{"id":3021,"date":"2013-04-28T02:22:36","date_gmt":"2013-04-28T00:22:36","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=3021"},"modified":"2013-07-06T15:40:07","modified_gmt":"2013-07-06T13:40:07","slug":"helga-zepp-larouche-die-menschheit-ist-besser-als-die-oligarchie-es-sich-vorstellen-kann","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/helga-zepp-larouche-die-menschheit-ist-besser-als-die-oligarchie-es-sich-vorstellen-kann\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Die Menschheit ist besser, als die Oligarchie es sich vorstellen kann"},"content":{"rendered":"<h3><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/themes\/schiller\/images\/icons\/301.png\" class=\"shortcode-icon \" alt=\"\"> Im Wortlaut<\/h3>\n<p>Liebe Freunde des Schiller-Instituts, verehrte G\u00e4ste aus vielen L\u00e4ndern, wir kommen hier zur vierten Konferenz des Schiller-Instituts innerhalb von weniger als f\u00fcnf Monaten zusammen, weil wir entschlossen sind, ein neues Paradigma in der Geschichte der Menschheit zu bewirken &#8211; ein Paradigma, in dem die wahre Identit\u00e4t der menschlichen Gattung zum Ausdruck kommt, denn der Mensch ist ein kognitives Wesen, das als Gattung eine sch\u00f6pferische Identit\u00e4t hat und jedem Individuum auf dem Planeten ein im Prinzip unbegrenztes Potential zur Selbstvervollkommnung er\u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Unsere Identit\u00e4t mu\u00df sich an diesem uns innewohnenden kreativen Potential orientieren, nicht nur, um die uns angeborenen kreativen F\u00e4higkeiten zu entfalten, sondern auch, um dies mit dem ausdr\u00fccklichen Bestreben zu tun, im eigenen Leben etwas zur Weiterentwicklung der menschlichen Gattung als Ganzer beizutragen. Wenn unser Leben endet &#8211; und wir sind nun einmal alle sterbliche Wesen -, k\u00f6nnen wir sicher sein, da\u00df wir entsprechend unserer besten F\u00e4higkeiten etwas zur Veredelung unserer Gattung beigetragen haben.<\/p>\n<p>Es ist unsere Vision, da\u00df die Beziehungen zwischen den Menschen in diesem neuen Paradigma von Agap\u00e9 geleitet werden, und da\u00df sich die Beziehungen zwischen den V\u00f6lkern danach bestimmen, da\u00df wir \u00fcber die Entwicklung der anderen Nationen froh sind und wir verstehen, da\u00df Harmonie und Eintracht auf dem Planeten &#8211; und in der Zukunft auch anderswo &#8211; nur m\u00f6glich ist durch die gegenseitige Entwicklung aller Menschen und aller Nationen.<\/p>\n<p>Nun, dieses zuk\u00fcnftige Paradigma mu\u00df von der Liebe zur Menschheit bestimmt sein, von Mitgef\u00fchl und der Freude \u00fcber die Realisierung der kreativen Potentiale aller \u00fcbrigen Individuen &#8211; in der gleichen Weise, wie wir uns \u00fcber die Kompositionen von Beethoven freuen, \u00fcber die gro\u00dfartigen Gedichte und Dramen Schillers, die Entdeckungen von Leibniz und Einstein oder die erhabene Perspektive unserer Astronauten und Kosmonauten -, wenn wir uns als Menschen aufeinander beziehen, wie es Wissenschaftler tun, die ein neues Prinzip entdecken, eine Hypothese diskutieren, wie die Menschheit als K\u00fcnstler voranschreiten kann, und Metaphern \u00fcber einen besseren zuk\u00fcnftigen Zustand der Zivilisation kommunizieren.<\/p>\n<p>Dieses Menschenbild mu\u00df die Grundlage f\u00fcr ein neues Paradigma sein, wenn die Menschheit \u00fcberleben soll, und nur mit dieser positiven Vision einer Zukunft werden wir die moralische St\u00e4rke und die mutige Energie mobilisieren, um dieses gegenw\u00e4rtige Paradigma zu ersetzen, das vollkommen auf Sittenlosigkeit und Bosheit beruht.<\/p>\n<h4>Finanzkrise und Nuklearkriegsgefahr<\/h4>\n<p>Nun, es ist sehr klar, da\u00df wir uns mit dem derzeitigen Paradigma auf dem direkten Weg in eine Katastrophe befinden. Wir erleben momentan den v\u00f6lligen Zerfall des transatlantischen Finanzsystems: Vom \u201eQuantitative Easing\u201c \u00fcber Hyperinflation bis hin zum \u201equantitativen Stehlen\u201c sehen wir derzeit die brutalsten Enteignungspl\u00e4ne, die in dem zum Ausdruck kommen, was der Eurogruppenchef Dijsselbloem als das \u201eZypern-Schema\u201c bezeichnete, n\u00e4mlich die v\u00f6llige Zerst\u00f6rung der realen Wirtschaft, um die Lebenserwartung der Kasinogesellschaft blo\u00df um ein paar Wochen oder Monate zu verl\u00e4ngern. Das ist verbunden mit einem brutalen Angriff auf den Lebensstandard und die Lebenserwartung der Bev\u00f6lkerung. Es bringt Millionen Menschen um!