{"id":30291,"date":"2015-06-19T17:57:20","date_gmt":"2015-06-19T15:57:20","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/christine-bierre-le-pont-terrestre-eurasiatique-de-leibniz-2\/"},"modified":"2015-06-26T17:19:04","modified_gmt":"2015-06-26T15:19:04","slug":"christine-bierre-le-pont-terrestre-eurasiatique-de-leibniz","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/christine-bierre-le-pont-terrestre-eurasiatique-de-leibniz\/","title":{"rendered":"Christine Bierre : Die Eurasische Landbr\u00fccke aus der Sicht von Leibniz"},"content":{"rendered":"<h2>Christine Bierre<\/h2>\n<p><em>Journalistin, Paris<\/em><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p><iframe loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/_QpyojYtaIQ\" width=\"1280\" height=\"720\" frameborder=\"0\" allowfullscreen=\"allowfullscreen\"><\/iframe><\/p>\n<p>Meine Damen und Herren,<\/p>\n<p>dieser Abschnitt der Konferenz wird sich mit gro\u00dfen Infrastrukturprojekten befassen, die im Mittelpunkt der BRICS-Strategie stehen, und in diesem Zusammenhang werde ich \u00fcber das \u201eGrand Design\u201c der eurasischen Entwicklung sprechen, das im 17. Jahrhundert von den gro\u00dfen deutschen Philosophen, Wissenschaftler und Politiker Leibniz vorgeschlagen wurde und ein wunderbares Modell f\u00fcr heute ist.<\/p>\n<p>Aber bevor ich darauf komme, noch ein paar Bemerkungen zur Frage der gro\u00dfen Infrastrukturprojekte. Sie sind tats\u00e4chlich die eigentliche Grundlage f\u00fcr die industrielle Entwicklung einer Nation. Ohne moderne Verkehrs-, Energie- und Wasserinfrastruktur ist kein Fortschritt m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Aber es w\u00e4re falsch, diese Projekte blo\u00df an und f\u00fcr sich zu betrachten, weil man dann Gefahr l\u00e4uft, in den Fehler der keynesianischen \u00d6konomen zu verfallen, f\u00fcr die es blo\u00df wichtig ist, wirtschaftliche Aktivit\u00e4t auszul\u00f6sen, egal in welchem Bereich, auch wenn die nur darin besteht, L\u00f6cher im Boden aufzurei\u00dfen und wieder zuzusch\u00fcten!<\/p>\n<p>Das wichtige an der BRICS-Strategie ist, da\u00df diese Infrastrukturen und die Lastwagen, Kr\u00e4ne und Bagger, die f\u00fcr ihren Beu eingesetzt werden, nur der konkrete Ausdruck des kreativen menschlichen Geistes sind, und der Menschen, die die enormen Herausforderungen der Natur meistern, um ihre menschliche Gesellschaft zu transformieren.<\/p>\n<p>Bevor diese Objekte entstehen, ist da das Konzept des Menschen als Sch\u00f6pfer, im Gegensatz zu das des Menschen als R\u00e4uber, das heute infolge der verschiedenen extremen Formen des Liberalismus vorherrscht, den die westlichen Finanzzentren, die Londoner City und die Wall Street, weltweit verbreitet haben.<\/p>\n<p>Die BRICS-Strategie wird auch gen\u00e4hrt von einer nobleren Vision der menschlichen Zivilisation, durch den Willen, eine Welt zu schaffen, in der alle Nationen, egal wie gro\u00df oder reich sie sind, das Recht auf eine umfassende Entwicklung haben, eine \u201ewestf\u00e4lische\u201c Welt, in der alle Nationen Souver\u00e4n sind, um B\u00fcndnisse mit den Partnern ihrer Wahl einzugehen, und nicht gezwungen sind, sich diesem oder jenem ideologischen Block zu unterwerfen oder Vasallen dieses oder jenes Imperiums zu werden. Herr Kadyschew hat dieses Prinzip heute morgen bekr\u00e4ftigt. Chinas Pr\u00e4sident Xi Jinping verhandelt jeden Tag mit kleinen und gro\u00dfen Nationen \u201eWin-win\u201c-Vertr\u00e4ge aus.