{"id":22683,"date":"2014-10-21T15:43:55","date_gmt":"2014-10-21T13:43:55","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/antonino-galloni-enrico-matteis-policy-as-a-universal-model-for-north-south-east-west-relations-2\/"},"modified":"2014-11-15T21:10:18","modified_gmt":"2014-11-15T20:10:18","slug":"antonino-galloni-enrico-matteis-policy-as-a-universal-model-for-north-south-east-west-relations","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/antonino-galloni-enrico-matteis-policy-as-a-universal-model-for-north-south-east-west-relations\/","title":{"rendered":"Antonino Galloni: Enrico Mattei, ein Modell bis heute ?"},"content":{"rendered":"<h2>Antonino Galloni<\/h2>\n<p><em>\u00d6konom und Aufsichtsrat des Istituto Nazionale Previdenza Sociale (INPS), der nationalen Sozialversicherung, Rom, Italien<\/em><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>Als 1948, einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die nationale Verfassung beschlossen wurde, war Italiens Industrie- und Agrarproduktion niedriger als zehn Jahre zuvor. Eine Schl\u00fcsselfrage waren die Energiequellen, ein Problem, das der Faschismus mit einem Netz von Wasserkraftwerken angegangen war, was aus strategischer Sicht betr\u00e4chtliche Nachteile hatte. Andererseits hatte die \u00d6l\u00e4ra schon vor dem Krieg begonnen, und tats\u00e4chlich hatten (wie viele Historiker belegen) die L\u00e4nder, die kein \u00d6l und Gas produzierten, den Krieg u.a. auch aus diesem Grund verloren. Die Herausforderung des Atoms hatte schon begonnen, und nachdem es im Krieg entscheidend gewesen war, versprach es eine hochinteressante industrielle und zivile Nutzung: Nicht zuf\u00e4llig gab es schon vor der Jalta-Konferenz die Bretton-Woods-Vereinbarungen. Tats\u00e4chlich stand 1944 &#8211; ein Jahr vor Hiroshima und Nagasaki &#8211; der Sieger schon fest, da er im Besitz der Atombombe war.<\/p>\n<p>Der Faschismus war die Probleme der Finanz- und Wirtschaftskrise der 30er Jahre mit einer Vorreiterrolle des Staates angegangen &#8211; das reichte vom Kredit (durch ein Tennbankengesetz 1936, \u00e4hnlich dem Glass-Steagall-Gesetz in den USA) bis zur Infrastruktur (Br\u00fccken, Stra\u00dfen und Eisenbahn), und von der Industrie (IRI, der Industriekonzern mit verschiedenen T\u00f6chtern, im Staatsbesitz, aber mit marktwirtschaftlichen Methoden verwaltet) bis zur Landwirtschaft (Nutzbarmachung von Land) und zur schon erw\u00e4hnten Stromerzeugung.<\/p>\n<h3>AGIP<\/h3>\n<p>Die faschistische Regierung hatte das \u00d6lunternehmen AGIP gegr\u00fcndet, jedoch mit wenig Erfolg. 1945 wurde der ehemalige Partisan Enrico Mattei damit beauftragt, AGIP abzuwickeln &#8211; eine Aufgabe, die er sehr schlecht bew\u00e4ltigte, behaupteten damals linke wie rechte Politiker. Erstere sahen in AGIP einen nutzlosen b\u00fcrokratischen Apparat, letztere bef\u00fcrchteten ein antiamerikanisches Vorgehen. Tats\u00e4chlich spielte Mattei zun\u00e4chst auf Zeit und entwarf dann eine Strategie f\u00fcr die Ausweitung der Aktivit\u00e4ten der Einrichtung, und schlie\u00dflich verhinderte er, da\u00df das italienische Parlament ein Gesetz beschlo\u00df, das den USA eine Art Monopol im \u00d6lsektor zugestanden h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Man mu\u00df sich nun vorstellen, welche Begeisterung die Entdeckung von \u00d6l- und Gasfeldern in der Po-Ebene und Umgebung ausl\u00f6ste, und damit die Aussicht auf die Erneuerung einer kleinen staatlichen Einrichtung als ein Instrument, das Italien schon Ende der 40er Jahre erlaubte, dem Jahrtausende alten Energiemangel zu entkommen.