{"id":35373,"date":"2016-07-04T09:29:54","date_gmt":"2016-07-04T07:29:54","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/media\/bereket-simon-a-win-win-cooperation-with-africa\/"},"modified":"2016-07-16T10:45:51","modified_gmt":"2016-07-16T08:45:51","slug":"bereket-simon-a-win-win-cooperation-with-africa","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/bereket-simon-a-win-win-cooperation-with-africa\/","title":{"rendered":"Bereket Simon: Eine Win-win-Kooperation mit Afrika"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\">Bereket Simon<\/h2><\/div>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Bereket Simon \u2013 Eine Win-win-Kooperation mit Afrika\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/HcWYKkA2l4s?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Audio (mp3):<\/h3>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-35373-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bereket-Simon-REVISED-BY-SKO.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bereket-Simon-REVISED-BY-SKO.mp3\">http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bereket-Simon-REVISED-BY-SKO.mp3<\/a><\/audio>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Bereket-Simon-REVISED-BY-SKO.mp3\" style=\"display:inline-block;padding:10px 24px;background:#0693e3;color:#ffffff;border-radius:4px;text-decoration:none;font-weight:600;margin:5px;transition:opacity 0.2s;\" onmouseover=\"this.style.opacity=0.85\" onmouseout=\"this.style.opacity=1\">herunterladen<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Eine Win-Win-Kooperation mit Afrika \u2014\u00a0Die Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung \u00c4thiopiens im Kontext der Neuen Seidenstra\u00dfe, der Maritimen Seidenstra\u00dfe und der gro\u00dfafrikanischen Region<\/h3>\n<p>Sehr geehrte Frau Helga Zepp-LaRouche, sehr geehrte Vertreter von Regierungen und anderen Institutionen, liebe Freunde, meine Damen und Herren, es ist mir eine Ehre und eine Freude, hier in Berlin zu sein. Zun\u00e4chst einmal m\u00f6chte ich dem Schiller-Institut danken, da\u00df ich eingeladen wurde, hier \u00fcber ein umfassendes Thema zu sprechen, n\u00e4mlich die Bedeutung der wirtschaftlichen Entwicklung \u00c4thiopiens im Kontext der Neuen Seidenstra\u00dfe, der Maritimen Seidenstra\u00dfe und der gro\u00dfafrikanischen Region.<\/p>\n<p>Der Begriff Seidenstra\u00dfe bezieht sich auf einen alten Handelsweg, aber mein Interesse liegt offensichtlich darin, dessen Bedeutung im gegenw\u00e4rtigen globalen Kontext zu beleuchten. Allen Berichten zufolge spielte die alte Seidenstra\u00dfe eine wesentliche Rolle als vielgenutzter Handelsweg, der sich von China bis zum Nahen Osten und sogar bis zum Horn von Afrika erstreckte. Dies zeigt uns die Geschichte der alten Seidenstra\u00dfe, die China mit einem gro\u00dfen Teil der \u00fcbrigen Welt verband.