{"id":34904,"date":"2016-06-29T14:05:57","date_gmt":"2016-06-29T12:05:57","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/de\/media\/lt-col-ret-ulrich-scholz-war-a-pathology-of-the-west\/"},"modified":"2016-07-13T09:56:36","modified_gmt":"2016-07-13T07:56:36","slug":"lt-col-ret-ulrich-scholz-war-a-pathology-of-the-west","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/lt-col-ret-ulrich-scholz-war-a-pathology-of-the-west\/","title":{"rendered":"OTL a.D. Ulrich Scholz: Krieg \u2013 eine Pathologie des Westens"},"content":{"rendered":"<div class=\"title-big\"><h2 class=\"title-big-title\">OTL a.D. Ulrich Scholz<\/h2><\/div>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"OTL a.D. Ulrich Scholz \u2013 Krieg: eine Pathologie des Westens\" width=\"860\" height=\"484\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/KVILtx0Frxs?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-34904-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Ulrich-Scholtz-DE.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Ulrich-Scholtz-DE.mp3\">http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Ulrich-Scholtz-DE.mp3<\/a><\/audio>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/Ulrich-Scholtz-DE.mp3\" style=\"display:inline-block;padding:10px 24px;background:#0693e3;color:#ffffff;border-radius:4px;text-decoration:none;font-weight:600;margin:5px;transition:opacity 0.2s;\" onmouseover=\"this.style.opacity=0.85\" onmouseout=\"this.style.opacity=1\">herunterladen<\/a>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Krieg &#8211; eine Pathologie des Westens<\/h3>\n<p>Sch\u00f6nen guten Morgen. Ich werde zu Ihnen \u00fcber den Krieg sprechen; ich nenne es eine Pathologie des Westens.<\/p>\n<p>Lassen Sie mich zun\u00e4chst ein paar Worte \u00fcber mich selbst sagen, damit Sie nicht das Gef\u00fchl bekommen, da\u00df hier ein naiver Friedensaktivist redet. Ich war selbst mein halbes Leben lang Krieger: Ich bin ein von den Amerikanern ausgebildeter Kampfpilot, ich wei\u00df, wie man Bomben abwirft. Ich habe anderen beigebracht, wie man Bomben abwirft, sogar Atombomben, und das hat mir Spa\u00df gemacht. Ich habe meine Generalstabsausbildung bei der US-Luftwaffe absolviert. Ich bin ein gro\u00dfer Freund der amerikanischen Kultur, und ich habe viele Freunde unter ihnen [den US-Amerikanern], sehr gute Leute.<\/p>\n<p>Ich denke, da\u00df ich das vorausschicken mu\u00df, denn bei dem, was ich gleich sagen werde, k\u00f6nnten Sie vielleicht daran zweifeln, da\u00df ich immer noch ein gro\u00dfer Freund Amerikas bin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Ich werde drei Metaphern verwenden, und ich werde Sie drei Fragen lehren, die man stellen mu\u00df, um zu dem Schlu\u00df zu kommen, da\u00df der Krieg kein Mittel der Politik mehr sein darf, denn darauf l\u00e4uft es hinaus. Ich verwende diese Metaphern, weil ich gelernt habe, da\u00df das der beste Weg ist, Erwachsenen etwas beizubringen, ohne da\u00df Sie wissen, da\u00df sie etwas lernen.<\/p>\n<p>In diesem Bild (<em>Abbildung 1<\/em>) sind zwei Metaphern. Wissen Sie, aus welchem Film dieses Bild stammt? (<em>Zurufe aus dem Publikum<\/em>) <em>Planet der Affen<\/em>, das ist richtig. Ich werde hier nicht die Handlung dieses Films erz\u00e4hlen, doch dieser Film pa\u00dft ganz genau zum Kern dessen, worum es bei dieser Konferenz geht. Wenn jemand die Handlung nicht kennt, kann ich sie ihm in der Pause erz\u00e4hlen. Es lohnt, ihn anzuschauen, Charlton Heston spielt mit, und wenn Sie ihn noch nicht gesehen haben, dann besorgen Sie sich einfach die DVD, er ist faszinierend.