{"id":3322,"date":"2013-05-11T17:54:10","date_gmt":"2013-05-11T15:54:10","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=3322"},"modified":"2013-05-16T11:51:40","modified_gmt":"2013-05-16T09:51:40","slug":"bruce-fein-die-fundamente-der-zivilisation","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/bruce-fein-die-fundamente-der-zivilisation\/","title":{"rendered":"Bruce Fein: Die Fundamente der Zivilisation"},"content":{"rendered":"<h3><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/themes\/schiller\/images\/icons\/301.png\" class=\"shortcode-icon \" alt=\"\"> Im Wortlaut<\/h3>\n<p>Danke, da\u00df Sie alle heute gekommen sind. Ich m\u00f6chte Sie zun\u00e4chst darauf aufmerksam machen, warum es einige Bedenken an meiner Glaubw\u00fcrdigkeit geben k\u00f6nnte. Erstens sollten Sie wissen, da\u00df ich keinen Fernseher habe, ich bin nicht auf Facebook oder Twitter unterwegs, ich lese nur gebundene B\u00fccher, also nichts von Kindle, sondern B\u00fccher wie\u00a0<i>Plutarchs Leben\u00a0<\/i>im richtigen festen Einband. Ich habe nie TV-Serien wie \u201eAmerican Idol\u201c gesehen und es interessiert mich nicht, wer den Super Bowl gewinnt. Ich befasse mich mit meinem eigenen moralischen Barometer in der Welt. Das sollten Sie einfach zu meinem Hintergrund wissen.<\/p>\n<p>Die zweite Beobachtung, die ich anstellen will, ist, da\u00df sich die Menschen heute nicht zum ersten Mal Sorgen um die Gefahren aus dem Weltall machen und um das, was daraus erwachsen k\u00f6nnte. Man erz\u00e4hlt sich eine Geschichte \u00fcber Papst Kalixt III.; man mag sie anzweifeln, aber als die Christen gegen die osmanischen T\u00fcrken in Serbien und anderswo k\u00e4mpften, hat er den Halleyschen Kometen als Werk des Teufels verflucht, weil er ihn als ein schlechtes Omen f\u00fcr den Ausgang ansah. Das scheint sich nicht auf die Kampfhandlung ausgewirkt zu haben, und auch Oliver Cromwell nahm sich dies in der Schlacht von Marston Moor im englischen B\u00fcrgerkrieg zu Herzen. Er wies seine Truppen an: \u201eBetet zu Gott, aber haltet das Pulver trocken.\u201c Immer noch sehr erdverbunden.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte nun darauf zu sprechen kommen, was ich f\u00fcr notwendig halte, um die Zivilisation erhaltenswert zu machen, denn wir m\u00fcssen uns dar\u00fcber bewu\u00dft sein, da\u00df viele andere Spezies ebenfalls ausgestorben sind, und wir trauern nicht unbedingt den Dinosauriern nach, weil es den Tyrannosaurus Rex nicht mehr gibt. Wir sollten uns deshalb sicher sein, da\u00df unsere Gattung erhaltenswert ist, bevor wir beschlie\u00dfen, alle Gefahren aus dem Weltall abzuwenden.<\/p>\n<p>Deswegen habe ich mich entschlossen, das sogenannte \u201eZivilisatorische Genom-Projekt\u201c in Angriff zu nehmen. Es unterscheidet sich von dem \u201eHumanen Genom-Projekt\u201c, denn es befa\u00dft sich mit dem, was wir kollektiv als Menschen brauchen, um eine Regierung einzusetzen und eine politische und soziale Kultur zu entwickeln, die \u00fcberlebenswert ist, welche uns \u00fcber ein tier\u00e4hnliches Dasein erhebt, das sich nur auf Geld, Macht, Sex und leibliches Wohl bzw. Herrschaft um der Herrschaft willen aus ist. Ein solches tier\u00e4hnliches Dasein m\u00fcssen wir als Menschen ablehnen.