustaining-energy-development-in-developing-and-emerging-countries-what-role-could-nuclear-energy-play\/"},"modified":"2016-07-26T09:49:59","modified_gmt":"2016-07-26T07:49:59","slug":"adeline-djeutie-sustaining-energy-development-in-developing-and-emerging-countries-what-role-could-nuclear-energy-play","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/adeline-djeutie-sustaining-energy-development-in-developing-and-emerging-countries-what-role-could-nuclear-energy-play\/","title":{"rendered":"Adeline Djeutie: Tragf\u00e4hige Energieentwicklung in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern \u2014 Welche Rolle k\u00f6nnte die Kernenergie spielen?"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\">Adeline Djeutie<\/h2><\/div>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Adeline Djeutie \u2014 Tragf\u00e4hige Energieentwicklung in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern...\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fEXG0fT_Zqw?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<h3><\/h3>\n<h3>Tragf\u00e4hige Energieentwicklung in den Entwicklungs- und Schwellenl\u00e4ndern:\u00a0Welche Rolle k\u00f6nnte die Kernenergie spielen?<\/h3>\n<p>Vielen Dank, guten Tag. Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut und Frau Zepp-LaRouche f\u00fcr diese Einladung danken. Ich mu\u00df sagen, es ist tats\u00e4chlich das erste Mal, da\u00df ich die M\u00f6glichkeit habe, an einem so interessanten Austausch teilzunehmen. Legen Sie mir das nicht zur Last, denn ich bin eher gewohnt, an politischen und diplomatischen Treffen teilzunehmen. Es ist deshalb sehr, sehr interessant, die Gelegenheit zu haben, andere Darstellungen zu h\u00f6ren und in diesem Sinn an einer Diskussion \u00fcber Entwicklung teilzunehmen.<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde sagen, der Grund, warum wir die Rolle der Kernkraft in der Entwicklung betrachten, ist sehr einfach. Ich denke, wir sind uns hier alle einig, da\u00df die Welt an einen Punkt gekommen ist, wo wir das Paradigma \u00e4ndern m\u00fcssen, und da\u00df die internationale Gemeinschaft gemeinsam die neuen Verbindungen schaffen sollte, um sicherzustellen, da\u00df die Grundwerte, auf denen die Vereinten Nationen begr\u00fcndet wurden, erhalten bleiben. Diese Werte sind die Freiheit von Furcht, die Freiheit von Not, die Freiheit der Rede und die Freiheit des Glaubens f\u00fcr alle Menschen.<\/p>\n<p>Bei allem, was wir ersehen k\u00f6nnen, was auf der Welt geschieht, vor allem in den Entwicklungsl\u00e4ndern, k\u00f6nnte ich das, was hier bisher gesagt wurde, nicht st\u00e4rker betonen: Die Unsicherheit und politische Instabilit\u00e4t w\u00e4chst, und in den Entwicklungsl\u00e4ndern grassiert die Not. Perspektivlosigkeit und Ablehnung des politischen Establishments durch viele Menschen f\u00fchren zu globaler Unsicherheit, wie wir an einer beispiellosen Welle von Fl\u00fcchtlingen, des Terrorismus usw. sehen k\u00f6nnen. Tatsache ist, da\u00df der internationale Frieden nicht garantiert werden kann, wenn so viele Menschen im Elend gelassen werden. L\u00e4nder m\u00fcssen sich entwickeln, damit sie auf eigenen F\u00fc\u00dfen stehen k\u00f6nnen, und entweder versuchen wir, gemeinsam zu \u00fcberleben, oder wir werden gemeinsam untergehen.