{"id":3602,"date":"2013-05-28T15:06:19","date_gmt":"2013-05-28T13:06:19","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=3602"},"modified":"2013-05-30T11:26:22","modified_gmt":"2013-05-30T09:26:22","slug":"hussein-askary-frieden-und-aufbau-oder-krieg-und-zerstorung","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/hussein-askary-frieden-und-aufbau-oder-krieg-und-zerstorung\/","title":{"rendered":"Hussein Askary: Frieden und Aufbau oder Krieg und Zerst\u00f6rung?"},"content":{"rendered":"<p>Wie sich viele von Ihnen sicher erinnern, waren wir im letzten November an gleicher Stelle zusammen, und Helga Zepp-LaRouche stellte ihre Ideen dar, wie man der Kriegsgefahr in S\u00fcdwestasien, insbesondere der schrecklichen Entwicklungen in Syrien Herr werden k\u00f6nnte &#8211; jenes barbarischen Angriffs nicht nur auf das syrische Volk, sondern auf eine ganze Kultur und Zivilisation innerhalb Syriens. Au\u00dferdem ging es um die Gefahr eines Angriffs auf den Iran.<\/p>\n<p>Sie stellte ein Konzept vor, wie man ein gemeinsames Ziel finden k\u00f6nnte, damit alle Nationen zusammenarbeiten, und ich hatte gemeinsam mit einigen Kollegen ebenfalls einen L\u00f6sungsvorschlag und ein Ziel vorgestellt, um die L\u00e4nder der Region zu vereinigen. Auch um die internationalen M\u00e4chte &#8211; die Vereinigten Staaten, das gesamte Britische Empire, das im Konflikt mit Ru\u00dfland und China steht &#8211; einander n\u00e4her zubringen, ein Konflikt, der ansonsten in einem Weltkrieg enden w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Das war die Ausgangsidee, und dann diskutierten wir dar\u00fcber, wie man der Ausdehnung der W\u00fcsten von Afrika bis Asien, die ganze Gesellschaften bedroht, entgegenwirken k\u00f6nnte. Es m\u00fcssen wissenschaftliche, politische und wirtschaftliche Anstrengungen unternommen werden, um die Folgen der W\u00fcstenausbreitung zu begrenzen und letztlich die W\u00fcsten zu begr\u00fcnen. Das w\u00e4re ein weltweites Vorhaben, an dem sich alle L\u00e4nder beteiligen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte die Einzelheiten hiervon nicht wiederholen, sondern nur zeigen, welche Fortschritte inzwischen gemacht wurden.<\/p>\n<p>Seien Sie auch vorgewarnt, da\u00df das gesamte Projekt, wie es eigentlich umgesetzt werden sollte, derzeit nicht verwirklicht werden kann. Gegenw\u00e4rtig ist es aufgrund des heutigen Finanz- und Wirtschaftssystems unm\u00f6glich, irgendein Infrastruktur- oder Industrieprojekt dieser oder vergleichbarer Gr\u00f6\u00dfe zu finanzieren. Die erste Vorbedingung ist also, das jetzige Finanzsystem abzuschaffen, indem man, wie Lyndon LaRouche sagte, das Mysterium des Geldes mit Hilfe von Glass-Steagall \u00fcberwindet.<\/p>\n<p>Die zweite Feststellung ist, da\u00df die L\u00e4nder der Region die Kriege nicht stoppen k\u00f6nnen. Syrien kann nichts anderes tun, als sich zu verteidigen. Libyen konnte nichts tun, um die Invasion zu stoppen. Irak konnte nichts tun, denn es gab eine politische Absicht, das Land zu besetzen. Es gab eine Politik, aber die war nicht Saddam Husseins Absicht. Das gleiche galt f\u00fcr Gaddafi. Es besteht au\u00dferdem die Absicht, den Iran anzugreifen. Der Iran kann nichts tun, um einen Angriff oder einen Krieg gegen das Land zu verhindern, au\u00dfer sich zu verteidigen.<\/p>\n<p>Das erinnert mich an die Geschichte eines jungen Mannes, der von einem Auto \u00fcberfahren wurde. Sein Vater traf den Fahrer im Gef\u00e4ngnis und fragte ihn, warum er seinen Sohn \u00fcberfahren habe. Der Fahrer erkl\u00e4rte: \u201eIch habe Ihren Sohn zu warnen versucht. Ich habe gehupt, ich habe Lichtsignale gegeben und mit dem Arm gewunken, aber er wollte den Weg nicht frei machen.\u201c Dann besuchte der Vater seinen Sohn im Krankenhaus und berichtete ihm, da\u00df der Fahrer alles m\u00f6gliche unternommen h\u00e4tte, damit er den Weg frei mache. Der Sohn antwortete: \u201eIch wei\u00df, da\u00df er all das getan hat, aber wie sollte ich den Weg frei machen? Ich sa\u00df ja in einem Restaurant!