{"id":29849,"date":"2015-06-19T17:02:34","date_gmt":"2015-06-19T15:02:34","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/helga-zepp-larouche-keynote-address-2\/"},"modified":"2015-06-24T19:04:37","modified_gmt":"2015-06-24T17:04:37","slug":"helga-zepp-larouche-keynote-address","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/helga-zepp-larouche-keynote-address\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Er\u00f6ffnungsrede"},"content":{"rendered":"<h2>Helga Zepp-LaRouche<\/h2>\n<p><em>Gr\u00fcnderin des Schiller Institutes<\/em><\/p>\n<p><hr class=\"shortcode-hr\"><br \/>\n<iframe loading=\"lazy\" width=\"1280\" height=\"720\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/3gQXGmSdHi4\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><i>Die folgende Rede hielt Helga Zepp-LaRouche, die Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts und Bundesvorsitzende der B\u00fcSo, zur Er\u00f6ffnung der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 13. und 14. Juni 2015 in Paris. Der Text wurde aus dem englischen Original \u00fcbersetzt.<\/i><\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte meiner eigentlichen Rede einen kurzen Bericht voranstellen \u00fcber das, was Herr LaRouche gestern gesagt hat &#8211; denn wir hatten gestern einige extrem wichtige Entwicklungen. Pr\u00e4sident Obama ging zum Kongre\u00df und versuchte, die Mitglieder der Demokratischen Partei im Kongre\u00df zu bedrohen, und sagte ihnen, sie m\u00fc\u00dften unbedingt f\u00fcr die TPA [die Erm\u00e4chtigung zum Aushandeln von Freihandelsabkommen] stimmen, wie sie jetzt genannt wird &#8211; und da\u00df es in dieser Frage nicht um das Freihandelsabkommen ginge, sondern um seine Person.<\/p>\n<p>Und es wurde berichtet, da\u00df die Kongre\u00dfabgeordneten nach dieser 40min\u00fctigen Sitzung v\u00f6llig w\u00fctend waren, und dann stimmten sie mit \u00fcberw\u00e4ltigender Mehrheit gegen diesen TPA-Entwurf, was wirklich eine schwere Niederlage f\u00fcr ihn war &#8211; eine von vielen Niederlagen, die Obama in j\u00fcngster Zeit einstecken mu\u00dfte. Und Herr LaRouche kommentierte, dies sei nicht blo\u00df Ausdruck eines kurzfristigen Widerstands in letzter Minute, sondern eines Prozesses der Rebellion, der in j\u00fcngster Zeit auf beiden Seiten des Atlantiks in Gang gekommen sei. Und darin spiegle sich die Erkenntnis wichtiger Fraktionen wider, da\u00df uns akut ein thermonuklearer Krieg droht.<\/p>\n<p>Dies bedeute, da\u00df man in n\u00e4chster Zeit damit rechnen m\u00fcsse, da\u00df sich die Neigung der Regierung Obama, Konfrontationen voranzutreiben, sogar noch verst\u00e4rken wird. Aber man m\u00fcsse die eigentliche Ursache anpacken, n\u00e4mlich da\u00df die Wall Street reif f\u00fcr die Schlachtbank ist, da\u00df das ganze transatlantische Finanzsystem hoffnungslos bankrott ist. Die einzige Hoffnung liege darin, da\u00df ein Block von Nationen existiert, die numerisch gesehen viel st\u00e4rker seien.<\/p>\n<p>Aber man m\u00fcsse auch verhindern, da\u00df die Welt ins Chaos abgleitet. Und deshalb brauche man ein Programm, das dieses Problem unmittelbar anpackt, denn wir stehen vor dem Platzen der griechischen Schulden, das sofort Konsequenzen auch f\u00fcr Spanien und Italien haben wird, und auch wenn Deutschland in einer relativ st\u00e4rkeren Position ist, stehen wir damit vor dem Zusammenbruch des gesamten transatlantischen Finanzsystems.<\/p>\n<p>Deshalb mu\u00df man Ma\u00dfnahmen der Art ergreifen, wie sie Franklin D. Roosevelt in der Zeit von 1932-39 ergriff, das ist es, worauf wir uns konzentrieren m\u00fcssen. Und ich denke, das ist etwas, womit wir uns in unseren Er\u00f6rterungen bei dieser Konferenz befassen m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Denn dies ist keine akademische Konferenz, sondern ein Versuch, zu intervenieren, in einem Augenblick, in dem sehr klar ist, da\u00df beispielsweise die Institutionen der G-7, die gerade ihr Gipfeltreffen hatten, v\u00f6llig darin versagen, etwas gegen diese existentiellen Gefahren f\u00fcr die Zivilisation zu tun.<\/p>\n<p>Ich werde auf die optimistischen L\u00f6sungen zur\u00fcckkommen, aber lassen Sie mich Ihnen sagen: Die Menschheit war noch nie in einer so gef\u00e4hrlichen Lage.<\/p>\n<p>Aber ich will zun\u00e4chst meine \u00dcberzeugung zum Ausdruck bringen, da\u00df ich absolut davon \u00fcberzeugt bin, da\u00df es m\u00f6glich ist, die Zivilisation zu retten, und die wunderbaren Optionen und Alternativen, die hier der Gegenstand unserer Diskussionen sein werden, zu realisieren. Wenn wir unsere Arbeit richtig erledigen &#8211; und das wird offensichtlich nicht nur von uns abh\u00e4ngen, aber meiner Meinung wird unsere Intervention nach den Ausschlag geben, ob der Menschheit die Selbstvernichtung oder eine neue \u00c4ra der Zivilisation bevorsteht -, dann kann die Welt schon sehr bald eine ganz andere sein.<\/p>\n<p>Ich denke, es ist wichtig, von der Vision auszugehen, wohin wir gelangen wollen. Denn es kann ganz andere Beziehungen zwischen den Nationen geben, wo nicht geopolitische Konfrontationen im Mittelpunkt stehen, nicht die vermeintlichen engen, nationalen Interessen im Widerspruch zu den nationalen Interessen anderer L\u00e4nder, sondern wo wir uns auf die gemeinsamen Ziele der Menschheit einigen. Wir k\u00f6nnen eine neue Weltwirtschaftsordnung haben, die allen Nationen dieses Planeten Gerechtigkeit verschafft, zusammen mit einer klassischen Renaissance der Kultur, die meiner Meinung nach genauso dringend ist, wenn man sich die derzeitige Degeneration der westlichen Kultur anschaut.<\/p>\n<p>Aber das kann nur realisiert werden, wenn es uns gelingt, die Aufgabe zu erf\u00fcllen, die wir uns schon vor einiger Zeit vorgenommen haben, n\u00e4mlich, die europ\u00e4ischen Nationen und die Vereinigten Staaten in eine Zusammenarbeit mit den BRICS-Nationen und Pr\u00e4sident Xi Jingpings \u201e<i>Win-win<\/i>-Politik\u201c [eine Politik, bei der alle Seiten gewinnen] zu f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Nun, dies (<i>Abbildung 1<\/i>) ist das Programm: ein Bauplan f\u00fcr die kommenden 50 Jahre &#8211; wenn man sich das Tempo der Entwicklung in China betrachtet, vielleicht sogar nur 20 Jahre, aber es k\u00f6nnte auch f\u00fcr die kommenden 100 Jahre sein.<\/p>\n<p>Dies ist wirklich der Schl\u00fcssel. Dieses Programm f\u00fcr den Bau einer Weltlandbr\u00fccke, die alle Nationen auf dem Planeten in einer gemeinsamen Entwicklungsstrategie vereint, ist tats\u00e4chlich der Weg, wie man alle Probleme \u00fcberwinden kann: die Kriegsgefahr, weil es wirklich eine Friedensstrategie f\u00fcr das 21. Jahrhundert ist, die Unterentwicklung und den Hunger von Milliarden Menschen, weil es f\u00fcr Entwicklung und Produktion f\u00fcr alle sorgen w\u00fcrde. Es w\u00fcrde helfen, den Drogenhandel zu beseitigen, und es w\u00fcrde vor allem Hoffnung auf die Zukunft geben und damit die Dekadenz des Geistes \u00fcberwinden.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_30368\" aria-describedby=\"caption-attachment-30368\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30368\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035017\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035017.