<\/p>\n<p>Wie ihre Vorg\u00e4ngerin wird sich auch die Neue Seidenstra\u00dfe von China aus \u00fcber weite Teile des Globus erstrecken und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr einen beispiellosen, grenz\u00fcberschreitenden Austausch von Waren und Dienstleistungen schaffen. Ich bin fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df die Neue Seidenstra\u00dfe nicht nur das Handelsvolumen der aufstrebenden L\u00e4nder in die H\u00f6he treiben, sondern auch ihren wirtschaftlichen Austausch ausweiten wird. Aber im Kontext der sich ver\u00e4ndernden Variablen der Globalisierung m\u00fcssen die L\u00e4nder &#8211; insbesondere solche wie unseres aus der sich entwickelnden Welt &#8211; ihre Konkurrenzf\u00e4higkeit sch\u00e4rfen, um aus der Vernetzung, die die Neue Seidenstra\u00dfe bringt, den ganzen Nutzen ziehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Man sollte sich daran erinnern, da\u00df die Sch\u00e4rfung der eigenen Konkurrenzf\u00e4higkeit mit dem Aufbau einer starken Wirtschaft verbunden ist, die wiederum auf der F\u00e4higkeit dieser L\u00e4nder beruht, die richtigen, im eigenen Land entwickelten Ma\u00dfnahmen und Strategien zu entwerfen und umzusetzen, da die wesentlichen Bestandteile der Entwicklung nicht einfach importiert oder von Ausland aus diktiert werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Es ist offensichtlich, da\u00df das Problem der meisten L\u00e4nder unseres Kontinents nicht der Mangel an Mitteln an sich ist. Die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung liegt vor allem in der schwachen F\u00e4higkeit, solche Ma\u00dfnahmen und Strategien zu entwerfen und nachhaltig umzusetzen, ohne<\/p>\n<p>die kein aufstrebendes Land die Chancen, die die globale Vernetzung bietet, wirksam nutzen, deren sch\u00e4dliche Wirkungen abschw\u00e4chen und sich die vielversprechenden Vorteile der modernen Seidenstra\u00dfe zunutze machen kann.<\/p>\n<p>Wenn unser Kontinent also die j\u00fcngste Welle der Entwicklung nicht verpassen will, dann mu\u00df die gegenw\u00e4rtige Generation der afrikanischen Politiker das Erbe der Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischer Hilfe begraben, auch wenn ausl\u00e4ndische Hilfe, in richtiger Weise durchgef\u00fchrt und eingesetzt, n\u00fctzlich gewesen ist. Statt dessen k\u00f6nnten die afrikanischen F\u00fchrer, wenn sie die einheimischen Ressourcen richtig mobilisieren, mit Erfolg zu den industriellen Volkswirtschaften mit mittleren Einkommen aufschlie\u00dfen und eine angemessene Rolle in der globalen Wirtschaft spielen.<\/p>\n<h4>\u00c4thiopien einst und heute<\/h4>\n<p>Liebe Freunde, nach dieser Vorrede, in der ich Afrika im allgemeinen als Ausgangspunkt gew\u00e4hlt habe, m\u00f6chte ich nun auf mein eigenes Land zur\u00fcckkommen, \u00fcber das ich das eine oder andere wei\u00df. Ich nehme an, da\u00df einigen von Ihnen bekannt ist, da\u00df \u00c4thiopien einst die Heimat einer glorreichen antiken Zivilisation war, die in mindestens zwei st\u00e4ndigen und mit einander verbundenen staatlichen und religi\u00f6sen Institutionen \u00fcberlebt hat.<\/p>\n<p>Die Berichte \u00fcber die Antike zeigen \u00c4thiopiens lange und faszinierende Geschichte der Wechselwirkung mit den gro\u00dfen Zivilisationen des Mittelmeerraums, Indiens und m\u00f6glicherweise auch Chinas. Aber in den letzten Jahrhunderten insgesamt und besonders in der letzten H\u00e4lfte des 20. Jahrhunderts trat \u00c4thiopien in eine lange Periode der Stagnation ein, gefolgt von einem steilen Niedergang, der sich bis in die j\u00fcngste Vergangenheit fortsetzte. Die Unf\u00e4higkeit mehrerer Regime, der Vielfalt Rechnung zu tragen und die Hoffnungen der V\u00f6lker \u00c4thiopiens zu erf\u00fcllen, trug zu dieser Abw\u00e4rtsspirale bei.