{"id":22634,"date":"2014-10-22T06:30:11","date_gmt":"2014-10-22T04:30:11","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/ray-mcgovern-how-long-will-the-sovereign-republics-of-europe-keep-dancing-to-washingtons-tune-2\/"},"modified":"2014-11-10T17:02:50","modified_gmt":"2014-11-10T16:02:50","slug":"ray-mcgovern-how-long-will-the-sovereign-republics-of-europe-keep-dancing-to-washingtons-tune","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/ray-mcgovern-how-long-will-the-sovereign-republics-of-europe-keep-dancing-to-washingtons-tune\/","title":{"rendered":"Ray McGovern: Wie lange wird Europa noch nach Washingtons Pfeife tanzen?"},"content":{"rendered":"<h2>Ray McGovern<\/h2>\n<p><em>Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), USA<\/em><\/p>\n<h4>Audio (Englisch)<\/h4>\n<div class=\"four-fifth\">\n<audio class=\"wp-audio-shortcode\" id=\"audio-22634-1\" preload=\"none\" style=\"width: 100%;\" controls=\"controls\"><source type=\"audio\/mpeg\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141018-12-McGovern.mp3?_=1\" \/><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141018-12-McGovern.mp3\">http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141018-12-McGovern.mp3<\/a><\/audio>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-fifth last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/20141018-1-HZL.mp3\" style=\"display:inline-block;padding:6px 16px;background:#0693e3;color:#ffffff;border-radius:4px;text-decoration:none;font-weight:600;margin:5px;transition:opacity 0.2s;\" onmouseover=\"this.style.opacity=0.85\" onmouseout=\"this.style.opacity=1\">download<\/a><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mich hat Haydns <i>Sch\u00f6pfung<\/i>, das St\u00fcck, das heute morgen hier aufgef\u00fchrt wurde, sehr bewegt. Ich m\u00f6chte Ihnen noch einmal ins Ged\u00e4chtnis rufen, da\u00df dem Teil, wo es um \u201eeine neue Welt\u201c und \u201eOrdnung keimt hervor\u201c geht, eine sehr bewegende, d\u00fcstere und beinahe lautlose Er\u00f6ffnung vorangeht. (<i>Er singt<\/i>) \u201eUnd Gott sprach: Es werde Licht! Und es ward <i>Licht<\/i>!\u201c &#8211; Ich hatte gehofft, da\u00df jetzt der Chor einstimmen w\u00fcrde<\/p>\n<p>\u2026\u00a0\u00a0[Bei Haydn ert\u00f6nt auf dieses letzte Wort \u201eLicht\u201c \u00fcberraschend ein lauter, strahlender Dur-Akkord von Chor und Orchester, <i>Red.<\/i>]<\/p>\n<p>Das Licht str\u00f6mt einfach so hervor, und es kann \u201eeine neue Welt\u201c entstehen &#8211; genau das, weswegen wir hier zusammengekommen sind. Wir wollen Bedingungen schaffen, die uns vor einem weiteren Absturz in die Richtung bewahren, die wir im Laufe des letzten Jahrhunderts und vor allem w\u00e4hrend der letzten zehn Jahre gesehen haben.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte eingangs denen, die mich eingeladen haben, danken, besonders f\u00fcr die Musik. Ich m\u00f6chte meinem Vorredner [Oberst Alain Corvez] danken, der die Grundlage f\u00fcr das gelegt hat, was ich sagen m\u00f6chte. Er hat das weitaus besser gemacht, als ich es k\u00f6nnte, weswegen ich mich seinen Bemerkungen anschlie\u00dfe.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte deutlich machen, da\u00df die Leute, die heute \u00fcber unsere Politik gegen\u00fcber dem Nahen Osten entscheiden, zwar rhetorisch sehr stark sind, aber nur wenig gesunden Menschenverstand haben.