<\/p>\n<p>Ich habe einmal versucht, eine Art \u201eElendsindex der Welt\u201c aufzustellen &#8211; welchen Anteil daran man Menschen zuschreiben mu\u00df, die andere Menschen t\u00f6ten, unterdr\u00fccken und verfolgen, und welcher Anteil auf Tsunamis und anderen nat\u00fcrlichen Katastrophen beruht. Weit \u00fcber 95% bezieht sich auf Menschen, die andere aus Engstirnigkeit, Herrschsucht und anderen \u00e4u\u00dferst verderblichen Motiven ermorden, unterdr\u00fccken und beherrschen. Wenn wir das gesellschaftliche Leben auf der Welt verbessern wollen, m\u00fcssen wir uns kurzfristig darauf konzentrieren, Menschen daran zu hindern, Unheil f\u00fcr andere zu schaffen. Das betrifft nicht nur einige Zehntausend, sondern Milliarden. Dabei geht es um Unterdr\u00fcckung oder T\u00f6tung von Menschen wegen ihres Geschlechts: Sie k\u00f6nnen nicht zur Schule gehen; sie werden wegen ihrer rassischen oder religi\u00f6sen oder nationalen oder ethnischen Zugeh\u00f6rigkeit umgebracht, d.h. aus sehr, sehr engstirnigen und moralisch verwerflichen Motiven.<\/p>\n<h4>Das eigentliche Staatsziel: Entwicklung der Menschen<\/h4>\n<p>Denkt man an die Grundlagen, das Genom-Projekt f\u00fcr die Regierung, m\u00fcssen wir als erstes Prinzip akzeptieren, was den meisten, wenn nicht allen Menschen verweigert wird: da\u00df es das eigentliche Ziel des Staates ist, da\u00df M\u00e4nner und Frauen ihre F\u00e4higkeiten frei entwickeln k\u00f6nnen und f\u00fcr ihre Lebensbahn und ihr Schicksal moralisch verantwortlich sind. Das ist das eigentliche Ziel des Staates. Es geht nicht um die H\u00f6he der Krankenversicherung oder des BIP oder der Arbeitslosigkeit; es geht nicht darum, andere zu beherrschen und die Nummer eins oder Nummer zwei in der Welt zu sein, so wie man Nationen wie Fu\u00dfballmannschaften aufreiht und jede Woche eine neue Rangordnung festlegt.<\/p>\n<p>Das eigentliche Ziel des Staates ist es, die individuelle Herausforderung, St\u00e4rke und Gl\u00fcckseligkeit auf jeweils individuelle Weise zu f\u00f6rdern. Darin liegt der Erfolg. Erfolg ist\u00a0<i>nicht,<\/i>\u00a0anderen L\u00e4ndern sagen zu k\u00f6nnen, was sie zu tun haben. Erfolg ist\u00a0<i>nicht<\/i>, jemand anderem einzutrichtern, was man selbst f\u00fcr tugendhaft h\u00e4lt. Erfolg ist, wenn man jedem einzelnen eine faire M\u00f6glichkeit gibt, in seinen Bestrebungen voranzukommen. Das ist der erste Grundsatz, der jeder einzelnen Regierung auf der Welt eingesch\u00e4rft werden mu\u00df. Auf diese Weise lie\u00dfe sich der menschliche Elendsindex \u00fcber Nacht um ein Vielfaches senken.<\/p>\n<p>Das zweite Genom-Grundprinzip der Zivilisation bezieht sich auf die Organisation der Regierung. Im Wissen, da\u00df Menschen keine Engel sind, m\u00fcssen die Gewalten geteilt oder fragmentiert werden, so da\u00df nicht eine Fraktion die andere tyrannisieren kann. Unser Gr\u00fcndervater James Madison hat einmal gesagt, man m\u00fcsse daf\u00fcr sorgen, da\u00df \u201edas Streben dem Streben entgegenwirkt.\u201c Man kann bei denen, die sich an die Macht klammern, nicht auf Engelseigenschaften setzen, besonders nicht in der politischen Klasse, die keine Zufallsauswahl der Bev\u00f6lkerung ist. Menschen zieht es in die Politik, weil sie gerne andere beherrschen und egomanisch sind. Sie wollen Beachtung. Deswegen brauchen wir die gegenseitige Kontrolle.<\/p>\n<p>Wir wissen, was sonst passiert: Man gibt jemandem unbegrenzte Macht, ungeachtet seines Hintergrunds, wie etwa bei dem derzeitigen Bewohner des Wei\u00dfen Hauses, und er ma\u00dft sich an, jeden auf dieser Erde umzubringen, von dem er im Geheimen sagt, er sei eine unmittelbare Gefahr und k\u00f6nnte mit Al-Kaida unter einer Decke stecken. \u201eIch brauche keine Kontrolle, ich liege immer richtig.