<\/p>\n<p>Es ist daher an der Zeit, realistische Alternativen in der internationalen Entwicklungspolitik zu untersuchen, die funktionieren. Aber es gibt keine Entwicklung ohne Energie. Die Energie spielt, wie wir alle wissen, eine entscheidende Rolle in der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung. Tats\u00e4chlich gibt es keinen Weg, die Armut zu lindern, wenn es keine dauerhafte Energieversorgung gibt. Energie tr\u00e4gt zur Verbesserung der sozialen Bedingungen bei, wie Gesundheit, Bildung,<\/p>\n<p>Nahrungsmittel und anst\u00e4ndiges Leben, und zur wirtschaftlichen Entwicklung, wozu die Entwicklung des privaten Sektors, Investitionen, Besch\u00e4ftigung, Industrialisierung, Innovationen etc. geh\u00f6ren.<\/p>\n<p>Aber viele L\u00e4nder sind immer noch nicht in der Lage, den Energiebedarf ihrer L\u00e4nder zu decken, und damit die notwendigen Bedingungen zu schaffen, die eine wirksame Entwicklung in Gang setzen und die Armut beseitigen werden.<\/p>\n<h4>Vorurteile<\/h4>\n<p>Ich bin mir ziemlich sicher, da\u00df viele von Ihnen \u00fcberrascht die Augenbrauen hochgezogen haben, als Sie im Titel dieses Vortrags gelesen haben: \u201eKernkraft in Entwicklungsl\u00e4ndern\u201c. Das w\u00fcrde mich nicht \u00fcberraschen, denn oft werden diese beiden Begriffe als ein Widerspruch betrachtet.<\/p>\n<p>Ich will Ihnen etwas erz\u00e4hlen, was mich immer am\u00fcsiert hat, als ich noch bei der IAEA gearbeitet habe. Wenn ich Gelegenheit hatte, mit Leuten zu reden und \u00fcber Entwicklungsfragen zu sprechen, dann waren sie immer ganz enthusiastisch &#8211; bis ich Ihnen sagte: \u201e\u00dcbrigens ich arbeite im Nuklearsektor.\u201c Dann reagierten sie pl\u00f6tzlich, als sei ich radioaktiv! (Lachen.) Aber all das hat eine Erkl\u00e4rung, und ich denke, es gibt drei wesentliche Punkte, die ich hier hervorheben m\u00f6chte und die ihnen helfen werden, die Dinge etwas anders zu sehen.<\/p>\n<p>Der erste Punkt ist, da\u00df es der internationalen Entwicklungsagenda mit der vorgeschlagenen Energiepolitik und deren Umsetzung nicht gelungen ist, dem Energiebedarf und den Anspr\u00fcchen einiger L\u00e4nder gerecht zu werden. Es gibt viele Initiativen, die von der internationalen Gemeinschaft in diesem Bereich unternommen wurden &#8211; es gibt die nachhaltigen Entwicklungsziele, es gibt die Milleniums-Entwicklungsziele, und es gibt eine Reihe von Initiativen, die den L\u00e4ndern helfen sollen, sich zu entwickeln und ihre nationale, nachhaltige Energiepolitik umzusetzen. Aber bisher haben wir keine konkreten Beispiele, wo eine solche Politik Erfolg hatte.<\/p>\n<p>Zudem m\u00f6chte ich betonen, da\u00df die bisherige Politik die Entwicklung der sogenannten traditionellen Energiequellen gef\u00f6rdert hat. Dabei gab es nur St\u00fcckwerk an Unterst\u00fctzung, die die Mitgliedsstaaten erhielten &#8211; man baute eine kleine Anlage hier oder da in einem Dorf, aber das ist kein nachhaltiger Weg, um die Energieprobleme dieser L\u00e4nder zu l\u00f6sen.