<\/p>\n<p>Die zweite fundamentale Gefahr, die aus der gleichen Ursache stammt, ist die Gefahr eines thermonuklearen Krieges, an dessen Rand wir derzeit stehen, denn selbst wenn es gelingt, die Krise auf der koreanischen Halbinsel einzud\u00e4mmen, was die Menschen dort sehr hoffen, mu\u00df man das Gesamtbild sehen: Die Lage in Syrien ger\u00e4t schnell au\u00dfer Kontrolle, es besteht die Gefahr eines Schlages gegen den Iran, und es k\u00f6nnte sein, da\u00df S\u00fcdwestasien zum Ausgangspunkt des dritten Weltkrieges wird.<\/p>\n<p>Angesichts all dieser Gefahren, die f\u00fcr jedermann sichtbar sind, tun die Regierungen der Welt nichts Wirksames, um die Welt auf einen anderen Kurs zu bringen. Es scheint so, als wenn sich die Zivilisation auf dem sicheren Weg zur Selbstzerst\u00f6rung befindet.<\/p>\n<p>Angesichts dieser t\u00f6dlichen Gefahren findet in der \u00d6ffentlichkeit praktisch keinerlei Debatte \u00fcber wirklich wichtige Fragen statt. Die von den Regierungen, den Politikern und Medien angesprochenen Themen sind v\u00f6llig trivial, wenn man bedenkt, womit wir es wirklich zu tun haben. Tats\u00e4chlich ist eine wahrhaft m\u00f6rderische Enteignungswelle in Gang gesetzt worden. Es droht ein neuer Faschismus, wir verlieren die Demokratie, wir verlieren unsere Verfassungen. Den Gewerkschaften werden s\u00e4mtliche arbeitsrechtlichen Errungenschaften entrissen, f\u00fcr die sie jahrzehntelang gek\u00e4mpft haben. Wir verlieren den Sozialstaat, wir verlieren alle Errungenschaften der B\u00fcrger- und Menschenrechte, ohne da\u00df sich \u00f6ffentlicher Protest regt. Das ist genau der gleiche Proze\u00df, der nach dem Tod Franklin D. Roosevelts einsetzte, wobei die Oligarchie entschlossen war, all die Axiome zu beseitigen, die Franklin Roosevelt m\u00f6glich gemacht hatten.<\/p>\n<p>Ich mu\u00df sagen, ich bin sehr froh, da\u00df Lyn hier ist, denn schaut man auf die letzten 40-50 Jahre zur\u00fcck, so ist Lyn derjenige gewesen, der auf jede Paradigmawende zum Schlechteren hingewiesen hat. Vor allem am 15. August 1971 hatte Lyn in absolut vision\u00e4rer Weise erkl\u00e4rt, da\u00df eine neue Depression und die Gefahr eines neuen Faschismus drohe, wenn wir dem monetaristischen Paradigma folgen, welches mit Nixons Abkopplung des Dollars vom Gold, der Abschaffung fester Wechselkurse und der Schaffung von Kasinoblasen in sogenannten Offshore-Zentren begann.<\/p>\n<p>Nach der Welle von Deregulierungen, die in den 70er und 80er Jahren die Schere zwischen Produktion und Spekulation immer weiter \u00f6ffnete, war der n\u00e4chste schwere Schlag die Abschaffung von Glass-Steagall 1999. Damit beschleunigte sich die Entwicklung der heutigen Blasenwirtschaft. Es entstand der sogenannte Derivatmarkt mit seinen \u201ekreativen Finanzinstrumenten\u201c. Ende Juli 2007 kam es zum letzten gro\u00dfen Krach der Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Nur eine Woche zuvor, am 25. Juli, hatte Lyn in einem ber\u00fchmten Internetforum erkl\u00e4rt, das System sei hoffnungslos bankrott, und alles, was jetzt sichtbar werde, seien nur verschiedene Elemente des kompletten Zerfalls.<\/p>\n<p>Lyn schlug umgehend ein Gesetz zum Schutz der Hauseigent\u00fcmer und Banken vor, welches den Zerfall sofort gestoppt h\u00e4tte. Zu dieser Zeit hatten wir hierf\u00fcr starke Unterst\u00fctzung aus dem Kongre\u00df, von B\u00fcrgermeistern und Landtagsabgeordneten in den Vereinigten Staaten, doch dann kam die brutale Intervention von Leuten wie Felix Rohatyn und anderen Repr\u00e4sentanten der Wall Street und wie wir wissen, knickte der Kongre\u00df ein.<\/p>\n<p>Kurz darauf, am 15. September 2008, folgte der finanzielle GAU, der drohende Systemkollaps infolge der Pleite von Lehman Brothers und AIG.<\/p>\n<h4>Merkels \u201eWerkzeugkasten\u201c<\/h4>\n<p>Die Regierungen, die Finanzwelt und viele andere waren f\u00fcr eine kurze Zeit so schockiert, da\u00df sie sogar \u00fcberlegten, zu Roosevelts Idee eines Neuen Bretton Woods zur\u00fcckzukehren. Doch bereits auf dem n\u00e4chsten G8-Treffen entschied man sich statt dessen daf\u00fcr, einen gigantischen Bailout-Proze\u00df in Gang zu setzen. In den Vereinigten Staaten und Europa wurden buchst\u00e4blich Billionen von Dollar bzw. Euro ins System gesteckt, insgesamt wohl \u00fcber 30 Billionen.