\u201c Das sind die Folgen unbegrenzter Macht.<\/p>\n<p>Gegenseitige Kontrolle ist somit unverzichtbar, wenn wir eine Zivilisation schaffen wollen. Ohne sie folgt Tyrannei. Diese Erkenntnis ergibt sich einerseits, wenn man zwischen der Gefahr einer zu starken Regierung w\u00e4hlen mu\u00df, die mit einer bestimmten Autorit\u00e4t ausgestattet sein mu\u00df, denn im Naturzustand sind die Gesch\u00f6pfe nach Hobbes\u2019 Darstellung \u201earmselig, brutal, gemein und dumm.\u201c Wir wissen, da\u00df die menschliche Natur ohne F\u00fchrung verkommen ist, und wir brauchen eine Regierung, die Raub, Diebstahl und Totschlag verhindert. Aber in der Wahl zwischen einer zu schwachen und einer zu starken Regierung werden wir uns f\u00fcr eine schw\u00e4chere Regierung entscheiden m\u00fcssen, denn Regierungen k\u00f6nnen immer erheblich schlimmer sein als jedes Individuum oder jede Gruppe von Individuen. Man denke nur an den Massenmord, den V\u00f6lkermord unter Mao und Stalin:\u00a0<i>Hunderte\u00a0<\/i>Millionen! Im Vergleich zum V\u00f6lkermord, zum Holocaust verbla\u00dft die Zahl von Mordtaten, die ein einzelner ver\u00fcben kann.<\/p>\n<p>Deswegen ist das Grundprinzip jeden staatlichen Vorgehens auf Freiheit ausgerichtet; die Ausnahme sind \u00dcbergriffe gegen die Freiheit. Die Regierung mu\u00df\u00a0<i>immer<\/i>\u00a0eine sehr hohe H\u00fcrde \u00fcberwinden, um \u00dcbergriffe auf unsere Freiheit zu rechtfertigen &#8211; uns auszuspionieren, uns einzusperren, unsere Redefreiheit einzuschr\u00e4nken: Sie mu\u00df einen sehr, sehr hohen Standard wahren. Denn eine zu starke Regierung vergeht sich an dem eigentlichen Grund, warum wir \u00fcberhaupt Zivilisation und Freiheit haben.<\/p>\n<p>Die wahrscheinlich wichtigste Idee in der Geschichte der Zivilisation, die unserer Regierung eingebleut werden mu\u00df, ist die\u00a0<i>Rechtsstaatsgarantie<\/i>, das Recht auf ein ordentliches Gerichtsverfahren. Die erste wichtige Erkenntnis des Menschen war: \u201eIch k\u00f6nnte unrecht haben\u201c &#8211; man k\u00f6nnte ein Ereignis auf mehr als nur eine Weise betrachten. Nietzsche hat einmal gesagt, es gebe keine Tatsachen, nur Interpretationen. Darin liegt eine gro\u00dfe Weisheit. Man kann ein Ereignis auf vielerlei Weise interpretieren! Es gibt kein Monopol auf Weisheit. Man braucht ein faires Verfahren, bevor man Sanktionen oder irgendeine Strafe verh\u00e4ngt, man mu\u00df die andere Seite anh\u00f6ren und ihr die M\u00f6glichkeit der Verteidigung geben. Und ein Unparteiischer mu\u00df entscheiden, der kein pers\u00f6nliches Interesse an einem bestimmten Ausgang hat.<\/p>\n<p>Die Rechtsstaatlichkeit, jene intellektuelle Bescheidenheit,\u00a0<i>\u201eich k\u00f6nnte unrecht haben\u201c,<\/i>\u00a0mu\u00df das Kernst\u00fcck jeder Verfassung und jeder staatlichen Verf\u00fcgung sein. Man sieht ja, was ohne rechtsstaatliches Verfahren passiert: Das ist die Geschichte der Ungerechtigkeit, oder? Anonyme, unwidersprochene Beschuldigungen k\u00f6nnten jeden ins Gef\u00e4ngnis oder sogar in die Todeszelle bringen.<\/p>\n<p>Das sind die Grundprinzipien einer Regierung, die f\u00fcr den Erhalt der Zivilisation entscheidend sind.