{"id":22628,"date":"2014-10-21T10:00:23","date_gmt":"2014-10-21T08:00:23","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/diogene-senny-brics-et-panafricanisme-convergences-operationnelles-2\/"},"modified":"2014-11-19T09:28:35","modified_gmt":"2014-11-19T08:28:35","slug":"diogene-senny-brics-et-panafricanisme-convergences-operationnelles","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/diogene-senny-brics-et-panafricanisme-convergences-operationnelles\/","title":{"rendered":"Diog\u00e8ne Senny: BRICS und Panafrikanismus : operationelle Konvergenzen"},"content":{"rendered":"<h3 lang=\"de-DE\"><span lang=\"fr-FR\">Diog\u00e8ne Senny<\/span><\/h3>\n<p><em>Generalsekret\u00e4r der Panafrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c<\/em><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<h3 class=\"western\">Dank<\/h3>\n<p>Liebe Kameraden, im Namen unserer Organisation, der Pan-Afrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c, m\u00f6chten wir zun\u00e4chst unseren Kameraden vom Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df sie dieses Treffen organisieren. Es ist tats\u00e4chlich ein h\u00f6chst wichtiges Treffen, in einer Zeit, in der der Finanzimperialismus &#8211; der nat\u00fcrliche, direkte Abkomme globaler imperialistischer Geopolitik &#8211; st\u00e4ndig sich selbst organisiert und in verschiedene Tentakel verwandelt, die alle Bereiche unserer Gesellschaft entfremden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten der franz\u00f6sischen Partei Solidarit\u00e9 et Progr\u00e8s unseren Dank daf\u00fcr aussprechen, da\u00df sie uns ehrt mit dieser Einladung, hier in Frankfurt bei Ihnen zu sein. Diese Einladung erlaubt es uns, unseren Kampf der internationalen antiimperialistischen Familie bekanntzumachen. Wir in der Pan-Afrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c sind \u00fcberzeugt, da\u00df wir angesichts des wohlkoordinierten und geeinten Imperialismus nicht siegen k\u00f6nnen, solange wir verstreut, isoliert und unorganisiert sind.<\/p>\n<h3 class=\"western\">I. Einleitung<\/h3>\n<p>Liebe Kameraden, Der Titel unserer Intervention ist \u201eBRICS und Pan-Afrikanismus: operationelle Konvergenzen\u201c. Wir werden erst die BRICS und unabh\u00e4ngig davon den Panafrikanismus, die Ideologie unserer Organisation, kurz vorstellen. Wir werden dann die operationelle Ann\u00e4herung zeigen, die notwendig und sogar dringlich ist, um die Ausbreitung des Imperialismus einzud\u00e4mmen, wo immer es m\u00f6glich ist &#8211; in der Hoffnung, ihn eines Tages zu besiegen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">II. Die historische Initiative der BRICS<\/h3>\n<p>Neben der extremen Militarisierung der Welt beruht die imperialistische Geopolitik auf der Kontrolle der Mittel zur Finanzierung von Volkswirtschaften. Damit nimmt sie den V\u00f6lkern ihr unver\u00e4u\u00dferliches Recht, frei \u00fcber ihre Wirtschaftspolitik zu entscheiden. Die Institutionen von Bretton Woods, der Pariser Club, der Londoner Club und andere sind die sichtbaren Instrumente, die dazu dienen, V\u00f6lker durch die Verletzung ihrer Souver\u00e4nit\u00e4t niederzuwerfen.<\/p>\n<p>Deshalb begr\u00fc\u00dft die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c die Initiative der BRICS vom 15. Juli 2014 im brasilianischen Fortaleza, eine der gr\u00f6\u00dften Entwicklungsbanken der Welt zu gr\u00fcnden, um eine echte Entwicklungsalternative zur Weltbank und zum IWF anzubieten.<\/p>\n<p>Diese f\u00fcnf L\u00e4nder &#8211; Brasilien, Ru\u00dfland, Indien, China und S\u00fcdafrika &#8211; haben zusammen eine Bev\u00f6lkerung von drei Milliarden, das sind ungef\u00e4hr drei Siebtel aller Erdenb\u00fcrger. Es wurde h\u00f6chste Zeit, da\u00df sie in einer Welt, die nur auf das Gewicht der Macht h\u00f6rt, ihre Stimme erheben.