{"id":30561,"date":"2015-06-19T17:26:40","date_gmt":"2015-06-19T15:26:40","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/jayshree-sengupta-travailler-ensemble-pour-le-siecle-asiatique-2\/"},"modified":"2015-06-25T14:48:42","modified_gmt":"2015-06-25T12:48:42","slug":"jayshree-sengupta-travailler-ensemble-pour-le-siecle-asiatique","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/jayshree-sengupta-travailler-ensemble-pour-le-siecle-asiatique\/","title":{"rendered":"Jayshree Sengupta : Gemeinsam auf ein asiatisches Jahrhundert hinarbeiten"},"content":{"rendered":"<h2>Jayshree Sengupta<\/h2>\n<p><em>Wirtschaftswissenschaftlerin, Observer Research Foundation, New Delhi, Indien.<\/em><\/p>\n<p>Die Rede wurde auf der Grundlage ihres vorab eingereichten Textes aus dem Englischen \u00fcbersetzt.<\/p>\n<p><hr class=\"shortcode-hr\"><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/9jSrRA52-h4\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Indien nimmt in Asien eine strategische Position ein. Es ist umgeben von China, Nepal, Pakistan und Bangladesch. In seinem Norden liegt Ru\u00dfland. Bekannterma\u00dfen war das 20. Jahrhundert das Amerikanische Jahrhundert, doch das 21. Jahrhundert wird das Asiatische Jahrhundert sein. Aber um das zu erreichen, mu\u00df Schlu\u00df sein mit geopolitischen Kriegen, und die schwachen Nationen Asiens m\u00fcssen wiederaufgebaut werden.<\/p>\n<p>China und Indien waren in der Antike die beiden reichsten L\u00e4nder und laut Angus Maddison noch bis zum 18. Jahrhundert nach BIP-Leistung die beiden gr\u00f6\u00dften Volkswirtschaften. Indien war in verschiedenen Bereichen un\u00fcbertroffen, und sein goldenes Zeitalter war die Gupta-Periode im 6. Jahrhundert n. Chr.<\/p>\n<p>Die Briten, die Indien 200 Jahre lang kolonisierten, schafften riesige Geldsummen von Indien nach Gro\u00dfbritannien, und das Land verarmte. Die Briten verlie\u00dfen Indien 1947 und teilten das Land in zwei Teile, wodurch Pakistan entstand. Seit der Teilung herrschten von Anfang an unvers\u00f6hnliche Beziehungen zwischen beiden.<\/p>\n<p>Zwischen Indien und China entwickelten sich nach der Unabh\u00e4ngigkeit unter Nehru sehr herzliche Beziehungen. Aber 1962 kam es zu einem Krieg \u00fcber den Grenzverlauf, den die Briten festgelegt hatten. Da China und Indien eine lange Geschichte von Frieden, Harmonie und gemeinsamer Kultur und Philosophie haben &#8211; seit dem 2. Jahrhundert v.Chr. -, wurden die guten Beziehungen jedoch wiederhergestellt.<\/p>\n<p>Die BRICS bringt China und Indien einander noch n\u00e4her, da dadurch eine Plattform entsteht, um ihre Probleme zu l\u00f6sen und eine gemeinsame Haltung zu verschiedenen globalen Fragen einzunehmen.<\/p>\n<p>Der indische Ministerpr\u00e4sident Narendra Modi war vor kurzem in China und wurde dort von Pr\u00e4sident Xi Jinping in dessen Heimatstadt Xian mit der Willkommenszeremonie der Tang-Dynastie begr\u00fc\u00dft. 24 zwischenstaatliche Abkommen im Gesamtumfang von 22 Mrd.$ wurden unterzeichnet, darunter Kooperationen auf verschiedenen Gebieten. Es wurde festgehalten, da\u00df Frieden und Ruhe an der Grenze eine notwendige Voraussetzung f\u00fcr Entwicklung und Ausweitung der bilateralen Beziehungen sind.