\u201c<\/p>\n<p>All die L\u00e4nder gibt es dort, und sie k\u00f6nnen sich nicht einfach in Luft aufl\u00f6sen.<\/p>\n<p>Wir haben Gespr\u00e4che mit Regierungsvertretern, mit Experten, mit Organisationen der Region gef\u00fchrt, um diese Ideen in all die Diskussionsforen einzubringen, in denen \u00fcber die L\u00f6sung der politischen Probleme gesprochen wird. Ohne wirtschaftliche Entwicklung wird es keinen Frieden geben, und das sollte bei jeder Friedensinitiative ber\u00fccksichtigt werden. Au\u00dferdem ist es sehr wichtig, da\u00df bei allen Gespr\u00e4chen, die Ru\u00dfland, China und andere Nationen mit den Vereinigten Staaten oder Europa f\u00fchren, da\u00df bei allen Diskussionen \u00fcber Frieden in S\u00fcdwestasien eine Perspektive entwickelt werden mu\u00df, um die Lebensbedingungen der Bev\u00f6lkerung zu verbessern.<\/p>\n<p>Nach meinem Vortrag m\u00f6chte ich eine Botschaft aus dem Irak vorspielen. (Den Text dieser Botschaft von Dr. Hassan Janadi finden Sie auf Seite 8.) Wir haben uns an viele Amtstr\u00e4ger und Fachleute \u00fcber Bew\u00e4sserung und Entsalzung gewandt. Die Kriegspolitik mu\u00df gestoppt werden, indem Pr\u00e4sident Obama des Amtes enthoben wird, so wie LaRouche und Diane Sare [Gouverneurskandidatin in New Jersey] es gefordert haben (vgl.<i>Neue Solidarit\u00e4t<\/i>\u00a017\/2013 und 19\/2013). Wir k\u00f6nnen nicht einfach auf die Zukunft warten, so wie Leute an der Haltestelle auf den Bus warten. Wir m\u00fcssen den Bus selbst bauen; wir m\u00fcssen uns auf die Zukunft vorbereiten.<\/p>\n<h3>Besuch im Iran<\/h3>\n<p>Die erste qualitative Reaktion auf Helgas und meinen Vortrag bei der letzten Konferenz kam von der iranischen Regierung. Helga und ich wurden zu einer Konferenz eingeladen, welche das Internationale Zentrum f\u00fcr Politische Studien des iranischen Au\u00dfenministeriums im M\u00e4rz veranstaltete, um dort unsere Ideen vorzustellen. Thema der Konferenz war die Sicherheitslage am Persischen Golf nach dem Arabischen Fr\u00fchling und welche Implikationen diese Revolutionen haben.<\/p>\n<div>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 1: Die vom Schiller-Institut vorgeschlagene Projekt der Weltlandbr\u00fccke\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein01.jpg\" width=\"600\" height=\"362\" vspace=\"3\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Karte: EIR<\/figcaption><\/figure>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 2: Der Generalgouverneur der iranischen Provinz Hormozgan, Ibrahim Azizi (rechts), gab Hussein Askary ein Interview\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein02.jpg\" width=\"600\" height=\"280\" vspace=\"3\" \/><\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<figure style=\"width: 600px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\" \" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 3: Die Stra\u00dfe von Hormus ist eine der wichtigsten Schiffahrtsstra\u00dfen der Welt\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein03.jpg\" width=\"600\" height=\"415\" vspace=\"3\" \/><figcaption class=\"wp-caption-text\">Karte: M.R Izady<\/figcaption><\/figure>\n<div id=\"schliess\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 4: Der Containerhafen Shaheed Rajaee bei Bandar Abbas\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein04.jpg\" width=\"600\" height=\"350\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 5: Eisenbahnverbindungen im Nahen Osten\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein05.jpg\" width=\"600\" height=\"387\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div id=\"schliess2\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 6: Im Persischen Golf liegen derzeit viele Schiffe vor Anker, weil es aufgrund der Wirtschaftssanktionen gegen den Iran derzeit keine Frachten f\u00fcr sie gibt\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein06.jpg\" width=\"600\" height=\"220\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 7 (rechts): Gegen\u00fcber der iranischen Provinz Hormozgan liegt der Golfstaat Dubai - ein \u201eVergn\u00fcgungspark\u201c f\u00fcr steinreiche Investoren\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein07.