<\/p>\n<p>Durch alle diese Jahrhunderte gelang es \u00c4thiopien zwar, seine Unabh\u00e4ngigkeit gegen ausl\u00e4ndische Aggressionen zu verteidigen, aber das Land verpa\u00dfte die gro\u00dfe globale Transformation. W\u00e4hrend andere historische Staaten bedeutende \u00c4nderungen erlebten, blieb unser Land stecken in einer Stagnation, die von wiederkehrenden D\u00fcrren, Hunger und inneren Streitigkeiten gekennzeichnet war.<\/p>\n<p>Die kumulative Wirkung der Jahrhunderte sozialer und wirtschaftlicher Stagnation hat sich leider in den 17 langen Jahren der Milit\u00e4rherrschaft, die das Land von 1974 bis 1991 verw\u00fcstete, bin zum Scheitern des Staates verschlimmert. Die von der Milit\u00e4rjunta betriebene Kommandowirtschaft hat zusammen mit ihrer repressiven Politik gegen\u00fcber nationalistischen Forderungen nach politischer Autonomie das Land in einen Tr\u00fcmmerhaufen verwandelt.<\/p>\n<p>Deshalb betrachtete es die nachfolgende Koalitionsregierung der EPRDF nach dem Sturz des Milit\u00e4rstaats 1991 als ihre erste Aufgabe, Frieden und Vers\u00f6hnung zu stiften. Mit Nachdruck unternahm die F\u00fchrung gewaltige Anstrengungen, und es gelang ihr, die nach dem Konflikt polarisierte politische Landschaft \u00c4thiopiens durch eine radikale Umgestaltung der Regierungsinstitutionen zu stabilisieren. Das Ergebnis, kann ich mit Stolz sagen, ist das derzeitige inklusive und f\u00f6derale Verfassungssystem, das die demokratischen Grundrechte aller B\u00fcrger und Gruppen sch\u00fctzt.<\/p>\n<p>Sobald ein dauerhafter Frieden erreicht war, konzentrierte sich die F\u00fchrung auf die ebenso dringende Aufgabe, die ererbte Kommandowirtschaft und die durch sie geschaffenen institutionellen Barrieren abzubauen. Diese Sofortma\u00dfnahme befreite den Markt von kontraproduktiven Eingriffen des Staates und erzeugte sogar ein m\u00e4\u00dfiges BIP-Wachstum von etwa 5% in den ersten zw\u00f6lf Jahren. Aber der \u00e4thiopischen Regierung unter F\u00fchrung des inzwischen verstorbenen Premierministers Meles Zenawi, die dem Milit\u00e4rregime folgte, reichte selbst ein Wirtschaftswachstum im hohen einstelligen Bereich nicht aus, um f\u00fcr das Land mit seinem alarmierenden Bev\u00f6lkerungswachstum die Wende zu schaffen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Frage, der sich die F\u00fchrung in jenen Jahren stellen mu\u00dfte, war daher, mit welchen Ma\u00dfnahmen und Strategien w\u00fcrde es in einem vom Krieg zerst\u00f6rten, unterentwickelten Land mit einer jungen Marktwirtschaft und einem winzigen privaten Sektor m\u00f6glich sein, das Wachstum zu beschleunigen?<\/p>\n<p>Zu diesem Zeitpunkt hatten die Entwicklungsl\u00e4nder nicht genug Spielraum, eine andere Politik als die vom \u201eWashingtoner Konsens\u201c vorgeschriebene zu formulieren und umzusetzen. Aber \u00c4thiopien setzte sich von Anfang an \u00fcber diese politischen Vorschriften, jene nach g\u00e4ngiger Meinung erlassene Universalmethode hinweg und beschlo\u00df, auf Grundlage der objektiven Realit\u00e4t im Land seine eigene Politik zu formulieren.