<\/p>\n<p>Das letzte und vielleicht wichtigste ist die Einsicht, da\u00df Nationen als Nationen kein unabh\u00e4ngiges Interesse haben, welches \u00fcber das hinausginge, da\u00df alle seine B\u00fcrger in Freiheit leben k\u00f6nnen. Es gibt kein nationales Interesse, die Ressourcen zu kontrollieren, sein Territorium zu erweitern oder die \u00d6lversorgung zu kontrollieren. Was hei\u00dft nationale Sicherheit? Wir beherrschen doch nicht das Ostchinesische Meer, das Westchinesische Meer, den asiatischen Raum oder den Nahen Osten. Worum geht es dabei? Eine Nation als Nation ist ein k\u00fcnstliches Gebilde. Es gibt nur Menschen. Nationen bestehen aus Menschen. Man spricht von \u201enationalen Zielen\u201c, doch das eigentliche Ziel besteht darin, das Individuum dieser Nation in Freiheit leben zu lassen, seine F\u00e4higkeiten zu entwickeln und ihm die moralische Verantwortlichkeit daf\u00fcr zu geben, was es mit seinem Leben anf\u00e4ngt. Darin liegt Erfolg. Der Proze\u00df selbst ist der Erfolg.<\/p>\n<p>Diese Fragen, vor denen wir stehen, sind keineswegs neu. Wir sind nicht die erste Generation, die sich der Notwendigkeit bewu\u00dft w\u00e4re, den Elendsindex der Welt zu senken. Das geht auf das Buch der Prediger im Alten Testament zur\u00fcck, wo es hei\u00dft: \u201eWas ist\u2019s, das man getan hat? Eben das man hernach tun wird; und geschieht nichts Neues unter der Sonne.\u201c<\/p>\n<p>Das bedeutet nicht, da\u00df es keine neuen Technologien gibt. Das wurde nicht im Zeitalter des Internets geschrieben, und ich bin sicher, da\u00df etwas anderes an die Stelle des Internets treten wird. Es gibt technologische Ver\u00e4nderungen. Doch die Motivation der Menschen, die Aufgabe, ein Leben jenseits der tierischen Existenz zu f\u00fchren, hat uns von Anfang an begleitet. Wie man auch in Frankreich sagt: \u201eJe mehr sich die Dinge \u00e4ndern, um so mehr bleiben sie gleich.\u201c<\/p>\n<h4>Reife Tugenden als kulturelle Norm<\/h4>\n<p>Ich habe zumindest mit Blick darauf, wie man Regierungen sieht und aufbaut, vom Genom-Projekt gesprochen. Aber die Regierung allein ist nicht die Erfolgsgeschichte, die wir verfolgen sollten. Wir brauchen ebenso eine politische und soziale Kultur, welche die staatlichen Verf\u00fcgungen untermauert, wenn man so will, oder die Regierung in die Schranken weist. Aber die vielleicht wichtigste soziale, kulturelle Norm, die du und ich &#8211; die Gesellschaft insgesamt &#8211; achten und billigen m\u00fcssen, m\u00f6chte ich die \u201ereifen Tugenden\u201c nennen: Weisheit, Zur\u00fcckhaltung, Bescheidenheit, Demut und der Beherrschung um der Beherrschung willen zu widerstehen und seine Seele nicht f\u00fcr ein Linsengericht zu verkaufen. Das sollte in einer sozialen Kultur belohnt werden &#8211; nicht unbedingt durch Geld, sondern durch Ehrerbietung und sozialen Status, indem man jenen Beifall spendet, die diese Tugenden zeigen, und Leute wie Donald Trump oder Bloomberg \u00e4chtet, die mit ihrem Reichtum protzen und gleichzeitig ein philosophisch ganz armseliges Leben f\u00fchren. Armselig! Das sind moralische Jammergestalten, und sie sollten auch so behandelt werden!