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" align=\"right\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>Abb. 8, 9, 10 (unten): Zu den Vergn\u00fcgungs- anlagen Dubais geh\u00f6ren auch Gruppen k\u00fcnstlich geschaffener Inseln, die an Investoren verkauft wurden. Als mit der Finanzkrise die Immobilienpreise kollabierten, war die Instandhaltung der Inseln nicht mehr zu finanzieren, soda\u00df sie nun nach und nach im Meer versinken<\/div>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein08.jpg\" width=\"600\" height=\"290\" vspace=\"3\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein09.jpg\" width=\"600\" height=\"340\" vspace=\"3\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein10.jpg\" width=\"600\" height=\"290\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 11: Die Vereinten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und Kuwait betreiben einige der gr\u00f6\u00dften staatlichen Investmentfonds der Welt\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein11.jpg\" width=\"600\" height=\"330\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 12: 2007-2008 investierten arabische Staatsfonds riesige Summen in westliche Banken und Unternehmen\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein12.jpg\" width=\"600\" height=\"428\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div>Grafik: New York Times<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 13: Die \u201eglobale Reichtumsmaschine\u201c, wie es die \u201eNew York Times\u201c bewundernd nannte, wird insbesondere aus arabischen \u00d6leinnahmen gespeist und von britischen und amerikanischen Berater- und Anwaltskanzleien gesteuert\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein13.jpg\" width=\"600\" height=\"410\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div>Grafik: EIRNS<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" title=\"Abb. 14: Ein gro\u00dfer Teil des Geldes der arabischen Staatsfonds flo\u00df in spekulative Finanztransaktionen, Immobilien und in den Kauf von Infrastruktur- und Versorgungseinrichtungen\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein14.jpg\" width=\"600\" height=\"397\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein15.jpg\" width=\"300\" height=\"340\" align=\"right\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<hr \/>\n<p>Abb. 15 (rechts): Berater wie Mark Thatcher von der London School of Economics beraten arabische Investoren<\/p>\n<div>Abb. 16 (unten): Lyndon LaRouche 2002 bei einem Vortrag im Zayed Centre in Abu Dhabi<\/div>\n<\/div>\n<div>Bild: EIRNS<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignright\" style=\"margin-top: 3px; margin-bottom: 3px;\" alt=\"\" src=\"http:\/\/www.solidaritaet.com\/images16\/hussein16.jpg\" width=\"600\" height=\"338\" vspace=\"3\" \/><\/p>\n<\/div>\n<p>Leider konnte Helga an der Konferenz nicht teilnehmen, nur ich war dort, aber Helgas Vortrag wurde in die Konferenz-Dokumentation aufgenommen. Das Problem auf der Konferenz war, da\u00df sich alle Diskussionen \u00fcber die Gefahrenlage in der Region um die Gefahr von Kriegen zwischen den Konfessionen, um Geopolitik, um die Spaltung zwischen Schiiten und Sunniten und all die schrecklichen Dinge drehten, die derzeit stattfinden. Die Menschen dort machen eine wirkliche H\u00f6lle durch, und deshalb ist es f\u00fcr sie nat\u00fcrlich schwierig, eine L\u00f6sung zu sehen, die \u00fcber das blo\u00dfe \u00dcberleben und das einfache Man\u00f6vrieren in der Lage hinausgeht.