{"id":35326,"date":"2016-06-29T15:05:10","date_gmt":"2016-06-29T13:05:10","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/media\/leonidas-chrysantopoulos-global-crisis-proposals-for-solution\/"},"modified":"2016-07-13T10:43:09","modified_gmt":"2016-07-13T08:43:09","slug":"leonidas-chrysantopoulos-global-crisis-proposals-for-solution","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/leonidas-chrysantopoulos-global-crisis-proposals-for-solution\/","title":{"rendered":"Leonidas Chrysantopoulos: Die globale Krise \u2014 L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\">Leonidas Chrysantopoulos<\/h2><\/div>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Leonidas Chrysantopoulos \u2013 Die globale Krise: L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/fziYKdEsGRg?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die globale Krise: L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge<\/h3>\n<p>Erlauben Sie mir, zun\u00e4chst dem Schiller-Institut und seiner Direktorin Helga Zepp-LaRouche daf\u00fcr zu gratulieren, da\u00df sie versuchen, eine bessere Welt f\u00fcr die Menschheit zu schaffen. Ich w\u00fcnsche uns allen Erfolg bei dieser wichtigen Konferenz und hoffe, da\u00df das Ergebnis f\u00fcr uns alle n\u00fctzlich sein wird.<\/p>\n<p>Das Thema unserer Konferenz ist sehr angemessen, und sie erfolgt in einem Moment, wo die Menschheit nicht nur vor der schlimmsten Wirtschaftskrise seit der Gro\u00dfen Depression von 1928 steht, sondern auch vor der schlimmsten Fl\u00fcchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg, aufgrund der aggressiven Politik der USA im letzten Jahrzehnt, die Afghanistan, den Irak, Libyen und Syrien zerst\u00f6rt hat. Die EU zerf\u00e4llt immer mehr, w\u00e4hrend sie selbst ihre Mitgliedstaaten zerst\u00f6rt, was einige zwingt, \u00fcber einen Austritt nachzudenken, w\u00e4hrend das Demokratiedefizit w\u00e4chst und rechtsextreme Parteien nach der Macht greifen.<\/p>\n<p>Die Weltwirtschaft kann nicht aus dem Teufelskreis heraus, in dem sie seit Beginn der Krise von 2008 gefangen ist. Wir erleben weltweit Demonstrationen gegen die Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen, die mehr Armut statt Wachstum erzeugen, und gegen ein Finanzsystem der Gier, das zu extremer sozialer Ungleichheit f\u00fchrt; die Demonstrationen in Frankreich sind ein gutes Beispiel daf\u00fcr. Bisher hat niemand auf die Menschen geh\u00f6rt. Es ist an der Zeit, Entscheidungen auf der Grundlage von Priorit\u00e4ten zu treffen, die dem Interesse der Menschen dienen. Wir sollten nicht l\u00e4nger fragen: \u201eWas sagen die M\u00e4rkte?\u201c, sondern: \u201eWas sagen die Menschen?\u201c<\/p>\n<p>Die EU ist nicht nur eine inkompetente Organisation geworden, sie ger\u00e4t auch immer mehr aus den Fugen, denn wir h\u00f6ren jeden Tag mehr \u00fcber politische Parteien mit rechten Programmen und der Forderung nach dem Austritt aus der EU. Das Referendum in Gro\u00dfbritannien am Donnerstag ist ein treffendes Beispiel.<\/p>\n<h4>Verwaltung der Wirtschaft durch Gl\u00e4ubiger und EU<\/h4>\n<p>In Griechenland verschlechtert sich die Lage. Nach dem Gesetz, das am 22. Mai im Parlament beschlossen wurde, hat Griechenland aufgeh\u00f6rt, als Staat zu existieren, denn es hat die Verwaltung der Wirtschaft des Landes f\u00fcr die n\u00e4chsten hundert Jahre an die Gl\u00e4ubiger und an die EU abgetreten. Erstmals in der Geschichte hat sich ein Land praktisch selbst aufgel\u00f6st. Das Parlament wird in diesem Bereich keine Rolle mehr spielen.