<\/p>\n<p>Zwischen beiden L\u00e4ndern wird ein riesiger bilateraler Handel (70 Mrd. $) abgewickelt, und Indien hat ein Handelsdefizit von 38 Mrd.$ mit China &#8211; ein Anla\u00df zur Sorge f\u00fcr China.<\/p>\n<p>Ein Durchbruch wurde zwischen beiden L\u00e4ndern auf kulturellem Gebiet erreicht. Modi besuchte die Gro\u00dfe Wildganspagode, die zur Erinnerung an den chinesischen M\u00f6nch Xuan Zang, der auf der Suche nach buddhistischen Schriften nach Indien reiste, errichtet wurde. Im Himmelstempel von Beijing fand eine Yoga-Taichi-Veranstaltung statt. Dort hatten vor 1400 Jahren drei indische M\u00f6nche den Buddhismus gelehrt und verbreitet. Ein Programm f\u00fcr Gandhi-Studien wurde an der Universit\u00e4t Fudan eingerichtet.<\/p>\n<p>China kann Indien beim Aufbau der Infrastruktur und der Fachausbildung helfen. Es wurden Absichtserkl\u00e4rungen in verschiedenen Bereichen unterzeichnet, darunter Eisenbahnbau, Fach- und Berufsausbildung, Bergbau, die Gr\u00fcndung eines indisch-chinesischen Denkfabrikforums, sowie Klima- und Ozeanforschung. Die beiden Regierungen richteten Partnerschaften von St\u00e4dten und Bundesl\u00e4ndern in beiden Staaten ein. Indien kann China auf vielerlei Weise helfen, besonders bei der Informationstechnologie, Software und Arzneimitteln.<\/p>\n<p>Modi sagte in China: \u201eOb das 21. Jahrhundert das Asiatische Jahrhundert werden kann, h\u00e4ngt in gro\u00dfem Ma\u00dfe davon ab, was Indien und China einzeln und in ihrer Zusammenarbeit erreichen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<h3>Trilaterale Zusammenarbeit zwischen Nepal, Indien und China<\/h3>\n<p>Indien und China k\u00f6nnen gemeinsam helfen, eines der \u00e4rmsten L\u00e4nder der Region wieder aufzubauen: Nepal.<\/p>\n<p>Indien und Nepal sind seit 1950 eng miteinander verbunden, und heute gibt es praktisch keine Grenze zwischen beiden L\u00e4ndern mehr. Indien und Nepal sind Mitglieder der S\u00fcdasiatischen Vereinigung f\u00fcr regionale Kooperation (SAARC), in der China Beobachterstatus hat. Nepal leidet heute unter bitterer Armut und Unterentwicklung.<\/p>\n<p>Die Bev\u00f6lkerung Nepals betreibt noch \u00fcberwiegend primitive Landwirtschaft, was nur sehr niedrige Einkommen erm\u00f6glicht. Es gibt einen kleinen Industriesektor, aber einen schnell wachsenden Dienstleistungssektor. Auf dem Gesch\u00e4ftsklima-Index der Weltbank rangiert Nepal h\u00f6her als Indien.<\/p>\n<p>Als ein zwischen zwei Riesen eingezw\u00e4ngtes Land mu\u00df Nepal sich mit beiden gut stellen. Es herrscht ein gro\u00dfer Mangel an Energie, Infrastruktur und Arbeitspl\u00e4tzen. Die Geld\u00fcberweisungen der Wanderarbeiter aus Nepal an die Angeh\u00f6rigen zuhause machen einen gro\u00dfen Teil des BIP aus.<\/p>\n<p>Nepal verf\u00fcgt \u00fcber au\u00dfergew\u00f6hnliche Natursch\u00f6nheiten, ein gro\u00dfes Tourismuspotential und gro\u00dfe Fl\u00fcsse zur Erzeugung von Wasserkraft. Das Land ist eine Fundgrube seltener Tier- und Pflanzenarten. Da es \u00fcberwiegend eine Bergregion ist, gibt es nur wenige Ackerfl\u00e4chen. Aber es gibt auch Gegenden, wo drei Ernten im Jahr angebaut werden k\u00f6nnen. Insgesamt kann Nepal kein gro\u00dfer Exporteur von Agrarerzeugnissen sein, aber Honig, Reis, Gem\u00fcse, Kr\u00e4uter und Obst k\u00f6nnen reichlich wachsen.