<\/p>\n<p>Ich nutzte die M\u00f6glichkeit, dort zu sprechen und unsere Ideen vorzustellen. Ich begann mit einem Bericht \u00fcber die Meteoritenexplosion \u00fcber Tscheljabinsk, um die Aufmerksamkeit der Zuh\u00f6rer zu bekommen. Als ich dann die Perspektive der W\u00fcstenbegr\u00fcnung und der Eurasischen Landbr\u00fccke als den Friedensplan des Schiller-Instituts darstellte (<i>Abbildung 1<\/i>), trat ein offensichtliches Umdenken ein. Wenn die Menschen st\u00e4ndig nur den Schrecken des Krieges sehen, man sie aber dann auf eine h\u00f6here Ebene hebt, um die Welt aus einer anderen Sicht zu betrachten, \u00f6ffnet sich der Geist und viele fragen sich: \u201eDas ist ja gro\u00dfartig! Warum haben wir nicht selbst so gedacht?\u201c So kann man \u00fcber die kleineren Fragen hinauskommen und die globalen Aspekte betrachten.<\/p>\n<p>Die Konferenz fand nicht in der Hauptstadt Teheran, sondern in Bandar Abbas statt. Wir haben ein Interview mit dem Gouverneur der dortigen Provinz Hormozgan (<i>Abbildung 2<\/i>) gef\u00fchrt, das zusammen mit einem Bericht \u00fcber die Konferenz in\u00a0<i>EIR<\/i>\u00a0erschienen ist. Zu der Provinz Hormozgan geh\u00f6ren mehrere Inseln, die in der extrem wichtigen Stra\u00dfe von Hormus liegen. Gestern haben wir bereits \u00fcber das \u00d6l gesprochen, das durch diese Stra\u00dfe transportiert wird. Aus dem Golf &#8211; auf arabischer Seite hei\u00dft er Arabischer Golf, die Iraner nennen ihn Persischen Golf &#8211; und durch die Stra\u00dfe von Hormus kommen 40% aller \u00d6lexporte f\u00fcr die internationalen M\u00e4rkte. 90% davon gehen nach China, Japan, Korea und Indien. Japan hat nach Fukushima im Zuge der Diversifizierung seine \u00d6leinfuhren erh\u00f6ht, weil das Land auf diese Weise am schnellsten und einfachsten an mehr Energie kommen konnte, was aber auch seine Abh\u00e4ngigkeit erh\u00f6ht.<\/p>\n<p>An dieser Engstelle in der Stra\u00dfe von Hormus findet das alles statt (<i>Abbildung 3<\/i>). Ich habe diese Inseln von iranischer Seite besucht. Das ist f\u00fcr die Schiffahrt eine der wichtigsten und sensitivsten Gegenden auf der Welt, sie kann aber auch zum schrecklichsten Ort auf dieser Erde werden. Wenn dort amerikanische Flugzeugtr\u00e4ger durchfahren, kann man sie von iranischer Seite aus sehen. Jemand sagte mir, da\u00df es zwischen dem amerikanischen und dem iranischen Milit\u00e4r eine Hotline oder zumindest eine indirekte Hotline geben d\u00fcrfte, um einen Zwischenfall zu vermeiden, der zu einem Schu\u00dfwechsel oder sogar zum Ausbruch eines Krieges f\u00fchren k\u00f6nnte.<\/p>\n<h3>Ein britisches Spiel<\/h3>\n<p>Die Stra\u00dfe von Hormus ist somit sehr, sehr wichtig. Au\u00dferdem gibt es dort drei Inseln, die Gro\u00dfe und Kleine Tunb und Abu Musa, die zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Iran Gegenstand von Gebietsstreitigkeiten sind. Die Emirate behaupten, sie geh\u00f6rten zu ihnen, doch der Iran \u00fcbt seine eigene Souver\u00e4nit\u00e4t dort aus.<\/p>\n<p>Das ganze ist ein britisches Spiel. Als die Briten 1971 abzogen, hinterlie\u00dfen sie dem Schah von Persien die Kontrolle \u00fcber die Inseln, doch heute ermuntern sie die Vereinigten Arabischen Emirate, sie sich zur\u00fcckzuholen! Die Stra\u00dfe von Hormus k\u00f6nnte somit potentiell zum Ausgangspunkt eines Weltkrieges werden.<\/p>\n<p>Die Provinz Hormozgan ist jedoch eine der am schnellsten wachsenden Provinzen im Iran, denn die iranische Regierung hat eine Bahnstrecke gebaut, die sich vom Nordiran bis Bandar Abbas erstreckt, und ganz in der N\u00e4he ist ein riesiger neuer Hafenkomplex, der Shahid-Rajaee-Containerhafen, entstanden (<i>Abbildung 4<\/i>). Viele L\u00e4nder in Zentralasien sind inzwischen v\u00f6llig auf in Bandar Abbas angelandete Schiffsfrachten aus Asien und anderswo angewiesen, die von dort in landeingeschlossene L\u00e4nder wie Turkmenistan, Usbekistan und Kasachstan weitertransportiert werden. Dadurch ist eine der wichtigsten Handelsrouten zwischen dem Indischen Ozean und Zentralasien entstanden. Man kann dies auch die \u201eSeidenstra\u00dfen-Strategie\u201c nennen.