<\/p>\n<p>Es ist wirklich sch\u00f6n, mit Worten spielen zu k\u00f6nnen. Erinnern Sie sich, was mit den Taliban geschehen sollte? Wir wollten die Taliban \u201eerniedrigen\u201c, \u201ezerlegen\u201c und \u201ezerst\u00f6ren\u201c. Das war 2009. Heute hei\u00dft es, wir wollten Al-Kaida, ISIL usw. \u201eerniedrigen\u201c, aus irgendeinem Grund nicht \u201ezerlegen\u201c, sondern nur letztlich \u201ezerst\u00f6ren\u201c. Wie wollen wir das anstellen?<\/p>\n<p>Der Oberst hat gute, vern\u00fcnftige Beobachtungen angestellt. Aber von einigen Leuten h\u00f6rt man vollkommen verr\u00fcckte Kommentare wie: \u201eWir sind nicht wirklich besorgt dar\u00fcber, da\u00df sich ISIL dem Flughafen dort immer weiter n\u00e4hert oder die Provinz Anbar im Westen \u00fcbernimmt.\u201c Der einzige Grund, warum das wichtig sei, ist \u201edie unmittelbare N\u00e4he zu Bagdad\u201c.<\/p>\n<p>Hallo!? Was damit nat\u00fcrlich ausgesagt wird, ist: ISIL steht unmittelbar vor Bagdads Haust\u00fcr, doch die Bedeutung davon soll heruntergespielt werden, weil man offen gesagt nicht wei\u00df, was zu tun ist. Der Pr\u00e4sident sagt: \u201eNo boots on the ground\u201c [keine Bodentruppen], doch uns allen ist klar, da\u00df es ohne Soldaten vor Ort nicht geht. Die Frage ist, wessen Soldaten? Wer bildet sie aus? Sind es t\u00fcrkische Soldaten? Ich glaube nicht. Und deswegen noch einmal: Wessen Soldaten sollen es sein?<\/p>\n<p>Unsere [amerikanische] Politik gegen\u00fcber diesem Teil der Welt liegt vollkommen im argen, die Amateure haben das Sagen. Wenn schon David Petraeus, der Schutzheilige jeder Aufstandsbek\u00e4mpfung und das Musterbeispiel f\u00fcr die Ausbilder der irakischen Armee, es nicht schafft, sie so auszubilden, da\u00df sie nicht davonlaufen, sobald jemand von ISIL eine AK-47 auf sie abfeuert, wenn Petraeus das nicht schafft &#8211; und das sage ich nat\u00fcrlich im Scherz -, dann kann es niemand. Es ist schwerlich Petraeus\u2019 Schuld, denn wie soll man Vettern dazu bringen, auf die eigenen Vettern zu schie\u00dfen? So einfach ist das, und wenn wir das nicht aus Vietnam gelernt haben, dann steht es wirklich schlecht um uns. Soviel zu diesem amateurhaften Getue.<\/p>\n<h3>Westf\u00e4lischer Frieden: Es ist vorbei<\/h3>\n<p>Ich m\u00f6chte jetzt etwas weiter ausholen und \u00fcber den Westf\u00e4lischen Frieden sprechen, der ja bereits von Helga [Zepp-LaRouche] angesprochen wurde. Damit ist es vorbei! Mit diesem Frieden ist es aus! Heute gibt es Superm\u00e4chte, und wir brauchen uns mit solchen Vertr\u00e4gen nicht mehr \u201eabzugeben\u201c.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich h\u00e4ngt dies [der Westf\u00e4lische Friede] mit etwas viel \u00c4lterem zusammen, was wir im kommenden Jahr feiern werden. Ich gebe Ihnen einen Hinweis: Es ist der 800. Jahrestag. Was k\u00f6nnte das sein? Die Magna Charta. Richtig, jemand hat es hier vorne gesagt.<\/p>\n<p>Wie wird wohl der Magna Charta gedacht werden? Man wird sagen: \u201eO, das war schon toll, als sich diese englischen Adligen K\u00f6nig Johann entgegenstellten und ihm diese Rechte abtrotzten. Das war gro\u00dfartig &#8211; aber das war damals. Jetzt m\u00fcssen wir die Magna Charta zu Grabe tragen oder einfach feststellen, da\u00df sie tot und begraben ist &#8211; genauso wie der Westf\u00e4lische Friede und auch die Habeas Corpus-Akte. Das waren wunderliche Ideen, die fallen jetzt unter den Tisch. Darauf m\u00fcssen wir keine R\u00fccksicht mehr nehmen oder uns daran halten.