<\/p>\n<p>Mattei \u00fcbernahm dabei die F\u00fchrung und stie\u00df auf viele Widerst\u00e4nde, \u00fcberwand sie jedoch mit Hilfe politischer Unterst\u00fctzung in der Christdemokratischen Partei wie auch linken Parteien (dank des antiimperialistischen Aspekts seines Unternehmens), wobei er sich auf seine Autorit\u00e4t als fr\u00fcherer Partisanenf\u00fchrer st\u00fctzte.<\/p>\n<p>Matteis Projekt war aber viel weiter gedacht und ehrgeiziger: Ausgehend von etwas, was sonst nur eine Randerscheinung war &#8211; die geringen Mengen \u00d6l und Gas in der Po-Ebene und in der Adria -, gelang es ihm durch gewagten Einsatz politischer Unterst\u00fctzung und einflu\u00dfreicher Verbindungen ins Ausland, besonders in der Sowjetunion und in arabischen L\u00e4ndern, Italien die Versorgung mit \u00d6l und Gas zu sichern, die das Wirtschaftswunder m\u00f6glich machte. Enrico Mattei begann unauff\u00e4llig mit Gesch\u00e4ften mit dem Schah des Iran, nach dem fatalen Fehler der USA, Pr\u00e4sident Mossadegh wegen seiner Eigeninitiative auszuschalten, er wurde aber weltweit bekannt f\u00fcr seine revolution\u00e4ren Gesch\u00e4fte mit den arabischen L\u00e4ndern, die eine gerechtere Aufteilung der \u00d6leinnahmen zwischen Produzenten und Abnehmern beinhalteten. Diese Gesch\u00e4fte gefielen den Russen, weil sie darin mehr soziale Gerechtigkeit und vor allem eine Schw\u00e4chung des anglo-amerikanischen Einflusses in der Region sahen.<\/p>\n<p>Vor Mattei waren die Abnehmer meist die westlichen \u00d6lkonzerne gewesen, die als die \u201eSieben Schwestern\u201d ber\u00fcchtigt waren und miserable Preise zahlten. Mattei dagegen bot f\u00fcr die Bohrkonzessionen 75% der Einnahmen, wodurch die Araber mehr verdienten, der \u00d6l- und Gaspreis in Italien niedrig blieb und die aggressive amerikanische, britische, niederl\u00e4ndische und franz\u00f6sische Konkurrenz ausman\u00f6vriert wurde. Tats\u00e4chlich kann man sagen, da\u00df Mattei auf seine Weise schon zehn Jahre fr\u00fcher die Grundlage f\u00fcr die OPEC schuf.<\/p>\n<p>Doch womit er sich aus der Sicht kolonialfreundlicher Kommentatoren am meisten unbeliebt machte, war sein Verhalten in Algerien, wo er einen attraktiven Vertrag mit den Sieben Schwestern ausschlug und sich offen auf die Seite der zuk\u00fcnftigen unabh\u00e4ngigen Staaten stellte. Damit zwang er die Sieben Schwestern, sich zwischen der Unterst\u00fctzung f\u00fcr Frankreich und der f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeitsbewegung zu entscheiden!<\/p>\n<p>Mattei erhielt Drohungen von Agenten der franz\u00f6sischen Fremdenlegion, und wenig sp\u00e4ter gab es in Sizilien eine Sabotage an seinem Flugzeug durch Mafiosi f\u00fcr ausl\u00e4ndische \u201eFreunde von Freunden\u201c.<\/p>\n<p>Sein Tod unter mysteri\u00f6sen Umst\u00e4nden 1962 war unmittelbar mit diesen Umst\u00e4nden verbunden (\u00e4hnlich vielversprechend war auch die \u201einl\u00e4ndische Verbindung\u201d in Hinsicht auf seine Nummer Zwei, Eugenio Cefis, den Mattei selbst als CIA-Kollaborateur enttarnt hatte) &#8211; und es wurde vor Gericht bewiesen, da\u00df es ein Mord durch eine Bombe war, die durch die Lichter oder das Landegestell des Flugzeugs gez\u00fcndet wurde\u2026 &#8211; bewiesen, aber erst 43 Jahre sp\u00e4ter!