<\/p>\n<p>Trotz aller Wirtschaftssanktionen, Drohungen usw. haben sich die Iraner nicht beirren lassen, Infrastrukturprojekte wie diese mit transkontinentaler Bedeutung zu bauen.<\/p>\n<p>1996 baute das Land einen kleinen Bahnabschnitt, um Anschlu\u00df an das alte sowjetische Bahnnetz und nach China zu bekommen (<i>Abbildung 5<\/i>). China baute gleichzeitig eine Verbindung nach Kasachstan, so da\u00df die alte Seidenstra\u00dfe wiedererstand. Sp\u00e4ter baute der Iran eine Bahnstrecke zur T\u00fcrkei, durch die Europa und Asien miteinander verbunden wurden. Dar\u00fcber hinaus gibt es noch den Nord-S\u00fcd-Korridor, der von Ru\u00dfland bis Indien verl\u00e4uft. Auch gibt es eine Vereinbarung zwischen Ru\u00dfland, Iran und Indien, eine Handelsroute durch den Kaukasus und \u00fcber das iranische Bahnnetz zu bauen, und diese wird derzeit bis nach Chah Bahar am Arabischen Meer fertiggestellt.<\/p>\n<p>Indien ist daran sehr interessiert, denn der Schiffstransport zum Schwarzen Meer dauert etwa drei Wochen, w\u00e4hrend die Bef\u00f6rderung mit der Bahn durch Ru\u00dfland nur eine Woche braucht. Das w\u00e4re deshalb ein gro\u00dfer Fortschritt.<\/p>\n<p>Der Iran verfolgt eine Strategie, sich in friedlicher, wirtschaftlicher Weise so zu positionieren, da\u00df andere L\u00e4nder im Handel und f\u00fcr die eigene Existenzsicherung von ihm abh\u00e4ngig werden, was gleichzeitig eine sehr wirksame Methode der strategischen Verteidigung ist. Teheran baut auch Gaspipelines in die T\u00fcrkei, und k\u00fcrzlich wurde eine Gaspipeline nach Pakistan fertiggestellt, was sehr wichtig ist, um Pakistan mit ins Boot zu holen, um das Problem in Afghanistan zu l\u00f6sen und sich mit Hilfe neuer Wirtschaftskooperationen von der anglo-saudischen Partei zu l\u00f6sen, die den Iran destabilisiert.<\/p>\n<p>Die meisten iranischen Vertreter auf der Konferenz sprachen au\u00dferdem \u00fcber ein auf wirtschaftlicher und kultureller Zusammenarbeit basierendes Friedensabkommen zwischen allen Golfstaaten.<\/p>\n<p>Sie alle erkennen inzwischen, da\u00df der Ausweg weder in religi\u00f6sen Verst\u00e4ndigungen, noch in strategischen oder politischen Vereinbarungen, sondern in wirtschaftlicher Abh\u00e4ngigkeit unter Nationen besteht.<\/p>\n<h3>Die Wirtschaftssanktionen<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte noch etwas zu den Sanktionen sagen. Als ich mit der F\u00e4hre zu einer der Hormus-Inseln fuhr, sah ich viele, viele Schiffe dort im Meer vor Anker (<i>Abbildung 6<\/i>). Ich fragte einen Zollbeamten, der neben mir sa\u00df, was dies soll, und er sagte, diese Schiffe seien nicht auf Warteposition, sondern wegen der Wirtschaftssanktionen einfach abgestellt. Entlang der 2000 km langen iranischen K\u00fcste, so berichtete er, l\u00e4gen etwa 5000 gro\u00dfe Schiffe vor Anker. Die iranische Zentralbank d\u00fcrfte keinen Gesch\u00e4ftsverkehr mit internationalen Banken aufnehmen, so da\u00df die Schiffe keine Bankb\u00fcrgschaften und keine Versicherung erhielten. Das sind riesige Verluste f\u00fcr den Iran, aber auch ein gro\u00dfer Verlust f\u00fcr den Welthandel.<\/p>\n<p>Die Iraner treffen die Sanktionen schwer. Die iranische W\u00e4hrung hat 300% an Wert gegen\u00fcber dem Dollar verloren. Das Kapital fl\u00fcchtet aus dem Land. Junge Leute versuchen auf verschiedenen Wegen, das Land zu verlassen, um ihre Zukunft im Ausland zu sichern. Doch trotz alledem versuchen die Iraner mit den wenigen ihnen zur Verf\u00fcgung stehenden Mitteln, etwas f\u00fcr ihr Land zu tun, in der Hoffnung, da\u00df bald Frieden einkehrt und ihr Land die wirtschaftliche Entwicklung fortsetzen kann.<\/p>\n<h3>Globale Kasinowirtschaft<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen einmal den Wahnwitz des heutigen Wirtschaftssystems zeigen.