\u201c<\/p>\n<p>Die Lage ist also ziemlich schlecht. Doch die erste Lehre der Weisheit ist: Lerne aus deinen Fehlern bzw. lerne aus Dingen, die ziemlich schlecht geworden sind.<\/p>\n<p>Ich mu\u00dfte wirklich ein Lachen unterdr\u00fccken, als der Pr\u00e4sident &#8211; <i>unser<\/i> Pr\u00e4sident Barack Obama &#8211; vor die UNO trat und sagte: \u201eDie drei gr\u00f6\u00dften Gefahren f\u00fcr die Welt sind Ebola, die russische Aggression und ISIL.\u201c Wow &#8211; die russische Aggression! Putin hat erst diese Woche in einer Rede oder einem Interview gesagt: \u201eWer nicht erkennt, da\u00df all die j\u00fcngsten Probleme in der Ukraine von dem Putsch am 22. Februar herr\u00fchren, der lebt nicht in der realen Welt.\u201c Damit ging alles los.<\/p>\n<p>Noch etwas zu dem, was \u00fcber die Krim gesagt wurde. Mir wurde von <i>BBC<\/i> die Frage gestellt: \u201eHerr McGovern, was denken Sie \u00fcber Putin, der sich die Krim einverleibt hat? \u00dcber die Aggression dort?\u201c Ich antwortete: \u201eEntschuldigung, warum befragen Sie mich \u00fcber das vierte Tor?\u201c [<i>BBC<\/i>:] \u201eWie bitte?\u201c Ich sagte: \u201eWarum steigen Sie mitten im Spiel ein?\u201c [<i>BBC<\/i>:] \u201eWie meinen Sie das?\u201c Ich sagte: \u201eAlles begann am 22. Februar, als ein Putsch, ein Staatsstreich stattfand. Es gibt nicht den Funken eines Hinweises darauf, da\u00df Putin oder einer seiner Kollegen vor dem 22. Februar auch nur einen Gedanken daran verschwendet hat, die Krim zu \u00fcbernehmen; doch dann machte das viel Sinn, angesichts des Drecks, der da unter Aufsicht von Victoria Nuland, unserer Au\u00dfenstaatssekret\u00e4rin f\u00fcr europ\u00e4ische Angelegenheiten, an die Macht kam &#8211; dieselbe Nuland, die zur EU das F-Wort in den Mund nahm. Sie sagte &#8211; wie viele von Ihnen wissen &#8211; \u201eF&#8230; the EU!\u201c [Schei\u00df auf die EU.] Was haben Angela Merkel und die anderen hohen Tiere in der EU dazu gesagt? Es ist nicht bekannt, da\u00df sie irgend etwas gesagt haben.\u201c [<i>BBC<\/i>:] \u201eJa gut, okay&#8230;\u201c<\/p>\n<p>Wann werden die gro\u00dfen L\u00e4nder oder auch die kleinen L\u00e4nder der EU endlich erwachsen? Leute, der Krieg ist seit 70 Jahren vorbei! Und es ist wichtig f\u00fcr uns Amerikaner, da\u00df ihr erwachsen werdet. Warum? Weil wir eure Hilfe brauchen, um zu verstehen, was passieren kann, wenn die Magna Charta, der Westf\u00e4lische Friede oder unsere eigene Verfassung in Gefahr sind. Ich \u00fcbertreibe keineswegs.<\/p>\n<h3>Neuauflage des Faschismus<\/h3>\n<p>Ich habe den Zweiten Weltkrieg erlebt. Ich war damals zwar noch ziemlich klein, aber ich habe alles mitbekommen. Ich erinnere mich an die Nachkriegsfeiern, ich erinnere mich, wie dankbar die Europ\u00e4er waren &#8211; bei meinem ersten Besuch, als ich noch die Uni besuchte. Doch jetzt sind Sie an der Reihe. Man soll ja das F-Wort nicht in den Mund nehmen &#8211; das \u201eF\u201c hat auch ein kleines \u201ef\u201c und hei\u00dft \u201efaschistisch\u201c. Die Leute setzen Faschismus mit Konzentrationslagern gleich, doch das greift zu kurz, denn das ist ein Sonderfall.