<\/p>\n<p>Es w\u00e4re allerdings verk\u00fcrzt, seine Pers\u00f6nlichkeit nur wegen der hier beschriebenen Ereignisse zu w\u00fcrdigen. Mattei war und tat viel mehr. Man kann mit gutem Grund behaupten, da\u00df er einerseits die Konzessionen erhielt, weil er mit den Sieben Schwestern konkurrieren und \u00d6l aus immer tieferen Feldern bohren konnte; andererseits hatte er angemessene Raffinerien, ganz zu schweigen von den Fragen des Transports und der Verteilung.<\/p>\n<p>Matteis Gesamtstrategie st\u00fctzte sich auf die Bohrkonzessionen; aber Mattei wollte eine breite vertikale Integration des ganzen Apparats, von der Exploration bis zur Zapfs\u00e4ule und dar\u00fcber hinaus. So wurden Raffinerien und eine petrochemische Industrie geboren, die eine der besten, wenn nicht <i>die <\/i>beste der Welt war.<\/p>\n<p>Dank der Zunahme der italienischen Industrie an Gr\u00f6\u00dfe und Wirtschaftlichkeit, und das nun im internationalen Kontext, schlo\u00df Mattei Vereinbarungen mit Ru\u00dfland, China und anderen gro\u00dfen L\u00e4ndern auf fast allen Kontinenten \u00fcber umfangreichen Aufbau von Infrastruktur; wozu auch Ausbildung, Kultur und erweiterter internationaler Austausch geh\u00f6rten.<\/p>\n<p>Nach Matteis Tod und in den folgenden zwei Jahrzehnten wuchs ENI weiter und wurde einer der gr\u00f6\u00dften Konzerne der Welt im Bereich von Energie, petrochemischer Industrie und Infrastruktur &#8211; vielleicht der gr\u00f6\u00dfte, wann man an die komplement\u00e4re Rolle der anderen italienischen Staatsbetriebe, vor allem IRI denkt.<\/p>\n<h3>Maximales Wachstum der Volkswirtschaft<\/h3>\n<p>Der Erfolg von Mattei und ENI wurde m\u00f6glich durch eine kapitalistische Kultur, die als oberstes Ziel auf steigende Verk\u00e4ufe abzielte: Die Maximierung der Rendite war nicht auf Kapital oder Investitionen bezogen, sondern auf das maximale Wachstum in Marktbedingungen, also eine nachfragegetriebene Expansion (sei es \u00f6ffentliche oder private Nachfrage).<\/p>\n<p>Eine Erfolgsgeschichte dieser Methode war die Rettung des Traditionsbetriebs der mechanischen Industrie Pignone in Florenz, mit sehr starker Unterst\u00fctzung des Florentiner B\u00fcrgermeisters Giorgio La Pira (ein Heiliger); aus der Rettung wurde ein gro\u00dfer Industrieerfolg, die Firma wurde ein Weltf\u00fchrer im Turbinenbau. (Ende der 90er Jahre wurde der Betrieb dann von einer Regierung mit sogenannter kommunistischer Beteiligung an General Electric verscherbelt und dann von GE ausgeschlachtet.)<\/p>\n<p>Man hat Mattei vorgeworfen, er habe andere bestochen, weil er allen Parteien Geld gab und weil er gerne sagte: \u201eParteien sind wie Taxis, ich steige ein, fahre, zahle und steige aus.\u201d Aber seine Wirtschaftsphilosophie &#8211; die von Mattei und La Pira &#8211; zeichnet die gesamte Wirtschaftsgeschichte der Zeit aus, von den Bretton-Woods-Vereinbarungen bis zu der reaktion\u00e4ren Wende Ende der 70er Jahre. Letztere sah das Hauptziel der Produktion in der Maximierung der Rendite auf Investitionen oder der Profitrate: ein Indikator rein finanzieller Art, verbunden mit Anleihen (die in den 80er Jahren mit hohen Renditen vorherrschten) und Aktien. So wurde Ende der 70er Jahre bekanntlich die Realwirtschaft geopfert auf dem Altar der Finanzen und ihren unerf\u00fcllbaren Versprechen, was in den Abgrund untragbarer Verpflichtungen f\u00fchrte, mit st\u00e4ndiger Verschuldung und allgemeinem Bankrott im Rahmen steigender Arbeitslosigkeit und eines erschreckenden sozialen R\u00fcckschritts.