<\/p>\n<p>Auf der anderen Seite des Golfs liegt Dubai, ein Verb\u00fcndeter der Briten (<i>Abbildung 7<\/i>). Dieses kleine Land ist nicht nur eines der gr\u00f6\u00dften Drogengeldw\u00e4schezentren der Welt, sondern auch die Einkaufs-Hauptstadt der Welt. Es ist ein reines W\u00fcstenland. Doch es wurde nicht von reichen Arabern aufgebaut, sondern was man dort sieht, ist das Ergebnis eines der gr\u00f6\u00dften Pyramidenspiele der Neuzeit, denn Dubai verf\u00fcgt kaum \u00fcber eigene Ressourcen. Diese befinden sich in dem benachbarten Abu Dhabi. Um all die tollen Sachen zu bauen, verkaufte man zuk\u00fcnftige Projekte \u00fcber Hochglanzbrosch\u00fcren an Investoren.<\/p>\n<p>Eines davon (<i>Abbildung 8<\/i>) besteht nicht etwa darin, die W\u00fcste zu begr\u00fcnen, sondern es sollten k\u00fcnstliche Inseln im Meer f\u00fcr Touristen mit Nachtklubs, Einkaufszentren usw. entstehen. F\u00fcr alle diese exklusiven Einrichtungen wurde Sand aufgesch\u00fcttet und k\u00fcnstliche Inseln geschaffen. (Kein Umweltsch\u00fctzer hatte dagegen etwas einzuwenden, obwohl s\u00e4mtliche Korallenriffe dabei draufgingen.)<\/p>\n<p>Hier ist ein Beispiel f\u00fcr ein solches Projekt, das sie 2006 an den Mann zu bringen versuchten (<i>Abbildung 9<\/i>). Man kann diese k\u00fcnstlichen Inseln als eigenes Land kaufen und darauf bauen, was man will. 70% davon wurden an sogenannte internationale Bauentwickler, Milliard\u00e4re usw. verkauft, doch so sieht es nur in den Hochglanzbrosch\u00fcren aus. Als die Wirtschaftskrise massiv einsetzte, konnte die Firma in Dubai das alles nicht mehr finanzieren, und 2008 kollabierten die Immobilienpreise in Dubai. Nirgendwo konnte mehr neues Geld f\u00fcr weitere Projekte aufgetrieben werden, um die laufenden Projekte zu finanzieren.<\/p>\n<p>Am Ende versank alles im Meer! (<i>Abbildung 10<\/i>) Tats\u00e4chlich wurden nur zwei Inseln gebaut, und heute sind mehr Rechtsanw\u00e4lte als Ingenieure t\u00e4tig, um das Problem zu l\u00f6sen. All die Leute, die die Inseln kauften, stehen jetzt da. Es gibt keinerlei Infrastruktur, und obendrein wurden die K\u00fcstengew\u00e4sser im Golf ruiniert.<\/p>\n<p>Es gibt noch eine weitere Einrichtung am Golf, die direkt mit dem internationalen Finanzsystem in Verbindung steht, die sogenannten Staatsfonds (<i>Abbildung 11<\/i>). Die arabischen Staatsfonds machen zusammen etwa 2 Bio. $ aus. Viele Gro\u00dfbanken und Finanziers in der City of London und an der Wall Street geraten dar\u00fcber in Entz\u00fccken. Der chinesische Staatsfonds ist der gr\u00f6\u00dfte in der Welt, aber die Chinesen setzen ihr Kapital schlauer ein. Sie sind an so etwas nicht beteiligt.<\/p>\n<p>Doch die arabischen L\u00e4nder lie\u00dfen sich dazu verleiten, die Finanzblase und auch die Bailout-Blase zu st\u00fctzen. Das geht aus einer Liste von Transaktionen hervor, die von diesen Staatsfonds zwischen 2007 und 2008 get\u00e4tigt wurden (<i>Abbildung 12<\/i>). So kaufte etwa die Kuwait Investment Authority Anteile an der Citigroup (12,5 Mrd. $), Auch die Abu Dhabi Investment Authority stieg mit 7,5 Mrd. $ bei der Citigroup ein, Kuwait bei Merril Lynch mit 6 Mrd. $ usw. usw. S\u00e4mtliches \u00d6lgeld und alles andere verschwindet auf diese Weise. Ich habe damit einmal mit unseren Freunden in Norwegen gesprochen, denn die Norweger haben das gleiche Problem mit ihren \u00d6lgeldern.<\/p>\n<p>All das nennt sich die neue Global Wealth Machine (<i>Abbildung 13<\/i>). Aus dem Diagramm geht hervor, wo das Geld herkommt und wo es landet. Fast nur britische und Wallstreet-Banken sind daran beteiligt. Auf der linken Seite sieht man die Berater. Sie kommen von Lazard, und es gibt alle m\u00f6glichen sogenannten Beratergruppen. Auf der rechten Seite stehen die Anwaltskanzleien, die die arabischen Golfstaaten in Finanzangelegenheiten beraten und wo sie ihr Geld anlegen sollen. Alles ist unter Kontrolle der City of London und der Wall Street.