<\/p>\n<p>Diese Vision des Menschen ist leider aus dem transatlantischen Bereich verschwunden, wo sie durch jene des R\u00e4ubers und die R\u00fcckkehr zu Imperien verdr\u00e4ngt wurde. Die Geier sind \u00fcberall: im Finanzbereich, in den Regierungen, wo sie den \u00f6ffentlichen Besitz und die Schw\u00e4chsten unter uns pl\u00fcndern, und im Krieg, wo sie ihre ungez\u00fcgelte Grausamkeit entfesseln, wie im Nahen Osten.<\/p>\n<p>Frankreich hatte die Chance, einen Charles de Gaulle zu haben, der in seiner Zeit den Geist der BRICS verk\u00f6rperte. Aber inzwischen ist es in sch\u00e4ndliche und opportunistische B\u00fcndnisse verstrickt, wo es f\u00fcr eine Handvoll Dollars vom dekadenten amerikanischen Empire zu den r\u00fcckst\u00e4ndigsten \u00d6lmanarchien \u00fcbergeht, ohne jedoch die T\u00fcr zu den BRICS ganz zu verschlie\u00dfen, weil man ja nie wissen kann, wer am Ende gewinnt!<\/p>\n<p>Erinnern wir uns an das wahre Frankreich, an den 30. Januar 1964, als Charles de Gaulle, der Pr\u00e4sident eines Frankreichs, das seine Souver\u00e4nit\u00e4t gerade erst wieder zur\u00fcckerlangt hatte, mit dem Anglo-amerikanischen Block brach und die Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen mit einer anderen souver\u00e4nen Nation &#8211; China- bekannt gab. Denn auch wenn er das damalige chinesische Regime nicht guthie\u00df, setzte er darauf, wie er sagte, da\u00df \u201eman in der ungeheuren Evolution der Welt durch die Vermehrung der Beziehungen zwischen den V\u00f6lkern der Sache der Menschheit dienen kann, d.h., der Weisheit, dem Fortschritt und dem Frieden&#8230; und so k\u00f6nnen alle Seelen, egal wo sie sich auf der Erde befinden, zusammenfinden, schneller an jenen Treffpunkt gelangen, den Frankreich vor 175 Jahren vorgegeben hat &#8211; den der Freiheit, Gleichheit und Br\u00fcderlichkeit. Nach dieser Entscheidung trat Frankreich 1966 aus dem gemeinsamen Kommando [der NATO] aus und er\u00f6ffnete auch Beziehungen zur Sowjetunion.<\/p>\n<p>Und weil ich vollkommen \u00fcberzeugt bin, da\u00df Frankreich seine milit\u00e4rische Souver\u00e4nit\u00e4t zur\u00fcckgewinnen und mit einem westlichen Block brechen kann, dessen Finanzkrise und Streben nach einem Weltempire die Welt in einen Krieg gegen Ru\u00dfland und China treibt, und da\u00df auch andere europ\u00e4ische L\u00e4nder ebenfalls die Inspiration finden k\u00f6nnen, das gleiche zu tun, will ich ihnen hier das gewaltige eurasische Projekt vorstellen, das Leibniz im 17. Jahrhundert vorgeschlagen hat.<\/p>\n<p>Weil dieses Projekt einen sehr hohen Ma\u00dfstab setzt, und weil wir, um in dem, was wir tun, Erfolg zu haben, alle jene zusammenbringen m\u00fcssen, die heute daf\u00fcr k\u00e4mpfen, diese Neue Welt hervorzubringen, die die BRICS heute schaffen, m\u00fcssen wir uns selbst an diesem sch\u00f6nen Ideal laben.