<\/p>\n<h4>Entwicklung und Energiebedarf<\/h4>\n<p>Die zweite Frage, mit der wir es bei der Untersuchung anderer Optionen zu tun haben, ist, da\u00df der Energiebedarf mit dem Bev\u00f6lkerungswachstum w\u00e4chst. Nach gegenw\u00e4rtigen Sch\u00e4tzungen haben jetzt 1,4 Mrd. Menschen keinen Zugang zu Energie, die meisten davon in den Entwicklungsl\u00e4ndern. Und wir wissen, da\u00df die Weltbev\u00f6lkerung nach der Wachstumsprognose der Vereinten Nationen von 6,7 Mrd. 2011 auf 8,7 Mrd. 2035 zunehmen wird, wodurch die Belastung wachsen und der Energiebedarf deutlich zunehmen wird. Das sind die Fakten, die wir ber\u00fccksichtigen m\u00fcssen. Wenn L\u00e4nder schon heute nicht in der Lage sind, den jetzigen Energiebedarf ihrer Bev\u00f6lkerung zu decken, was wird dann geschehen, wenn bis 2030 keine drastische L\u00f6sung gefunden wird? Das sind die wesentlichen Zahlen, die wir im Kopf haben m\u00fcssen. Und was es noch komplizierter macht, ist, da\u00df \u00fcber 70% dieses zus\u00e4tzlichen Bedarfs in Entwicklungsl\u00e4ndern mit China und Indien an der Spitze erwartet wird.<\/p>\n<p>Seltsamerweise stellen wir in Gebieten wie Afrika, wo der Energiebedarf ganz schrecklich ist, fest, da\u00df der Energiemangel keineswegs Ausdruck des bestehenden Rohstoffpotentials in vielen L\u00e4ndern ist. Afrika verf\u00fcgt in der Tat \u00fcber verschiedene Naturreicht\u00fcmer (\u00d6l, Gas, Sonne, Wasser, Wind, Uran usw.). Wir wissen, da\u00df diese Ressourcen dazu beitragen k\u00f6nnen, diesen Bedarf zu decken, auch wenn es immer noch Probleme gibt. Aber nichts geschieht!<\/p>\n<p>Als spezifisches Beispiel ist es in der Tat absurd, da\u00df in der Demokratischen Republik Kongo nur 9% der Bev\u00f6lkerung Zugang zu elektrischem Strom haben, w\u00e4hrend das Land \u00fcber ein riesiges Wasserkraftpotential verf\u00fcgt.1 Nigeria als eines der f\u00fchrenden \u00f6lproduzierenden L\u00e4nder und<\/p>\n<p>Mitglied der OPEC kann nur 55,6% seiner Bev\u00f6lkerung mit Strom versorgen. Und es geht weiter mit L\u00e4ndern wie Niger und Namibia, die viert- und f\u00fcnftgr\u00f6\u00dften Uranf\u00f6rderl\u00e4nder, aber nur 14,4% bzw. 47,3% ihrer Bev\u00f6lkerung haben Zugang zu elektrischem Strom.2 Daraus sind also einige Lehren zu ziehen, und das sind einige Fragen, aus denen wir alle lernen sollten.<\/p>\n<h4>Alternative Energien<\/h4>\n<p>Der dritte Punkt, den ich ansprechen m\u00f6chte und der uns zu einem Paradigmawechsel zwingt, sind die neuen Umweltabkommen, die jetzt als zus\u00e4tzliche Herausforderung bei der Entwicklung dieser L\u00e4nder betrachtet werden. Sie alle kennen die Debatten in letzter Zeit \u00fcber den Klimawandel und die j\u00fcngsten Umweltsch\u00e4den, die man als Vergeltung f\u00fcr den menschlichen \u201eFu\u00dfabdruck\u201c in der Natur bezeichnet hat; Verheerungen und Umweltkatastrophen wurden tats\u00e4chlich auf diese \u00c4nderungen zur\u00fcckgef\u00fchrt. Die dringende Notwendigkeit, die Treibhausgas-Emissionen zu reduzieren, und die Forderungen nach einer \u201eVergr\u00fcnung\u201c der Wirtschaft sind in aller Munde, und die Forderung nach Vergr\u00fcnung der Wirtschaft hat einen Punkt erreicht, an dem es kein Zur\u00fcck mehr gibt.