<\/p>\n<p>Im Mai 2010 wurde die griechische Regierung gezwungen, eine Kreditvereinbarung zu unterzeichnen, damit sie die \u00f6ffentlichen Schulden, die 2009 bei 109% des BIP oder in absoluten Zahlen 299 Mrd.\u20ac lagen, durch Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen reduzieren konnte. Nach drei Memoranden und der fehlgeleiteten Politik der EU, des Weltw\u00e4hrungsfonds und der griechischen Regierung wurden die \u00f6ffentlichen Schulden nicht nur nicht reduziert, sie sind auf 180% des BIP angewachsen!<\/p>\n<p>Die SYRIZA-Regierung wurde auf der Grundlage eines Anti-Austerit\u00e4ts-Programms gew\u00e4hlt, aber sie hat das griechische Volk verraten, indem sie das genaue Gegenteil tut. Sie hat nicht einmal ein Referendum ber\u00fccksichtigt, in dem 62% der Menschen gegen die Austerit\u00e4tsma\u00dfnahmen stimmten. Und obwohl sie ihre Fehler selbst eingestanden hatten, bestehen die EU, die EZB und der IWF immer noch auf der Umsetzung der gleichen unwirksamen Ma\u00dfnahmen, die ein Mitgliedsland der EU und seine Bev\u00f6lkerung kaputtmachen. Die Arbeitslosigkeit ist von 9% 2010 auf jetzt 25% angestiegen, man sieht h\u00e4ufig Griechen, die in den M\u00fclltonnen nach E\u00dfbarem suchen, die \u00dcberbesteuerung l\u00e4hmt die Wirtschaft, das Gesundheitssystem ist kollabiert, und mehr als 5000 Menschen haben Selbstmord ver\u00fcbt.<\/p>\n<p>Aber die Ma\u00dfnahmen sind nicht nur falsch, sie versto\u00dfen auch gegen den Vertrag von Lissabon und gegen die Menschenrechte des griechischen Volkes, was auch im Bericht des Unabh\u00e4ngigen Experten der Vereinten Nationen, Juan Pablo Bohoslavski, f\u00fcr den UN-Menschenrechtsrat vom 29. Februar erw\u00e4hnt wird.<\/p>\n<h4>Die Fl\u00fcchtlingskrise<\/h4>\n<p>Der Krieg in Syrien, den die USA unter der Beteiligung einiger EU-Staaten in Gang gesetzt haben, hat die gr\u00f6\u00dfte Fl\u00fcchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg ausgel\u00f6st. Fast f\u00fcnf Millionen Fl\u00fcchtlinge haben Syrien verlassen, um Asyl zu beantragen, vor allem in der EU. Deutschland hat 484.000 aufgenommen, Schweden 108.000, weitere sind in anderen EU-Mitgliedstaaten. Die T\u00fcrkei beherbergt derzeit 2.748.000, der Libanon 1.500.000 und Jordanien 1.265.000. Die EU, einst Vorreiter der humanit\u00e4ren Hilfe, war nicht f\u00e4hig, die Fl\u00fcchtlingsstr\u00f6me zu bew\u00e4ltigen. Griechenland, ein Land, das nicht am Syrienkrieg beteiligt ist, hat immer mehr Fl\u00fcchtlinge aufgenommen, w\u00e4hrend viele Mitgliedsl\u00e4nder in Mitteleuropa die Aufnahme verweigern. Der Zustrom nach Griechenland ist zwar seit dem unsicheren Abkommen zwischen der EU und der T\u00fcrkei vom M\u00e4rz nach und nach zur\u00fcckgegangen, aber die EU hat immer noch nicht ihre fr\u00fcheren Zusagen erf\u00fcllt, da\u00df 60.000 Fl\u00fcchtlinge aus Griechenland und Italien in andere EU-Mitgliedstaaten verlegt werden sollen. Heute sind in Griechenland 56.000 Fl\u00fcchtlinge, die alle nach Norden ausreisen wollen. Und es ist eine Schande, da\u00df die USA nur 4000 Fl\u00fcchtlinge akzeptiert haben.