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_35740\" aria-describedby=\"caption-attachment-35740\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35740\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz1.jpg\" alt=\"scholz1\" width=\"460\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz1.jpg 611w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz1-300x205.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35740\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Der Film \u201ePlanet der Affen\u201c endet in den Vereinigten Staaten der Zukunft &#8211; regiert von Affen, die alten Ideale liegen in Tr\u00fcmmern.<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Begonnen hat alles mit diesen beiden sympathischen Menschen: Carl von Clausewitz, einem jungen General der preu\u00dfischen Armee, und seiner Ehefrau (<em>Abbildung 2<\/em>). Nach den Napoleonischen Kriegen setzte sich Clausewitz hin und versuchte, das Wesen des Krieges zu verstehen, indem er Napoleon studierte, und er schrieb das Buch <em>Vom Kriege<\/em>. Leider starb er, bevor er es beenden konnte. Deshalb hat seine Ehefrau Marie das Buch nach dem ersten Kapitel fertig geschrieben. Sie nahm seine Notizen und schrieb das Buch. Das war damals eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Sache, da\u00df eine Frau ein Buch \u00fcber den Krieg schrieb.<\/p>\n<p>Clausewitz hat eine seiner wesentlichen Annahmen in diesem ber\u00fchmten Satz zusammengefa\u00dft: \u201eDer Krieg ist eine blo\u00dfe Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln.\u201c Das ist nat\u00fcrlich nur eine komprimierte Reduktion seiner Beschreibung dessen, was er studiert hat. Und jetzt kommt das Unglaubliche: Politiker und Generale verwenden noch heute diese Beobachtung von Clausewitz wie ein Kochbuch. Man m\u00fcsse blo\u00df die Kriege studieren, um das richtig anzuwenden, um politische Interessen durchzusetzen.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_35750\" aria-describedby=\"caption-attachment-35750\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35750\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz2.jpg\" alt=\"scholz2\" width=\"360\" height=\"289\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz2.jpg 504w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz2-300x240.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35750\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Noch heute richtet sich das Denken der Strategen nach der Lehre des preu\u00dfischen Generals Carl von Clausewitz, der Krieg sei \u201edie Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln\u201c.<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das ist ein Skandal. Wenn man sich die Tatsachen anschaut: In den letzten 200 Jahren gab es in den gro\u00dfen Kriegen mehr als 150 Millionen Tote. Gegenw\u00e4rtig gibt es rund 4000 Kernwaffen &#8211; scharf geladen und aktiv &#8211; auf der Welt. Dabei haben wir in den Statuten des V\u00f6lkerrechts festgeschrieben, da\u00df Krieg verboten ist.<\/p>\n<p>Und doch denken Politiker und Generale immer noch dar\u00fcber nach, wie man den Krieg benutzen kann, um Interessen durchzusetzen. Ich glaube, dahinter steckt eine Pathologie. Angesichts dieser Fakten sollte kein vern\u00fcnftiger Mensch [so denken]. Ich sage immer: \u201eKrieg ist eine Beleidigung der menschlichen Intelligenz.