<\/p>\n<p>Aber sind auch alle L\u00e4nder bereit, sich diese anstehenden Ver\u00e4nderungen zu eigen zu machen, die gro\u00dfe Konsequenzen f\u00fcr die nationale Politik und die Entwicklungsbem\u00fchungen dieser L\u00e4nder haben?<\/p>\n<p>Man mu\u00df sehen, da\u00df die erneuerbaren Energien, au\u00dfer der Kernkraft, als alternative, saubere Energien angepriesen werden, was eine gute Sache ist. Aber wir erkennen auch, da\u00df es heute zahlreiche finanzielle und investorische Anreize zur Energieentwicklung gibt, die alle auf diese Energieformen ausgerichtet sind, und die die Entwicklungsl\u00e4nder dazu auffordern, sich vorzugsweise auf die zu konzentrieren, die wir kennen, wie die Solarenergie, Geothermie, Windkraft usw.<\/p>\n<p>Es ist aber klar, da\u00df die vorgeschlagenen erneuerbaren Energien allein das Energieproblem der Entwicklungsl\u00e4nder nicht l\u00f6sen k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen also erneut \u00fcber andere L\u00f6sungen nachdenken.<\/p>\n<h4>Kernkraft als Option<\/h4>\n<p>Kommen wir also auf die Kernkraft zur\u00fcck in allen diesen Fragen, allen diesen Herausforderungen, die ich erw\u00e4hnt habe: Die Kernkraft hat in den achtziger Jahren &#8211; bis Mitte der achtziger Jahre, w\u00fcrde ich sagen &#8211; gewisserma\u00dfen glorreiche Jahre erlebt, aber heute wird sie als obsolet dargestellt. Diese Option wird insgesamt verworfen und aus allen Diskussionen im Energiebereich weltweit herausgehalten. Wenn man einen der Geldgeber anspr\u00e4che, mit denen wir traditionell reden, und ich mit ihm so redete wie hier, dann w\u00e4re der Saal am Ende meiner Rede leer! Denn niemand will h\u00f6ren, was ich dazu zu sagen habe.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich ist, wie Sie alle wissen, etwas geschehen, was in dieser Situation nicht hilfreich war, n\u00e4mlich der Unfall von Fukushima-Daiichi 2011. Nach diesem Unfall erhoben sich viele Stimmen, die ein Ende der \u00c4ra der Kernenergie forderten. Diese Stimmen wurden sogar unter nationalen Regierungen laut. Wir verstehen, da\u00df der Grund daf\u00fcr nat\u00fcrlich im wesentlichen Sicherheitsfragen im Zusammenhang mit dieser Technologie waren, aber ich denke, \u00fcber die Sicherheitsfragen hinaus gab es auch noch einen besonderen Grund daf\u00fcr, n\u00e4mlich eine Kultur der Angst, die in diesem Zusammenhang gesch\u00fcrt wird &#8211; von Regierungen, Medien, der Wissenschaftsgemeinde, und wie sie alle erkennen, ist es weit sexyer und schicker, auf die schlimmste Seite der Kernkraft hinzuweisen als auf ihre Vorteile.<\/p>\n<p>Nehmen wir ein Beispiel: Wie viele Artikel \u00fcber die Kernkraft haben Sie gelesen, worin stand, was die Kernkraft f\u00fcr eine bessere Entwicklung leisten kann? Wenn es solche Artikel gibt, dann hei\u00dft es sofort dagegen, da\u00df die Welt untergehen wird, weil sich dieser oder jener Reaktor aufgrund von Sicherheitsproblemen so verhalten habe. Wir m\u00fcssen das Bewu\u00dftsein der Menschen heben, damit sie das notwendige Wissen haben, um diese Technologie realistisch einzusch\u00e4tzen. Deshalb ist diese Debatte heute wirklich wichtig und zeitgem\u00e4\u00df.<\/p>\n<h4>Ende des Nuklearzeitalters?