<\/p>\n<h3>Leibnizens eurasisches Grand Design<\/h3>\n<p>Um ein Europa, das durch irrationale Kriege zerst\u00f6rt war und sich im Griff der D\u00e4monen des religi\u00f6sen Fanatismus befand, zu ver\u00e4ndern, k\u00e4mpfte Leibniz, ein Zeitgenosse und Mitarbeiter Colberts, daf\u00fcr, die Bedingungen f\u00fcr Frieden und Entwicklung auf dem gesamten eurasischen Kontinent zu schaffen.<\/p>\n<p>Was ist sein Grand Design, sein gro\u00dfer Entwurf? Ein B\u00fcndnis zwischen Europa und China, den entwickeltsten Gebieten der damaligen Welt, durch das das dazwischen gelegene Ru\u00dfland durch die Steigerung des kulturellen und wirtschaftlichen Austauschs zwischen den beiden Fortschritte macht. Die Beziehungen zwischen den Nationen sind heute nicht die gleichen, aber das Prinzip ist dasselbe.<\/p>\n<p>Diesen Entwurf pr\u00e4sentiert Leibniz in poetischer Weise im Vorwort zu seinem Werk Novissima Sinica &#8211; Neuigkeiten aus China -, in dem er sagt: \u201eDurch einzigartige Entscheidung des Schicksals, wie ich glaube, ist es dahin gekommen, da\u00df die h\u00f6chste Kultur und die h\u00f6chste technische Zivilisation der Menschheit heute gleichsam gesammelt sind an zwei \u00e4u\u00dfersten Enden unseres Kontinents, in Europa und China, das gleichsam wie ein Europa des Ostens das entgegengesetzte Ende der Erde ziert. Vielleicht verfolgt die h\u00f6chste Vorsehung dabei das Ziel &#8211; w\u00e4hrend die zivilisierten und gleichzeitig am weitesten voneinander entfernten V\u00f6lker sich die Arme entgegenstrecken &#8211; alles, was sich dazwischen befindet, allm\u00e4hlich zu einem vernunftgem\u00e4\u00dfen Leben zu f\u00fchren.\u201c Und Leibniz f\u00fcgt hinzu, da\u00df Zar Peter der Gro\u00dfe diesem Projekt geneigt sei, und darin vom orthodoxen Patriarchen unterst\u00fctzt werde.<\/p>\n<p>Leibniz hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck, da\u00df sich damals sowohl Zar Peter der Gro\u00dfe als auch der chinesische Kaiser Kangxi f\u00fcr Europa \u00f6ffneten und einen \u201egro\u00dfen Eifer zeigen, ihren L\u00e4ndern die Kenntnis der Wissenschaften und der europ\u00e4ischen Kultur zu bringen.\u201c<\/p>\n<p>Nachdem er jahrelang daran gearbeitet hatte, eine gute Beziehung zu diesen beiden Staatsoberh\u00e4uptern aufzubauen, versuchte Leibniz, in seiner Funktion als F\u00fcrstenberater, den Gang der Geschichte zu ver\u00e4ndern. Er traf dreimal (1711, 1712, 1716) mit Peter dem Gro\u00dfen zusammen und wurde dessen Berater. Der Zar hatte ihn um Hilfe gebeten, \u201esein Volk aus der Barbarei zu f\u00fchren\u201c. Zu Kangxi hatte er keine direkten Beziehungen, sondern \u00fcber eine Gruppe jesuitischer Missionare, die seit 100 Jahren in China wirkten und denen es dank ihrer wissenschaftlichen Kenntnisse gelungen war, das Vertrauen der Kaiser und insbesondere Kangxis zu gewinnen, der damals regierte. Leibniz stand in Briefkontakt mit vielen dieser Jesuiten und regte selbst die Mission von f\u00fcnf jesuitischen Missionaren an, die 1685 nach China aufbrachen, um mit Kangxi zusammenzuarbeiten.