<\/p>\n<p>In folgende Bereiche flo\u00df das Geld (<i>Abbildung 14<\/i>): Finanztransaktionen 160 Mrd. $ seit 2008; Immobilien 60 Mrd. $; Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen &#8211; dabei geht es nicht um den Neubau von Infrastruktur und Versorgungseinrichtungen. So kauft etwa die Dubai Ports Company bereits bestehende H\u00e4fen in Europa oder in den Vereinigten Staaten. (In den Vereinigten Staaten konnte sie noch nicht gro\u00df einkaufen, da einige Leute im Kongre\u00df die Frage der nationalen Sicherheit aufwarfen.) Am Ende der Liste stehen Investitionen ins Gesundheitswesen.<\/p>\n<p>Einer der Leute, die hierf\u00fcr als Berater fungieren, ist Mark Thatcher (<i>Abbildung 15<\/i>) &#8211; das ist allerdings nicht der ber\u00fcchtigte Sohn von Margaret Thatcher, der Waffenh\u00e4ndler. Dieser Mark Thatcher arbeitet f\u00fcr die London School of Economics.<\/p>\n<p>Eine interessante Studie besagt, da\u00df die meisten Investitionen aus arabischen L\u00e4ndern ins Vereinigte K\u00f6nigreich flie\u00dfen, weil man dort den Freihandel pflegt. Die Vereinigten Staaten bekommen sehr wenig von dem arabischen Geld ab, weil man dort mehr auf die nationale Sicherheit achtet und die Araber nicht so leicht in ihr System hineinl\u00e4\u00dft. Doch trotz alledem haben sie gezahlt.<\/p>\n<p>So l\u00e4uft die Show auf arabischer Seite.<\/p>\n<h3>Potential f\u00fcr Entwicklung<\/h3>\n<p>Doch das ist nicht das Ende der Welt. Das meiste Geld ist zwar weg, aber zur H\u00f6lle mit dem Geld! In der Region gibt es andere Nationen. In Dubai gibt es einen der gr\u00f6\u00dften Flugh\u00e4fen der Welt und den gr\u00f6\u00dften Hafen. In Abu Dhabi werden mit Hilfe S\u00fcdkoreas vier Kernkraftwerke gebaut. Das Potential f\u00fcr Entwicklung ist somit nach wie vor vorhanden. Und es ist nicht so, da\u00df wir nicht mit ihnen redeten, vor allem mit den Regierungen diesseits des Golfs. Aber es ist schwierig, etwa mit Saudi-Arabien einen Dialog zu f\u00fchren, da dessen Sicherheitschef Prinz Bandar bin Sultan hei\u00dft! Niemand dort darf mit uns reden.<\/p>\n<p>Lyndon LaRouche war 2002 in Abu Dhabi (<i>Abbildung 16<\/i>), wo er an einer gro\u00dfen Konferenz \u00fcber die Zukunft des \u00d6ls und der Weltwirtschaft teilnahm. Der \u00d6lminister der Vereinigten Arabischen Emirate war ebenfalls dort, und Herr LaRouche wurde als Ehrengast behandelt. Tats\u00e4chlich hatten die Botschafter der USA, Britanniens, Neuseelands und Kanadas Briefe an die Veranstalter des Zayed-Zentrums geschickt und darauf gedr\u00e4ngt, da\u00df Herr LaRouche wieder ausgeladen werde und an der Konferenz nicht teilnehmen d\u00fcrfe. Es wurden sogar Drohungen ausgesprochen. Doch man k\u00fcmmerte sich nicht darum; damals gab es da noch einige interessante Leute.<\/p>\n<p>Herr LaRouche richtete an die Konferenz &#8211; und es waren dort sehr wichtige Leute aus Saudi-Arabien und allen Golfstaaten &#8211; eine sehr eindringliche Warnung vor dem kommenden Finanzkollaps. Das war 2002! Er sagte, wir m\u00fc\u00dften uns in die Rettungsboote begeben. (Ich erinnere mich genau, da\u00df LaRouche sich so ausdr\u00fcckte, denn ich habe damals seine Rede \u00fcbersetzt.)<\/p>\n<p>Er riet ihnen auf ganz freundliche Weise aber auch, wie sie in ihre Wirtschaft investieren sollten, mit Schwerpunkt auf die Kernkraft, mit Schwerpunkt auf Petrochemie, anstatt das \u00d6l nur als Rohstoff zu verkaufen, mit Schwerpunkt auf die Begr\u00fcnung der W\u00fcsten, auf Meerwasserentsalzung und den Aufbau einer realwirtschaftlichen Industriebasis.<\/p>\n<p>Es gingen zwar viele Jahre verloren; die gesamte Region verlor diese Jahre, Japan verlor zehn Jahre, Europa verliert viel Zeit, aber wichtig ist, da\u00df wir nach wie vor dorthin zur\u00fcck k\u00f6nnen und in der Lage sind, eine v\u00f6llig neue Politik zu beginnen. Daf\u00fcr brauchen wir eine neue Weltwirtschaftsordnung basierend auf den Prinzipien, die wir hier diskutiert haben: Glass-Steagall und eine Ende der Kriegspolitik.