<\/h4>\n<p>Ich kann zu alledem nur sagen, da\u00df die Realit\u00e4t vor Ort eine ganz andere ist, aber von den Medien werden Sie dar\u00fcber nichts erfahren. Niemand wird Ihnen erkl\u00e4ren, da\u00df es heute ganz konkret gar keine wirkliche alternative Energie gibt, die die Kernkraft auf absehbare Zeit ersetzen kann, insbesondere in den L\u00e4ndern, die die Kernkraft nutzen. Au\u00dferdem ist deutlich, da\u00df sich die Kernenergie bisher als saubere und verl\u00e4\u00dfliche Energiequelle erwiesen hat &#8211; das ist eine Tatsache, das ist eindeutig erwiesen.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ob Sie eine Vorstellung von den derzeitigen Zahlen \u00fcber die Kernkraft haben. Ende 2014 wurden etwa 435 Kernreaktoren weltweit betrieben,3 aber glauben Sie mir, diese Zahl wird sich in den kommenden Jahrzehnten verdoppeln! Sie wissen das vermutlich nicht, weil die Medien den Eindruck erwecken, da\u00df das Nuklearzeitalter zu Ende gehe, aber die Realit\u00e4t vor Ort zwingt die Regierungen und die Industrie, in dieser Richtung voranzuschreiten. Ich kann Ihnen sagen: Von den 435 Reaktoren weltweit sind 99 in den USA, 58 in Frankreich, und Sie wissen, da\u00df dar\u00fcber in Frankreich hei\u00df diskutiert wird. 48 in Japan, 34 in Ru\u00dfland, usw. Neu hinzugekommen sind China mit 23, S\u00fcdkorea mit 23, Indien mit 21.4 Das ist der jetzige Stand, und wir erkennen, da\u00df dies zur Entwicklung all dieser L\u00e4nder beigetragen hat.<\/p>\n<p>Der Unfall in Fukushima-Daiichi hat diese Entwicklung etwas gebremst, aber er bedeutete nicht das Ende der nuklearen \u00c4ra. Wie man aus einer Studie der IAEA ersehen kann, wird sie wieder Fahrt aufnehmen.<\/p>\n<p>Entschuldigen Sie, wenn ich hier mit einer gewissen Leidenschaft spreche; ich will versuchen, nicht viel mehr Zeit zu beanspruchen.<\/p>\n<p>Derzeit ist eine Verschiebung im Nuklearbereich im Gang, von den traditionellen sogenannten Kernkraft-Nationen nach Ostasien, in den Nahen Osten und nach Mitteleuropa. Wir werden also eine starke Zunahme der Zahl von Kernkraftwerken in diesen L\u00e4ndern erleben. Der Grund daf\u00fcr ist, die schnell wachsenden Volkswirtschaften dort zu unterst\u00fctzen. Man hat nat\u00fcrlich auch erkannt, da\u00df die anderen erneuerbaren Energien die Treibhausgas-Emissionen reduzieren, aber das reicht in ihrem Energiemix nicht aus. Die Kernkraft hat sich f\u00fcr diese Nationen als ein gangbarer Weg erwiesen.<\/p>\n<h4>Kernkraft in Afrika<\/h4>\n<p>Was nun L\u00e4nder und Regionen wie Afrika angeht: Wir verstehen, da\u00df die Kernkraft eine sehr fortgeschrittene Technologie ist. Und bitte verstehen Sie mich nicht falsch &#8211; meine Botschaft hier ist nicht, einfach zu sagen, okay, Afrika wird auf die Kernkraft setzen. Ich will nur sagen, da\u00df die ganze Debatte verdreht ist: Die Option Kernkraft wurde gar nicht in Betracht gezogen! Es gibt Studien dar\u00fcber, und ich bin der Meinung, da\u00df sie wieder in die Debatte zur\u00fcckgeholt und tats\u00e4chlich als eine machbare Energieoption f\u00fcr die Entwicklungsl\u00e4nder in Gebieten wie Afrika eingesch\u00e4tzt werden mu\u00df.