<\/p>\n<p>Nepals n\u00f6rdlicher Nachbar China k\u00e4mpft mit Problemen des schnellen Wachstums und eines hohen Urbanisierungsgrades. Nach drei Jahrzehnten zweistelligen Wachstums mu\u00df das Land jetzt mit wirtschaftlicher Verlangsamung, einer alternden Bev\u00f6lkerung und Problemen der Nahrungsmittelsicherheit fertig werden. Die chinesische Regierung wendet sich auch bewu\u00dft von einem exportlastigen Wachstum ab und konzentriert sich zunehmend auf einen steigenden Binnenkonsum und die Erh\u00f6hung der Familieneinkommen.<\/p>\n<p>China hat \u00dcberschu\u00dfkapazit\u00e4ten in seinen Industriebetrieben und in der Infrastruktur, versucht aber einige Produktionsstandorte auszulagern, um wettbewerbsf\u00e4hig zu bleiben. Nepal kann diese Rolle \u00fcbernehmen und zum Standort f\u00fcr die Montage von Maschinen und Anlagen werden, was in China zu teuer geworden ist.<\/p>\n<p>China dringt auch auf eine gerechtere Einkommensverteilung und ein ausgeglicheneres Wachstum zwischen Stadt und Land. Die Agrarproduktion ist ein wichtiges Anliegen geworden, und China mu\u00df mehr Gewicht auf die Qualit\u00e4t der Erzeugnisse legen. Es gab viele F\u00e4lle verdorbener und kontaminierter Nahrungsmittel, weil die Umwelt h\u00e4ufig mit Schwermetallen belastet ist. Zwar mu\u00df Nepal selbst Reis einf\u00fchren, doch es kann dabei helfen, \u201esichere\u201c Garten- und Feldfr\u00fcchte zu liefern. China k\u00f6nnte in Nepals Agrarproduktion investieren, damit von dort die chinesischen M\u00e4rkte versorgt werden.<\/p>\n<p>China kann Wanderarbeiter aus Nepal f\u00fcr seinen eigenen Landwirtschaftssektor anwerben, weil in den chinesischen D\u00f6rfern Arbeitskr\u00e4ftemangel herrscht. China wird in Zukunft gro\u00dfe Probleme mit der Nahrungsmittelversorgung bekommen, wenn immer mehr Menschen von der Landwirtschaft in die Industrie \u00fcberwechseln. China hat 20 Prozent der Weltbev\u00f6lkerung, aber nur 7 Prozent der weltweiten Anbaufl\u00e4che.<\/p>\n<p>Nepals geographische N\u00e4he zu Tibet ist ein Pluspunkt. F\u00fcr China ist es einfacher, Nahrungsmittel \u00fcber Nepal nach Tibet zu transportieren [als nur durch chinesisches Gebiet], und man k\u00f6nnte an der Grenze von Nepal zu Tibet Betriebe zur Lebensmittelverarbeitung und -verpackung aufbauen. Chinesische Unterst\u00fctzung beim Ausbau der Infrastruktur in den n\u00f6rdlichen Regionen Nepals kann dazu beitragen, Nepals Exporte nach China zu steigern. Nepal kann auch mehr ausl\u00e4ndische Direktinvestitionen aus China anziehen, die seiner Entwicklung und seinem Wachstum f\u00f6rderlich w\u00e4ren.<\/p>\n<p>Nepals s\u00fcdlicher Nachbar Indien ist der gr\u00f6\u00dfte Partner bei Handel und Investitionen. Das indische Industriewachstum hat nach einer Stagnationsperiode j\u00fcngst wieder angezogen, und der Industrieproduktionsindex lag im letzten Quartal (Januar bis M\u00e4rz 2015) bei 8,4%. Das Wachstum des Dienstleistungssektors betr\u00e4gt 10,1%. Der indische Handels\u00fcberschu\u00df mit Nepal (2 Mrd.$) ist f\u00fcr die nepalesische Regierung Anla\u00df zu gro\u00dfer Sorge. Durch mehr Exporte auf einem ausgebauten Landweg lie\u00dfe er sich verringern. Auch das indische Handelsdefizit mit China lie\u00dfe sich reduzieren, wenn es eine gute Stra\u00dfenverbindung nach China \u00fcber Nepal g\u00e4be. Geeignete Infrastruktur w\u00fcrde die Transportkosten zwischen allen drei L\u00e4ndern senken.