{"id":35128,"date":"2016-07-02T14:27:34","date_gmt":"2016-07-02T12:27:34","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=35128"},"modified":"2016-07-16T10:53:09","modified_gmt":"2016-07-16T08:53:09","slug":"egbert-drews-internationale-vernetzung-im-bereich-der-wirtschaft-praktische-erfahrungen","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/egbert-drews-internationale-vernetzung-im-bereich-der-wirtschaft-praktische-erfahrungen\/","title":{"rendered":"Egbert Drews: Internationale Vernetzung im Bereich der Wirtschaft \u2014 praktische Erfahrungen"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\">Egbert Drews<\/h2><\/div>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Egbert Drews \u2013 Internationale Vernetzung im Bereich der Wirtschaft: praktische Erfahrungen\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/EUYnlpfZgtM?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Audio (mp3):<\/h3>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-35128-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Egbert-Drews-DE-original.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Egbert-Drews-DE-original.mp3\">http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Egbert-Drews-DE-original.mp3<\/a><\/audio>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Egbert-Drews-DE-original.mp3\" style=\"display:inline-block;padding:10px 24px;background:#0693e3;color:#ffffff;border-radius:4px;text-decoration:none;font-weight:600;margin:5px;transition:opacity 0.2s;\" onmouseover=\"this.style.opacity=0.85\" onmouseout=\"this.style.opacity=1\">button text<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Internationale Vernetzung im Bereich der Wirtschaft: praktische Erfahrungen<\/h3>\n<p>Sehr verehrte Damen und Herren,<\/p>\n<p>Ich bedanke mich sehr bei Frau Zepp-LaRouche und den Veranstaltern und Organisatoren dieser Konferenz f\u00fcr die M\u00f6glichkeit, hier vor Ihnen aufzutreten. Es mag Sie verwundern, aber als Wirtschaftsunternehmen des Mittelstandes haben wir durchaus einen Bezug zur Thematik dieser Konferenz und sind sehr an dieser Debatte und an einer Entwicklung dieser Idee interessiert. Mit meinem Beitrag versuche ich, Ihnen den Bezug des deutschen Mittelstandes zu diesem Thema an Hand unserer Erfahrungen darzustellen.<\/p>\n<p>Vor dem Hintergrund der Globalisierung und Liberalisierung der Wirtschaft hat die Bedeutung von Kooperationen im Bereich des Mittelstandes in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen: diese Unternehmen erkennen hierin einen spezifischen Ansatz zur Realisierung von notwendigen Wachstumspotentialen, die sie aufgrund fehlender oder nicht ausreichender Finanzausstattung, Marktanteilen oder Kompetenzen alleine nicht realisieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Kooperation liefert h\u00e4ufig den weitaus flexibleren und kurzfristig wirkungsvolleren Ansatz f\u00fcr gemeinsames Wachstum als Unternehmenszusammenschl\u00fcsse bzw. -k\u00e4ufe. Im Kern geht es im Mittelstand um die Organisation der Zusammenarbeit unterschiedlicher Unternehmen auf verschiedenen Wertsch\u00f6pfungsstufen, wie Projektsuche, Marketing, Projektrealisierung sowie der Finanzierung und anderer mit dem Ziel, durch die B\u00fcndelung spezifischer Kompetenzen und Ressourcen Marktpotentiale zu finden bzw. auszusch\u00f6pfen.