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich haben wir in \u00c4thiopien von Anfang an die Armut als unseren Hauptfeind erkannt, mit dem kein Kompromi\u00df m\u00f6glich ist. Aber es war auch unsere feste \u00dcberzeugung, da\u00df in einem Land wie dem unserem, wo sich der Markt und der private Sektor noch in der ersten Entwicklungsphase befinden, keine ernsthafte Entwicklungsanstrengung, die diese Kernfrage der Existenz anpackt, ohne eine angemessene Rolle des Staates Erfolg haben konnte.<\/p>\n<p>Auf Grundlage dieser \u00dcberzeugung waren wir in den letzten 25 Jahren dazu entschlossen, unseren eigenen Weg der wirtschaftlichen Entwicklung zu gehen und zu verteidigen, der dem Staat eine prominente Rolle bei der Beeinflussung der Geschwindigkeit und Richtung der Entwicklung \u00c4thiopiens gibt. Aber der von uns gew\u00e4hlte Weg erlaubt es sowohl dem \u00f6ffentlichen Sektor als auch dem Markt, sich bei der Erzeugung nationalen Wohlstands zu erg\u00e4nzen und diesen relativ ausgewogen zu verteilen.<\/p>\n<h4>\u00c4thiopiens Aufbaustrategie<\/h4>\n<p>Entgegen den Bedenken des neoliberalen Establishments lag unsere erste Antwort auf die gewaltige Aufgabe der Armutsbek\u00e4mpfung in einer staatlich gelenkten und von der Landwirtschaft angef\u00fchrten Entwicklungspolitik und -strategie, die auf eine Reduzierung der Armut ausgerichtet war. Denn die Landwirtschaft &#8211; insbesondere die Landwirtschaft der Kleinbauern &#8211; bildet das R\u00fcckgrat unserer Volkswirtschaft, von dem das Wohl der \u00fcberw\u00e4ltigenden Mehrheit unserer Bev\u00f6lkerung abh\u00e4ngt.<\/p>\n<p>Auch wenn unser zweiter Wachstums- und Transformationsplan darauf abzielt, die Grundlage f\u00fcr eine beschleunigte Transformation der Wirtschaft besonders des Produktionssektors zu legen, investieren wir weiterhin in die Kleinbauern-Landwirtschaft als wesentlichem Wachstumsmotor unserer Wirtschaft. Es gab zwar gelegentlich Zeiten, in denen schwere D\u00fcrren unsere landwirtschaftliche Produktion reduzierten, wie es 2004 und in der letzten Erntesaison der Fall war, doch ist es uns gelungen, unsere landwirtschaftliche Produktion von etwa 7,5 Mio.t auf mehr als 30 Mio.t 2014 zu steigern.<\/p>\n<p>Die gesteigerte Produktion versetzte unser Land in die Lage, mit der verheerenden, von El Ni\u00f1o ausgel\u00f6sten D\u00fcrre von 2015 fertig zu werden, deretwegen Millionen \u00c4thiopier Nahrungsmittel-Nothilfe ben\u00f6tigten. Die Tatsache, da\u00df es trotz schwerer Ernteausf\u00e4lle nicht zu Todesf\u00e4llen durch die D\u00fcrre kam, spricht meines Erachtens f\u00fcr die Leistungsf\u00e4higkeit und Widerstandskraft unserer Agrarwirtschaft, mit Naturkatastrophen umzugehen.<\/p>\n<p>Der Klimawandel ist zweifellos eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen f\u00fcr unseren Planeten. Deshalb kann nur eine konzertierte globale Antwort die schrecklichen Konsequenzen des Klimawandels abschw\u00e4chen, insbesondere in L\u00e4ndern, die von der Landwirtschaft abh\u00e4ngen. Um unseren Teil dazu beizutragen, haben wir bereits ein \u201eProgramm f\u00fcr eine klimaresistente gr\u00fcne Wirtschaft\u201c geschaffen, das unser Land f\u00fcr die Unw\u00e4gbarkeiten des Klimawandels weniger anf\u00e4llig machen soll. Wir sind stolz darauf, da\u00df mit jedem weiteren Jahr Millionen \u00e4thiopischer Agrarhaushalte im ganzen Land ihre Arbeitskraft in Wasser- und Bodenerhaltungsprojekte stecken. Das war einer der Hauptgr\u00fcnde, die \u00c4thiopien halfen, den Folgen der El-Ni\u00f1o-D\u00fcrre zu widerstehen.