<\/p>\n<h3>Fortschritt nach Ru\u00dfland bringen<\/h3>\n<p>Alle Memoranden \u00fcber diesen leidenschaftlichen Dialog zwischen Leibniz und Peter dem Gro\u00dfen und seinen Beratern sind heute vollst\u00e4ndig zug\u00e4nglich, dank der gesammelten Werke von Leibniz, die von Fouchier de Careil zusammengestellt wurden.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt seiner Vorschl\u00e4ge stand, \u201ealle aktiven und f\u00e4higen M\u00e4nner aller Berufe heranzuziehen\u201c, seine Untertanen auszubilden, insbesondere die Jugend, und sie zu lehren, \u201ekreativ zu sein\u201c, indem man die gro\u00dfen Entdeckungen der Vergangenheit nachvollzieht; die Beschreibungen aller K\u00fcnste und Wissenschaften ins Russische zu \u00fcbersetzen, \u00fcberall Schulen aufzubauen und in den gr\u00f6\u00dften St\u00e4dten, wie Moskau, St. Petersburg, Kiew und Astrachan wissenschaftliche Akademien aufzubauen; \u00fcberall Bibliotheken und Observatorien zu gr\u00fcnden, und Laboratorien, um Maschinen zu bauen.<\/p>\n<p>Schon ein Jahrhundert vor den Briten riet Leibniz, der die Bem\u00fchungen der Pariser Akademie der Wissenschaften, W\u00e4rmekraftmaschinen zu entwickeln, unterst\u00fctzte, den Russen, ein Laboratorium zu schaffen, in dem gute Chemiker und Pyrotechniker den Gebrauch des Feuers f\u00fcr die Arbeit in den Minen, f\u00fcr die Metallverarbeitung, Gie\u00dfereien, Glasfabriken und sogar f\u00fcr die Artillerie studieren sollten. Wie ein moderner Prometheus sagte er: \u201eDas Feuer mu\u00df als der m\u00e4chtigste Schl\u00fcssel zu den K\u00f6rpern betrachtet werden.\u201c<\/p>\n<p>In Bezug auf die Infrastruktur riet er ihnen, dar\u00fcber nachzudenken, was man f\u00fcr die Fl\u00fcsse und die Landesplanung tun k\u00f6nne &#8211; \u00fcber die Wolga (die durch einen Kanal mit dem Don verbinden werden k\u00f6nne) und die Verbesserung der Schiffbarkeit des Dnjepr und des Irtysch, und Kan\u00e4le zu bauen, sowohl als Verkehrswege als auch zur Trockenlegung der S\u00fcmpfe.<\/p>\n<h3>Ein \u201eAustausch des Lichts\u201c mit China<\/h3>\n<p>Leibniz Arbeiten \u00fcber China sind auch ein sch\u00f6nes Beispiel f\u00fcr die Zusammenarbeit zwischen Nationen, die die besten Traditionen respektieren, von dem die Zauberlehrlinge der Farbenrevolutionen im Westen viel lernen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>In seinen Novissima Sinica vergleicht er die relativen Verdienste der chinesischen und der europ\u00e4ischen Kultur, und stellt sie fast auf die gleiche Stufe. \u201eChina\u201c, sagt er, \u201e ist ein gro\u00dfes Reich, das dem kultivierten Europa an Ausdehnung nicht nachsteht und es an Einwohnern und guter politischer Ordnung sogar \u00fcbertrifft.\u201c<\/p>\n<p>Europa hingegen sei \u00fcberlegen, wenn es um die Kenntnis von Formen geht, die den Geist von der Materie unterscheiden, wie etwa die Metaphysik und die Geometrie. Die Jesuiten arbeiteten daran, dies zu beheben, indem sie Geometrie, Astronomie und Mechanik unterrichteten &#8211; ein Beispiel daf\u00fcr ist das von Pater Verbiest, dem Lehrer des jungen Kangxi, erfundene Dampffahrzeug -, und indem sie anderen gro\u00dfe Bauprojekte unterst\u00fctzten.