<\/p>\n<h4>Gute Kontakte sind die Grundlage<\/h4>\n<p>Genau das ist der Kern unserer Unternehmenst\u00e4tigkeit. Die MARWIKO AG bietet vor allem mittelst\u00e4ndischen Unternehmen durch internationale Kooperation neue Gesch\u00e4ftsfelder oder Erg\u00e4nzungsstrategien f\u00fcr ihr Portfolio, das sind heute insbesondere grenz\u00fcberschreitende Unternehmenstransaktionen.<\/p>\n<p>Die MARWIKO AG als internationales Konsortium mittelst\u00e4ndischer Unternehmen betreibt zu deren Unterst\u00fctzung ein breites Netzwerk, deren Ziel es ist, den Partnern durch vielf\u00e4ltige<\/p>\n<p>Kontakte in den wichtigen Wirtschaftsregionen der Welt als Ansprechpartner zur Verf\u00fcgung zu stehen. Gute Kontakte, ein funktionierendes internationales Netzwerk sind daf\u00fcr die Grundlage.<\/p>\n<p>Wir pr\u00e4sentieren ein unb\u00fcrokratisches und praxisnahes Instrument f\u00fcr Kooperationen des Mittelstandes, eine Plattform, die physisch und elektronisch Unternehmen zusammenf\u00fchrt, ihre Aktivit\u00e4ten abstimmen l\u00e4\u00dft und M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Synergien erschlie\u00dft.<\/p>\n<p>Wir betreiben dabei ein aktives Kooperationsmanagement, das hei\u00dft<\/p>\n<p>&#8211; Einbeziehung eines Kooperationspartners in die eigenen Unternehmensaktivit\u00e4ten,<\/p>\n<p>&#8211; aktive Suche nach Angeboten, Projekten, Partnern und Regionen mit Unterst\u00fctzung dieses Partners, konkrete Unterst\u00fctzung auf der Basis der Strukturen und des Netzwerkes der MARWIKO,<\/p>\n<p>&#8211; \u00dcbergabe von ausgew\u00e4hlten Aktivit\u00e4ten ins Portfolio der MARWIKO,<\/p>\n<p>&#8211; B\u00fcndelung der Angebote und Kompetenzen der Partner in den Regionen und bei Projekten durch die MARWIKO,<\/p>\n<p>&#8211; Pr\u00e4sentationen der Partner bei Auftritten der MARWIKO zu Messen und Ausstellungen, Projektreisen u.a. Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Die Bedeutung der Neuen Seidenstra\u00dfe f\u00fcr den Mittelstand<\/p>\n<p>Ein Erfolg ist nur bei f\u00fcr alle vorteilhaften Bedingungen und der Akzeptanz der Partner m\u00f6glich. Die stellt den unmittelbaren Bezug zum Modell der Kooperation zwischen Staaten dar.<\/p>\n<p>In der Pr\u00e4ambel zu diesem Panel hei\u00dft es:<\/p>\n<p>\u201eChina hat mit seiner Politik der Neuen Seidenstra\u00dfe ein vollkommen anderes Modell der Kooperation zwischen den Staaten auf die Tagesordnung gebracht, das mit der ,Win-Win\u2019-Kooperation bewu\u00dft das Interesse des anderen in den Fokus stellt. Mit der Neuen Seidenstra\u00dfe, der Maritimen Seidenstra\u00dfe und einer ganzen Reihe von neuen Finanzinstitutionen, die ausschlie\u00dflich auf die Finanzierung der Realwirtschaft ausgerichtet sind, existiert bereits eine Alternative, die von \u00fcber 60 Nationen als das attraktivere Modell angesehen wird.\u201c<\/p>\n<p>Unserer Meinung nach liegt die Zukunft der L\u00e4nder und ihrer erfolgreichen wirtschaftlichen Entwicklung im Bekenntnis zur Gemeinsamkeit, in der Abstimmung ihrer politischen Grunds\u00e4tze f\u00fcr eine nationale Wirtschaftsentwicklung, die eingebettet ist in eine durch niemanden dominierte Position und vorteilhafte Entwicklung f\u00fcr alle Regionen.