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen zwei Videos zeigen, um darzustellen, wie sich der Faschismus in einigen unserer f\u00fchrenden Leute personifiziert. Der erste war einmal Chef der NSA und dann der CIA, ausgezeichnet wegen \u201egeleisteter Dienste\u201c, und ist jetzt einer der besonders gefragten Kommentatoren in den Medien. Auf <i>CNN, Fox News<\/i> usw. spricht er regelm\u00e4\u00dfig \u00fcber das aktuelle Geschehen. Sein Name ist Michael Hayden &#8211; ironischerweise der gleiche Name wie von Joseph Haydn, mit dem wir die Sitzung heute morgen begannen:<\/p>\n<p>(Video 1: <a href=\"http:\/\/youtu.be\/cGhcECnWRGM\" target=\"_blank\">http:\/\/youtu.be\/cGhcECnWRGM<\/a>, Quelle: <i>MSNBC<\/i>)<\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Soweit ich wei\u00df, hei\u00dft es im Vierten Verfassungszusatz, es m\u00fcsse ein hinreichender Verdacht gegeben sein, um eine Durchsuchung anzuordnen, ohne das Recht der Amerikaner auf Schutz vor illegaler Durchsuchung und Beschlagnahme zu verletzen. Haben Sie&#8230;<\/p>\n<p><i>Hayden:<\/i> Nein, tats\u00e4chlich sch\u00fctzt uns der Vierte Verfassungszusatz alle vor <i>willk\u00fcrlicher<\/i>Durchsuchung und Beschlagnahme.<\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Aber der&#8230;<\/p>\n<p><i>Hayden:<\/i> So steht es da.<\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Aber die Ma\u00dfregel lautet <i>hinreichender Verdacht<\/i>, meine ich.<\/p>\n<p><i>Hayden:<\/i> Der Verfassungszusatz besagt <i>willk\u00fcrliche <\/i>Durchsuchung und Beschlagnahme.<\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Aber hei\u00dft es nicht hinreichender&#8230;<\/p>\n<p><i>Hayden:<\/i> Nein, der Verfassungszusatz sagt&#8230;<\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Die Ma\u00dfgabe f\u00fcr das Gericht, die rechtliche Ma\u00dfgabe&#8230;<\/p>\n<p>Hayden: &#8230;<i>willk\u00fcrliche Durchsuchung und Beschlagnahme<\/i><\/p>\n<p><i>Moderator:<\/i> Die rechtliche Ma\u00dfgabe hei\u00dft hinreichender Verdacht&#8230;<\/p>\n<p><i>Hayden:<\/i> Nur um das klarzustellen, glauben Sie mir: Wenn es einen Verfassungszusatz gibt, mit dem die Mitarbeiter der National Security Agency vertraut sind, dann ist das der vierte! Und dort geht es um Willk\u00fcr als Ma\u00dfstab.<\/p>\n<p><i>MSNBC-Sprecher:<\/i> Um den Vierten Verfassungszusatz der Vereinigten Staaten in seiner Gesamtheit zu zitieren, den der General und die NSA-Leute so gut kennen und meinen, es gehe darin um \u201eWillk\u00fcr\u201c und nicht um hinreichenden Verdacht: \u201eDas Recht des Volkes auf Sicherheit der Person und der Wohnung, der Urkunden und des Eigentums vor <i>willk\u00fcrlicher Durchsuchung, Festnahme und Beschlagnahme<\/i> darf nicht verletzt werden, und Haussuchungs- und Haftbefehle d\u00fcrfen nur bei Vorliegen eines eidlich oder eidesstattlich begr\u00fcndeten Verdachts ausgestellt werden und m\u00fcssen die zu durchsuchende \u00d6rtlichkeit und die in Gewahrsam zu nehmenden Personen oder Gegenst\u00e4nde genau bezeichnen.\u201c<\/p>\n<p>Nun ja, vielleicht haben sie da dr\u00fcben beim NSA eine andere Verfassung.<\/p>\n<p>Sie haben da dr\u00fcben beim NSA wirklich ihre eigene Verfassung.<\/p>\n<p>(Video 2, Befragung des nationalen Geheimdienstkoordinators James Clapper durch Senator Ron Wyden in einer Anh\u00f6rung des US-Senats am 12. M\u00e4rz 2013,<a href=\"http:\/\/youtu.be\/QwiUVUJmGjs?t=6m\" target=\"_blank\">http:\/\/youtu.be\/QwiUVUJmGjs?t=6m<\/a>)<\/p>\n<p><i>Senator Wyden:<\/i> Ich wende mich noch einmal an Sie, Herr Clapper, um Sie \u00fcber das \u00dcberwachungsthema zu befragen, und ich hoffe, Sie k\u00f6nnen mit einem einfachen Ja oder Nein antworten, denn ich wei\u00df, da\u00df die Senatorin Feinstein fortfahren will. Im letzten Sommer war der NSA-Direktor auf einer Konferenz, und ihm wurde dort eine Frage zur \u00dcberwachung der Amerikaner gestellt. Er antwortete, und ich zitiere: \u201eDer Bericht, da\u00df wir Millionen oder Hunderte von Millionen Dossiers \u00fcber Leute haben, ist v\u00f6llig falsch.