<\/p>\n<p>Einige m\u00f6gen sich noch an die ber\u00fchmten Worte der Kanzlerin Merkel erinnern, die an einer Stelle sagte, niemand m\u00fcsse sich Sorgen machen, denn die EU verf\u00fcge \u00fcber einen wunderbaren Werkzeugkasten, in den wir nur hineinzugreifen brauchen, um alle Probleme in den Griff zu bekommen. Der EU-Werkzeugkasten basierte auf dem britischen Modell, und Merkel erkl\u00e4rte, jeder k\u00f6nne sich darauf verlassen, da\u00df s\u00e4mtliche Ersparnisse bis 100.000 \u20ac absolut sicher seien.<\/p>\n<p>Das erste Werkzeug, das aus dem Kasten genommen wurde, war der Bailout-Mechanismus, der im Grunde ein Plan war, um die privaten Schulden der Hochrisikospekulanten, d.h. reine Spielschulden, in \u00f6ffentliche Schulden zu verwandeln. Die Staaten versanken \u00fcber Nacht in Schulden, w\u00e4hrend die Manager Riesenboni erhielten und die geretteten Banken mit spekulativen Wetten gegen genau die Staaten vorgingen, die sie soeben vor dem Untergang bewahrt hatten. Die Bev\u00f6lkerung verarmte immer mehr, denn die Staatsschulden mu\u00dften nun mit drakonischen Sparprogrammen in Br\u00fcningscher Tradition aufgefangen werden &#8211; all das im Namen der Heiligen Kuh ausgeglichener Haushalte und von Fiskalpakten, die weitere brutale K\u00fcrzungen bedeuteten. Die Folge war, da\u00df die s\u00fcdeurop\u00e4ischen L\u00e4nder sterben: Griechenland, Italien, Spanien, Portugal erlebten die v\u00f6llige Zerst\u00f6rung ihrer Wirtschaft.<\/p>\n<h4>Nach dem \u201eBail-out\u201c: der \u201eBail-in\u201c<\/h4>\n<p>Jetzt kam noch die Zypernkrise, deren \u201eL\u00f6sung\u201c von Herrn Dijsselbloem zum ber\u00fchmten \u201eZypern-Modell\u201c gemacht wurde. Zun\u00e4chst war vorgeschlagen worden, von allen Spareinlagen bis 100.000 \u20ac 6,7% und von allen dar\u00fcber fast 10% einzubehalten, was aber vom zypriotischen Parlament abgelehnt wurde. Schlie\u00dflich wurde das \u201eZypern-Modell\u201c als sogenanntes \u201eBail-in-Werkzeug\u201c durchgesetzt.<\/p>\n<p>Untersucht man das genauer, wird deutlich, da\u00df dieses Werkzeug schon seit l\u00e4ngerer Zeit in Vorbereitung war. Es wurde bereits in einem Bericht der Bank von England und des Einlagensicherungsfonds FDIC in den Vereinigten Staaten konkret diskutiert. Das Ziel war, sich im Namen der sogenannten \u201eGSIFI\u201c, der globalen, systemrelevanten Bankinstitutionen, an den Einlagen der Sparer zu vergreifen.<\/p>\n<p>Das Arbeitspapier von FDIC und Bank von England war noch zur\u00fcckhaltend formuliert, im Vergleich mit einem 2011 verfa\u00dften Papier der EU-Kommission, dem \u201eDiskussionspapier \u00fcber das Schuldenabschreibungs-Instrument &#8211; Bail-in\u201c. Darin wird im Grunde beschrieben, da\u00df man den Steuerzahler nicht mit weiteren Bail-outs belasten wolle, sondern die drohende Kettenreaktion von Pleitebanken solle dadurch aufgehalten werden, dass man direkt die Aktion\u00e4re und Sparer schr\u00f6pft.<\/p>\n<p>Das nennt sich jetzt das \u201eSchuldenabschreibungs-Instrument\u201c, das sehr effizient sein und jede Umgehung ausschlie\u00dfen sollte. Doch die skandal\u00f6seste Formulierung in diesem Text lautete: \u201eVerbindlichkeiten aus Derivatgesch\u00e4ften sollten grunds\u00e4tzlich im Umfang des Instruments enthalten sein. Die wirksame Anwendung des Instruments auf solche Gesch\u00e4fte ist rechtlich jedoch nicht genauso eindeutig wie bei anderen Verbindlichkeiten und k\u00f6nnte f\u00fcr die Finanzstabilit\u00e4t einige Bedenken aufkommen lassen.\u201c<\/p>\n<p>Befreit man diese Formulierung von dem \u00fcblichen Bankerkauderwelsch, dann soll damit gesagt werden: Das Verbrennen der Derivatschulden k\u00f6nnte rechtlich zu komplex sein und die Finanzstabilit\u00e4t bedrohen oder sogar direkt zur Sprengung des Systems f\u00fchren. Deswegen sei es besser, die Derivatschulden zu bedienen, indem man sich das Geld von den Sparern holt. Das sei rechtlich einfacher, weil sich niemand dagegen wehren kann, und auch die Finanzstabilit\u00e4t w\u00e4re nicht in Gefahr.<\/p>\n<p>Diebstahl an den Sparern ist einfacher, und ich m\u00f6chte hier ausnahmsweise einmal Bertolt Brechts ber\u00fchmten Spruch zitieren: \u201eWas ist der Einbruch in eine Bank gegen die Gr\u00fcndung einer Bank?\u201c Damit kann man viel mehr Geld machen, und jeder, der sein Geld in eine Bank bringt, sollte von nun an wissen, da\u00df es praktisch der Bank geh\u00f6rt und diese jederzeit darauf zugreifen kann. Genau das ist die Bedeutung des Zypern-Modells.