<\/p>\n<p>Zentrale Zukunftsthemen f\u00fcr den deutschen Mittelstand sind eine international wettbewerbsf\u00e4hige Gr\u00fcndungs- und Wachstumsfinanzierung, die erfolgreiche Bew\u00e4ltigung von Unternehmensnachfolgen, die Sicherung von Fachkr\u00e4ften, die Entlastung von B\u00fcrokratie und die Gestaltung der Digitalisierung &#8211; so das Bundeswirtschaftsministerium. Damit der deutsche Mittelstand angesichts der Herausforderungen vital, stark und innovativ bleibt.<\/p>\n<p>Themenfelder darin sind u.a.:<\/p>\n<p>&#8211; Unternehmergeist f\u00f6rdern,<\/p>\n<p>&#8211; die Sicherung des k\u00fcnftigen Fachkr\u00e4ftebedarfs unterst\u00fctzen,<\/p>\n<p>&#8211; die Digitalisierung nutzen und gestalten,<\/p>\n<p>&#8211; Innovationskraft st\u00e4rken.<\/p>\n<p>Die Unternehmer des Mittelstandes wissen selbst am besten, da\u00df sie in diesen Feldern \u00fcber gro\u00dfes eigenes Potential verf\u00fcgen und diese Aufgaben im wesentlichen selbst realisieren.<\/p>\n<h4>Mittelstand und Globalisierung<\/h4>\n<p>Anders sieht es im Bereich \u201eMittelstand und Globalisierung\u201c aus.<\/p>\n<p>\u201eDas Bundesministerium geht davon aus, da\u00df sich bis zum Jahr 2030 das Welthandelsvolumen fast vervierfachen wird. Vor diesem Hintergrund sollten noch mehr Mittelst\u00e4ndler die Globalisierung als Chance erkennen. F\u00fcr den Schritt auf ausl\u00e4ndische M\u00e4rkte steht die Au\u00dfenwirtschaftsf\u00f6rderung des BMWi bereit, die zusammen mit der Wirtschaft kontinuierlich weiterentwickelt und bei den Unternehmen noch bekannter gemacht werden soll.\u201c<\/p>\n<p>Was die Leistungsf\u00e4higkeit des Mittelstandes in Deutschland betrifft, so gibt es klare Zahlen. \u00dcber 99% aller Unternehmen z\u00e4hlen zu den kleinen und mittelst\u00e4ndigen Unternehmen, \u00fcber 82% aller Auszubildenden lernen dort, Mittelst\u00e4ndler stellen knapp 60% aller Arbeitspl\u00e4tze. 56% unserer Wirtschaftsleistung wird in mittelst\u00e4ndischen Unternehmen geschaffen. Dies darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, welchen tats\u00e4chlichen Bedingungen der Mittelstand ausgesetzt ist.<\/p>\n<p>Im Bundesministerium geht man weiter davon aus, da\u00df \u201eauch der Abbau von Handelshemmnissen\u2026 insbesondere mittelst\u00e4ndischen Unternehmen zugutekommt. Deshalb engagiert sich das BMWi f\u00fcr Handelserleichterungen und den Abschlu\u00df von bilateralen und multilateralen Freihandelsabkommen.\u201c<\/p>\n<p>Folgt man den Einsch\u00e4tzungen von EU-Kommission und Bundesregierung, sollte ein gro\u00dfer Anteil des behaupteten Wachstums auf die KMU entfallen. Wir glauben, da\u00df die positive Wirkung von TTIP auf die KMU \u00fcbersch\u00e4tzt wird und da\u00df die Risiken die Chancen bei kritischer Absch\u00e4tzung deutlich \u00fcberwiegen.<\/p>\n<p>Bis M\u00e4rz 2015 behaupteten EU-Kommission, Bundesregierung, BDI und Handelskammern, da\u00df TTIP erhebliche Wachstums- und Einkommensgewinne sowie Hunderttausende Arbeitspl\u00e4tze in der EU bringen w\u00fcrde, und beriefen sich dabei auf einschl\u00e4gige Studien. Per anno k\u00f6nnen Einsch\u00e4tzungen in den von der EU-Kommission selbst in Auftrag gegeben Studien nicht best\u00e4tigt werden.