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30368\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 1: Die im Auftrag von Helga Zepp-LaRouche erstellte 370seitige Studie \u201eDie Neue Seidenstra\u00dfe wird zur Weltlandbr\u00fccke\u201c. (EIR)<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber diese Wende mu\u00df sehr, sehr pl\u00f6tzlich kommen, denn sie ist sehr dringend.<\/p>\n<p>Wenn man sich das Ergebnis des j\u00fcngsten G-7-Gipfels betrachtet, dann ist die Lage leider die, da\u00df Bundeskanzlerin Merkel auf Druck von Obama, Cameron und Kanada Pr\u00e4sident Putin zum zweiten Mal ausgeschlossen hat, und dadurch bot Merkel das Forum f\u00fcr Obamas \u00e4u\u00dferst provokante Angriffe [auf Putin] am Ende des Gipfels.<\/p>\n<p>Nun, angesichts der Tatsache, da\u00df die G-7 nur 10% der Weltbev\u00f6lkerung ausmachen, finde ich es ziemlich anma\u00dfend, da\u00df sie beschlossen haben, bis zum Jahr 2100 eine sogenannte Dekarbonisierung der Weltwirtschaft durchzuf\u00fchren. Wer erm\u00e4chtigt 10% der Weltbev\u00f6lkerung, f\u00fcr die kommenden 90 Jahre das Programm f\u00fcr die Menschheit zu beschlie\u00dfen?<\/p>\n<p>Falls sich die Geschichte \u00fcberhaupt an sie erinnern wird, wird Frau Merkel wahrscheinlich mit ihrem ber\u00fcchtigten Ausstieg aus der Kernenergie und dem kompletten Umstieg auf erneuerbare Energiequellen in die Geschichte eingehen. Die Dekarbonisierung w\u00fcrde bedeuten, da\u00df wir nur noch Sonnenenergie und Wind haben, keine fossilen Energietr\u00e4ger mehr, und da sie auch gegen die Kernkraft ist, w\u00fcrde das praktisch bedeuten, was Herr Schellnhuber fordert, der den WBGU in Deutschland leitet, ein Beratergremium [der Bundesregierung], der aber auch ein \u201eCBE\u201c ist, ein Commander of the British Empire: Er hat ein Programm f\u00fcr die Transformation der Weltwirtschaft entworfen, das die Weltwirtschaft dekarbonisieren w\u00fcrde. Und wenn man erkennt, da\u00df es einen direkten Zusammenhang gibt zwischen der Energieflu\u00dfdichte im Produktionsproze\u00df und der Zahl der Menschen, die mit dieser Energieflu\u00dfdichte versorgt werden k\u00f6nnen, dann mu\u00df man zu dem Schlu\u00df gelangen, da\u00df die Zahl der Menschen, die damit erhalten werden k\u00f6nnen, bei etwa einer Milliarde Menschen liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Dann war da das sehr omin\u00f6se Treffen zwischen Pr\u00e4sident Obama und Sir David Attenborough. Auf diesem Foto (<i>Abbildung 2<\/i>) sehen wir Sir David Attenborough, einen wichtigen Berater der britischen Krone in Umwelt- und Energiefragen. Er wurde von Obama kurz vor dem G-7-Gipfel eingeflogen, und es wurde zwar nicht publik gemacht, was sie besprochen haben, aber wir wissen, was Attenborough in der Vergangenheit gesagt hat &#8211; n\u00e4mlich, da\u00df die Menschheit eine Pestilenz sei, da\u00df sie massiv, mindestens um die H\u00e4lfte reduziert werden sollte. Man kann von daher annehmen, da\u00df das, was von Obamas Seite in den Gipfel hineingetragen wurde, die britischen Ratschl\u00e4ge waren, wie man die Weltbev\u00f6lkerung reduzieren kann.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_30377\" aria-describedby=\"caption-attachment-30377\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30377\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035019\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035019.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30377\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 2: Sir David Attenborough (EPA)<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Nun, zum Gl\u00fcck gibt es drei wichtige deutsche Pers\u00f6nlichkeiten, die kurz vor dem G-7-Gipfel forderten, da\u00df Pr\u00e4sident Putin eingeladen werden sollte. Das waren &#8211; sehr wichtig &#8211; der derzeitige Au\u00dfenminister Frank-Walter Steinmeier und die fr\u00fcheren Bundeskanzler Gerhard Schr\u00f6der und Helmut Schmidt. Und Helmut Schmidt sagte, nicht nur Ru\u00dfland sollte eingeladen werden, sondern auch China und Indien. Und Schmidt, der 95 Jahre alt ist &#8211; es scheint, da\u00df es die Eigenart alter Leute ist, da\u00df sie mehr Mut haben, die Wahrheit zu sagen, als viele J\u00fcngere -, hat schon oft vor einem Dritten Weltkrieg gewarnt.<\/p>\n<p>Man kann also sicher sein, da\u00df diese Leute &#8211; und in diesem Sinne befindet sich Steinmeier wirklich auf einer ganz anderen Linie als Merkel &#8211; die Warnungen kennen, die in j\u00fcngster Zeit von Milit\u00e4rexperten kamen. Denn wir sind heute in einer Lage, die gef\u00e4hrlicher ist als auf dem H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges. Und der H\u00f6hepunkt des Kalten Krieges war die Kubakrise.<\/p>\n<p>Nun, w\u00e4hrend der Kubakrise gab es, trotz extrem feindseliger Beziehungen, eine Kommunikation zwischen Pr\u00e4sident Kennedy und Chruschtschow, und es gelang ihnen, den Konflikt in letzter Minute zu entsch\u00e4rfen. Aber das ist zwischen Pr\u00e4sident Obama und Pr\u00e4sident Putin nicht der Fall. Viele Milit\u00e4rexperten haben darauf hingewiesen, da\u00df die gr\u00f6\u00dfte Gefahr oder eine der gr\u00f6\u00dften Gefahren insbesondere darin liegt, da\u00df es keine Kommunikation zwischen den Vereinigten Staaten und Ru\u00dfland gibt.<\/p>\n<p>Wie kamen wir in diese Krise?<\/p>\n<p>Sie wurde seit langem vorbereitet, das begann faktisch 1997 mit der Entscheidung der Neokonservativen, die Pl\u00e4ne des PNAC, des Projekts f\u00fcr ein neues Amerikanisches Jahrhundert zu verfolgen. Das war die Idee, insbesondere nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zwischen 1989 und 1991, da\u00df es kein Land geben sollte, das nicht Teil des Imperiums ist, das von den Anglo-Amerikanern auf der Grundlage der Sonderbeziehung zwischen Gro\u00dfbritannien und den Vereinigten Staaten geleitet wird. Und es wird ausdr\u00fccklich das Ziel genannt, eine globale Vorherrschaft der USA aufrechtzuerhalten und das Aufkommen einer Macht oder einer Gruppe von Nationen, die die Macht der Vereinigten Staaten in Frage stellt, zu verhindern. Und das ist die geltende Vorstellung, das wurde nur in der \u00c4ra Clinton kurz und teilweise unterbrochen, aber es wurde von Bush senior, den beiden Regierungen Bush junior und nun seit sechseinhalb Jahren von Obama umgesetzt.<\/p>\n<p>Diese Politik bedeutete, da\u00df man gleich nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion mit den systematischen Regimewechseln begann, durch eine ganze Reihe von Ma\u00dfnahmen &#8211; Farben-Revolutionen, bezahlte NGOs mit dem Ziel, demokratisch gew\u00e4hlte Regierungen zu st\u00fcrzen, durch Sanktionen. Wir sehen das im Falle Ru\u00dflands, wo es das einzige Ziel der Sanktionen ist, einen solchen Aufruhr in Ru\u00dfland herbeizuf\u00fchren, da\u00df man ein Maidan-Ph\u00e4nomen in Moskau organisieren und Putin loswerden kann.<\/p>\n<p>Das schlo\u00df ein, da\u00df die NATO und die EU bis an die Grenzen Ru\u00dflands vorr\u00fcckten, obwohl nach Aussage von John Matlock, der US-Botschafters in Moskau w\u00e4hrend des Zusammenbruchs der Sowjetunion war, versprochen worden war, da\u00df es dazu niemals kommen w\u00fcrde. Diese Zusagen wurden nicht eingehalten, und das bedeutet, da\u00df Truppen und Milit\u00e4rger\u00e4t bis an die russischen Grenzen vorverlegt wurden.