\u201c Denn wenn man sich diese Tatsachen anschaut, wer w\u00fcrde da daran denken, einen Krieg zu beginnen? (<em>Applaus<\/em>)<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte hier den anderen ber\u00fchmten deutschen Dichter &#8211; Goethe &#8211; und einen kleinen Reim von ihm als Metapher verwenden. Er schrieb:<\/p>\n<blockquote><p>Im Atemholen sind zweierlei Gnaden:<\/p>\n<p>Die Luft einziehen, sich ihrer entladen;<\/p>\n<p>Jenes bedr\u00e4ngt, dieses erfrischt;<\/p>\n<p>So wunderbar ist das Leben gemischt.<\/p>\n<p>Du danke Gott, wenn er dich pre\u00dft,<\/p>\n<p>Und dank ihm, wenn er dich wieder entl\u00e4\u00dft<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; \u00a0Johann Wolfgang von Goethe, <em>West-\u00f6stlicher Divan<\/em><\/p><\/blockquote>\n<p>Nun, ich vergleiche diese Metapher des Atmens mit dem kapitalistischen System. F\u00fcr mich ist das Einatmen Wachstum. In unserem System haben wir gelernt, einzuatmen &#8211; aber leider haben wir vergessen, wie man ausatmet. Und Krieg ist f\u00fcr mich die letzte, verzweifelte Form des Versuchs, auszuatmen. Die entsprechende Krankheit ist das Asthma; Asthmatiker k\u00f6nnen nicht ausatmen.<\/p>\n<p>Das westliche Wirtschaftssystem ist so etwas wie Magie. Was m\u00fcssen wir also tun, um eine ausgewogene Form des Atmens in unserer Welt zu finden? Eine \u00c4nderung des Paradigmas &#8211; das ist es, wovon wir hier sprechen. Wir m\u00fcssen uns \u00e4ndern. Und mein erster Schritt dahin ist es, dieses alte Paradigma des Krieges aufzugeben. Darauf will ich hinaus.<\/p>\n<p>Nun zu den drei Fragen. Wenn Sie lesen oder h\u00f6ren, da\u00df eine Regierung einen Krieg anf\u00e4ngt, dann sollten Sie das immer hinterfragen und drei Fragen stellen:<\/p>\n<p><em>&#8211; Was ist das politische Ziel? <\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Wie will das Milit\u00e4r dieses Ziel erreichen? <\/em><\/p>\n<p><em>&#8211; Und was ist mit unserer Ethik, wenn wir es tun? <\/em><\/p>\n<p>Diese drei Dinge kann man in der Geschichte aller Kriege stellen, und ich habe gerade die Kriege der letzten 25 Jahre untersucht, die der Westen gef\u00fchrt hat. Und der Westen <em>versagt<\/em> in allen drei Fragen. Trotzdem f\u00fchrt er immer weiter Kriege.<\/p>\n<p>Ich will als Beispiel die laufende Operation \u201eInherent Resolve\u201c betrachten &#8211; der amerikanische Bombenkrieg gegen Daesh, den Islamischen Staat -, um zu zeigen, warum er in allen drei Punkten falsch ist.<\/p>\n<p>Die Webseite des Pentagons \u00fcber die Operation \u201eInherent Resolve\u201c ist \u00f6ffentlich zug\u00e4nglich.<sup>1<\/sup><\/p>\n<p>Eines, was ein politisches Ziel immer beinhalten mu\u00df, wenn die Streitkr\u00e4fte es mit milit\u00e4rischen Mitteln erreichen sollen, ist ein Endzustand. Was ist, wenn das Milit\u00e4r seine Arbeit getan hat? Wie sieht dann die Welt aus?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Und weil wir im Westen gerne alles kontrollieren, lieben wir Zahlen. Wir wollen gerne die Zahlen wissen. Nun, auf dieser Internetseite finden Sie sie: Jeden Tag werden die Zahlen der Ziele, die getroffen und zerst\u00f6rt wurden, aktualisiert. Man kann das jeden Tag anschauen. Diese Zahlen (<em>Abbildung 3<\/em>) stammen vom 31. Mai.<sup>2 <\/sup>Sie haben 2014 mit dem Z\u00e4hlen angefangen. Aber was sie leider nicht getan haben: Sie haben keine Zahl angegeben, bei der wir gewonnen haben. Und so kann man endlos weiterz\u00e4hlen. In Vietnam haben sie \u00fcber dem Z\u00e4hlen &#8211; dem \u201e<em>body count<\/em>\u201c, Sie kennen das &#8211; den Krieg verloren. Und sie tun es immer noch. Das ist doch pathologisch, nicht wahr? (<em>Applaus.<\/em>) Wenn man also liest: \u201eZerst\u00f6rte Geb\u00e4ude: 6500\u201c, dann frage ich mich: \u201eWer au\u00dfer Terroristen war noch in dem Geb\u00e4ude? Wer war im Nachbargeb\u00e4ude?