<\/p>\n<p>Es ist kein Zufall, da\u00df \u00c4thiopien heute als eine der am schnellsten und stetigsten wachsenden Volkswirtschaften Afrikas gilt. \u00c4thiopien setzt 70% seiner Haushaltsmittel f\u00fcr Programme zur Armutsbek\u00e4mpfung ein, wie Bildung, Gesundheit, Landwirtschaft und Nahrungsmittelsicherheit, was dazu beitrug, in den letzten 13 Jahren ein durchschnittliches Wirtschaftswachstum von 10,6% zu erreichen.<\/p>\n<p>Wir sind jedoch die ersten, uns selbst vor der Gefahr zu warnen, in Selbstzufriedenheit zu verfallen, denn wir d\u00fcrfen nicht vergessen, da\u00df eine so hohe Wachstumsrate auch auf eine schwache Ausgangslage hindeutet. Allerdings gibt uns unsere \u201etigerartige\u201c Entwicklungsgeschwindigkeit immer noch gro\u00dfe Hoffnung und Zuversicht in unsere F\u00e4higkeit, die Ziele zu erreichen, die wir uns in unserem zweiten ehrgeizigen Wachstums- und Transformationsplan (GTP II) gesetzt haben.<\/p>\n<p>Auch wenn wir der Landwirtschaft im letzten Jahrzehnt die h\u00f6chste Priorit\u00e4t einger\u00e4umt haben, bereitet sich \u00c4thiopien auch auf eine schnelle industrielle Entwicklung vor. Dazu hat das Land ein umfangreiches Programm zur Gr\u00fcndung von Mikro- und Kleinfirmen gestartet, zusammen mit der Ausweitung der mittleren und Schwerindustrie. Wir haben stark investiert in Mikro- und Kleinunternehmen, was einen hohen sozialen Gewinn in Form einer Reduzierung der Arbeitslosigkeit bringt. Wie in vielen Entwicklungsl\u00e4ndern, in denen junge Menschen in der Mehrheit sind, hat auch in \u00c4thiopien die Schaffung von Arbeitspl\u00e4tzen und Besch\u00e4ftigungsm\u00f6glichkeiten und die Gleichberechtigung der Geschlechter gro\u00dfe Bedeutung.<\/p>\n<p>Die Investitionen in Mikro- und Kleinunternehmen als Ausgangsbasis f\u00fcr die industrielle Entwicklung haben nicht nur die Armut sp\u00fcrbar vermindert, sie haben auch eine beachtliche Mittelschicht und Gesch\u00e4ftswelt entstehen lassen, mit genug Kapital, um in den wachsenden Produktions- und Dienstleistungssektor \u00c4thiopiens zu investieren.<\/p>\n<p>Die soziale Entwicklung ist genauso wichtig, wenn \u00c4thiopien das Entwicklungstempo, das es vorgelegt hat, fortsetzen will. Deshalb besuchen heute 28 Millionen B\u00fcrger Schulen der verschiedenen Stufen. Das entspricht der gesamten Ausbildungsleistung von 20 afrikanischen L\u00e4ndern mit weniger als 4 Millionen Einwohnern.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem sind im Rahmen unseres Vorzeigeprogramms f\u00fcr die medizinische Grundversorgung im letzten Jahrzehnt fast 40.000 Gesundheitshelfer im ganzen Land eingesetzt worden. Auf diese Weise ist es gelungen, die Kindersterblichkeit allein in den letzten f\u00fcnf Jahren um 30% zu senken. Der Anteil Menschen, die in extremer Armut leben, ist in den letzten 14 Jahren um fast 35% gesunken. Infolgedessen ist die Lebenserwartung eines Neugeborenen von 45 Jahren 1991 auf 64 Jahre 2015 angestiegen. Dies belegt meiner Meinung nach die Wirksamkeit der Entwicklungsma\u00dfnahmen und -strategien f\u00fcr die Armen, die der \u00e4thiopische Entwicklungsstaat unter F\u00fchrung des fr\u00fcheren Premierministers Meles Zenawi erreicht hat.