<\/p>\n<p>Und nun gibt es seit ein paar Tagen extrem fadenscheinige Vorw\u00fcrfe, Ru\u00dfland habe den INF-Vertrag verletzt. Das k\u00f6nnte mit einem angeblichen Teststart einer seegest\u00fctzten Lenkrakete von einer landgest\u00fctzten Startanlage zusammenh\u00e4ngen, was, falls so etwas oder etwas \u00e4hnliches tats\u00e4chlich geschehen sein sollte, ein extrem geringf\u00fcgige technische Frage w\u00e4re. Aber wie ich schon sagte, nicht einmal das ist bewiesen. Die russische Seite hat sehr klar darauf bestanden, da\u00df es keine Beweise daf\u00fcr gibt, und der stellvertretende Verteidigungsminister Antonow sagte, die USA w\u00fcrden diese Behauptungen gegen Ru\u00dfland aufbauschen, um ihre eigenen milit\u00e4rischen Pl\u00e4ne zu rechtfertigen, n\u00e4mlich, die amerikanischen Kurz- und Mittelstreckenraketen wieder nach Europa und in andere Regionen zu verlegen.<\/p>\n<p>Als Obama ins Amt kam, hatte er versprochen, die Kernwaffen zu reduzieren und letztendlich abzuschaffen. Aber jetzt Kernwaffen wieder nach Gro\u00dfbritannien zu verlegen, was dieses in Person von Cameron bereits akzeptiert hat, und an andere Orte, ist wirklich ein Schritt in Richtung Nuklearkrieg. Und einige Leute glauben, das solle ein Nuklearkrieg in Europa sein, aber es liegt in der Logik des Nuklearkrieges, da\u00df er nicht nur Europa treffen w\u00fcrde. Es w\u00e4re ein allgemeiner, globaler thermonuklearer Krieg, den niemand \u00fcberleben w\u00fcrde.<\/p>\n<p>General Iwaschow, der jetzt die Akademie f\u00fcr Geopolitik leitet, nannte es eine umgekehrte Kubakrise. Und es ist die Umsetzung der Cheney-Wolfowitz-Doktrin einer unipolaren Welt.<\/p>\n<p>Nun hat die Regierung Obama erstmals zugegeben, da\u00df sie \u00fcber die Option nachdenkt, aus dem INF-Vertrag auszusteigen und Counterforce-IRBM (Mittelstreckenraketen) nach Europa zu verlegen, oder sogar \u201eausgleichende\u201c Kapazit\u00e4ten mit der M\u00f6glichkeit eines pr\u00e4ventiven Nuklearangriffs gegen Ziele in Ru\u00dfland.<\/p>\n<p>Auch die Transformation der Milit\u00e4rdoktrin in letzter Zeit &#8211; der \u201ePrompt Global Strike\u201c, die amerikanischen Raketenabwehrsysteme &#8211; sind faktisch Erstschlagsdoktrinen. Und wenn Sie sich an das erinnern, was Pr\u00e4sident Putin sagte, als er um Weihnachten die Anpassung der russischen Milit\u00e4rdoktrin verk\u00fcndete: Da sagte er, es k\u00f6nnte der Punkt erreicht werden, an dem sich Ru\u00dfland gezwungen sieht, Kernwaffen einzusetzen, um diese Gefahr abzuwenden. Das sollte Ihnen zeigen, warum wir wirklich in t\u00f6dlicher Gefahr schweben und unbedingt handeln m\u00fcssen.<\/p>\n<p>Auf der Internetseite der NATO sind derzeit 71 Man\u00f6ver und Ereignisse zwischen April und November aufgez\u00e4hlt, alle dicht an der russischen Grenze, im Baltikum, in der Ostsee und im Schwarzen Meer, und Poroschenko hat soeben angek\u00fcndigt, da\u00df er jegliche milit\u00e4rische Zusammenarbeit mit Ru\u00dfland beendet, was die Versorgung der russischen Truppen in Transnistrien in Moldawien blockiert. Damit k\u00f6nnten sich die Ereignisse von Georgien 2008 wiederholen, aber es k\u00f6nnte auch als Vorwand f\u00fcr Aktionen gegen Ru\u00dfland dienen.<\/p>\n<p>Ru\u00dfland intensiviert seine strategischen Beziehungen zu China und Indien, und Ru\u00dfland und China \u00fcben in einem Man\u00f6ver namens Joint Sea 2015 im Fernen Osten gemeinsam mit Luft- und Seelandungstruppen.<\/p>\n<p>Angesichts der Tatsache, da\u00df der Vorwand f\u00fcr alle diese Eskalationen gegen Ru\u00dfland die Lage in der Ukraine ist &#8211; angeblich die Frage der Krim -, sollte unbedingt darauf hingewiesen werden, was diese Ereignisse ausgel\u00f6st hat, n\u00e4mlich einerseits der faschistische Putsch [in Kiew] vom 18.-22. Februar 2014 und vorher die Versuche, die Ukraine durch das Assoziationsabkommen in die EU zu ziehen. Und Helmut Schmidt sagt, was ich vollkommen unterst\u00fctze, da\u00df die eigentliche Ukraine-Krise schon viel fr\u00fcher begann, mit dem Maastricht-Vertrag, denn damit begann eigentlich diese Idee der Osterweiterung der EU.<\/p>\n<p>Das Geschehen beim G-7-Treffen kann man nur als ein selbstm\u00f6rderisches Delirium von Seiten Deutschlands, Frankreichs, Italiens und anderer Nationen bezeichnen. Die einzige Chance ist es, die Opposition von Steinmeier, Schmidt und Schr\u00f6der zu eskalieren. Merkel sollte meiner Meinung nach abgel\u00f6st werden, weil sie gegen ihren Amtseid verst\u00f6\u00dft &#8211; Schaden vom deutschen Volk abzuhalten -, und wegen ihres skandal\u00f6sen Verhaltens in der NSA-BND-Aff\u00e4re, die die Rechte der gesamten deutschen Bev\u00f6lkerung verletzt &#8211; und nicht nur der deutschen Bev\u00f6lkerung, da ja, wie Sie wissen, in Zusammenarbeit von BND und NSA auch Frankreich, Belgien, \u00d6sterreich und sogar die deutsche Industrie ausgesp\u00e4ht wurden. Und sie wei\u00df offensichtlich nicht, da\u00df die deutsche Wirtschaft ohne die Kooperation mit Ru\u00dfland und den BRICS nicht funktionieren kann.<\/p>\n<p>Nun, Ru\u00dfland ist Teil von Europa, und die Sanktionen, die eingef\u00fchrt wurden, um Ru\u00dfland zu schaden, sind wirklich extrem dumm. Denn sie schaden nicht nur Ru\u00dfland, das nat\u00fcrlich auch darunter leidet, sondern beispielsweise sind die deutschen Maschinenbauexporte nach Ru\u00dfland im ersten Quartal dieses Jahres um 28% zur\u00fcckgegangen, und die deutsche Industrie ist extrem w\u00fctend dar\u00fcber, da\u00df im selben Zeitraum die US-Exporte nach Ru\u00dfland um 17% gewachsen sind.<\/p>\n<p>Es gibt in Europa derzeit nicht blo\u00df eine Stagnation der Wirtschaft, sondern momentan gibt es nichts, um Europa vor dem Auseinanderbrechen zu sch\u00fctzen &#8211; insbesondere angesichts der drohenden Explosion der Lage in Griechenland, die sich offensichtlich zuspitzt. Merkel sollte also entweder zum R\u00fccktritt gezwungen oder an die Leine genommen werden, durch Kr\u00e4fte in Deutschland aus Industrie, Milit\u00e4r und einem gr\u00f6\u00dferen Teil der SPD, f\u00fcr die diese drei Pers\u00f6nlichkeiten stehen.<\/p>\n<p>Aber wir sollten uns auch dar\u00fcber im klaren sein, da\u00df es, solange die Vereinigten Staaten dieser geopolitischen Idee folgen, die schon viel weiter zur\u00fcckreicht, vielleicht schon hundert Jahre, darum geht, eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Ru\u00dfland zu verhindern. Und ich denke, und das ist nicht blo\u00df die Aufgabe Deutschlands, sondern ganz Europas, wir m\u00fcssen sicherzustellen, da\u00df die Sanktionen sofort beendet werden. Und das ist sehr einfach. Alles was wir sagen m\u00fcssen, ist: nehmt den Handel mit Ru\u00dfland wieder auf, und das w\u00e4re der erste Schritt zur\u00fcck zur Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Aber die Erkl\u00e4rungen zur Dekarbonisierung und zum Wirtschaftskrieg gegen Ru\u00dfland sind nicht die einzigen schrecklichen \u00dcbel, die beim G-7-Gipfel vereinbart wurden. Sie beschlossen eine harte Linie gegen\u00fcber Griechenland, eine Austerit\u00e4tspolitik ausschlie\u00dflich zugunsten der \u201eToo-big-to-Fail\u201c-Banken [Gro\u00dfbanken, die \u201ezu gro\u00df zum scheitern\u201c sind] &#8211; und man sollte dabei erw\u00e4hnen, da\u00df 97% der sogenannten Rettungspakete tats\u00e4chlich an die Banken flossen. Und was Griechenland aufgezwungen wird, ist eine Art von Schuldenkerker oder Schuldenkorsett in der Tradition von Versailles und Br\u00fcning.