<\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt werden sich positive Auswirkungen auf diejenigen KMU zeigen, die als Exporteure auf dem Weltmarkt aktiv sind. Wegen der st\u00e4rkeren Orientierung der KMU auf regionale Absatzm\u00e4rkte tauchen allerdings nur 7% als Exporteure in der Au\u00dfenhandelsstatistik auf.<\/p>\n<p>Bei den Spitzenreitern der exportorientierten Wirtschaftszweige Produzierendes Gewerbe, Dienstleistungen, Handel und Verkehr, die f\u00fcr etwa 68% der deutschen Bruttowertsch\u00f6pfung stehen, verzeichnen die KMU nur eine Exportquote zwischen 4 und 20%. Die KMU spielen auch im Handel mit den USA nur eine geringe Rolle.<\/p>\n<p>Laut einer Ver\u00f6ffentlichung der Handelskammer Hamburg halten dort nur 950 Unternehmen Wirtschaftsbeziehungen zu den USA; das sind nicht einmal ein Prozent aller von der Handelskammer vertretenen Unternehmen.<\/p>\n<p>Deutsche KMU im produzierenden Gewerbe sind in der Mehrheit spezialisierte Anbieter von Produkten hoher Qualit\u00e4t mit gro\u00dfer Innovationskraft. Das verursacht ein entsprechendes Preisniveau. Werden die bisher geforderten Qualit\u00e4tsstandards durch Harmonisierung der Normen im \u201eBinnenmarkt\u201c TTIP-Raum gesenkt und werden staatliche Protektionsinstrumente als Handelshemmnis betrachtet und abgeschafft, w\u00e4ren transnationale Konkurrenten in der Lage, beg\u00fcnstigt durch hohe Skalenertr\u00e4ge, mittelst\u00e4ndische Innovationstr\u00e4ger mittels einer f\u00fcr sie weitgehend unsch\u00e4dlichen Niedrigpreisstrategie vom Markt zu verdr\u00e4ngen. In solchen F\u00e4llen w\u00e4re eine aktive staatliche Ordnungspolitik aus Sicht des Mittelstandes geboten. Diese w\u00fcrde allerdings als nicht-tarif\u00e4res Hindernis gelten und somit gegen TTIP versto\u00dfen.<\/p>\n<p>Da\u00df Freihandelsvertr\u00e4ge vom TTIP-Typ in der Regel transnationale Unternehmen beg\u00fcnstigen und KMU benachteiligen, zeigen auch die Erfahrungen mit dem Nordamerikanischen Freihandelsabkommens NAFTA, das 1994 in Kraft trat. In den 20 Jahren seither hat sich in Kanada der Anteil der gr\u00f6\u00dften b\u00f6rsennotierten Konzerne an den Gesamtprofiten ann\u00e4hernd verdoppelt, w\u00e4hrend sich wichtige gesamtwirtschaftliche<\/p>\n<p>Indikatoren im gleichen Zeitraum halbierten. Besonders im landwirtschaftlichen Bereich entstanden KMU erhebliche Nachteile.<\/p>\n<p>Bisher sind laut Gesetz gegen Wettbewerbsbeschr\u00e4nkungen (GWB) mittelst\u00e4ndische Unternehmen bei der Vergabe \u00f6ffentlicher Auftr\u00e4ge vornehmlich zu ber\u00fccksichtigen. Mit Blick auf das zu erwartende Diskriminierungsverbot bei der kommunalen Auftragsvergabe ist zu erwarten, da\u00df die Vergabepraxis sich zum Nachteil der KMU ver\u00e4ndern wird und zuk\u00fcnftig nur noch international agierende Konzerne wegen ihrer logistischen und operativen Vorteile sich an solchen Ausschreibungen beteiligen.<\/p>\n<p>Auf der Basis von Werten, die vom Statistischen Bundesamt 2012 ver\u00f6ffentlicht worden sind, hat sich der deutsche Au\u00dfenhandel von 1996 bis 2011 mit den sogenannten BRICS-Staaten nahezu versiebenfacht, w\u00e4hrend der gesamte Au\u00dfenhandel nur um das zweifache angewachsen ist.