<\/p>\n<p>Die Konfiszierung der Bankkonten hat in Zypern die Form des Bail-ins angenommen, wo Einlagen von \u00fcber 100.000 \u20ac teilweise zu \u00fcber 40% gek\u00fcrzt wurden, wobei 100.000 \u20ac nach viel Geld klingt, aber das ist ganz leicht das Betriebskapital einer kleinen Firma, die L\u00f6hne, Material usw. bezahlen mu\u00df. Die Folge ist somit eine bewu\u00dfte Zerst\u00f6rung der Wirtschaft.<\/p>\n<p>In Spanien hatte dies eine andere Form, wo \u00fcber eine Million Haushalte praktisch gezwungen wurden, sogenannte \u201eVorzugsaktien\u201c (<i>preferentes<\/i>) zu kaufen. Doch im Fall der Gro\u00dfbank Bankia wurde dann gesagt: \u201eEs tut uns leid, aber die Schulden dieser Pleitebank m\u00fcssen abgeschrieben werden, und leider verlieren Sie damit mehr als 99% Ihres Aktienbesitzes&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Das ist einfacher Diebstahl, ein krimineller Raubzug, genau das gleiche, was vor 1933 geschah, bevor das Glass-Steagall-Gesetz eingef\u00fchrt wurde. Bei der National City Bank Corporation wurden damals auch die Kunden und Angestellten gezwungen, die eigenen Bankaktien zu kaufen. Die Bank spekulierte mit diesem Geld, und viele Insider machten auf diese Weise viel Geld, das sie sich in die Taschen stopften. Nach dem Krach von 1929 und in den folgenden Jahren 1930 und 1931 verloren die Anleger das meiste ihres Geldes. Ihre Lebensersparnisse waren weg, doch die National City Bank blieb ge\u00f6ffnet. Das war das erste Beispiel von \u201etoo big to fail\u201c. Dieser Proze\u00df hielt an, bis FDR an die Macht kam und Pecora seine ber\u00fchmten Anh\u00f6rungen einleitete.<\/p>\n<h4>Vorbild Glass-Steagall<\/h4>\n<p>Als erste Ma\u00dfnahme schlo\u00df Franklin D. Roosevelt alle Banken. Er erkl\u00e4rte einen elft\u00e4gigen Bankfeiertag, lie\u00df in dieser Zeit alle 14.000 Bankh\u00e4user in den Vereinigten Staaten genau \u00fcberpr\u00fcfen, zwang sie zur Abschreibung fauler Wertpapiere und schlo\u00df am Ende 4000 Banken dauerhaft. Andere, eigentlich gesunde Banken, denen Liquidit\u00e4t fehlte, erhielten Kapital von der Reconstruction Finance Corp., woraufhin sie wieder \u00f6ffnen durften. Unter dem Glass-Steagall-Gesetz wurden die Gesch\u00e4ftsbanken fortan viertelj\u00e4hrlich von der Federal Reserve \u00fcberpr\u00fcft, um sicherzustellen, da\u00df sie nicht zu alten Gl\u00fccksspielpraktiken zur\u00fcckkehrten.<\/p>\n<p>Ferdinand Pecora beschreibt in einem sehr sch\u00f6nen B\u00fcchlein mit dem Titel\u00a0<i>Wall Street Under Oath<\/i>\u00a0sehr ausf\u00fchrlich, wie er die Chefs aller gro\u00dfen Wallstreet-Banken verh\u00f6rte und er dabei ganz erstaunliche Gest\u00e4ndnisse zu h\u00f6ren bekam &#8211; etwa, da\u00df die Herren gar nicht wu\u00dften, wie hoch ihr Steuersatz war, denn sie hatten in ihrem ganzen Leben noch keine Steuern bezahlt.<\/p>\n<p>Wenn man sich somit anschaut, wie mit dem Glass-Steagall-Gesetz und der Pecora-Kommission die Depression in den Vereinigten Staaten \u00fcberwunden wurde und es mit den geplanten EU-Richtlinien vergleicht, wird der Gegensatz sofort deutlich. Denn was die EU jetzt vorbereitet, wie Finanzkommissar Olli Rehn zugegeben hat, ist, das Zypern-Modell zur neuen Richtlinie f\u00fcr die gesamte EU zu machen, die immer dann angewendet werden kann, wenn es um die Rettung sogenannter systemrelevanter Banken geht. Das bedeutet, da\u00df die Derivatspekulation gesch\u00fctzt bleibt und der Bev\u00f6lkerung und den Nationen m\u00f6rderische Austerit\u00e4t auferlegt wird.<\/p>\n<h4>Dramatische Folgen<\/h4>\n<p>Man mu\u00df sich nur ansehen, wozu das alles bisher gef\u00fchrt hat: Griechenland wurde in ein Dritte-Welt-Land verwandelt, wo Kinder und Studenten die Abfalltonnen nach E\u00dfbarem durchw\u00fchlen, wo Kinder in der Schule dem Lehrer nicht folgen k\u00f6nnen, weil sie hungrig und unterern\u00e4hrt sind. In Italien steigt die Selbstmordrate dramatisch. In Griechenland und Spanien liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 60%. Portugal zerf\u00e4llt, und in Zypern ist die Lebenserwartung griechischen \u00d6konomen zufolge in der kurzen Zeit seit Umsetzung des Zypern-Modells von durchschnittlichen 80 Jahren auf 75 Jahre gesunken.<\/p>\n<p>Auch in Gro\u00dfbritannien wird das Sozialsystem kaputtgemacht. 