\u201c Ich stelle Ihnen diese Frage deshalb, weil ich als Mitglied des Ausschusses seit einem Dutzend Jahren nicht genau verstehe, was in diesem Zusammenhang ein \u201eDossier\u201c ist. Ich m\u00f6chte deswegen, da\u00df Sie mir mit Ja oder Nein auf diese Frage antworten k\u00f6nnen: Sammelt die NSA \u00fcberhaupt irgendwelche Daten von Millionen oder Hunderten von Millionen Amerikanern?<\/p>\n<p><i>Clapper:<\/i> Nein, Sir.<\/p>\n<p><i>Wyden:<\/i> Wirklich nicht?<\/p>\n<p><i>Clapper:<\/i> Nicht bewu\u00dft. Es gibt F\u00e4lle, wo sie vielleicht unabsichtlich sammelt, aber nicht bewu\u00dft.<\/p>\n<p><i>Wyden:<\/i> Vielen Dank. Ich werde Ihnen weitere Fragen schriftlich zukommen lassen, aber ich bedanke mich f\u00fcr Ihre Antwort.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich wurde der Geheimdienstkoordinator James Clapper gefeuert, weil er unter Eid gelogen hat &#8211; richtig? Nein! Das war vor anderthalb Jahren, im M\u00e4rz letzten Jahres. Wer ist heute der nationale Geheimdienstkoordinator? Wei\u00df es jemand? Der gleiche Kerl &#8211; James Clapper! Wer ist der gro\u00dfe \u201eExperte\u201c auf <i>CNN<\/i>? Wer ist der anerkannte Mann, an den man sich f\u00fcr Antworten hier\u00fcber wendet? General Hayden.<\/p>\n<p>Ich will Ihnen damit sagen, da\u00df bei uns der Fuchs den H\u00fchnerstall bewacht, und der Pr\u00e4sident nicht willens ist, seinen eigenen Geheimdiensten und seinen eigenen Gener\u00e4len die Stirn zu bieten.<\/p>\n<h3>Kriegsrecht in den USA?<\/h3>\n<p>Was hei\u00dft dies nun f\u00fcr unsere Lage im Inland? Es bedeutet, da\u00df der Nervenzusammenbruch, den wir nach dem 11. September [2001] erlitten haben, weitergeht, und die Amerikaner wegen der schrecklichen Unterern\u00e4hrung, die sie von der etablierten Presse bekommen, \u00fcberhaupt nicht wissen, was sie glauben sollen. Wenn gesagt wird, ISIL sei eine Bedrohung f\u00fcr unser Land, neigen die Leute dazu, es zu glauben, weil sie ver\u00e4ngstigt sind. Man sollte meinen, nach zw\u00f6lf Jahren sei die Angst verflogen, aber sie ist immer noch da. Und damit spielt man. Es werden bekannte Anw\u00e4lte bem\u00fcht, um neue Vorschriften aufzuschreiben, oder man bringt die Leute dazu, die Vorschriften zu umgehen.<\/p>\n<p>Ein Freund von mir, Todd Pierce, ist Anwalt und er vertritt immer noch einen Guantanamo-H\u00e4ftling; er ist einer der wenigen Anw\u00e4lte, die einen H\u00e4ftling frei bekamen und zur\u00fcck nach Afrika bringen konnten. Er sprach ganz offen: Unter den Nazis diente das Recht dazu, absolute Treue zum F\u00fchrer und zum Staat zu fordern. Alles andere galt als Verrat. Ernst Fr\u00e4nkel beschrieb dieses System: Das Kriegsrecht diente dem Dritten Reich als Verfassung, und mit dem Kriegsrecht begann die \u00dcberwachung, um Staatsfeinde aufzusp\u00fcren.<\/p>\n<p>Wie viele von Ihnen kennen das Tagebuch eines Mannes namens Raimund Pretzel &#8211; [Sebastian] Haffner war sein Pseudonym? Er war ein Anwalt, der in Berlin aufwuchs. 1933 verfolgte er alle die Vorg\u00e4nge. Er war gerade in der Ausbildung als Richter. Er kam in sein B\u00fcro, als \u00fcberall die Schwarzhemden ihr Unwesen trieben. Und er fragte seine Kollegen: \u201eStimmt Sie das nicht bedenklich?