<\/p>\n<p>Jean Ziegler, ein prominenter schweizerischer Aktivist und UN-Vertreter, sagte, da\u00df die modernen Sklavenhalter heute in den oberen Etagen der Banken und multinationalen Konzerne sitzen. Und er bezeichnete das gegenw\u00e4rtige System der Globalisierung als \u201ekannibalistisch\u201c, was vollkommen richtig ist.<\/p>\n<p>Die \u00fcblichen Eurozentristen werden sagen: \u201eAch, der Herr Ziegler ist zu radikal.\u201c Aber wenn man dar\u00fcber nachdenkt &#8211; ist es nicht wahr? Was ist der Unterschied zwischen den Schiffen der Sklavenhalter und der Plantagenbesitzer der Konf\u00f6derierten Staaten von Amerika, wo Tausende von Menschen ertranken oder an Hunger und Durst starben, und der Fl\u00fcchtlingskrise im Mittelmeer, wo fast jede Woche Tausende von Menschen ihr Leben und das ihrer Kinder riskieren und eine 50prozentige Chance haben, da\u00df sie nicht durchkommen, wenn sie vor dem Krieg im Nahen Osten, dem Hunger und den Epidemien in Afrika und dem Terrorismus fliehen?<\/p>\n<p>Die EU-Politik gegen\u00fcber den Fl\u00fcchtlingen spiegelt meiner Meinung nach den v\u00f6lligen moralischen Bankrott der Institutionen wider. Denn sie dienen nur dem Interesse der Gro\u00dfbanken und des Weltw\u00e4hrungsfonds, die von Interessen gesteuert werden, die praktisch den gesamten Entwicklungssektor in eine riesige Plantage verwandelt haben. Denken Sie an den Landraub, die Spekulationen mit der Wasserknappheit, bei denen Wasserprojekte blockiert werden, zu dem Zweck, die Wasserpreise hochzuhalten und mit in Flaschen abgef\u00fclltem Wasser zu spekulieren und die Nahrungsmittelkette zu beherrschen. Jean Ziegler hat gesagt, jedes Kind, das verhungert, wird ermordet. Und ich stimme dem zu, denn es w\u00e4re so leicht, das zu \u00e4ndern. Man br\u00e4uchte nicht mehr als ein halbes Jahr, um das zu beenden.<\/p>\n<p>Vor einigen Tagen sah ich im Flugzeug den Film \u201e12 Jahre lang Sklave\u201c, ein bemerkenswerter Film. Ich ermutige normalerweise nicht dazu, Filme anzuschauen, aber dieser ist sehr empfehlenswert, weil er die Mentalit\u00e4t der Sklavenhalter erfa\u00dft, die noch heute in den probritischen Str\u00f6mungen in den USA sehr lebendig ist.<\/p>\n<p>Hinter dieser unipolaren Weltanschauung steht in Wirklichkeit die Mentalit\u00e4t der Sklavenhalter und der Sklaventreiber in moderner Form. Sicher, die Vorstandschefs der Gro\u00dfbanken und die EU-B\u00fcrokraten haben wahrscheinlich nicht diese perverse Lust, die in diesem Film dargestellt ist, wo der Sadismus und die absolut widerliche Mentalit\u00e4t an die Grenzen dessen gehen, wozu Menschen \u00fcberhaupt f\u00e4hig sind. Aber trotzdem sind sie die Vordenker und Schreibtischt\u00e4ter: Sie spekulieren mit CO<sub>2<\/sub>-Zertifikaten, und die Konsequenzen ihrer Politik k\u00f6nnten ihnen nicht gleichg\u00fcltiger sein. Solange sie ihre Profite machen, ist es ihnen ganz egal, was in der Folge mit den Menschen geschieht.<\/p>\n<p>Nun nochmals zu Attenborough, der sagte, wir Menschen seien eine Pestilenz der Erde und wir m\u00fc\u00dften die Explosion der Zahl der Menschen eind\u00e4mmen. Er ist verbunden mit dem sogenannten Optimum Population Trust\/Population Matters, der fordert, die Zahl der Menschen bis zum Ende des Jahrhunderts auf die H\u00e4lfte zu reduzieren &#8211; das w\u00e4ren 3,5 Milliarden. Er denkt also wahrscheinlich gerade dar\u00fcber nach, wer von den anderen Personen beseitigt werden sollte. Man mu\u00df das ganz pers\u00f6nlich nehmen!<\/p>\n<p>Friedrich Schiller hat in seiner wundersch\u00f6nen Schrift <i>Die Gesetzgebung des Lykurgus und Solon<\/i> Sparta als das oligarchische Modell dargestellt, und er sagt darin, da\u00df im oligarchischen Modell Heloten beseitigt werden k\u00f6nnen. Man darf sie t\u00f6ten, wenn es zu viele von ihnen gibt.<\/p>\n<p>Bertrand Russell schreibt in seinem Buch <i>The Impact of Science on Society<\/i> (1952, dt.: \u201eWissenschaft wandelt das Leben\u201c):<\/p>\n<p>\u201eDemgegen\u00fcber l\u00e4\u00dft sich einwenden, da\u00df schlechte Zeiten keine Dauer-, sondern Ausnahmezust\u00e4nde sind und man ihnen auch mit au\u00dfergew\u00f6hnlichen Mitteln zu begegnen hat. W\u00e4hrend der Flitterwochen der Industrialisierung war dies Verfahren mehr oder weniger richtig; wenn sich aber die Bev\u00f6lkerungszunahme nicht mehr erheblich verlangsamen l\u00e4\u00dft, dann verliert dieser Einwand an Bedeutung. Gegenw\u00e4rtig vermehrt sich die Weltbev\u00f6lkerung t\u00e4glich um 58.000 Menschen. Die Kriege haben bis heute keinen wesentlichen Einflu\u00df darauf gehabt, denn die Zunahme hielt w\u00e4hrend beider Weltkriege unvermindert an&#8230; Der Krieg hat sich bisher, wie bemerkt, als entt\u00e4uschender Versager erwiesen, aber vielleicht ist der bakteriologische Krieg wirkungsvoller. W\u00fcrde man in jeder Generation einmal den Schwarzen Tod \u00fcber die Welt schicken, dann d\u00fcrften die \u00dcberlebenden fr\u00f6hlich weiterzeugen, ohne die Welt allzu eng zu machen&#8230; Es w\u00fcrden sich zwar etwas unangenehme Zust\u00e4nde entwickeln, aber was macht das schon? Die in Wahrheit hochherzigen Leute sind gegen das Gl\u00fcck immun, vor allem, wenn es das Gl\u00fcck anderer ist.\u201c<\/p>\n<p>In seiner Schrift <i>Prospects of Industrial Civilization<\/i> (1923, dt.: \u201eDie Kultur des Industrialismus und ihre Zukunft\u201c) schreibt Russell:<\/p>\n<p>\u201eDie wei\u00dfe Bev\u00f6lkerung der Welt wird schon bald aufh\u00f6ren, zu wachsen. Bei den asiatischen Rassen wird es lange und bei den Negern noch l\u00e4nger dauern, bis ihre Geburtenziffer gen\u00fcgend sinkt, damit die Bev\u00f6lkerungszahl auch ohne die Hilfe von Seuchen und Krieg sich gleich bleibt&#8230; Bis das geschieht, k\u00f6nnen die Wohltaten, die der Sozialismus erreichen will, nur teilweise realisiert werden, und die weniger fruchtbaren Rassen m\u00fcssen sich gegen die fruchtbareren mit Methoden verteidigen, die zwar abscheulich, aber notwendig sind.\u201c<\/p>\n<p>Mit dieser Geisteshaltung erscheint ein \u201enetter kleiner Krieg\u201c, wie es die Briten fr\u00fcher nannten, als das gerade richtige Mittel, sogar ein Nuklearkrieg: vielleicht \u201eabscheulich, aber notwendig\u201c.<\/p>\n<h3>Die Alternative<\/h3>\n<p>Aber zum Gl\u00fcck gibt es eine Alternative. Denn seit etwa zwei Jahren, als Pr\u00e4sident Xi Jinping die Neue Seidenstra\u00dfe und die Maritime Seidenstra\u00dfe ank\u00fcndigte, und vor allem seit dem Fortaleza-Gipfel im Juli 2014 gibt es ein v\u00f6llig anderes Wirtschaftssystem. Die BRICS haben untereinander eine enorme Zahl von Abkommen geschlossen &#8211; die Bereiche der Zusammenarbeit umfassen Infrastruktur, Wissenschaft und Technologie, Kernenergie, die Erschlie\u00dfung des Weltraums &#8211; im Umfang von mehreren Billionen Euros, Dollars usw.<\/p>\n<p>Aus der Sicht der europ\u00e4ischen Gewohnheiten der letzten Jahre haben diese L\u00e4nder das mit unglaublicher Geschwindigkeit getan, und andere Organisationen haben sich um die BRICS gesammelt. Ganz Lateinamerika, der gr\u00f6\u00dfte Teil der ASEAN, Teile Afrikas und sogar Europas. Mit chinesischer Hilfe wird ein zweiter Panamakanal in Nikaragua gebaut. Die Chinesen planen den Bau einer transkontinentalen Eisenbahn von Brasilien nach Peru, das wurde beim j\u00fcngsten Besuch von Premierminister Li Keqiang in Lateinamerika vereinbart. Und sie bauen auch vier Tunnel zwischen Chile und Argentinien, alles mit direkten chinesischen Investitionen.