600.000 Familien, die bisher Wohngeld bezogen, m\u00fcssen in kleinere Wohnungen umziehen oder K\u00fcrzungen der Zusch\u00fcsse hinnehmen. Aber da es gar nicht genug kleine Wohnungen gibt und auch der Zugang zu kostenloser Rechtsberatung versperrt wurde, werden viele dieser Leute auf der Stra\u00dfe landen. Die Sozialhilfe ist nicht l\u00e4nger an die Inflation gekoppelt, und selbst die Regierung r\u00e4umt ein, da\u00df dadurch mindestens 200.000 Kinder unter die Armutsgrenze fallen werden. Gleichzeitig wurde die Verm\u00f6genssteuer f\u00fcr Million\u00e4re um 5% gek\u00fcrzt, was f\u00fcr diese Leute ein j\u00e4hrliches Zusatzeinkommen von 100.000 \u00a3 bedeutet.<\/p>\n<p>Bestimmte Gruppen von Behinderten verlieren ihren Behindertenstatus, so da\u00df sie f\u00fcr Pflege, Transport usw. selbst aufkommen m\u00fcssen. In vielen F\u00e4llen bedeutet dies den gleichzeitigen Wegfall von f\u00fcnf oder sechs Leistungen. Bed\u00fcrftige erhalten nicht einmal mehr ihre winzigen Geldbetr\u00e4ge, sondern nur noch Essensmarken oder Kupons f\u00fcr Suppenk\u00fcchen.<\/p>\n<p>Das gleiche geschieht in den Vereinigten Staaten mit Obamas neuem Haushalt. 1,2 Billionen Dollar sollen in 10 Jahren gestrichen werden, davon 400 Mrd. $ von Medicare, was vor allem die alten Leute umbringt, 200 Mrd. von Pensionsfonds, 380 Mrd. $ durch den sog. \u201everketteten CPI\u201c, ein Kunstbegriff der Verhaltens\u00f6konomen, der besagt, da\u00df man einfach H\u00fchnerfleisch kaufen soll, wenn Rindfleisch teurer wird, und da\u00df man so die Inflation von Rindfleisch gar nicht mehr sp\u00fcrt. Und das ist nur der Anfang.<\/p>\n<p>Das Zypern-Modell gibt uns einen milden Vorgeschmack auf das, was kommt. Nach der Lehman-Krise 2008 wurde im Grunde nichts unternommen, um den finanziellen Giftm\u00fcll zu beseitigen. Niemand kennt die genauen Zahlen, denn all diese Derivate sind OTC-Gesch\u00e4fte, von denen weder die Zentralbank noch irgendwelche Regierungsbeh\u00f6rden etwas wissen. Dann gibt es den riesigen Schattenbankenbereich, der wahrscheinlich gr\u00f6\u00dfer ist als der offizielle Bereich. Jacques Attali hatte ihn 2010 einmal auf 1,4 Billiarden Dollar gesch\u00e4tzt. Andere Zahlen belaufen sich auf 700 Billionen. Allein in Europa soll der Derivatmarkt aus 230 Billionen Dollar an ausstehenden Derivatkontrakten bestehen.<\/p>\n<p>Wenn die Derivatblase platzt, wird der Knall noch gr\u00f6\u00dfer sein als bei der Lehman-Pleite, denn das gesamte System ist mit noch viel mehr hei\u00dfer Luft und virtuellem Geld angef\u00fcllt als damals. Es k\u00f6nnte dann zu einem kompletten Systemkollaps kommen.<\/p>\n<p>Ich gebe auch zu bedenken, da\u00df Dijsselbloems Bemerkung \u00fcber Zypern als \u201eVorlage\u201c f\u00fcr andere L\u00e4nder keineswegs ein Ausrutscher war. Sie war Teil einer Strategie, um die Bev\u00f6lkerung an die Vorstellung zu gew\u00f6hnen, da\u00df es jetzt an ihre Sparb\u00fccher und Bankkonten geht, denn das ist das einzige, was noch bleibt. Unter diesen Bedingungen sollte absolut klar sein, da\u00df auch Einlagen bis zu 100.000 \u20ac\u00a0<i>nicht\u00a0<\/i>sicher sind! Es kann gar nicht anders sein. Rechnet man alle Leute, die bis zu 100.000 \u20ac auf der Bank haben, ergibt sich eine Summe, die die Banken in keinem Fall bezahlen k\u00f6nnen, denn allein in Deutschland m\u00fc\u00dften Kontoinhaber mit mehreren Billionen entsch\u00e4digt werden. Dieses Geld ist nicht da, au\u00dfer man druckt es, was ja mit Draghis und Bernankes\u00a0<i>Quantitative Easing\u00a0<\/i>und dem, was die japanische Zentralbank vorhat, bereits geschieht.<\/p>\n<p>Man mu\u00df all das zusammen betrachten: Das brutale, m\u00f6rderische Spardiktat der Troika, den Bail-in-Raubzug und das gesamte Weltfinanzsystem, das hoffnungslos vor dem Kollaps steht.<\/p>\n<h4>Die L\u00f6sung diskutieren<\/h4>\n<p>Wir sollten somit auf dieser Konferenz \u00fcber die einzige L\u00f6sung diskutieren, und nach den einzelnen Vortr\u00e4gen heute und morgen sollten wir alle wild entschlossen sein, da\u00df Glass-Steagall durchgesetzt werden mu\u00df &#8211; genauso wie Franklin D. Roosevelt es beispielhaft vorgemacht hat. Das ist der absolut notwendige erste Schritt, um eine ungeheure soziale Explosion zu verhindern, deren Folgen sich niemand vorstellen kann.