<\/p>\n<p>Eine weitere Bedrohung, vor der die Menschheit steht, ist die Feindseligkeit der USA gegen\u00fcber Ru\u00dfland, als bef\u00e4nden wir uns noch im Kalten Krieg. Es wird ein Raketenabwehrsystem errichtet, um Ru\u00dfland einzukreisen, und Moskau baut nat\u00fcrlich seinerseits einen Verteidigungsschild auf, um dem entgegenzuwirken. Das EU-Embargo gegen Ru\u00dfland nach der Krise in der Ukraine hilft in dieser Lage \u00fcberhaupt nicht. Und Obama hat auch bereits Drohungen gegen\u00fcber China gemacht und von der Notwendigkeit gesprochen, dessen Wirtschaftsmacht einzud\u00e4mmen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die EU zusammenbricht und die USA die Konfrontation gegen Ru\u00dfland und China suchen, kann die BRICS-Initiative eine L\u00f6sung f\u00fcr die Menschheit darstellen. Dies ist eine Initiative von Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und S\u00fcdafrika f\u00fcr eine Politik der nationalen Entwicklung zum Wohl der ganzen Menschheit. Sie schufen ihre eigene Entwicklungsbank, um in notwendige Entwicklungsprojekte zu investieren. China hat auch die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB) gegr\u00fcndet, der sich mehr als 20 weitere asiatische L\u00e4nder als Gr\u00fcndungsmitglieder angeschlossen haben, und es hat innerhalb der BRICS auch einen Seidenstra\u00dfen-Entwicklungsfonds geschaffen.<\/p>\n<p>China hat auch vorgeschlagen, eine Freihandelszone f\u00fcr Asien und den Pazifik zu schaffen. Diesen Vorschlag hat Obama, der seine eigene Freihandelsorganisation geschaffen hat, jedoch sogleich zur\u00fcckgewiesen. Die Einbindung der Shanghaier Kooperation (SCO) in die BRICS k\u00f6nnte eine beachtliche Macht schaffen, die &#8211; wenn sie au\u00dferhalb der Kontrolle der Banken bleibt &#8211; entscheidend daf\u00fcr sein kann, da\u00df die Menschheit den Weltfrieden erreicht und durch wirtschaftliche Entwicklung die Armut \u00fcberwindet.<\/p>\n<p>Aus dem Gesagtem k\u00f6nnen wir sehen, da\u00df es eine Krise der Zivilisation gibt, die den Fortschritt der Menschheit behindert. Ich stimme vollkommen mit der Ansicht des Schiller-Instituts \u00fcberein, da\u00df wir eine Renaissance der klassischen Kultur brauchen, aber wir sehen, da\u00df Ma\u00dfnahmen ergriffen werden, um das zu verhindern. Nicht nur in Griechenland tut das Bildungssystem alles, damit die klassische Kultur verschwindet. Es scheint damit den Schritten zu folgen, die in den USA und in den \u00fcbrigen EU-Mitgliedstaaten unternommen wurden. Es scheint, da\u00df die klassische Kultur, die auch den Humanismus, die Philosophie, die Wissenschaften und die Kunst umfa\u00dft, in der herrschenden Klasse \u00c4ngste ausl\u00f6st, weil sie nicht will, da\u00df die Menschen wieder denken.<\/p>\n<p>Wir sollten uns solchen Tendenzen widersetzen. Was den Dialog der Kulturen angeht: der sollte auf jeden Fall stattfinden, und wir k\u00f6nnen uns vielleicht auch beim UN-Dialog der Zivilisationen beteiligen und ihn sogar noch verbessern. Beide Dialoge sind n\u00fctzliche Bem\u00fchungen, die die Bem\u00fchungen um einen dauerhaften weltweiten Frieden f\u00f6rdern k\u00f6nnen.<\/p>\n<h4>L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge<\/h4>\n<p>Erlauben Sie mir nun, nachdem ich die EU und die USA kritisiert habe, zum Abschlu\u00df einige L\u00f6sungen vorzuschlagen, die f\u00fcr die Menschheit n\u00fctzlich w\u00e4ren.