\u201c Sie antworteten: \u201eEigentlich nicht. Der Reichstag ist gerade niedergebrannt, und wir rechnen fest damit, da\u00df man unsere Schreibtische durchsucht, unsere Telefone abh\u00f6rt und unsere Freiheit einschr\u00e4nkt. Warum haben Sie da das <i>Neue Deutschland<\/i>? Warum lesen Sie kommunistische Propaganda?\u201c Raimund Pretzel beschreibt die Situation so: \u201eWir Deutsche verfolgten die Vorg\u00e4nge wie aus einer Theaterloge.\u201c<\/p>\n<p>Ich bef\u00fcrchte, das entspricht ziemlich genau dem, wie die meisten Amerikaner die Vorg\u00e4nge in ihrem eigenen Land betrachten, denn auch in<i>unserem<\/i> Land herrscht Kriegsrecht. Sie glauben das nicht? Sie sollten es glauben, denn es stimmt. Es herrscht Kriegsrecht. Es ist das Erbe unseres B\u00fcrgerkriegs, auf das sich die Anw\u00e4lte jetzt zur\u00fcckbegeben. Sie sagen, da\u00df die Delikte unter dem Kriegsrecht, dem die USA damals &#8211; und heute wieder &#8211; unterlagen, \u201ealles feindselige Akte gegen die Regierung, gegen jede Beh\u00f6rde oder Beamten sind, die dazu f\u00fchren, da\u00df unsere Milit\u00e4r- oder Marineoperationen abgelehnt, gehemmt, behindert oder sogar vereitelt werden\u201c.<\/p>\n<p>Toll! Wenn man die Regierung blo\u00dfstellt, wird man dann gleich nach Guantanamo verfrachtet? Das klingt weit hergeholt, oder? Aber nach dem Gesetz k\u00f6nnte jetzt jemand von der US-Armee aus Wiesbaden oder Mannheim herkommen, mich festnehmen und mich ohne Proze\u00df, ohne Anklage, ohne Jury wegsperren. Ich wei\u00df, da\u00df das schwer zu glauben ist, aber es ist wahr. Das ist heute <i>legal<\/i>.<\/p>\n<h3>Ohne Gegenwehr wird sich nichts \u00e4ndern<\/h3>\n<p>Was bleibt da zu tun? F\u00fcr alle \u00fcbrigen von uns bleibt nur die Notwendigkeit, da\u00df wir dies zun\u00e4chst einmal aufdecken, damit Leute dar\u00fcber Bescheid wissen, und dann m\u00fcssen wir uns pers\u00f6nlich einbringen. Ich will damit sagen, was Cesar Chavez, einer unserer gro\u00dfen B\u00fcrgerrechtler, zu sagen pflegte: \u201eKommentare sind gro\u00dfartig, Reden sind noch besser, aber ohne Gegenwehr wird sich nichts ver\u00e4ndern.\u201c<\/p>\n<p>Was meine ich damit? Ich denke, es gibt einige ganz wunderbare Vorbilder, denen wir folgen k\u00f6nnen. Zuallererst denke ich an Sophie Scholl, und ich sehe hier viele junge Leute, nicht ganz so jung wie sie &#8211; sie war 21, fast 22, als man sie wegen gewaltlosen Widerstands gegen das Naziregime an der Universit\u00e4t M\u00fcnchen verhaftete. Wissen Sie, wie man sie umbrachte? Mit der Guillotine! Das hatten die Deutschen wohl von den Franzosen gelernt. Sie wurden ein wenig zivilisierter gegen Ende des Krieges; als [Dietrich] Bonhoeffer und andere umgebracht wurden, benutzten sie zwei weitere T\u00f6tungsmethoden, die eine war Erschie\u00dfen, die andere war Erh\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Wichtig hierbei ist, da\u00df Sophie genau wu\u00dfte, was gespielt wurde, und sie lie\u00df sich von ihrem Gewissen leiten. Sie war eine sehr fromme oder \u00fcberzeugte Lutheranerin. Ich wei\u00df nicht, ob Sie es gelesen haben, aber dazu hat Martin Luther etwas in einem seiner Briefe geschrieben; es ist sehr kurz und er hat darin den Christen Anweisung erteilt.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber zuvor noch Kurt Vonnegut, einen unserer gro\u00dfartigen Schriftsteller, zitieren. Er wurde einmal gefragt: \u201eWas denken Sie \u00fcber Jesus von Nazareth?