<\/p>\n<p>Aber dar\u00fcber hinaus haben sie auch ein v\u00f6llig neues, paralleles Finanzsystem geschaffen: die Neue Entwicklungsbank mit einem Startkapital von 100 Mrd.$; das Notfall-Reserve-Arrangement, das ist ein Pool, um die teilnehmenden L\u00e4nder gegen Spekulationen zu verteidigen; die Asiatische Infrastruktur-Investitionsbank (AIIB), bei der sich, ganz im Gegensatz zu den W\u00fcnschen der Regierung Obama, 58 Nationen dr\u00e4ngelten, um Gr\u00fcndungsmitglieder zu werden, darunter Frankreich, Deutschland, Italien, Skandinavien. Die Shanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit hat eine neue Bank, ebenso die s\u00fcdasiatische Organisation SAARC. Es gibt den Neuen Seidenstra\u00dfen Entwicklungsfonds und einen Fonds f\u00fcr die Maritime Seidenstra\u00dfe. Und sie alle haben den ausdr\u00fccklichen Zweck, das Vakuum zu f\u00fcllen, das der Weltw\u00e4hrungsfonds und die Weltbank hinterlassen haben, die nur 60 Mrd.$ pro Jahr f\u00fcr Infrastruktur-Investitionen ausgeben, und deshalb gehen diese Banken jetzt daran, in gewaltige Infrastruktur-Aufbauprogramme \u00fcberall im Entwicklungssektor zu investieren.<\/p>\n<p>Der Hauptimpuls hierf\u00fcr kam offensichtlich vom chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping, aber es gibt auch eine \u00e4u\u00dferst enge Zusammenarbeit zwischen Ru\u00dfland und China. Die Neue Seidenstra\u00dfe und die Strategie \u201eEin G\u00fcrtel, eine Stra\u00dfe\u201c wurden in j\u00fcngster Zeit ganz mit der von Ru\u00dfland gef\u00fchrten Eurasischen Union abgestimmt.<\/p>\n<p>Es gibt auch eine enge strategische Zusammenarbeit zwischen Ru\u00dfland und Indien, und bei Pr\u00e4sident Putins j\u00fcngstem Indienbesuch sagte Ministerpr\u00e4sident Modi, Indien und Ru\u00dfland seien schon in der Vergangenheit in der st\u00e4rksten strategischen Sicherheitspartnerschaft vereint gewesen, und so werde es auch auf absehbare Zeit bleiben. Auch zwischen Indien und China wurde die strategische Partnerschaft gest\u00e4rkt, und die territorialen und anderen Konflikte wurden auf Eis gelegt. Beim Besuch Li Keqiangs in Brasilien vor einigen Wochen gelang es ihm, einen strategischen Angriff der Wall Street auf Brasilien abzuwehren und die Destabilisierungsversuche gegen Pr\u00e4sidentin Dilma Rousseff zu stoppen.<\/p>\n<p>Es bildet sich also ein ganz anderes Modell der Beziehungen zwischen den Nationen aus, auf der Grundlage anderer Prinzipien &#8211; nicht ganz neuer, denn es waren fr\u00fcher die Prinzipien der Vereinten Nationen, bevor sich die imperiale Politik durchsetzte -, wie Nichteinmischung, Respekt vor anderen Gesellschaftsmodellen, gemeinsamer wirtschaftlicher Nutzen, eine <i>Win-win<\/i>-Politik.<\/p>\n<p>Offensichtlich hat dieses neue Wirtschaftsmodell eine enorme Anziehungskraft, und das hat zu einem Ausbruch des Optimismus gef\u00fchrt. Projekte, die seit vielen Jahren in den Schubladen lagen, wurden nun herausgenommen und werden realisiert.<\/p>\n<p>Das chinesische Wirtschaftswunder ist ansteckend geworden. China hat sich seit den Reformen Deng Xiaopings und besonders in den letzten 30 Jahren in atemberaubendem Tempo entwickelt und konnte erreichen, wof\u00fcr die industrialisierten L\u00e4nder 150 oder 200 Jahre brauchten. Entgegen der Darstellung in den westlichen Medien hat China die beste Menschenrechtsbilanz der Welt, denn es wurden 800 Millionen Menschen aus bitterer Armut herausgeholt in einen sehr anst\u00e4ndigen Lebensstandard. Und was ist eine gr\u00f6\u00dfere Menschenrechtsverletzung als Armut?<\/p>\n<p>Mit der Neuen Seidenstra\u00dfe will China auch die noch nicht entwickelten Teile seines Binnenlandes entwickeln und den Lebensstandard der l\u00e4ndlichen Bev\u00f6lkerung anheben. Die Chinesen haben angek\u00fcndigt, da\u00df sie das BIP von 2010 bis 2020 verdoppeln wollen. Das ist ein bemerkenswertes Ziel, und wenn man betrachtet, was in den letzten 30 Jahren geschehen ist, dann es ist auch glaubw\u00fcrdig.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>F\u00fcr uns im Schiller-Institut ist die Neue Seidenstra\u00dfe die Verwirklichung einer Vision, die wir vor 25 Jahren zum erstenmal entwickelt haben. Zur Zeit des Mauerfalls schlugen wir vor, die Region zwischen Paris, Berlin und Wien zum sogenannten Produktiven Dreieck zu vereinigen, denn es gab die Mauer nicht mehr. Und als die Sowjetunion 1991 zusammenbrach, erweiterten wir das Produktive Dreieck zur \u201eEurasischen Landbr\u00fccke\u201c (<i>Abbildung 3<\/i>). Das war die Idee, die Industrie- und Bev\u00f6lkerungszentren Europas mit denen in Asien durch sogenannte Infrastruktur-Entwicklungskorridore zu verbinden.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_30386\" aria-describedby=\"caption-attachment-30386\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30386\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035024\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035024.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30386\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 3: Produktives Dreieck, Eurasische Landbr\u00fccke (EIR)<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Aber es war nicht blo\u00df als ein Wirtschaftsprogramm, sondern ausdr\u00fccklich als eine Friedensordnung f\u00fcr das 21. Jahrhundert gedacht. Die Idee der Eurasischen Landbr\u00fccke war es, eine h\u00f6here Ordnung der Vernunft zu schaffen, in der die historischen Konflikte, die ethnischen Spannungen, die Wunden aus den K\u00e4mpfen der Vergangenheit \u00fcberwunden werden, weil es zum gegenseitigen Vorteil f\u00fcr alle ist, sich an diesem Programm zu beteiligen. Es war wirklich, auch wenn wir es noch nicht so nannten, eine \u201e<i>Win-win<\/i>-Politik\u201c.<\/p>\n<p>Bekanntlich wurde das damals nicht verwirklicht, und zwar aus den Gr\u00fcnden, die ich gerade genannt habe: das Projekt f\u00fcr ein Neues Amerikanisches Jahrhundert, der Vorsto\u00df von Bush senior, Margaret Thatcher und Mitterrand zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung, Deutschland zur Aufgabe der D-Mark zugunsten des Euro zu zwingen, und der Maastricht-Vertrag. Bis 1989 war es das \u201ebestgeh\u00fctete Geheimnis\u201c der NATO, da\u00df Deutschland ein besetztes Land bleiben sollte, und der Maastricht-Vertrag sollte sicherstellen, da\u00df Deutschland ein besetztes Land blieb, indem man es in die Zwangsjacke des Stabilit\u00e4tspaktes und der Schuldenbremse steckte. Uns war klar, da\u00df der Euro nicht funktionieren konnte, weil er gar nicht als Wirtschaftsprogramm, sondern als geopolitischer Angriff auf Deutschland konzipiert war.<\/p>\n<p>Im Lauf der Zeit haben wir Hunderte von Konferenzen und Seminaren auf allen f\u00fcnf Kontinenten veranstaltet, und 1996 wurde dieses Programm bei einer Konferenz in Beijing \u00fcber die Eurasische Landbr\u00fccke faktisch von der chinesischen Regierung als die strategische Perspektive f\u00fcr das Jahr 2010 auf die Tagesordnung gesetzt. Aber das wurde nat\u00fcrlich durch die Asienkrise 1997 und den russischen Staatsbankrott 1998 unterbrochen.