<\/p>\n<p>Aber vor allem war Leibniz beeindruckt von der Alltagsweisheit der Chinesen: \u201eWenn wir daher in den handwerklichen Fertigkeiten ebenb\u00fcrtig und in den theoretischen Wissenschaften \u00fcberlegen sind, so sind wir aber sicherlich unterlegen &#8211; was zu bekennen ich mich beinahe sch\u00e4me &#8211; auf dem Gebiet der praktischen Philosophie, ich meine: in den Lehren der Ethik und Politik, die auf das Leben und die t\u00e4glichen Gewohnheiten der Menschen selbst ausgerichtet sind.\u201c Man wisse gar nicht, was man sagen solle \u00fcber die wunderbare Ordnung, die den Gesetzen anderer Nationen \u00fcberlegen sei und nach denen sich die Chinesen in allen Dingen um der \u00f6ffentlichen Ruhe und der Beziehungen zwischen den Menschen willen richten.<\/p>\n<p>Diese Kultur der Weisheit und der Harmonie zwischen dem t\u00e4glichen Leben, dem politischen Leben und dem Kosmos war das Erbe der Philosophie des Konfuzius (551-479 v. Chr.), bereichert durch andere philosophische Traditionen. Erinnern wir uns an die Tatsache, da\u00df China schon im 11. Jahrhundert die Perspektive entdeckte und da\u00df der gro\u00dfe Kunsthistoriker Guo Ruoxu im Jahr 1074 schrieb: \u201eWenn der geistige Wert einer Person gehoben wird, folgt daraus, da\u00df auch die innere Resonanz dadurch erhoben wird und da\u00df das Gem\u00e4lde dann notwendigerweise voller Leben und Bewegung ist (shendong) Man kann sagen, da\u00df es auf den h\u00f6chsten Ebenen des geistigen mit der Quintessenz konkurrieren kann.\u201c<\/p>\n<p>Im Gegensatz zur Mehrheit der religi\u00f6sen Orden und Vikare des Papstes, die versuchen wollten, China mit Gewalt zu christianisieren, was am Ende zum Scheitern des Leibnizschen Projektes f\u00fchrte, unterst\u00fctzte Leibniz den \u00f6kumenischen Dialog der Jesuiten, und nach einem gr\u00fcndlichen Studium des Konfuzianismus kam er zu dem Schlu\u00df, da\u00df ein Dialog auf Augenh\u00f6he zwischen der nat\u00fcrlichen Theologie des Konfuzius hergestellt werden k\u00f6nne, aber nicht mit dem geoffenbarten Christentum, sondern mit der christischen Metaphysik.<\/p>\n<h3>Die Mission der franz\u00f6sischen jesuitischen Mathematiker<\/h3>\n<p>Kommen wir zum Schlu\u00df, um diejenigen, die uns regieren, immer wieder an die besten Traditionen unserer Au\u00dfenpolitik zu erinnern, auf die Mission der f\u00fcnf jesuitischen Missionare zur\u00fcck, die 1688 nach China aufbrachen, was dazu beigetragen hat, schon vor 300 Jahren die besondere Partnerschaft Frankreichs zu diesem Land aufzubauen.<\/p>\n<p>Diese Jesuiten waren die Gesandten einer Arbeitsgruppe, die von Jean Baptiste Colbert an der Akademie der Wissenschaften in Paris unter dem Direktor des Observatoriums von Paris, Jean Dominique Cassini, gebildet worden war. Das Ziel dieser Gruppe war es, mit Hilfe der Astronomie korrekte geographische Karten zu erstellen und das gro\u00dfe wissenschaftliche und praktische Unternehmen jener Zeit zu bew\u00e4ltigen, n\u00e4mlich, die L\u00e4ngenbestimmung f\u00fcr die Hochseeschiffahrt.