<\/p>\n<p>Gleichzeitig ist klar, da\u00df die EU-Kommission, die Obama-Administration und die britische Oligarchie insgesamt die Krise dazu benutzen wollen, um endg\u00fcltig eine Diktatur zu errichten. Als der neue US-Finanzminister Lew vor kurzem in Europa war und sich mit der EU-Kommission traf, hie\u00df es in einer gemeinsamen Erkl\u00e4rung, da\u00df man die neuen \u201eL\u00f6sungsinstrumente\u201c nach dem Vorbild Zyperns benutzen, eine Bankenunion gr\u00fcnden, die Schulden kollektivieren, eine umfassenden Fiskalunion und eine politische Union einrichten wolle, was eine politische Diktatur in Europa bedeutete.<\/p>\n<p>In S\u00fcdeuropa haben die Menschen bereits verstanden, da\u00df dies ein Kampf ums \u00dcberleben ist. Die durchgesetzten Ma\u00dfnahmen erh\u00f6hen die Sterblichkeit. Die Realwirtschaft wird kaputtgemacht. Auch in Deutschland greift die Unzufriedenheit um sich; die Bev\u00f6lkerung ist es leid, Zahlmeister f\u00fcr alle zu sein. Doch noch gelingt es den Medien und den Politikern, die einzelnen L\u00e4nder gegeneinander auszuspielen. In den Medien werden die Griechen als faul abgestempelt, die Zypernkrise sei von den \u201erussischen Oligarchen\u201c verursacht worden, und in Spanien hat man Frau Merkel einen Schnurrbart verpa\u00dft.<\/p>\n<p>Alle diese \u00c4u\u00dferungen erinnern einen an die Blinden und den Elefanten: Der eine Blinde sagt, der Elefant sei eine gro\u00dfe S\u00e4ule, da er gerade sein Bein ber\u00fchrt. Der andere meint, der Elefant sei eine biegsame Schlange, da er gerade seinen R\u00fcssel ber\u00fchrt. Und der dritte sagte, der Elefant sei wie eine d\u00fcnne Kordel, da er gerade seinen Schwanz ber\u00fchrt.<\/p>\n<p>Es ist h\u00f6chste Zeit, da\u00df wir alle diese Blenden von unseren Augen nehmen. Das Monster, mit dem wir es zu tun haben und das das Leben auf diesem Planeten bedroht, ist das Britische Empire, und dessen Devise hei\u00dft Bev\u00f6lkerungsreduktion. Alle f\u00fcnf Sekunden stirbt ein Kind unter zehn Jahren ohne triftigen Grund. Die Erde h\u00e4tte indes das Potential, ohne weiteres zw\u00f6lf Milliarden Menschen oder mehr zu ern\u00e4hren.<\/p>\n<p>Dagegen wurde aus dem britischen K\u00f6nigshaus wiederholt ge\u00e4u\u00dfert, die menschliche Bev\u00f6lkerung m\u00fcsse von sieben auf eine Milliarde reduziert werden. Hitler hat es bereits vorgemacht, da\u00df man durch bewu\u00dfte Hungersnot ganze Bev\u00f6lkerungsgruppen soweit schw\u00e4chen kann, da\u00df sie aussterben. Was man schon seit langem in der Dritten Welt und jetzt zunehmend auch in Europa und den Vereinigten Staaten sieht, ist genau diese bewu\u00dfte Politik, Menschen verhungern zu lassen.<\/p>\n<h4>Konfrontation mit Ru\u00dfland und China<\/h4>\n<p>Doch das Britische Empire &#8211; genauer gesagt, die Kombination aus Finanzinstitutionen, Zentralbanken, Investmentbanken, Hedgefonds, Anlagegesellschaften und Versicherungskonzernen &#8211; will die globale Vorherrschaft und will die souver\u00e4nen Nationalstaaten ein f\u00fcr allemal abschaffen. Aus dieser Sicht sind Ru\u00dfland und China die gr\u00f6\u00dften Hindernisse.<\/p>\n<p>Somit zielt die Politik des Regimewechsels, dem bereits der Irak und Libyen zum Opfer gefallen sind und die jetzt gegen Syrien und den Iran eingesetzt wird, letztlich auf die totale Konfrontation mit Ru\u00dfland und China ab. Betrachtet man sich die Nato- und EU-Erweiterung nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion bis hin zum Aufbau des amerikanischen Raketenabwehrschirmes in Osteuropa, der Stationierung von Patriot-Raketen in der T\u00fcrkei und dem Aufbau des sogenannten \u201eAsia pivot\u201c ist ganz klar, da\u00df hiermit eine Erstschlagskapazit\u00e4t gegen Ru\u00dfland und China aufgebaut werden soll.<\/p>\n<p>Das wurde sogar in dem offiziellen Journal des US-Luftwaffe, dem\u00a0<i>Strategic Review Quarterly<\/i>, vor etwa zwei Monaten zugegeben, worin behauptet wurde, da\u00df die Ziel- und Lenksysteme von Atomwaffen durch j\u00fcngste Modernisierungen so pr\u00e4zise geworden seien, da\u00df man das Nukleararsenal jeder gegnerischen Atommacht ohne nuklearen Fallout zerst\u00f6ren k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn man sich die UN-Charta, insbesondere aber auch die N\u00fcrnberger Prozesse in Erinnerung ruft, worin eindeutig festgelegt ist, da\u00df nicht nur ein Angriffskrieg, sondern bereits die\u00a0<i>Absicht\u00a0<\/i>eines Angriffskrieges ein Kriegsverbrechen ist, dann ist das, womit wir es zu tun haben, ein eindeutiges Kriegsverbrechen. Wir m\u00fcssen die, die hierf\u00fcr verantwortlich sind, zur Rechenschaft ziehen. Bereits der Krieg gegen den Irak basierte vollkommen auf den L\u00fcgen Tony Blairs, von dem das ber\u00fchmte Memo stammte, das Colin Powell bei seiner Rede vor den Vereinten Nationen benutzte. Auch der Krieg gegen Afghanistan basierte auf L\u00fcgen.