\u201c Und er antwortete: \u201eIch wei\u00df nicht, ob er <i>Gott<\/i> war oder nicht, aber, wissen Sie, wenn es nicht die Bergpredigt g\u00e4be, dann w\u00e4re ich lieber gleich eine Kakerlake.\u201c<\/p>\n<p>Man hat mir zu verstehen gegeben: \u201eEs gibt moralische Grundprinzipien; die Menschen wissen, was richtig und was falsch ist. Ein Christ zu sein, ein Anh\u00e4nger von Jesus, der zu Tode gefoltert wurde, das w\u00e4re etwas speziell f\u00fcr dich, McGovern, aber man braucht nicht zu verstehen, was falsch und was richtig ist.\u201c<\/p>\n<p>Martin Luther schrieb folgendes: \u201eWenn ich mit lauter Stimme und klarer Auslegung alle Teile der Wahrheit Gottes verk\u00fcndige, au\u00dfer gerade dem einen kleinen Punkt, den die Welt und der Teufel eben in diesem Augenblick angreifen, dann bezeuge ich Christus \u00fcberhaupt nicht, wie mutig ich auch Christus bekennen mag. <i>Wo die Schlacht tobt<\/i>, da wird die Treue des K\u00e4mpfers auf die Probe gestellt; und auf allen anderen Schlachtfeldern treu zu sein, ist f\u00fcr den Christen in diesem Augenblick nichts anderes als Flucht und Schande, wenn er in diesem Punkt nachgibt.\u201c<\/p>\n<p>Sophie Scholl gab nicht nach. Ich war entsetzt, als ich feststellte, wie wenig ich \u00fcber Sophie Scholl wu\u00dfte, denn ich wohnte einmal nur einen Block vom Stadelheimer Gef\u00e4ngnis in M\u00fcnchen entfernt, wo sie festgehalten wurde, und ich wohnte zwei Stra\u00dfen entfernt von dem Friedhof, wo sie begraben ist. Ich wu\u00dfte gar nicht, wie nahe sie mir damals gestanden hat.<\/p>\n<h3>Es gibt gro\u00dfe Hoffnung<\/h3>\n<p>Meine Redezeit l\u00e4uft ab, deswegen m\u00f6chte ich abschlie\u00dfend nur einiges sagen, was meines Erachtens getan werden mu\u00df. Als ich einmal mit dem R\u00fccken zu Hillary Clinton stand, die damals Au\u00dfenministerin war, einfach ruhig da stand, nichts sagte, kein Schild oder \u00e4hnliches bei mir hatte, wurde ich ziemlich \u00fcbel zugerichtet. Meine Kollegen von Veterans for Peace schickten Informationen zur Presse, worin es hie\u00df: \u201eMcGovern ist 71 Jahre alt, und er ist schon eine ganze Weile bekannt; er diente in der Regierung; er hat einmal Pr\u00e4sidenten beraten\u201c, usw.<\/p>\n<p>Die Presse sprang nicht so sehr auf \u201edie Beratung von Pr\u00e4sidenten\u201c an; was ihr ins Auge fiel, war: \u201e71 Jahre alt\u201c. Und wissen Sie was? Ich wei\u00df nicht, wie es hier in Europa ist, aber in Amerika sehen es Leute nicht gern, wenn alte Menschen verpr\u00fcgelt werden. Woher wei\u00df ich das? Hillary Clinton erhielt Tausende und Abertausende von Anrufen, Telegrammen und Emails, in denen es hie\u00df: \u201eWeswegen schlagen Sie einen alten Mann zusammen?\u201c<\/p>\n<p>In <i>Fox News<\/i> wurde berichtet: \u201eEin \u00e4lterer Herr wurde aus dem Raum geleitet.\u201c Das hat ziemlich weh getan. Aber \u201e\u00e4lterer Herr\u201c wurde aus dem Raum <i>geleitet<\/i> &#8211; sehen Sie selbst, wie ich \u201eaus dem Raum geleitet wurde.\u201c (Video 3,<a href=\"http:\/\/www.democracynow.org\/2011\/2\/18\/ex_cia_analyst_ray_mcgovern_beaten\" target=\"_blank\">http:\/\/www.democracynow.org\/2011\/2\/18\/ex_cia_analyst_ray_mcgovern_beaten<\/a>)<\/p>\n<p>Ich will damit nur sagen, da\u00df alte Leute wie ich im Vorteil sind. Ich sehe hier andere Leute, die fast genauso alt sind wie ich &#8211; wenn Sie einige graue Haare bekommen, lassen Sie Ihren K\u00f6rper sprechen. Leute m\u00f6gen es nicht, wenn alte Menschen verpr\u00fcgelt werden. Bei jungen Leuten hei\u00dft es: \u201eNaja, die haben sich das selbst zuzuschreiben\u201c, nicht wahr? Deswegen lassen Sie Ihren K\u00f6rper sprechen, nutzen Sie, was Sie haben!