<\/p>\n<p><strong><em>Griechenland:<\/em><\/strong> F\u00fcr Griechenland ist es geboten, die Vereinbarung \u00fcber die Kreditfazilit\u00e4t vom 10. Mai auf Grundlage der Artikel 8-52 der Wiener Vertragsrechtskonvention zu k\u00fcndigen. Diese Artikel sehen vor, da\u00df ein Vertrag ung\u00fcltig ist, wenn er durch Irrtum, Betrug, Erpressung eines Staatsvertreters etc. zustande kam. Die Einstellung der Zahlungen mit der K\u00fcndigung des Kreditabkommens und die Nationalisierung der Bank von Griechenland werden es Griechenland erlauben, den entstandenen Schaden zu reparieren und eine wirkliche Entwicklung in Gang zu setzen. Die Einf\u00fchrung einer nationalen W\u00e4hrung wird folgen. Die Vereinigte Volksfront (EPAM), eine politische Partei, die noch nicht im Parlament vertreten ist, unterst\u00fctzt eine solche Politik.<\/p>\n<p><strong><em>Die EU:<\/em><\/strong> Umgestaltung der EU in eine effiziente Organisation mit der alleinigen Priorit\u00e4t, das Interesse ihrer Bev\u00f6lkerung zu sch\u00fctzen. Wir brauchen eine neue Charta, ausgearbeitet von den B\u00fcrgerbewegungen der Mitgliedstaaten, die ihre Vorschl\u00e4ge einer Europ\u00e4ischen Versammlung unterbreiten, die aus Vertretern dieser Bewegungen besteht. Die bestehende EU mu\u00df aufgel\u00f6st werden.<\/p>\n<p><strong><em>Die USA<\/em><\/strong> m\u00fcssen ihre Politik der Zerst\u00f6rung der Nationen aufgeben, und Obama mu\u00df den Friedensnobelpreis an das Nobelpreiskomitee, von dem er ihm verliehen wurde, zur\u00fcckgeben, weil er nichts getan hat, um ihn zu verdienen. (Das gleiche gilt auch f\u00fcr die EU, die ebenfalls den Friedensnobelpreis erhalten hat.) Die USA m\u00fcssen eine freundlichere Politik gegen\u00fcber Ru\u00dfland und der \u00fcbrigen Welt annehmen, zum Wohle der Menschheit.<\/p>\n<p><strong><em>Die Menschheit:<\/em><\/strong> Die Streichung der globalen Schulden, die heute bei etwa 600 Billionen US-Dollar liegen, wird es der Menschheit erlauben, auf einer neuen und gesunden Grundlage neu anzufangen. In der Geschichte gibt es Beispiele f\u00fcr eine solche Schuldenstreichung, von der Seisachtheia im alten Griechenland \u00fcber das Jubeljahr in den alten j\u00fcdischen Gemeinden, wo alle 50 Jahre alle Schulden gestrichen wurden. Noch in den 1970er Jahren haben die entwickelten L\u00e4nder des Westens die Schulden der blockfreien Nationen gestrichen, was den Boom in Jugoslawien erm\u00f6glicht hat. Die BRICS-Bewegung kann hierf\u00fcr werben, aber die Entscheidung mu\u00df von den G-8 getroffen werden. Die Menschheit als ganze wird davon profitieren, denn sie wird dann in der Lage sein, auf der Grundlage solider und gesunder Prinzipien einen Neuanfang zu machen.<\/p>\n<p>Um die genannten Vorschl\u00e4ge umzusetzen, brauchen wir Politiker mit Phantasie, Visionen und Mut; Politiker, denen der Fortschritt der Menschheit am Herzen liegt und die die Gier der multinationalen Unternehmen im Zaum halten k\u00f6nnen, indem sie deren Macht beschr\u00e4nken. Solche Politiker gibt es heute nicht. Also lassen Sie uns solche schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Weltwirtschaft kann nicht aus dem Teufelskreis heraus, in dem sie seit Beginn der Krise von 2008 gefangen ist. 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