\u201c<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_35760\" aria-describedby=\"caption-attachment-35760\" style=\"width: 360px\" class=\"wp-caption alignnone\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-35760\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz3.jpg\" alt=\"scholz3\" width=\"360\" height=\"240\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz3.jpg 526w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2016\/06\/scholz3-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 360px) 100vw, 360px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-35760\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Das US-Milit\u00e4r mi\u00dft seine Erfolge an der Zahl der zerst\u00f6rten Ger\u00e4te und Einrichtungen &#8211; aber es gibt keine Vorgabe, wann das Ziel erreicht ist.<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Die politischen Ziele m\u00fcssen also klar definiert sein. Es mu\u00df eine klare Aussage geben, was das Milit\u00e4r tun mu\u00df. Ich will Ihnen die politischen Ziele von Inherent Resolve nennen. Sie lauten: [1.] \u201eDaesh milit\u00e4risch besiegen, um die regionale Stabilit\u00e4t zu erh\u00f6hen.\u201c Gibt es denn Stabilit\u00e4t in der Region? Ist da irgend etwas, was wir \u201eerh\u00f6hen\u201c k\u00f6nnen? Lesen Sie es, es ist offiziell: \u201edie regionale Stabilit\u00e4t erh\u00f6hen\u201c. Sie machen sich selbst etwas vor und machen uns etwas vor. Es ist v\u00f6lliger Unsinn.<\/p>\n<p>Ein zweites politisches Ziel ist: \u201edie Ideologie von Daesh besiegen\u201c. Wie kann man eine Ideologie besiegen, indem man Bomben abwirft? Sagen Sie es mir! \u201eDen weltweiten Zustrom ausl\u00e4ndischer K\u00e4mpfer in alle unsere Nationen aufhalten.\u201c Bombenangriffe im Nahen Osten sollen \u201eden Zustrom von Terroristen in alle unsere Nationen aufhalten\u201c? Kann man das milit\u00e4risch?<\/p>\n<p>Diese beiden politischen Spiele sind also die Grundlage f\u00fcr all die Bombenangriffe, die wir dort jeden Tag durchf\u00fchren. Man k\u00f6nnte es dabei belassen. Welch eine Vergeudung von Menschenleben und Geld!<\/p>\n<p>Kommen wir als n\u00e4chstes zur Milit\u00e4rdoktrin. Obama sagte im September 2014: Keine amerikanischen Bodentruppen. Die Doktrin ist die Art und Weise, <em>wie<\/em> wir k\u00e4mpfen. Und nach Vietnam haben die USA eine Doktrin des Zusammenwirkens der Teilstreitkr\u00e4fte (<em>jointness<\/em>) entwickelt: Wir nutzen alles, was wir in unseren Arsenalen haben, Armee, Marine, Luftwaffe, Sondereinsatzkr\u00e4fte. Wir betrachten das Problem und dann entscheiden wir, was wir tun k\u00f6nnen und wie wir es tun wollen. Aber Obama sagte: \u201eKeine Bodentruppen\u201c. An der Stelle h\u00e4tte ein General sagen sollen: \u201eDas widerspricht v\u00f6llig der Doktrin, das machen wir nicht.\u201c Aber sie tun es trotzdem.<\/p>\n<p>Sie setzen Rebellengruppen am Boden ein, man nennt sie \u201eeinheimische Kr\u00e4fte\u201c, das h\u00f6rt sich wissenschaftlich an. Aber das hat \u00fcberhaupt nichts mit \u201eZusammenwirken\u201c zu tun. Es gibt keine gemeinsame milit\u00e4rische Kultur, keine gemeinsame Sprache, keine gemeinsamen Prozeduren, keine Koh\u00e4renz der Kr\u00e4fte. Es sind einfach zwei verschiedene Dinge, die ablaufen. Die Kurden und alle die \u201eGuten\u201c am Boden versuchen etwas zu tun, und \u00fcber ihnen spielt sich der Luftkampf ab. Das ist nicht sehr professionell.<\/p>\n<p>Einen Krieg allein mit der Luftwaffe zu f\u00fchren &#8211; und Amerika und die NATO haben das in den letzten 25 Jahren in mehreren L\u00e4ndern getan -, ist sinnlos. Es ist schlicht sinnlos.