<\/p>\n<p>Zu Matteis Zeit und noch anderthalb Jahrzehnte nach ihm war genau das Gegenteil der Fall: Expansion war die Grundlage wirtschaftlicher Entwicklung, sowohl was kapitalistische Unternehmen als auch was \u00f6ffentliche Investitionen betrifft. \u00dcbrigens war dieses italienische Rezept besonders erfolgreich bei Staatsbetrieben, die nach marktwirtschaftlichen Kriterien geleitet wurden; ENI und IRI waren die herausragenden Beispiele. Tats\u00e4chlich ging die Profitrate der Investitionen gegen null, aber weil Besch\u00e4ftigung und Gesamteinkommen maximiert wurden, konnte man die sozialen Kosten f\u00fcr Arbeitslosigkeit minimieren: Man sollte nie vergessen, da\u00df die Auswanderung aus Italien erst mit dem Aufstieg der staatlichen Industrieunternehmen abnahm und dann ganz aufh\u00f6rte.<\/p>\n<p>Die Steigerung der Investitionen in Realkapital, unabh\u00e4ngig von direkt und unmittelbar erzielten Einnahmen, bildete den Eckstein der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung; dennoch sorgte sie f\u00fcr eine Tendenz, die Profitrate zu senken, mit zwei Konsequenzen: die Bedeutung der Aktion\u00e4re im Unternehmen und in der Gesellschaft nahm ab, und in der Mittel- und Arbeiterschicht wurden demokratische Erwartungen gef\u00f6rdert.<\/p>\n<p>Gegen diese Perspektive wurde 15 Jahre nach Matteis Tod die antidemokratische Reaktion entfesselt. Im Namen des finanziellen Profits, begrenzter Ressourcen auf dem Planeten, Abbau von Steuern und Staatsausgaben begannen die Besitzinteressen, einen kulturellen und wirtschaftlichen Niedergang durchzusetzen.<\/p>\n<p>Mattei hatte die Bedeutung der Umwelt wie auch der Kernenergie verstanden. Vergessen wir nicht, da\u00df Italien seit Anfang der 60er Jahre in der Kernforschung ganz vorne stand und den ersten Kernreaktor gebaut hatte, der kein angereichertes oder milit\u00e4risches Uran verwendete. Das war einigen international wohl ein Dorn im Auge, und tats\u00e4chlichen kamen aus den USA und Frankreich Vetos und Einschr\u00e4nkungen der Souver\u00e4nit\u00e4t.<\/p>\n<p>Entgegen dem falschen, malthusianischen Gerede des Club of Rome und seinesgleichen wu\u00dften die Leute von ENI und IRI, da\u00df mit den technischen Innovationen der Anteil umweltsch\u00e4dlicher Stoffe und knapper oder wertvoller Rohstoffe pro Produktionseinheit tendenziell abnimmt. Umgekehrt bedeutet die k\u00fcnstliche Begrenzung der Entwicklung (was auch eine Globalisierung kennzeichnet, die statt auf Innovation und Qualit\u00e4t auf extremer Kostensenkung basiert), da\u00df ein Aufhalten des technischen Fortschritts &#8211; der geboten ist, um den Ressourcenverbrauch je Produktionseinheit zu senken &#8211; eine Zunahme der Umweltverschmutzung und eine schlechte Ressourcennutzung zur Folge hat, weil die Energiedichte kaum ansteigt.<\/p>\n<p>Niemand kann sagen, was Mattei in Italien und in der Welt nach 1962 getan h\u00e4tte, aber wir k\u00f6nnen sicherlich annehmen, da\u00df sein Hauptanliegen heute in Richtung BRICS gehen w\u00fcrde und da\u00df er in jeder Weise die politischen Kr\u00e4fte unterst\u00fctzen w\u00fcrde, die einen Dialog und eine Zusammenarbeit mit Ru\u00dfland, China und Indien begonnen haben, um auf einem erprobten Weg der Zivilisation und des Allgemeinwohls voranzuschreiten. Wir wissen jedoch, da\u00df seine Nachfolger bei ENI keine produktive Diversifizierung entwickelten, nicht einmal in den beiden Jahrzehnten vom gewaltsamen Tod des gro\u00dfen Industrieunternehmers bis zum Beginn einer Wirtschaftspolitik, die die Souver\u00e4nit\u00e4t der Nation massiv beschnitt.