<\/p>\n<p>So waren wir hocherfreut, aber nicht wirklich \u00fcberrascht, als Xi Jinping die Neue Seidenstra\u00dfe ank\u00fcndigte.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>Etwa zwei Jahre lang wurde die Tatsache, da\u00df ein paralleles Wirtschaftsystem entsteht, von den etablierten Medien v\u00f6llig ignoriert, oder sie verleumdeten es, indem sie Putin oder Xi Jinping schlechtmachten. Aber in den letzten vier Wochen gab es eine Flut von Artikeln. <i>Time Magazine<\/i> (<i>Abbildung 4a<\/i>): \u201eNeue Seidenstra\u00dfe k\u00f6nnte die globale Wirtschaftsordnung f\u00fcr immer ver\u00e4ndern\u201c, \u201eGro\u00dfe Infrastrukturprojekte in der Geschichte &#8211; im gro\u00dfen Spiel geht es um die Kontrolle \u00fcber Eurasien. Es k\u00f6nnte zu einem neuen Kalten Krieg f\u00fchren. Das Ergebnis ist unsicher.\u201c Das hier ist <i>Deutschlandfunk<\/i> (<i>Abbildung 4b<\/i>).<\/p>\n<p>In den meisten dieser Artikel hei\u00dft es nun pl\u00f6tzlich: \u201eEs gibt ein ganz neues System, aber es geht immer noch um Geopolitik.\u201c Sie verstehen nicht, da\u00df das ausdr\u00fccklich ein Weg ist, um die Geopolitik zu \u00fcberwinden, indem alle auf der ganzen Welt eingeladen sind, sich an dieser neuen Weltordnung zu beteiligen.<\/p>\n<p>Es hei\u00dft da auch, China m\u00fcsse irgendeinen geheimen Plan verfolgen, China wolle die Welt \u00fcbernehmen, den amerikanischen Imperialismus durch einen chinesischen Imperialismus ersetzen. Es ist offensichtlich, da\u00df es den Journalisten und Politikern der transatlantischen Region extrem schwer f\u00e4llt, sich vorzustellen, da\u00df es eine Regierung geben kann, die sich dem Gemeinwohl verpflichtet, weil es [hier] solche Regierungen schon so lange nicht mehr gegeben hat, da\u00df das kaum mehr als eine dunkle Erinnerung ist. Und das erinnert mich an Hegels Wort, der schreibt, eine geschichtliche Pers\u00f6nlichkeit hat einen Kammerdiener, aber dieser Diener, der diesen Helden sozusagen immer in der Unterw\u00e4sche sieht, kann sich nicht vorstellen, da\u00df es eine historische Pers\u00f6nlichkeit ist. Das liegt aber nicht an der geschichtlichen Pers\u00f6nlichkeit, sondern daran, da\u00df der Kammerdiener eben ein Kammerdiener ist.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-30395\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035028\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035028.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><\/p>\n<figure id=\"attachment_30404\" aria-describedby=\"caption-attachment-30404\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30404\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035031\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035031.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30404\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 4a, b: In den letzten Wochen gab es pl\u00f6tzlich eine Flut von Berichten \u00fcber die Ver\u00e4nderung der globalen Ordnung durch Chinas Initiativen der Neuen Seidenstra\u00dfe, wie etwa in Time Magazine und im Deutschlandfunk.<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<h3>Konfuzius und Cusa<\/h3>\n<p>Der Schl\u00fcssel zum Verst\u00e4ndnis der wahren Motive Chinas ist Konfuzius.<\/p>\n<p>Zusammen mit Menzius pr\u00e4gt Konfuzius seit 2500 Jahren die chinesische Philosophie, die chinesische Staatsphilosophie. Und in seinem Menschenbild ist der Mensch von Natur aus gut. Die Schl\u00fcsselbegriffe in der chinesischen Philosophie sind das \u201eRen\u201c, das entspricht der Idee der Agape, der Liebe, der N\u00e4chstenliebe in der christlichen Tradition, und die Idee des \u201eLi\u201c, das bedeutet soviel wie \u201ePrinzip\u201c, und das ist die Idee, da\u00df man, wenn sich jeder Mensch und alle Dinge in der bestm\u00f6glichen Art und Weise entwickeln, die gr\u00f6\u00dfte Harmonie in der Gesellschaft erh\u00e4lt. Und das entspricht der Idee des Nikolaus von Kues, da\u00df man Konkordanz erh\u00e4lt, wenn sich der Mikrokosmos in der besten Art und Weise entwickelt, oder Leibniz\u2019 Idee der Monade: da\u00df Harmonie entsteht, wenn jeder sein volles Potential entwickelt.<\/p>\n<p>Diese Idee der Harmonie ist ganz zentral f\u00fcr die konfuzianische Philosophie. Sie ist keine \u00e4sthetische Beziehung, sondern eine kontrapunktische Entwicklung der gegenseitigen Weiterentwicklung: Wenn sich alle Mikrokosmen optimal entwickeln, dann folgt daraus Harmonie im Makrokosmos.<\/p>\n<p>Es gibt auch die Idee, da\u00df es so etwas gibt wie das \u201eMandat des Himmels\u201c, da\u00df eine Harmonie zwischen Mensch und Natur bestehen mu\u00df. Dies stammt urspr\u00fcnglich aus der Vorstellung vom \u201eg\u00f6ttlichen Willen\u201c in der westlichen Zhou-Dynastie (1046-771 v.Chr.), die besagt, da\u00df es eine Harmonie zwischen dem Himmel und dem Menschen geben mu\u00df und da\u00df sie eng miteinander verbunden sind.<\/p>\n<p>Diese Idee existiert \u00fcbrigens in allen gro\u00dfen Religionen und Philosophien: Es gibt die gleiche Vorstellung in der Philosophie der Kosmologie in Indien, die aus der Hindu-Tradition stammt. Es gibt sie in Form des Naturrechts in der europ\u00e4ischen Tradition. Und da m\u00fcssen wir wirklich als Menschheit hinkommen, um das gegenw\u00e4rtige Denken zu \u00fcberwinden.<\/p>\n<p>\u201eHarmonie ohne Uniformit\u00e4t\u201c ist das, was Konfuzius in seinen Gespr\u00e4chen beschreibt &#8211; \u201eEinheit in der Vielheit\u201c lautet diese Idee bei Nikolaus von Kues. In seinem <i>Buch der Riten<\/i>, dem Vorwort zu den <i>Gro\u00dfen Lehren des Konfuzius<\/i>, die ihm zugeschrieben werden, sagt er:<\/p>\n<p>\u201eDie Alten mu\u00dften, in dem Wunsch, da\u00df alle Menschen unter dem Himmel ihre angeborene leuchtende Tugend ungetr\u00fcbt erhalten, zun\u00e4chst das Volk gut regieren; in dem Wunsch, das Volk gut zu regieren, sorgten sie zun\u00e4chst f\u00fcr Harmonie in den Familien; in dem Wunsch, Harmonie in den Familien zu schaffen, kultivierten sie zun\u00e4chst sich selbst; in dem Wunsch, sich selbst zu kultivieren, mu\u00dften sie zun\u00e4chst ihren Geist auf das Rechte lenken; in dem Wunsch, ihren Geist auf das Rechte zu lenken, erweiterten sie zun\u00e4chst ihr Wissen bis zum \u00c4u\u00dfersten. Die Erweiterung des Wissens bis zum \u00c4u\u00dfersten liegt in dem vollen Verst\u00e4ndnis des Prinzips der Dinge.\u201c<\/p>\n<p>Eine Harmonie in der Gesellschaft und zwischen den V\u00f6lkern zu schaffen, beruht also auf dem Verst\u00e4ndnis des Prinzips der Dinge. Das ist die gleiche Idee wie bei Friedrich Schiller in seinen <i>\u00c4sthetischen Briefen<\/i>, da\u00df nur die Wissenschaftler und die klassischen K\u00fcnstler die Wahrheit verstehen.<\/p>\n<div class=\"one-half\">\n<p>In <i>China regieren<\/i>, einer Sammlung von 71 seiner Reden, die er 2013 und 2014 gehalten hat, zeigt Xi Jinping diesen konfuzianischen Geist. Er zitiert ein altes chinesisches Sprichwort: \u201eLernen ist der Bogen, Kompetenz ist der Pfeil.