<\/p>\n<p>Es w\u00e4re verh\u00e4ngnisvoll f\u00fcr die exportorientierten KMU, wenn diese M\u00e4rkte durch die von der EU-Kommission intendierten Sto\u00dfrichtung des sogenannten Freihandelsabkommens zwischen der EU und den USA gest\u00f6rt w\u00fcrden. Genau dieser Effekt wird allerdings von der EU-Kommission erwartet und beschrieben, doch nur, wenn sie China, Indien und die ASEAN Staaten als Verlierer des sogenannten Freihandelsabkommens sieht. So warnen auch die im Au\u00dfenhandelsverband BGA vertretenen deutschen Exporteure vor einer Art \u201eWirtschafts-NATO\u201c zu Lasten anderer Handelspartner. Das scheint allerdings von der deutschen Politik beabsichtigt zu sein, wenn von den geopolitischen und geostrategischen Vorteile eines bilateralen Abkommens zwischen EU und USA die Rede ist, das Standards setzen will, bevor diese durch China, Indien oder im Verbund der BRICS Staaten gesetzt werden.<\/p>\n<p>Unserer Meinung nach sind das wirtschaftspolitische Strategien mit geopolitischem Hintergrund. Wir sind \u00fcberzeugt, da\u00df im 21. Jahrhundert andere Ans\u00e4tze notwendig sind, die sich eher in einem wie von China initiieren Modell der Kooperation widerspiegeln.<\/p>\n<p>Nach Abw\u00e4gung der behaupteten Chancen und der zu erwartenden Folgen durch TTIP kann es nicht \u00fcberraschen, da\u00df eine deutliche Mehrheit der kleinen und mittleren Unternehmen die TTIP-Verhandlungen laut einer Umfrage des Bundesverbands mittelst\u00e4ndische Wirtschaft (BVMW) kritisch betrachtet. Obwohl diese Gruppe nicht bekannt ist f\u00fcr ideologische oder wirtschaftsfeindliche Vorurteile, ist eine kritische Grundhaltung gegen\u00fcber dem angeblichen Freihandelsabkommen un\u00fcbersehbar.<\/p>\n<p>Als Kleine und Mittelst\u00e4ndische Unternehmen sind wir f\u00fcr einen fairen, transparenten Freihandel auf Grundlage hoher Umwelt- und Sozialstandards. Das geplante Freihandelsabkommen der EU mit den USA (TTIP) widerspricht diesen Grunds\u00e4tzen. Zentrale Elemente des geplanten Abkommens wie die Investor-Staat-Schiedsgerichtsverfahren (ISDS), die Vereinheitlichung von Normen und Standards sowie die Markt\u00f6ffnung im Bereich der Kultur, der Daseinsvorsorge und der \u00f6ffentlichen Ausschreibungen nutzen vor allem den Interessen globaler Konzerne, die mit besserer Kapital- und Personalausstattung kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen vom Markt verdr\u00e4ngen werden.<\/p>\n<p>Gleichzeitig sehen wir mit gro\u00dfer Sorge, da\u00df der Versuch von EU und USA, im Alleingang die internationalen Handelsregeln zu definieren, zu einer Zerr\u00fcttung der weltwirtschaftlichen Ordnung f\u00fchren kann und damit wesentliche M\u00e4rkte f\u00fcr uns in den aufstrebenden Schwellenl\u00e4ndern (BRICS und andere) gef\u00e4hrdet werden. Wie uns bekannt ist, haben sich \u00fcber 2000 deutsche Mittelst\u00e4ndler an einer Unterschriftenaktion gegen das Abkommen beteiligt.<\/p>\n<p>Wir stehen als kleine Unternehmen in gesellschaftlicher Verantwortung und legen Wert auf hohe soziale und \u00f6kologische Standards in Europa ebenso wie auf eine lebendige Demokratie und einen funktionierenden Rechtsstaat.