<\/p>\n<p>Wenn man an einem neuen Ort steht &#8211; wie ich, als ich in Bandar Abbas war -, sieht man die Dinge aus einem anderen Blickwinkel. Denn in der gesamten Region vom Iran bis zur T\u00fcrkei, vom Irak bis Syrien, den Golfstaaten, \u00c4gypten, \u00c4thiopien, Somalia und Sudan leben etwa 400 Mio. Menschen, und das sind potentiell sehr, sehr reiche L\u00e4nder. Die Bev\u00f6lkerung ist sehr jung, und in vielen dieser L\u00e4nder sind die Menschen sehr gut ausgebildet, doch unter der heutigen Politik stirbt die Region; andere L\u00e4nder haben keine M\u00f6glichkeit, zu investieren oder dort M\u00e4rkte f\u00fcr Kapital- und Konsumg\u00fcter aufzubauen.<\/p>\n<p>Wie ich bereits sagte, 90% des \u00d6ls vom Golf geht nach Asien. Im Gegenzug kommen aber auch 80% aller Importe &#8211; Kapital- und Konsumg\u00fcter &#8211; aus Asien. Asien ist somit weitgehend vom Handel mit dieser Region abh\u00e4ngig. Man stelle sich nur vor, was f\u00fcr ein Wirtschaftswunder man erzeugen k\u00f6nnte, wenn die Region richtig entwickelt w\u00fcrde, wie wir es vorschlagen &#8211; dort, wo 400 Mio. Menschen mit gro\u00dfen Ressourcen und in sehr strategischer Lage zwischen drei Kontinenten leben.<\/p>\n<h3>Menschen wollen leben<\/h3>\n<p>Wenn man mit den Menschen dort spricht und die Kinder sieht, merkt man, da\u00df die Menschen dort das Leben lieben. Sie lieben das Sch\u00f6ne. Als ich in Bandar Abbas auf einer der gro\u00dfen Prachtstra\u00dfen stand, sah ich, da\u00df die Menschen dort gerne Picknick machen, doch das k\u00f6nnen sie meist nur am Abend, denn tags\u00fcber ist es sehr hei\u00df dort. Man sieht die Kinder spielen, doch dann sieht man die Stra\u00dfe von Hormus und stellt sich vor, da\u00df am n\u00e4chsten Tag dort ein Flugzeugtr\u00e4ger auftauchen k\u00f6nnte. Ganz schreckliche Gedanken gehen einem durch den Kopf. Denn die Menschen dort wollen leben, sie wollen eine Zukunft haben.<\/p>\n<p>Auf dem Flug von Teheran nach Bandar Abbas sa\u00df ein junger Iraner, etwa 24-25 Jahre alt, neben mir. Er besch\u00e4ftigte sich mit einem riesigen Schaltplan eines elektrischen Ger\u00e4ts oder einer Maschine. Kurz vor der Landung steckte er ihn weg und nahm sich sein Notizbuch vor und begann etwas auf Persisch einzutragen. Er sah aus dem Fenster, schrieb weiter und begann zu l\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Mein Persisch ist nicht sehr gut, aber aus der Form der Zeilen schlo\u00df ich, da\u00df er ein Gedicht schrieb. Er l\u00e4chelte, sah aus dem Fenster und schrieb etwas auf. Ich war ger\u00fchrt, diesen jungen Mann zu sehen, denn hier kommt die Frage der Kultur hinzu. Hierbei geht es nicht um materielle Dinge. Es geht darum, die menschliche Seele zu erheben. Die Voraussetzungen hierf\u00fcr sind vorhaben &#8211; im Iran und im Irak, in der gesamten arabischen Welt. Dank der Griechen und Platons wissen wir, was eine Renaissance ist.<\/p>\n<p>Es gibt in der Region die Voraussetzungen f\u00fcr Fortschritt und eine kulturelle Renaissance. Das Problem ist nur, da\u00df wir keine gerechte neue Weltwirtschaftsordnung haben. Das ist die Herausforderung, die sich uns heute stellt, und wir m\u00fcssen alle in dieser Richtung zusammenarbeiten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie sich viele von Ihnen sicher erinnern, waren wir im letzten November an gleicher Stelle zusammen, und Helga Zepp-LaRouche stellte ihre Ideen dar, wie man der Kriegsgefahr in S\u00fcdwestasien, insbesondere der schrecklichen Entwicklungen in Syrien Herr werden k\u00f6nnte &#8211; jenes barbarischen Angriffs nicht nur auf das syrische Volk, sondern auf eine ganze Kultur und Zivilisation [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":2997,"menu_order":235,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[118,122],"class_list":["post-3602","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-frankfurt","portfolio_category-panel-3-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/3602","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/3602\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2997"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3602"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=3602"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}