\u201c Xi sagt dazu (eigene \u00dcbersetzung aus dem Englischen): \u201eMan sollte das Lernen als h\u00f6chste Priorit\u00e4t betrachten, als eine Verantwortung, als eine moralische St\u00fctze und einen Lebensstil. Man sollte eine \u00dcberzeugung entwickeln, da\u00df Tr\u00e4ume mit dem Lernen beginnen. Das ist es, was Konfuzius meinte, als er sagte: ,Wenn man sich innerhalb eines Tages erneuern kann, soll man es jeden Tag tun.\u2019 Ja, la\u00dft uns jeden Tag uns erneuern. Das Leben beg\u00fcnstigt niemals diejenigen, die den ausgetretenen Pfaden folgen und zufrieden sind mit dem Status quo, und es wartet niemals auf die Anspruchslosen und diejenigen, die tatenlos herumsitzen und die Fr\u00fcchte der Arbeit anderer genie\u00dfen.\u201c<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-half last\"><\/p>\n<figure id=\"attachment_30413\" aria-describedby=\"caption-attachment-30413\" style=\"width: 460px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30413\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033-300x169.png\" alt=\"Capture du 2015-06-16 035033\" width=\"460\" height=\"259\" srcset=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033-300x169.png 300w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033-768x432.png 768w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033-1024x576.png 1024w, https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/uploads\/2015\/06\/Capture-du-2015-06-16-035033.png 1920w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30413\" class=\"wp-caption-text\">Abb. 5: Konfuzius<\/figcaption><\/figure>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Das gleiche sagt uns auch Lyndon LaRouche jeden Tag, da\u00df wir heute nicht einfach tun k\u00f6nnen, was wir schon gestern getan haben, sondern da\u00df wir jeden Tag kreativ und innovativ sein m\u00fcssen. Xi Jinping zitiert Victor Hugo, der sagte: \u201eGeschaffene Dinge sind unwichtig im Vergleich zu den Dingen, die noch zu schaffen sind.\u201c<\/p>\n<p>China gelang es, \u00fcber Jahrhunderte, Schritt f\u00fcr Schritt voranzuschreiten, dank der Unerm\u00fcdlichkeit von Generationen, einer nach der anderen, und dank des nationalen Geistes der st\u00e4ndigen Selbstverbesserung durch harte Arbeit. Die \u201einnovationsbasierte Wirtschaft\u201c ist das, was China anstrebt, und es realisiert dies bereits, es setzt nicht mehr auf \u201emade in China\u201c, sondern auf \u201ecreated in China\u201c. Xi Jinping verlangt Durchbr\u00fcche in grundlegenden Bereichen der Wissenschaft wie der Struktur der Materie, der Evolution des Universums, dem Ursprung des Lebens und der Natur des Bewu\u00dftseins.<\/p>\n<p>Worin liegt dieser neue Weg? Er liegt in der wissenschaftlichen und technischen Innovation, der Beschleunigung des von Innovationen vorangetriebenen Wachstums. China sei stolz darauf, die meisten Wissenschaftler und Ingenieure der Welt zu haben.<\/p>\n<p>Aber am meisten beeindruckt war ich, als ich dieses Zitat Xi Jinpings fand: \u201eWie ein Fr\u00fchlingsregen, der lautlos herabrieselt, sollten wir unsere sozialistischen Kernwerte in einer sanften und lebendigen Weise verbreiten, indem wir alle m\u00f6glichen Formen der Kultur nutzen. Wir sollten die Menschen durch hervorragende literarische Werke und k\u00fcnstlerische Darstellungen informieren: Was ist das Wahre, das Gute und das Sch\u00f6ne? Was ist das Falsche, \u00dcble und H\u00e4\u00dfliche? Und was sollte gelobt und gef\u00f6rdert werden, und was sollte bek\u00e4mpft und widerlegt werden?\u201c<\/p>\n<p>Ich w\u00fcnschte, wir h\u00e4tten in Europa und den Vereinigten Staaten Politiker, die die Verwirklichung \u201edes Wahren, des Guten und des Sch\u00f6nen\u201c fordern. Denn die Idee, da\u00df es eine Koh\u00e4renz zwischen diesen Dingen &#8211; dem Wahren, den Guten und dem Sch\u00f6nen &#8211; gibt, das war die Idee der griechischen Klassiker: Da\u00df es eine wi\u00dfbare Wahrheit gibt, da\u00df der Mensch gut ist, wenn er nach der Wahrheit sucht und, und da\u00df das, was er dann entdeckt, sch\u00f6n ist, und da\u00df der Proze\u00df der Entdeckung sch\u00f6n ist. Diese Idee des Wahren, Guten, Sch\u00f6nen ist die Essenz der deutschen klassischen Periode, und Friedrich Schiller sagte, die Kunst sei nur dann Kunst, wenn sie sch\u00f6n ist, weil sie sonst die menschliche Seele nicht erhebt.<\/p>\n<p>Nach dieser Definition kann man das meiste, was heutzutage produziert wird, nicht als Kunst bezeichnen, weil es nicht sch\u00f6n ist. Denn die Idee der Sch\u00f6nheit ist eine Idee, die sich von der Vernunft herleitet, und nicht von den Sinneswahrnehmungen. Schiller betont nachdr\u00fccklich, da\u00df man Sch\u00f6nheit nicht nach seiner pers\u00f6nlichen Meinung, seinem Geschmack definieren kann, sondern die Sch\u00f6nheit wird durch die \u00e4sthetische Erziehung zum Synonym f\u00fcr die gl\u00fcckliche Vers\u00f6hnung von Vernunft und Sinnlichkeit: Die Sch\u00f6nheit setzt die Dinge in Einklang miteinander.<\/p>\n<p>F\u00fcr Friedrich Schiller ist das h\u00f6chste Ideal des Menschen die Sch\u00f6ne Seele, f\u00fcr die Freiheit und Notwendigkeit, Neigung und Pflicht eins sind. Aber auch die Analogie zwischen Sch\u00f6nheit und Freiheit ist ziemlich offensichtlich, weil beide nicht von au\u00dfen, sondern von innen bestimmt sind. Die gr\u00f6\u00dfte Idee der Selbstbestimmung ist selbst eine Reflektion gewisser Eigenschaften der Natur, und das bezeichnen wir als \u201eSch\u00f6nheit\u201c.<\/p>\n<p>Aber Sch\u00f6nheit ist, Schiller zufolge, auch ein notwendiger Zustand der Menschheit. Der Staat ist nur ein Mittel, die Menschheit allein ist das Ziel. Das Ideal des Staates setzt also ein Menschheitsideal voraus, und die Idee der Menschheit beruht auf den Gesetzen der Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p>Schiller schrieb 1789 an seinen Freund K\u00f6rner: \u201eWas ist das Leben der Menschen, wenn ihr ihm nehmet, was die Kunst ihm gegeben hat? Ein ewiger aufgedeckter Anblick der Zerst\u00f6rung&#8230;, denn wenn man aus unserem Leben herausnimmt, was der Sch\u00f6nheit dient, so bleibt nur das Bed\u00fcrfnis; und was ist das Bed\u00fcrfnis anders, als eine Verwahrung vor dem immer drohenden Untergang?\u201c<\/p>\n<p>Damit argumentiert Schiller h\u00f6chst \u00fcberzeugend gegen einen Staat, dessen einziger Zweck der Machterhalt ist &#8211; was ja der heutige Staat ist! Die Politiker haben kein Interesse an der Sch\u00f6nheit oder der Vervollkommnung der Menschen, sondern nur daran, ihren Job, ihre Position zu behalten. Aber nur wenn die Sch\u00f6nheit zum Lebenszweck der Menschen und der Nationen wird und nicht alles blo\u00df zum Schutz vor dem st\u00e4ndig drohenden Untergang organisiert werden mu\u00df, nur dann hat man eine Menschheit.<\/p>\n<p>Sehen wir den Zustand des Westens, insbesondere der Vereinigten Staaten nach dem 11. September (2001), den man ja, wie Sie wissen, vom Standpunkt der schon bald zu ver\u00f6ffentlichenden 28 Seiten betrachten sollte, die aufdecken, wer den Terroranschlag tats\u00e4chlich finanziert hat, und der Dokumente des [US-Milit\u00e4rgeheimdienstes] DIA \u00fcber das, was bei dem Anschlag von Bengasi (2012) tats\u00e4chlich geschehen ist: Der Krieg gegen den Terrorismus ist zum Kampf gegen eine Hydra geworden, in dem das Leben ziemlich erb\u00e4rmlich geworden ist, weil man sich st\u00e4ndig nur noch gegen die Terrorismusgefahr verteidigt.