<\/p>\n<p>Industriebetriebe mit Beteiligung des Staates, die auf der ganzen Welt bewundert waren, wurden von kleinen Journalisten als Verlustgesch\u00e4ft und Quelle von Korruption schlecht gemacht. Aber die Geschichte hat uns bewiesen, wie wesentlich sie f\u00fcr die au\u00dfergew\u00f6hnliche Entwicklung des Landes vom Ende der 50er bis in die 70er Jahre waren; verl\u00e4\u00dfliche Studien zeigen, da\u00df diese Betriebe relativ mehr investierten als die Privatbetriebe, so da\u00df, wenn man Gewinn und Amortisierung aufrechnet, die Nettoprofitrate vergleichbar war.<\/p>\n<p>Die Korruption dagegen war tats\u00e4chlich ein ernstes Problem, aber das Ende des Modells der Staatsindustrie und hoher \u00f6ffentlicher Investitionen hat in Italien nur das Ende der Entwicklung ausgel\u00f6st, nicht jedoch das Ende der Korruption. Die mu\u00df und kann \u00fcberwunden werden, auch ohne Millionen junge Menschen durch eine 30 Jahre lange Sparpolitik, die im Land \u201eMoral\u201c durchsetzen soll, zu lebenslanger Arbeitslosigkeit zu verurteilen. Diese Politik brachte kaum Resultate im Kampf gegen Korruption, doch um so gr\u00f6\u00dfere Resultate beim Verlust von Souver\u00e4nit\u00e4t, Einbruch der Investitionen und dem Niedergang von Bildungswesen, Forschung, Gesundheitswesen und Infrastruktur allgemein.<\/p>\n<p>Um zeitgem\u00e4\u00df im Sinne Matteis zu handeln, m\u00fcssen wir also zu einer sozial tragf\u00e4higen Wirtschaft zur\u00fcckkehren, mit \u00f6ffentlichen Investitionen, Forschung und Entwicklung, Bildung, Berufsausbildung, ad\u00e4quater Infrastruktur, zufriedenstellender Gesundheitsversorgung. Diese Ziele lassen sich nur erreichen durch eine R\u00fcckkehr zu W\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t, zu einer klaren Trennung zwischen Kreditbanken und spekulativem Finanzgesch\u00e4ft sowie eine Staatsverwaltung, die direkt mit dem B\u00fcrger zusammenarbeitet, um f\u00fcr die Umsetzung von Gesetzen und Regeln zu sorgen.<\/p>\n<p>All dies mu\u00df im Kontext einer Zusammenarbeit souver\u00e4ner Staaten geschehen, die im Geist des Westf\u00e4lischen Friedens einander respektieren, f\u00fcr das gemeinsame Interesse, zu wachsen und Erfahrungen und F\u00e4higkeiten auszutauschen. Genau das war die Methode Matteis und vieler anderer italienischer Staatsm\u00e4nner, die nicht mehr leben, aber nicht veraltet sind: Dialog zwischen verschiedenen V\u00f6lkern und Kulturen, Ressourcen und F\u00e4higkeiten verf\u00fcgbar machen mit dem einen Ziel &#8211; ein Wirtschaftswachstum zu erzeugen, das tragf\u00e4hig ist, weil es dem Bed\u00fcrfnis der V\u00f6lker nach Wohlstand und Freiheit entspricht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Antonino Galloni \u00d6konom und Aufsichtsrat des Istituto Nazionale Previdenza Sociale (INPS), der nationalen Sozialversicherung, Rom, Italien Als 1948, einige Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs, die nationale Verfassung beschlossen wurde, war Italiens Industrie- und Agrarproduktion niedriger als zehn Jahre zuvor. 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