<\/p>\n<p>\u00dcbereinstimmend damit ging \u00c4thiopien daran, den privaten Sektor als Motor der industriellen Entwicklung \u00c4thiopiens zu f\u00f6rdern. Ein Blick auf die sichtbare Erneuerung unserer St\u00e4dte im Zuge des Programms zur urbanen Erneuerung unter F\u00fchrung des neu entstandenen privaten Sektors reicht aus, um die bedeutende Rolle zu verstehen, die \u00e4thiopische Unternehmer in unserer Gesamtentwicklung spielen. Ohne die entscheidende Rolle des privaten Sektors w\u00e4re das derzeitige schnelle Wirtschaftswachstum nur ein sch\u00f6ner Traum geblieben.<\/p>\n<p>Im Zeitalter der Globalisierung sind steigende Investitionen des privaten Sektors, die f\u00fcr eine wettbewerbsf\u00e4hige Wirtschaft notwendig sind, offensichtlich von der Verf\u00fcgbarkeit und dem Ausbau der physischen Infrastruktur abh\u00e4ngig. Heute findet man in \u00c4thiopien die meisten gro\u00dfen Entwicklungsprojekte Afrikas. Der \u00c4thiopische Renaissance-Staudamm (GERD), einer der gr\u00f6\u00dften Afrikas, wird nach seiner Fertigstellung 6000 MW elektrischen Strom liefern, sowie das nationale Eisenbahnprojekt, das das gesamte Land von Nord nach S\u00fcd und von Ost nach West verbindet, sind nur zwei gute Beispiele in dieser Hinsicht. Die Tatsache, da\u00df \u00c4thiopien angefangen hat, jedes Jahr rund 70.000 Studenten im Ingenieurwesen und in<\/p>\n<p>den Wissenschaften auszubilden, spielt eine wesentliche Rolle bei der Entwicklung des Maschinenbauwesens.<\/p>\n<h4>Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten<\/h4>\n<p>In \u00e4hnlicher Weise hat \u00c4thiopien, trotz aller Schwierigkeiten, friedliche und gutnachbarliche Beziehungen zu den meisten anderen Staaten am Horn von Afrika aufgebaut. Die Tatsache, da\u00df \u00c4thiopien einige Infrastrukturprogramme zusammen mit Kenia, Dschibuti, Sudan und S\u00fcdsudan gestartet hat, wird voraussichtlich noch eine viel breitere Wirkung bei der Erhaltung des kooperativen Geistes auf dem Weg zu einer besseren regionalen Integration haben.<\/p>\n<p>Man darf jedoch die Schwierigkeiten bei der Erhaltung der diplomatischen und Handelsbeziehungen am Horn von Afrika, einer Region, die vom internationalen Terrorismus bedroht ist, nicht untersch\u00e4tzen. Ich glaube, da\u00df dies eine der gr\u00f6\u00dften Herausforderungen darstellt, die gemeistert werden m\u00fcssen, um diesen neuen Wirtschaftsg\u00fcrtel der Seidenstra\u00dfe aufzubauen.<\/p>\n<p>Aus den genannten wenigen Tatsachen ist ersichtlich, da\u00df \u00c4thiopien tats\u00e4chlich in jeder Hinsicht schnelle \u00c4nderungen durchmacht, was das Land zu einem bevorzugten Ort f\u00fcr ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen in Afrika gemacht hat. Junge, ausbildungsf\u00e4hige Arbeitskr\u00e4fte, ein stabiles politisches System, eine sich schnell ver\u00e4ndernde Gesellschaft mit der zweitgr\u00f6\u00dften Bev\u00f6lkerung des Kontinents &#8211; das ist unserer Meinung nach der beste Ort f\u00fcr jene, die gerne langfristige Investitionen vornehmen wollen. \u00c4thiopiens Bem\u00fchungen, sich der internationalen Gemeinschaft in der neuen, verl\u00e4ngerten Seidenstra\u00dfe anzuschlie\u00dfen, st\u00fctzen sich auf die erw\u00e4hnten, gr\u00fcndlichen Vorbereitungen.