<\/p>\n<p>Indien kann einen Teil seiner Produktion nach Nepal auslagern, das niedrigere Arbeitskosten hat. Zwischen beiden L\u00e4ndern gibt es keine Sprach- oder Geldtransferprobleme, und viele indische Betriebe haben bereits in Nepal investiert.<\/p>\n<p>Indien kann entlang der nepalesisch-indischen Grenze Sonderwirtschaftszonen einrichten, die beiden L\u00e4ndern nutzen. Bei der Wasserkraft und im Tourismus sind die M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Joint Ventures und Kooperation immens.<\/p>\n<p>Nepal kann also dank seiner strategischen geopolitischen Lage ein rasches Wachstum sowohl von indischer wie chinesischer Seite f\u00f6rdern und beide um Unterst\u00fctzung bei der Infrastruktur bitten. Es kann Gemeinschaftsprojekte an beiden Grenzen geben.<\/p>\n<p>F\u00fcr die zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit zwischen Indien, China und Nepal mu\u00df sich das Investitionsklima in allen drei L\u00e4ndern, besonders aber in Nepal und Indien \u00e4ndern. Beide L\u00e4nder brauchen eine investitionsfreundlichere Politik mit l\u00e4ngerfristigen Visionen und Strategien. Nepal braucht politische Stabilit\u00e4t, eine St\u00e4rkung seiner Rechtsinstitutionen und die \u00dcberbr\u00fcckung anderer politischer Schwachstellen.<\/p>\n<p>Nepal kann zu einer \u201eneuen Transitwirtschaft\u201c zwischen Indien und China werden. Hierf\u00fcr sind bereits 19 Bereiche mit einem Potential f\u00fcr erfolgreichen Export identifiziert worden.<\/p>\n<p>Indien mu\u00df die Einfuhr nepalesischer G\u00fcter erleichtern und beim Aufbau der physischen und sozialen Infrastruktur helfen, was zum Abbau der Armut beitragen wird. Die trilaterale Zusammenarbeit zwischen Indien, Nepal und China kann den Lebensstandard der ganzen Region erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Mit einer Gesamtbev\u00f6lkerung von etwa 2,8 Mrd. Menschen kann die trilaterale Zusammenarbeit dazu f\u00fchren, da\u00df ein riesiger Handels- und Entwicklungsblock in der Welt entsteht.<\/p>\n<h3>Pakistan und Indien<\/h3>\n<p>Pakistan ist der problematischste Nachbar Indiens. In Indien und Pakistan leben zahllose Menschen unter der Armutsgrenze. Trotzdem haben die beiden L\u00e4nder dreimal Krieg gegeneinander gef\u00fchrt.<\/p>\n<p>Auch Pakistan ist Mitglied der S\u00fcdasiatischen Vereinigung f\u00fcr regionale Kooperation (SAARC), dennoch ist der Handel zwischen Indien und Pakistan mit 2,3 Mrd. $ gering und mit vielen Problemen befrachtet, und die Handelserl\u00f6se kommen nicht den Menschen auf beiden Seiten zugute. Es gibt immer noch die Hoffnung, da\u00df sich unter [Pakistans] Ministerpr\u00e4sident Nawaz Sharif die Handels- und Investitionsbeziehungen zwischen Indien und Pakistan verbessern werden.<\/p>\n<p>Ministerpr\u00e4sident Modi hat Nawaz Sharif zu seiner Amtseinf\u00fchrungszeremonie im Mai 2104 eingeladen. Indien hat zugestimmt, 300 pakistanischen Exportartikeln freien Zugang zu gew\u00e4hren, hat die Visaausstellung vereinfacht und die Vorschriften zur Er\u00f6ffnung von Banken in Indien gelockert.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der regul\u00e4re Handel leidet, floriert der informelle Handel. Der informelle Handel bel\u00e4uft sich auf mehr als 1 Mrd.