<\/p>\n<p>Im Augenblick machen sich die Familien der Opfer des Anschlags auf das World Trade Center vom 11. September daf\u00fcr stark, da\u00df die 28 Seiten des 9\/11-Berichts, die nach wie vor unter Verschlu\u00df sind, freigegeben werden. Dadurch w\u00fcrde die Wahrheit ans Tageslicht kommen, da\u00df sich am 11. September etwas anderes abgespielt hat, als die offizielle Linie vorgibt, und da\u00df der gesamte Afghanistankrieg auf L\u00fcgen beruhte, denn der 11. September war kein feindlicher Angriff aus Afghanistan, der eine Reaktion nach Artikel 5 der NATO erforderte.<\/p>\n<p>Der Krieg gegen Libyen war ein Kriegsverbrechen. Das, was sich derzeit in Syrien abspielt, ist eine m\u00f6rderische Politik gegen eine legitime syrische Regierung. Und dabei geht es nicht nur um Al-Kaida und Al-Nusra. Der russische Drogenbeauftragte Viktor Iwanow hat k\u00fcrzlich erkl\u00e4rt, da\u00df s\u00e4mtliche Rebellen in Syrien von einem transnationalen Verbrecherkartell finanziert w\u00fcrden, das sein Geld vom Drogenhandel in Afghanistan beziehe.<\/p>\n<p>Bruce Fein, der auch auf unserer Konferenz in New York gesprochen hat, machte das Argument, da\u00df im Krieg die T\u00f6tung eines Gegners gerechtfertigt sei, was hingegen im Nichtkriegsfall Mord sei. Da aber alle j\u00fcngsten Kriege auf L\u00fcgen basieren, sind die Anstifter dieser Kriege, das Britische Empire und die derzeitige US-Regierung, de facto Kriegsverbrecher. Wenn es sogar um die Gefahr eines thermonuklearen Krieges geht, der die gesamte menschliche Gattung ausl\u00f6schen k\u00f6nnte, ist das Verbrechen noch gr\u00f6\u00dfer als jemals in der Geschichte zuvor. Wenn wir diese unmittelbare Gefahr nicht abwenden k\u00f6nnen, dann sind wir um nichts schlauer als die Dinosaurier, die vor 65 Mio. Jahren zusammen mit 98% aller anderen Arten ausgel\u00f6scht wurden.<\/p>\n<h4>Wir brauchen ein neues Paradigma<\/h4>\n<p>Ich m\u00f6chte damit auf den Anfang zur\u00fcckkommen: Wir brauchen ein neues Paradigma, wenn die Menschheit \u00fcberleben soll. Der absolut notwendige, unersetzbare erste Schritt ist Glass-Steagall, das zuerst in den Vereinigten Staaten, dann in allen europ\u00e4ischen Staaten und m\u00f6glichst vielen weiteren L\u00e4ndern auf der ganzen Welt durchgesetzt werden mu\u00df, um die Hunderte von Billionen Derivatschulden und anderen finanziellen Giftm\u00fcll zu beseitigen.<\/p>\n<p>Der Glass-Steagall-Standard mu\u00df mit einem Kreditsystem erg\u00e4nzt werden, wobei ber\u00fccksichtigt werden mu\u00df, da\u00df ein Kreditsystem nicht auf Geld beruht. Geld hat keinen Eigenwert, und wenn es daf\u00fcr eines Beweises bed\u00fcrfte, so sei an den Dezember 1923 erinnert, als die Menschen die Reichsmarkscheine zum Tapezieren benutzten, denn das war das billigste Papier, das man bekommen konnte.<\/p>\n<p>Ein Kreditsystem hingegen dient als Mittel, um die Zukunft, d.h. die langfristige weitere Existenz der Gesellschaft zu organisieren, welche das einzige Ziel hat, das sch\u00f6pferische Potential der Bev\u00f6lkerung freizusetzen und die Produktivit\u00e4t f\u00fcr das Gemeinwohl zu erh\u00f6hen.<\/p>\n<p>Was bedeutet es dann konkret, die Existenz der Zivilisation zu sichern? Dazu sollten wir uns an den 15. Februar erinnern, als nicht nur ein Asteroid ganz nahe an der Erde vorbeiflog, sondern auch Tscheljabinsk im Ural von einem Meteoritenschauer getroffen wurde, der von keiner Me\u00dfstation in West oder Ost entdeckt worden war. Das war ein n\u00fctzlicher Weckruf: Unser Planet ist keine isolierte Erscheinung, der nur daf\u00fcr da w\u00e4re, sich um das Leben auf der Erde zu k\u00fcmmern, sondern wir befinden uns inmitten gef\u00e4hrlicher Prozesse, die vollkommen vom Sonnensystem und der Galaxie bestimmt sind.