<\/p>\n<p>Deshalb ist das neue Modell der Kooperation der Nationen keine Utopie, sondern eine Zukunftsvision. Und der gro\u00dfe Unterschied liegt in dem, was der Denker in der europ\u00e4ischen philosophischen Tradition, der Konfuzius am n\u00e4chsten kommt, Nikolaus von Kues, als einen epochemachenden neuen philosophischen Ansatz entwickelte, der wirklich das Mittelalter von der Neuzeit trennt: Er sagte, das Prinzip, das Ordnung und Ganzheit hervorbringt, die Idee der Konkordanz, einer universellen Konkordanz im Universum, sei es, da\u00df Harmonie keine \u00e4sthetische Frage ist, sondern da\u00df die verschiedenen Mikrokosmen in einer kontrapunktischen Art und Weise sich gegenseitig so weit wie m\u00f6glich entwickeln m\u00fcssen, zum Wohl des anderen. Das ist die \u201e<i>Win-win<\/i>\u201c-Idee, das Prinzip des Westf\u00e4lischen Friedens.<\/p>\n<p>Warum k\u00f6nnen einige Menschen diese Vision sehen und an sie glauben, und andere nicht? Das ist ein epistemologisches Problem. Cusa unterscheidet zwischen der Ratio, dem, was Lyndon LaRouche als die \u201epraktischen Menschen\u201c bezeichnet, und dem Intellekt und der Vernunft. Die Ebene der Ratio, der Verstand, ist die Ebene der aristotelischen Widerspr\u00fcche dessen, was wir mit unseren Sinnen wahrnehmen. Der Intellekt, die Vernunft, geht \u00fcber die Ratio hinaus: Der Intellekt liegt in unserem unzerst\u00f6rbaren Vorwissen, er ist unser Auge, mit dem wir nach der Wahrheit suchen. Wenn wir ihn nicht h\u00e4tten, k\u00f6nnten wir diese Suche niemals beginnen, und selbst wenn wir etwas f\u00e4nden, w\u00fcrden wir nicht wissen, ob es das ist, wonach wir gesucht haben. Der Intellekt ist eine intuitive Einsicht, die es uns erlaubt, die \u00dcbereinstimmungen und Vorstellungen der kausalen Ursachen, die Zusammenh\u00e4nge, zu erkennen.<\/p>\n<p>Es ist eine neue Methode des Denkens, die v\u00f6llig anders ist als die diskursive Art des Denkens. Der praktische, aristotelische Mann ist Nikolaus von Kues zufolge wie ein Pferd, das an den Futtertrog gebunden ist und nur das fri\u00dft, was in den Trog getan wird.<\/p>\n<p>Wenn man sich auf der Ebene des Intellekts befindet, dann mu\u00df man sich von den vorherrschenden Meinungen befreien, um offen zu sein f\u00fcr neue Denkweisen. Man mu\u00df sich vom Trog losrei\u00dfen. \u201eMan kann ja sowieso nichts machen\u201c, sagen die meisten Europ\u00e4er, wenn man mit ihnen dar\u00fcber spricht. Aber das stimmt nicht! Warum sollte Europa bei einer Politik mitmachen, wie der Stationierung amerikanischer Raketen in Europa, durch die Europa nur zum Ziel seiner eigenen Vernichtung wird? Warum sollten wir uns wieder auf der Grundlage von L\u00fcgen in einen Krieg hineinziehen lassen? L\u00fcgen wie denen in der Ukrainekrise?<\/p>\n<p>Die Wahrheit mu\u00df herauskommen. Es reicht nicht, blo\u00df gegen den Krieg zu sein, vielleicht m\u00fcssen wir es so machen wie Charles de Gaulle 1966, n\u00e4mlich, uns von der NATO lossagen. Noch wichtiger: Wir m\u00fcssen diese existierenden L\u00f6sungen umsetzen! Wir m\u00fcssen mobilisieren wie noch nie zuvor in unserem Leben, damit die europ\u00e4ischen Nationen und die Vereinigten Staaten sich der Weltlandbr\u00fccke anschlie\u00dfen und eine Friedensordnung des 21. Jahrhunderts schaffen. Wenn diese sich der Neuen Seidenstra\u00dfe und der Weltlandbr\u00fccke anschlie\u00dfen, geht es nicht nur darum, mit den Entwicklungsl\u00e4ndern, etwa in Afrika und Lateinamerika, zu kooperieren und sie zu entwickeln, sondern wir m\u00fcssen auch die Vereinigten Staaten selbst wieder aufbauen! Wir brauchen ein kontinentales Schnellbahnsystem durch die Vereinigten Staaten, denn die Infrastruktur in den Vereinigten Staaten ist vollkommen verfallen. Wir m\u00fcssen den W\u00fcsten den Krieg erkl\u00e4ren, denn Kalifornien, Texas und die anderen Staaten westlich des Mississippi werden durch die D\u00fcrre zerst\u00f6rt.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen das tun, was Indiens Premierminister Modi sagte: Wir m\u00fcssen 100 neue \u201ekluge St\u00e4dte\u201c bauen &#8211; etwas, was wir schon seit vielen Jahren fordern, die \u201eCusanusst\u00e4dte\u201c, aber das w\u00fcrde hier zu weit f\u00fchren. Wir m\u00fcssen S\u00fcdeuropa wiederaufbauen, den Nahen Osten, Afrika: Wir m\u00fcssen den Hunger \u00fcberwinden, wir m\u00fcssen eine Welt schaffen, in der alle Menschen leben k\u00f6nnen. Wir m\u00fcssen ein neues Paradigma schaffen, das auf den gemeinsamen Zielen der Menschheit beruht. Wir m\u00fcssen bewu\u00dft die n\u00e4chste Phase der Evolution der menschlichen Gattung einleiten und eine gemeinsame Erforschung des Weltraums vereinbaren. Alle BRICS-Staaten betreiben Raumfahrt, und Europa und die Vereinigten Staaten m\u00fcssen ihre Bem\u00fchungen verst\u00e4rken, mit ihnen zusammenzuarbeiten. Wir m\u00fcssen die Sichtweise der Astronauten, Kosmonauten und Taikonauten einnehmen, die im Weltraum waren. Wenn diese aus dem Weltraum den blauen Planeten herabblicken, dann sagen sie immer: \u201eWir sehen keine Grenzen.\u201c Und sie erkennen, wie klein unser Planet ist, in einem sehr gro\u00dfen Sonnensystem, und einer noch gr\u00f6\u00dferen Galaxis inmitten von Milliarden von Galaxien.<\/p>\n<p>Und wenn wir in hundert Jahren oder tausend Jahren oder auch in hundert Millionen Jahren in der Zukunft noch existieren wollen, dann m\u00fcssen wir diese Geophysiker widerlegen, die sagen, die Menschheit sei erst \u201eeine Sekunde vor 12\u201c aufgetreten und werde schon \u201eeine Sekunde nach 12\u201c wieder verschwinden. Denn die Menschheit ist die einzige bisher bekannte kreative Gattung.<\/p>\n<p>[Der russische Wissenschaftler] Wladimir Wernadskij sagte, die Noosph\u00e4re werde immer mehr die Herrschaft \u00fcber die Biosph\u00e4re gewinnen, weil der kreative Proze\u00df der Menschheit im Universum immer wichtiger werden werde, und darauf m\u00fcssen wir uns konzentrieren. Denn in der Zukunft der Menschheit wird es die Regel sein, da\u00df die Menschen Genien sind, da\u00df in der Zukunft jeder Mensch ein Genie werden wird. Aber damit es dazu kommt, ist die Sch\u00f6nheit ein notwendiger Zustand der Menschheit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Helga Zepp-LaRouche Gr\u00fcnderin des Schiller Institutes &nbsp; Die folgende Rede hielt Helga Zepp-LaRouche, die Pr\u00e4sidentin des Schiller-Instituts und Bundesvorsitzende der B\u00fcSo, zur Er\u00f6ffnung der internationalen Konferenz des Schiller-Instituts am 13. und 14. Juni 2015 in Paris. Der Text wurde aus dem englischen Original \u00fcbersetzt. Ich m\u00f6chte meiner eigentlichen Rede einen kurzen Bericht voranstellen \u00fcber das, [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":29692,"menu_order":6,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[284,289,290,283],"class_list":["post-29849","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-panel-1-de-3","portfolio_category-panel-1-fr-2-de","portfolio_category-paris-2015-de","portfolio_category-paris-konferenz-2015-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/29849","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/29849\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/29692"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=29849"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=29849"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}