<\/p>\n<p>F\u00fcr diese Untersuchungen war es notwendig, Wissenschaftler in verschiedene Teile der Welt zu entsenden, um so viele Daten wie m\u00f6glich zu sammeln. Die Mission der f\u00fcnf franz\u00f6sischen Jesuiten in China war es, die Reisen der Akademiemitglieder Jean Picard nach Uraniborg in D\u00e4nemark, von Jean Rich\u00e9 nach Cayenne, von Varin zur Gor\u00e9e-Insel und den Antillen zu erg\u00e4nzen, die dem gleichen Ziel dienten.<\/p>\n<p>Leibniz und Colbert veranla\u00dften diese Reise f\u00fcr eine Frage, die Leibniz brennend interessierte. In seiner Korrespondenz \u00fcber Ru\u00dfland beschreibt er dieses wissenschaftliche Projekt im Detail und bezeichnet es als eine seiner drei Priorit\u00e4ten. Er ruft dazu auf, solche Experimente auch in Ru\u00dfland durchzuf\u00fchren, insbesondere in der N\u00e4he des Nordpols. Die Leitung dieses Teams wurde Vater Fontaney anvertraut, der bereits mit anderen prominenten Akademikern wie dem d\u00e4nischen Wissenschaftler Ole R\u00f6mer und Christian Huyghens, der die Akademie leitete, zusammenarbeitete.<\/p>\n<p>Als sie 1685 nach China geschickt wurden, f\u00fchrten die Jesuiten in ihren Koffern die von Cassini erstellten Tabellen f\u00fcr die Monde des Jupiters mit sich, sowie etwa 30 Instrumente, darunter die modernsten ihrer Zeit, wie z.B. zwei Ger\u00e4te von Ole R\u00f6mer: ein mechanisches Planetarium, das dank besonderer Federn zu jeder gegebenen Stunde alle Bewegungen der Planeten und der Sterne anzeigen konnte, und ein Eklipsorium, mit dem man das Jahr, den Monat oder Teil des Monats bestimmen konnte, in dem es zu Sonnen- oder Mondfinsternissen kommen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Wenn Leibniz \u00fcber die Korruption im damaligen Europa so verzweifelt war, da\u00df er vorschlug, \u201eda\u00df man Missionare der Chinesen zu uns schickt, die uns Anwendung und Praxis einer nat\u00fcrlichen Theologie lehren k\u00f6nnten\u201c, was w\u00fcrde er dann \u00fcber die heutige Lage sagen?<\/p>\n<p>Im vergleich zu China, das gewaltige Fortschritte gemacht hat, und Ru\u00dfland, das seinen Weltmachtstatus zur\u00fcckgewonnen hat, spielt Europa heute die Rolle des kranken Mannes. Ich denke aber, da\u00df das Aufkommen der Neuen Seidenstra\u00dfe, der BRICS und der Eurasischen Union einen Aufschwung auch in Frankreich und Europa provozieren kann. Am Rande des Abgrunds, Am Abgrund eines neuen Weltkrieges, mu\u00df Frankreich seinen Traum der Freiheit schleunigst erneuern, und diese Entwicklungen als Hebel nutzen, um wieder ein Europa der Vaterl\u00e4nder mit gr\u00f6\u00dferen Fortschritten in den Wissenschaften, den K\u00fcsten und f\u00fcr seine V\u00f6lker aufzubauen.<\/p>\n<p>Eine solche \u00c4nderung wird von dem abh\u00e4ngen, was wir auf dieser Konferenz tun!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christine Bierre Journalistin, Paris Meine Damen und Herren, dieser Abschnitt der Konferenz wird sich mit gro\u00dfen Infrastrukturprojekten befassen, die im Mittelpunkt der BRICS-Strategie stehen, und in diesem Zusammenhang werde ich \u00fcber das \u201eGrand Design\u201c der eurasischen Entwicklung sprechen, das im 17. 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