<\/p>\n<p>Es ist bekannt, was \u00fcber ein Gebiet wie Afrika gesagt wird &#8211; Afrika habe nicht die technischen Kapazit\u00e4ten, um mit Technologien wie der Kernkraft oder den Sicherheitsfragen in Afrika umzugehen. Aufgrund meiner Erfahrungen bin ich da anderer Ansicht. Zun\u00e4chst einmal wird ein Kernkraftprogramm nicht \u00fcber Nacht umgesetzt. F\u00fcr L\u00e4nder oder Regionen, die ganz von vorne anfangen, wie Afrika, wird es 15 Jahre dauern, bis ein Kernkraftwerk in Betrieb geht. Was bedeutet das? In 15 Jahre hat man genug Zeit, um die Arbeitskr\u00e4fte auszubilden, man hat genug Zeit, die Ressourcen zu erschlie\u00dfen, wenn das die Priorit\u00e4t eines Landes ist und wenn man das auf die internationale Tagesordnung setzt.<\/p>\n<p>Zweitens ist das Paradox, wonach Entwicklungsl\u00e4nder wie beispielsweise Afrika nicht \u00fcber die Ressourcen verf\u00fcgen, gar nicht wahr! Ich bin sicher, die meisten von Ihnen sind \u00fcberrascht &#8211; ich bin zum Beispiel eine Afrikanerin aus Kamerun, und ich stehe hier vor Ihnen und spreche \u00fcber Fragen wie die Kernkraft. Das bedeutet, es gibt hochqualifizierte afrikanische Arbeitskr\u00e4fte in der<\/p>\n<p>Diaspora, und tats\u00e4chlich sind diese afrikanischen Arbeitskr\u00e4fte in allen Technologie-Bereichen stark vertreten, und sie k\u00f6nnen tats\u00e4chlich einen Beitrag leisten.<\/p>\n<p>\u00dcber Sicherheitsfragen haben wir hier schon gesprochen. Der gr\u00f6\u00dfte Teil der Instabilit\u00e4t, die wir in diesen L\u00e4ndern sehen, kommt tats\u00e4chlich von \u00e4u\u00dferen Faktoren. Wenn also die internationale Gemeinschaft beschlie\u00dft, die Sicherheitsfragen anzupacken, dann sollte die Sicherheit gar kein Problem sein.<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte noch viel mehr zu sagen, aber ich will es dabei belassen. Ich werde aber sehr gerne Ihre Fragen beantworten. Vielen Dank! (Applaus.)<\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>Anmerkungen:<\/p>\n<p><em>1. Africa Energy Outlook 2014, IEA<\/em><\/p>\n<p><em>2. http:\/\/data.worldbank.org\/indicator\/EG.ELC.ACCS.ZS<\/em><\/p>\n<p><em>3. http:\/\/www-pub.iaea.org\/books\/IAEABooks\/10903\/Nuclear-Power-Reactors-in-the-World-2015-Edition<\/em><\/p>\n<p><em>4. ebenda<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich w\u00fcrde sagen, der Grund, warum wir die Rolle der Kernkraft in der Entwicklung betrachten, ist sehr einfach. Ich denke, wir sind uns hier alle einig, da\u00df die Welt an einen Punkt gekommen ist, wo wir das Paradigma \u00e4ndern m\u00fcssen\u2026<\/p>\n","protected":false},"featured_media":35042,"menu_order":19,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[375,379],"class_list":["post-36097","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-berlin-june-2016-de","portfolio_category-panel-4-berlin-june-2016-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/36097","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/36097\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/35042"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=36097"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=36097"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}