<\/p>\n<p>Der europ\u00e4ische Binnenmarkt hat auch f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler stark an Bedeutung zugenommen: \u00dcber 93 Prozent der mittelst\u00e4ndischen Exporteure bedienen den europ\u00e4ischen Markt. Die<\/p>\n<p>Interessen von Mittelst\u00e4ndlern an einem mittelstandsfreundlichen Binnenmarkt und dem Abbau ungerechtfertigter Hemmnisse m\u00fcssen deshalb mit starker Stimme in Br\u00fcssel vertreten werden. Dabei brauchen wir eine angemessene Balance zwischen der zunehmenden Integration von M\u00e4rkten und dem Erhalt von bew\u00e4hrten, erfolgreichen Strukturen, wie insbesondere der Selbstverwaltung der Wirtschaft und ihren zentralen Elementen wie der dualen Berufsausbildung, der Meisterpflicht und dem Kammerwesen sowie der Sozialpartnerschaft.<\/p>\n<h4>Deutsch-Russischer Wirtschaftstag<\/h4>\n<p>Mit gro\u00dfem Interesse haben wir auch den Besuch von EU-Kommissionspr\u00e4sident Jean-Claude Juncker am St. Petersburg Internationalen Wirtschaftsforum verfolgt und sehen darin einen Schritt in die richtige Richtung. Auch der Ost-Ausschu\u00df der deutschen Wirtschaft begr\u00fc\u00dft die Teilnahme Junkers am Forum, es sei Zeit f\u00fcr den Beginn eines Dialogs zwischen EU und Eurasischer Wirtschaftsunion \u00fcber einen gemeinsamen Wirtschaftsraum von Lissabon bis Wladiwostok. Am Anfang k\u00f6nnen die Vereinheitlichung von Standards und der Abbau von Handelshemmnissen stehen, so der Vorsitzende des Ost-Ausschusses Wolfgang B\u00fcchele.<\/p>\n<p>Als Konsortium des Mittelstandes sehen wir die Hoffnung und Perspektiven in einer auf neue Weise organisierten Kooperation der Volkswirtschaften der L\u00e4nder. Es ist schon schwer genug, aber eben auch interessant, in unterschiedlichen Kulturen Wirtschaftskooperation zu betreiben. Wir sind mit Kompetenz und Erfahrung in diesem Metier t\u00e4tig und wissen was wir brauchen &#8211; Respekt, Toleranz und gegenseitigen Vorteil.<\/p>\n<p>Dies hat sich einmal mehr auf dem von meinem Unternehmen organisierten 10. Wirtschaftstag im Rahmen der Deutsch-Russischen Festtage in Berlin bewiesen. Mehr als 100 Unternehmen aus Deutschland und Ru\u00dfland sind unserer Einladung gefolgt. Dieses Format des gegenseitigen Austauschs, der Kontakte und Gespr\u00e4che \u00fcber eine fruchtbringende Zusammenarbeit der Unternehmen wird vom Mittelstand sehr gesch\u00e4tzt und als Plattform f\u00fcr Kooperation gern genutzt.<\/p>\n<p>Wir machen Ihrer Konferenz keine Konkurrenz, bei uns geht es um klare wirtschaftliche Interessen unserer Partner und ihre Entwicklung zum gegenseitigen Vorteil. Es ist unser Beitrag, Handels- und Wirtschaftsbeziehungen im Rahmen der jeweiligen M\u00f6glichkeiten auszubauen.<\/p>\n<p>Einen \u00e4hnlichen Wirtschaftstag werden wir im Oktober nach unserer n\u00e4chsten Chinareise organisieren. Schon jetzt sehen wir nicht nur Synergien und Kooperationsans\u00e4tze zwischen unseren Partner, sondern auch im Dreieck der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland, Ru\u00dfland und China. Wir glauben, das ist ein richtiger Ansatz auch im Sinne Ihrer Konferenz.<\/p>\n<p>Ich bedanke mich noch einmal f\u00fcr die Initiative des Schiller-Institutes und w\u00fcnsche uns beste Erfolge im Proze\u00df des Umdenkens zu neuer Kooperation in Politik und Wirtschaft.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Bundesministerium geht davon aus, da\u00df sich bis zum Jahr 2030 das Welthandelsvolumen fast vervierfachen wird. 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