<\/p>\n<p>Liebe Freunde, \u00c4thiopien betrachtet Chinas Projekte des Wirtschaftsg\u00fcrtels der Seidenstra\u00dfe und der Maritimen Seidenstra\u00dfe, die man zusammen unter der Bezeichnung \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c kennt, als eine richtungsweisende Chance, die dazu beitragen kann, die eigene Wirtschaftsentwicklung zusammen mit allen anderen L\u00e4ndern unserer Region aufrechtzuerhalten. Da der Handel zwischen Afrika und dem Osten in den letzten ein bis zwei Jahrzehnten einen Aufschwung erlebt hat, glauben wir, da\u00df die Neue Seidenstra\u00dfe die gegenseitigen Vorteile des erweiterten Handels zwischen den Nationen weiter verst\u00e4rken wird. Dies wird auch f\u00fcr die Beziehungen zwischen \u00c4thiopien und seinen traditionellen Partnern gelten.<\/p>\n<p>Die Tatsache, da\u00df nicht nur die Entwicklungshilfe, sondern auch die ausl\u00e4ndischen Direktinvestitionen aus Europa und den Vereinigten Staaten bei der schnellen wirtschaftlichen Entwicklung des Landes f\u00f6rderlich waren, ist ein weiterer Beweis, da\u00df f\u00fcr beide Seiten vorteilhafte Beziehungen ein positives Ergebnis garantieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich sagen, da\u00df wir sehr weit gekommen sind, seit wir vor 25 Jahren eine neue wirtschaftliche Richtung eingeschlagen haben. Es ist uns gelungen, \u00fcber mehr als ein Jahrzehnt ein zweistelliges Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten, wichtige Regierungsinstitutionen aufzubauen, unseren Beitrag zum regionalen und kontinentalen Frieden und zur Stabilit\u00e4t deutlich zu steigern und gro\u00dfe Infrastrukturprojekte zur regionalen Integration zu verwirklichen. Uns ist bewu\u00dft, da\u00df der vor uns liegende Weg auch weiterhin eine Herausforderung sein wird, da wir die sch\u00e4dliche Wirkung des Klimawandels \u00fcberwinden m\u00fcssen. \u00c4thiopien als Land ist entschlossen, seine Vision zu verwirklichen und bis 2025 ein Land mit mittlerem Einkommen zu werden.<\/p>\n<p>Dabei werden wir uns nachdr\u00fccklich daf\u00fcr einsetzen, unsere junge Demokratie, den Frieden und die regionale Stabilit\u00e4t zu st\u00e4rken und weiterzuentwickeln. Wir lassen uns von den gro\u00dfartigen Leistungen der letzten zweieinhalb Jahrzehnte inspirieren, w\u00e4hrend wir uns darauf einstellen, die Konkurrenzf\u00e4higkeit unseres Landes im derzeitigen globalen Rahmen weiter auszubauen. Zusammen mit unseren Nachbarn in der Region sind wie entschlossen, eine Renaissance \u00c4thiopiens &#8211; und tats\u00e4chlich ganz Afrikas &#8211; zu erreichen, welche die neuen<\/p>\n<p>M\u00f6glichkeiten nutzen kann, die uns durch Entwicklungen wie die Neue Seidenstra\u00dfe er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<h3><\/h3>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der Begriff Seidenstra\u00dfe bezieht sich auf einen alten Handelsweg, aber mein Interesse liegt offensichtlich darin, dessen Bedeutung im gegenw\u00e4rtigen globalen Kontext zu beleuchten. 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