$; eine Komponente dabei ist der Schmuggel, eine andere Komponente sind Dreiecksgesch\u00e4fte, wobei der Handel aus Indien erst nach Dubai oder Singapur und dann nach Pakistan l\u00e4uft. Schmuggel bedeutet einen Verlust f\u00fcr die Staatskasse beider L\u00e4nder und beim Handel \u00fcber Drittl\u00e4nder leidet der Verbraucher, weil die zus\u00e4tzlichen Transportkosten h\u00f6here Preise bedeuten.<\/p>\n<p>Beide L\u00e4nder verzeichnen niedrige Indikatoren f\u00fcr die menschliche Entwicklung, eine Zunahme terroristischer Aktivit\u00e4ten und geringe Pro-Kopf-Einkommen.<\/p>\n<p>Indien gew\u00e4hrte Pakistan 1998 die Meistbeg\u00fcnstigungsklausel, doch Pakistan laviert immer noch. Es spricht zwar inzwischen mehr daf\u00fcr, da\u00df Pakistan Indien einen \u201ediskriminierungsfreien Marktzugang\u201c (eine andere Bezeichnung f\u00fcr Meistbeg\u00fcnstigungsklausel) gew\u00e4hren k\u00f6nnte, doch bisher ist dies nicht geschehen. Sollte Pakistan Indien diesen Zugang gew\u00e4hren, w\u00fcrden automatisch die Z\u00f6lle sinken und indische Waren w\u00fcrden gleich behandelt wie die anderer L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Pakistan wechselte jedoch von einer Positivliste von 2000 G\u00fctern, die importiert werden k\u00f6nnten, zu einer Negativliste von 1200 Produkten, die nicht importiert werden d\u00fcrfen. Angesichts der seit Jahrzehnten angespannten politischen Beziehungen ist die Hoffnung, da\u00df der Handel Frieden stiften k\u00f6nnte, schwierig zu verwirklichen.<\/p>\n<p>Indien liegt mit Pakistan in vielen Punkten \u00fcber Kreuz &#8211; besonders wegen des Anschlags von Mumbai 2008, weil Pakistan sich weigert, die Verantwortlichen anzuklagen, und wegen des eskalierenden pakistanischen Atomprogramms.<\/p>\n<p>Die Zugverbindung zwischen Lahore und Neu-Delhi wurde zwar wiederaufgenommen, ist aber kein gro\u00dfer Erfolg. In Indien f\u00fcrchtet man sich vor pakistanischem Staatsterrorismus, und es herrscht gro\u00dfes Mi\u00dftrauen bei jedem politischen Schritt, der Pakistan Zugest\u00e4ndnisse macht.<\/p>\n<p>Auch wenn k\u00fcrzlich pakistanische Direktinvestitionen in Indien zugelassen wurden, hat sich bisher wenig getan. Die indischen Investitionen in Pakistan sind ebenfalls unbedeutend. Der Grund f\u00fcr diese langsame Bewegung von Investitionskapital \u00fcber die Grenzen hinweg sind die fehlenden Investitionsb\u00fcrgschaften. Auch gibt es weiter Probleme bei grenz\u00fcberschreitenden Geld\u00fcberweisungen, besonders von Indien nach Pakistan.<\/p>\n<p>Es gibt viele M\u00f6glichkeiten f\u00fcr Joint Ventures, die f\u00fcr die Menschen auf beiden Seiten von Nutzen w\u00e4ren, wie Lebensmittelverarbeitung und IT, aber wegen der Angst vor Kapitalverlusten geschieht nur sehr wenig. Solange dieses Problem nicht gel\u00f6st ist, wird es zu keinen Investitionen in neue Arbeitspl\u00e4tze kommen.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend die Gesch\u00e4ftskontakte zwischen beiden L\u00e4ndern zunehmen, bleiben die Regierungen vorsichtig und zur\u00fcckhaltend. Das derzeitige Handelsvolumen liegt zwar mit 2,7 Mrd.$ unter dem Potential, doch es gibt Spielraum, um den Handel in den n\u00e4chsten Jahren auf 10 Mrd.$ auszuweiten. Der pakistanische Export bleibt mit 541 Mio.