<\/p>\n<p>Aber f\u00fcr die jungen Leute: Ihr habt wirklich gute Vorbilder. Ihr habt Sophie Scholl, 21 oder 22 Jahre alt. Ihr habt Bradley, inzwischen Chelsea Manning, der 22 war, als er seine Tat vollbrachte. Ihr habt Edward Snowden, der 29 Jahre war &#8211; es gibt gro\u00dfe Hoffnung.<\/p>\n<p>Es gibt gro\u00dfe Hoffnung, da\u00df wir dem Trott entkommen k\u00f6nnen, in dem wir uns befinden, weil junge Leute &#8211; zumindest eine kleine Zahl von ihnen &#8211; dieser Tage nicht nur sehr viel mutiger sind, sondern sich auch technisch bestens auskennen. Die Regierungen w\u00fcrden ohne Tausende h\u00f6chst f\u00e4higer junger Leute nicht funktionieren, und das hei\u00dft, wenn es unter Tausend nur einen Edward Snowden gibt, sind die Leute, die diese Welt zu f\u00fchren versuchen, in gro\u00dfen Schwierigkeiten.<\/p>\n<p>Wenn Sie also ein Gewissen haben, sorgen Sie daf\u00fcr, da\u00df Sie Ihren Mund aufmachen, tun Sie sich mit einer kleinen Gruppe Gleichgesinnter zusammen, um zu entscheiden, wie Sie vorgehen. Halten Sie sich gegenseitig verantwortlich daf\u00fcr, nach au\u00dfen zu gehen und zu handeln.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen zwei letzte Bilder zeigen. Auf diesem ersten Bild sehen Sie, was wir aus Vietnam kennen. Wenn man aus einem Land, das gerade einen Nervenzusammenbruch erlitten hat, ohne triftigen Grund eine Horde von Soldaten losschickt, tritt genau so etwas ein.<\/p>\n<p>Dieses vielsagende Bild stammt aus Tal Afar. Das kleine M\u00e4dchen sa\u00df auf dem R\u00fccksitz eines Autos; seine Mutter und sein Vater wurden gerade von amerikanischen Soldaten get\u00f6tet, die glaubten, das Auto w\u00fcrde auf eine Stra\u00dfensperre zufahren. Man sieht das Blut der Eltern, und das Kind hat, soweit ich wei\u00df, vier weitere Geschwister verloren.<\/p>\n<p>Nicht nur wurde das M\u00e4dchen brutal behandelt, sondern werfen Sie auch einen Blick auf die Stiefel, das Bein daneben &#8211; was geschieht mit diesem jungen Mann? Wissen Sie, da\u00df die Leute, die wir zu solchen Sachen losschicken, genauso \u00fcbel zugerichtet werden wie das kleine M\u00e4dchen dort? Es war sechs Jahre alt. Es \u00fcberlebte als einzige seiner Familie.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte Ihnen noch das n\u00e4chste Bild zeigen.<\/p>\n<p>Wir alle haben unsere Freude an kleinen Kindern. Das sind zwei Geschwister, die gerade einen kleinen Bruder bekommen haben. <i>Das<\/i> sollten wir f\u00fcr unser Land und f\u00fcr die Welt im Auge haben, nicht das erste Bild, das ich gezeigt habe. Wir alle sollten uns diese Bilder ins Gewissen schreiben, und uns bewu\u00dft sein, da\u00df es, nur weil einige Menschen uns nicht m\u00f6gen, nicht bedeutet, da\u00df sie nicht voll und ganz menschlich sind und nicht die gleiche Behandlung verdienen, die wir unseren Kindern w\u00fcnschen.<\/p>\n<p>Das ist alles, was ich sagen will, und ich danke Ihnen f\u00fcr Ihre Aufmerksamkeit.<\/p>\n<div class=\"box noprnt w920 c serif p14\"><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ray McGovern Veteran Intelligence Professionals for Sanity (VIPS), USA Audio (Englisch) &nbsp; Mich hat Haydns Sch\u00f6pfung, das St\u00fcck, das heute morgen hier aufgef\u00fchrt wurde, sehr bewegt. 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