<\/p>\n<p>Und jetzt kommt das alles entscheidende Argument, das folgende: Rebellen und Aufst\u00e4ndische werden gro\u00dfe milit\u00e4rische Zusammenst\u00f6\u00dfe immer vermeiden. Sie werden sich unter die Bev\u00f6lkerung mischen. Sie tun es absichtlich. Wenn Sie, bei aller Pr\u00e4zision und gr\u00fcndlichen Zielauswahl versuchen, Terroristen in Aleppo oder Al-Rakka zu treffen, dann werden Sie auch Zivilisten treffen. Nun, ich frage Sie: Wie viele Kinder sollen wir t\u00f6ten, um einen Terroristen zu erwischen? Ich sage: kein einziges! (<em>Applaus.<\/em>)<\/p>\n<p>Im Hauptquartier der Luftwaffe in Katar gibt es im Planungsproze\u00df Rechtsberater. Die NATO hat sie, die Franzosen haben sie, die Deutschen haben sie: einen Rechtsberater, einen Anwalt, der den Planern sagt, wieviel Zivilisten ein bestimmtes Ziel \u201ewert\u201c ist. Er schreibt Todesurteile. Er wird sagen: \u201e20? Nein. 10? Okay.\u201c Das geschieht jeden Tag, und es ist uns einfach egal. Und ich denke, das ist ein Skandal. (<em>Applaus.<\/em>)<\/p>\n<p>Nun zu meinem letzten Punkt: Wie k\u00f6nnen wir nach den alten Paradigmen, wie man Kriege f\u00fchrt, ein neues Paradigma bekommen? Ich denke, das ist eine \u00c4nderung der Kultur, und kulturelle \u00c4nderungen funktionieren nicht von oben. Das ist Diktatur, wir haben das schon versucht. Und kulturelle \u00c4nderung von unten, das ist die Guillotine, das haben wir auch schon erlebt.<\/p>\n<p>Es kann nur geschehen, wenn die Menschen dazulernen. Und lernen kann man nur, wenn man versucht, Diskussionen anzuregen, die Menschen informiert und sie ermutigt, \u201eNein!\u201c zu sagen. Fragen Sie die Politiker, stellen Sie den Generalen diese drei Fragen \u00fcber die Ziele, die Ethik und nat\u00fcrlich auch die milit\u00e4rischen Methoden.<\/p>\n<p>Ich pl\u00e4diere hier also daf\u00fcr, von dem Paradigma wegzukommen, Kriege aus politischen Gr\u00fcnden zu f\u00fchren. Wir sollten Krieg <em>ausschlie\u00dflich <\/em>aus humanit\u00e4ren Gr\u00fcnden f\u00fchren. Und damit bin ich am Ende meiner Rede.<\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>Anmerkung:<\/p>\n<ol>\n<li>Siehe <a href=\"http:\/\/inherentresolve.mil\/\" target=\"_blank\">http:\/\/inherentresolve.mil\/<\/a><\/li>\n<li>Siehe <a href=\"http:\/\/www.inherentresolve.mil\/Portals\/1\/Documents\/Strike%20Releases\/2016\/05May\/20160531%20Strike%20Release%20Final.pdf?ver=2016-05-31-080207-257\">http:\/\/www.inherentresolve.mil\/Portals\/1\/Documents\/Strike%20Releases\/2016\/05May\/20160531%20Strike%20Release%20Final.pdf?ver=2016-05-31-080207-257<\/a><\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich werde drei Metaphern verwenden, und ich werde Sie drei Fragen lehren, die man stellen mu\u00df, um zu dem Schlu\u00df zu kommen, da\u00df der Krieg kein Mittel der Politik mehr sein darf, denn darauf l\u00e4uft es hinaus&#8230;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":34509,"menu_order":3,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[375,376],"class_list":["post-34904","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-berlin-june-2016-de","portfolio_category-panel-1-berlin-june-2016-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/34904","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/34904\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/34509"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=34904"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=34904"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}