$ gering.<\/p>\n<p>Es gibt nur wenige gute Stra\u00dfenverbindungen, die f\u00fcr den Handel zwischen Indien und Pakistan genutzt werden k\u00f6nnen, und beim Bahntransport gibt es Probleme. Im April 2012 er\u00f6ffneten die beiden Hauptst\u00e4dte einen neuen integrierten Kontrollpunkt beim Grenz\u00fcbergang Attari-Wagah, mit dem sich der Handel \u00fcber diesen Abschnitt mindestens verzehnfachen k\u00f6nnte. Beide Seiten haben auch ein zukunftsweisendes Visaabkommen geschlossen, das Reiserestriktionen lockert.<\/p>\n<p>Indien ist zweifellos die gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft in der Region, und die kleineren Nachbarn haben Grund, sich bedroht zu f\u00fchlen. Indien kann seine Unternehmen auffordern, sich an die Spitze der Handelsliberalisierung zu setzen. Mehr Kontakte zwischen den Handelskammern beider Seiten k\u00f6nnten \u00c4ngste zerstreuen und mehr Kooperation herbeif\u00fchren. Zweifellos w\u00fcrden sich die Produzenten freuen, wenn sie preiswerte Materialien von beiden Seiten importieren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Indien mu\u00df gro\u00dfz\u00fcgig sein und Pakistan den Zugang zu Drittl\u00e4ndern wie Nepal, Bangladesch und Bhutan \u00fcber sein Territorium gew\u00e4hren, und Pakistan sollte Indien Transitrechte f\u00fcr den Zugang zu Exportm\u00e4rkten in Afghanistan gew\u00e4hren. Das ist entscheidend, um den regionalen Handel zu f\u00f6rdern, zu dem in der Zukunft auch China, Iran und die T\u00fcrkei geh\u00f6ren werden.<\/p>\n<p>Beide Seiten sollten daf\u00fcr sorgen, da\u00df Sicherheitsprobleme und politische Spannungen die Wirtschaftsbeziehungen nicht beeintr\u00e4chtigen, weil davon Tausende von Menschenleben abh\u00e4ngen. Handelssperren wegen einzelner Terroranschl\u00e4ge k\u00f6nnen kontraproduktiv sein und zu noch br\u00fcchigeren bilateralen Beziehungen zwischen zwei unmittelbaren Nachbarstaaten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wie Nepal, so unterst\u00fctzt China auch Pakistan bereits seit langer Zeit. Als China k\u00fcrzlich 46 Mrd.$ Investitionen in die pakistanische Infrastruktur ank\u00fcndigte, war man in Indien alarmiert. China m\u00f6chte neue Handelswege von China nach Zentral- und S\u00fcdasien er\u00f6ffnen und den pakistanischen Hafen von Gwadar ausbauen. Chinas Schritt hat wirtschaftliche und strategische Gr\u00fcnde und wird wahrscheinlich der gesamten Region zugute kommen, indem Verbindungswege zwischen Asien und Europa er\u00f6ffnet werden.<\/p>\n<p>Somit wird das Asiatische Jahrhundert Wirklichkeit werden, wenn man die geopolitischen Konflikte \u00fcberwindet und die gro\u00dfen Nachbarn Indien und China Entwicklungsl\u00e4ndern wie Nepal und Pakistan helfen, aus der Armut herauszukommen. Indien, China und Pakistan geben Millionen von Dollar f\u00fcr die R\u00fcstung aus, die besser in die Entwicklung flie\u00dfen sollten, um das Asiatische Jahrhundert zu verwirklichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jayshree Sengupta Wirtschaftswissenschaftlerin, Observer Research Foundation, New Delhi, Indien. Die Rede wurde auf der Grundlage ihres vorab eingereichten Textes aus dem Englischen \u00fcbersetzt. &nbsp; Indien nimmt in Asien eine strategische Position ein. 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