<\/p>\n<p>Gestern hat der stellvertretende russische Ministerpr\u00e4sident Rogosin vorgeschlagen, die Meteoritengefahr ganz oben auf die Tagesordnung der n\u00e4chsten G20-Konferenz in St. Petersburg zu setzen. Er erkl\u00e4rte: \u201eDer Umfang der Aufgabe, die Asteroidengefahr zu neutralisieren, erfordert die Konzentration globaler intellektueller Ressourcen sowie der wissenschaftlichen und technologischen Kapazit\u00e4ten Ru\u00dflands, der Vereinigten Staaten und anderer L\u00e4nder, die hierf\u00fcr zusammenarbeiten m\u00fcssen. Diese Zusammenarbeit f\u00f6rdert das Vertrauen zwischen den L\u00e4ndern und schafft als Nebenprodukt die Bedingungen, um den Konflikt um die Krise der ballistischen Raketenabwehr zu l\u00f6sen.\u201c<\/p>\n<p>Das ist unsere Option: Wir m\u00fcssen die Zivilisation aus dem heutigen Denken herausf\u00fchren, welches Vergangenes verteidigt und das monetaristische Bankensystem sch\u00fctzt, und wir m\u00fcssen vor allem daran denken, in all die Dinge zu investieren, die die Zivilisation zum \u00dcberleben braucht. Wir m\u00fcssen unsere Erde aus der erhabenen Perspektive von Astronauten und Kosmonauten betrachten, die nach R\u00fcckkehr aus dem All \u00fcbereinstimmend berichten, da\u00df man, wenn man aus dem Weltraum auf die Erde blickt, keine Grenzen und keine Milit\u00e4rbl\u00f6cke sieht, sondern nur eine Menschheit.<\/p>\n<p>Wenn wir die heutige Politik mit Hilfe der von uns vorgeschlagenen Ma\u00dfnahmen &#8211; Glass-Steagall, Kreditsystem, globaler Wiederaufbau &#8211; \u00fcberwinden, bin ich fest davon \u00fcberzeugt, da\u00df wir das jetzige Paradigma, das einzig auf Sittenlosigkeit, auf Gier, auf sadistischer Unterhaltung und dem v\u00f6lligen Fehlen von Mitgef\u00fchl f\u00fcr Milliarden leidende Menschen beruht, als eine Art Kinderkrankheit der Menschheit \u00fcberwinden werden. Wir werden daraus herauswachsen, so, wie ein frecher kleiner Junge, der st\u00e4ndig seine Nachbarschaft terrorisiert, schlie\u00dflich erwachsen wird und als Wissenschaftler oder K\u00fcnstler die Menschheit bereichert. Durch die Entwicklung des Menschen, durch die Idee des Nikolaus von Kues, da\u00df S\u00fcnde ein Mangel an Entwicklung ist, kann meines Erachtens das B\u00f6se \u00fcberwunden werden und zwar besonders durch die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen, mit der wir einen Zustand des Menschen im Weltraum erreichen, den Krafft Ehricke einmal den \u201eextraterrestrischen Imperativ\u201c genannt hat.<\/p>\n<p>Mit Blick auf alle, die daran glauben, da\u00df es einen Sch\u00f6pfer gibt, meine ich, da\u00df die wahre Identit\u00e4t des Menschen im\u00a0<i>Imago viva Dei<\/i>, im lebendigen Abbild Gottes, liegt, so da\u00df wir als Werkzeuge Gottes den Sch\u00f6pfungsproze\u00df auf diesem Planeten und dar\u00fcber hinaus fortf\u00fchren. Und jene, die nicht an einen Sch\u00f6pfer glauben, m\u00fcssen sich eingehend mit den Gesetzen des Universums vertraut machen, so da\u00df sie zu dem gleichen Schlu\u00df wie Kepler gelangen, der einmal gesagt hat, je mehr man die Gesetze des Universums studiert, desto mehr kommt man zu der \u00dcberzeugung, da\u00df hinter allem ein wunderbarer Plan steht.<\/p>\n<p>Mit diesem Optimismus sollten wir mit der Konferenz fortfahren und danach mit einer leidenschaftlichen Liebe f\u00fcr die Menschheit daf\u00fcr sorgen, da\u00df diese wunderbare Gattung, die so fantastische Errungenschaften hervorgebracht hat, nicht untergeht, nur weil wir einen solchen Tiefpunkt erreicht haben. Eine solche Leidenschaft und eine solche Liebe f\u00fcr die Menschheit ist ein Vorgeschmack auf das, was zuk\u00fcnftige Generationen weiterf\u00fchren werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im Wortlaut Liebe Freunde des Schiller-Instituts, verehrte G\u00e4ste aus vielen L\u00e4ndern, wir kommen hier zur vierten Konferenz des Schiller-Instituts innerhalb von weniger als f\u00fcnf Monaten zusammen, weil wir entschlossen sind, ein neues Paradigma in der Geschichte der Menschheit zu bewirken &#8211; ein Paradigma, in dem die wahre Identit\u00e4t der menschlichen Gattung zum Ausdruck kommt, denn [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":2849,"menu_order":197,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[118,120],"class_list":["post-3021","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-frankfurt","portfolio_category-panel-1-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/3021","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/3021\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2849"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3021"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=3021"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}