<\/p>\n<p>Und wir brauchen eine Kultur, in der die Gier nach Sex, Geld, Macht und leiblichem Wohl als kindisch abgelehnt wird, als etwas, woraus man schon im Sandkastenalter herausgewachsen ist &#8211; all jene schlechten Angewohnheiten, die wir tagt\u00e4glich in der politischen Welt sehen. Die j\u00e4mmerlichsten Gestalten \u00fcben heute Gewalt aus, was in den Augen der Welt zu dem derzeitigen H\u00f6chststand des Elendsindex gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>Auch in unserem Privatleben m\u00fcssen wir uns mit Sokrates klarmachen, da\u00df \u201eein Leben ohne Selbsterforschung gar nicht verdient, gelebt zu werden\u201c. Ein blo\u00dfes Sein um seiner selbst willen ist nicht gut genug. Wir m\u00fcssen uns fragen: Warum sind wir hier? Warum leben wir auf diesem Planeten? Was k\u00f6nnen wir tun, um das Leben angenehmer zu machen &#8211; ehrenhafter, als lediglich nach Befriedigung unserer L\u00fcste zu streben? Wie k\u00f6nnen wir eine h\u00f6here Lebensform erreichen?<\/p>\n<p>Vor dieser Herausforderung steht die Zivilisation heute, so wie auch gestern, und sie wird vor dieser Herausforderung auch morgen stehen. Jedes Kind wird doch mit der gleichen DNA geboren, oder? Dabei spielt es keine Rolle, ob man in Neuseeland oder Sibirien, in den Vereinigten Staaten oder Somalia lebt. Alle Menschen haben den gleichen Ausgangspunkt, die gleiche DNA. Und mit den gleichen moralischen Herausforderungen mu\u00df sich jede Generation erneut auseinandersetzen. Alles, was wir als heute lebende Generation tun k\u00f6nnen, ist, da\u00df wir f\u00fcr die noch nicht Geborenen jene Normen von Freiheit, Ehre und Moral erhalten, welche ihnen die gleichen M\u00f6glichkeiten wie uns bieten, gegen das B\u00f6se anzuk\u00e4mpfen, das in der Menschheit weiterbesteht.<\/p>\n<p>Das ist meines Erachtens unsere Verpflichtung, wenn wir nach zwei Tagen diese Konferenz beenden. Wir kontrollieren nicht die Welt. Was wir kontrollieren, ist uns selbst, Was wir kontrollieren ist das, was unser Leben motiviert. Innerhalb unseres Rahmens, innerhalb unserer F\u00e4higkeit, andere zu motivieren, k\u00f6nnen wir ein ehrenwertes Leben f\u00fchren, das Unterdr\u00fcckung und die Besch\u00e4ftigung mit kindischen Zielen ausschlie\u00dft, welche zum Zerfall unserer Gattung gef\u00fchrt hat. Wir befinden uns schon seit langer Zeit am Rande eines Atomkriegs; viele von Ihnen haben wahrscheinlich noch die Kubakrise erlebt, als wir tats\u00e4chlich dachten, die Erde w\u00fcrde sehr bald zugrunde gehen.<\/p>\n<p>Aber denken Sie daran, Sie selbst haben Ihr Schicksal und Ihr moralisches Leben in der Hand, niemand kann jemand anderes daf\u00fcr verantwortlich machen.<\/p>\n<p>Vielleicht haben wir keinen Erfolg. Die Geschichte der Menschheit zeigt, da\u00df Menschen mit den gr\u00f6\u00dften und edelsten Ideen nicht immer Erfolg hatten. Viele von ihnen wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt; viele von ihnen kamen um, ohne f\u00fcr ihren Mut und ihr Heldentum belohnt worden zu sein. Wir m\u00fcssen uns damit abfinden, da\u00df dies auch uns geschehen k\u00f6nnte, denn alle Zuh\u00f6rer hier wissen, da\u00df wir nicht die Mehrheit sind. Die Mehrheit sitzt in der Wall Street, in den R\u00fcstungsbetrieben, sie haben riesige Reicht\u00fcmer angeh\u00e4uft. Sie \u00fcben eine ungeheure politische Macht aus. Sie haben das Monopol auf staatliche Gewalt.<\/p>\n<p>Aber was sie nicht haben, was allerdings wir haben, ist eine philosophische Seele, die ungeachtet aller Verlockungen, die uns von einer h\u00f6heren Lebensform ablenken soll, voranschreitet.<\/p>\n<p>Vielen Dank<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Wortlaut Danke, da\u00df Sie alle heute gekommen sind. Ich m\u00f6chte Sie zun\u00e4chst darauf aufmerksam machen, warum es einige Bedenken an meiner Glaubw\u00fcrdigkeit geben k\u00f6nnte. 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