<\/p>\n<p>Die aktuellen Ereignisse beweisen sicherlich nicht das Gegenteil. Wie sonst soll man es auffassen, da\u00df die US-amerikanischen Gerichte gerade ein gro\u00dfes Land wie Argentinien dem\u00fctigten, indem sie anordneten, da\u00df es den Geierfonds ungeheure Summen zahlt &#8211; 1,3 Mrd. $, um genau zu sein.<\/p>\n<p>Wir m\u00f6chten nur erw\u00e4hnen, da\u00df Argentinien 41 Millionen Einwohner hat sowie (2012) ein BIP von 475 Mrd. Dollar. Die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c unterst\u00fctzt nat\u00fcrlich die internationale Solidarit\u00e4tsbewegung aller progressiven V\u00f6lker mit den leidenden Argentiniern. Das hier ist nicht weniger als internationale finanzielle Ausbeutung.<\/p>\n<p>Die extreme Dem\u00fctigung der Argentinier unterstreicht, wie wichtig es ist, Alternativen zum vorherrschenden Finanzsystem zu finden, wie diejenige, die BRICS mit der Entwicklungsbank vorschl\u00e4gt.<\/p>\n<p>Was BRICS versucht, um sich vom internationalen Diktat zu befreien, ist genau das, was die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c f\u00fcr Afrika vorschl\u00e4gt. Wie jeder wei\u00df, kennt der internationale Finanzimperialismus keine Landesgrenzen, und Afrika leidet mehr als viele andere unter dem uns\u00e4glichen Schaden dieser m\u00f6rderischen Politik, unter Regimes, die oft durch eine internationale Finanzoligarchie korrumpiert sind.<\/p>\n<p>III. Pan-Afrikanismus: die Ideologie der Befreiung und afrikanischen Renaissance<\/p>\n<p>Der Pan-Afrikanismus, eine von Afrikas spezieller Geschichte inspirierte Ideologie, widersetzt sich seit nunmehr zwei Jahrhunderten grunds\u00e4tzlich dem Imperialismus, dessen Opfer Afrika wurde &#8211; erst durch die Sklaverei, dann durch die Kolonialisierung und heute den Neokolonialismus.<\/p>\n<p>F\u00fcr die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c in der Tradition der historischen V\u00e4ter des Panafrikanismus besteht der einzige Weg, den in der afrikanischen Welt herrschenden Imperialismus zu beenden, in der politischen Einigung der zerst\u00fcckelten, geschw\u00e4chten afrikanischen Territorien, die unfreiwillig zur Beute des Imperialismus werden und deswegen dem Einflu\u00df verschiedener M\u00e4chte unterliegen, was dem Volk seine Souver\u00e4nit\u00e4t nimmt.<\/p>\n<p>Der gegenw\u00e4rtige Imperialismus, auch Neokolonialismus genannt, h\u00e4lt Afrika in einer rein kolonialen Wirtschaftsstruktur, die es zwingt, ein externer Lieferant von Rohstoffen und Erzeuger von Monokulturen f\u00fcr den Export zu bleiben und gleichzeitig importierte Industriewaren zu konsumieren.<\/p>\n<p>Finanziell haben die Bretton-Woods-Institutionen in Komplizenschaft mit den fr\u00fcheren Kolonialherren in der afrikanischen Welt das Sagen. Fast seit Beginn ihrer Einrichtung wurde die Entwicklung der afrikanischen Staaten durch eine Reihe wirtschaftlicher Anordnungen ab den 80er Jahren verhindert, sie wurden gezwungen, von der Weltbank und dem IWF diktierte Strukturanpassungspl\u00e4ne umzusetzen.<\/p>\n<p>Der krasseste Fall war 1994, als der IWF Frankreich, den fr\u00fcheren Kolonialherren von 14 L\u00e4ndern der Franc-Zone und eigentlichen Besitzer ihrer W\u00e4hrung &#8211; des CFA-Franc &#8211; dazu brachte, diese W\u00e4hrung um 50% abzuwerten. Die Folgen dieser Unterdr\u00fcckung der W\u00e4hrung waren verheerend: Ein aus Frankreich importiertes Produkt, das 100 CFA-Franc wert war, war pl\u00f6tzlich von einem Tag auf den anderen 200 wert. Um die zus\u00e4tzlichen 100 CFA-Franc auszugleichen, mu\u00dfte man die doppelte Menge der \u00fcblichen Produkte verkaufen. Die Kaufkraft der Bev\u00f6lkerung in diesen L\u00e4nder st\u00fcrzte nat\u00fcrlich steil und brutal ab, ohne Ausgleichsma\u00dfnahmen &#8211; um so mehr, als die L\u00f6hne auf Befehl des IWF seit etwa zehn Jahren eingefroren waren.<\/p>\n<p>Der Gipfel war, da\u00df die Devisenschulden dieser L\u00e4nder sich in CFA-Franc verdoppelten. Damit wurden zehn Jahre lange Anstrengungen dieser L\u00e4nder um die Bedienung der Schulden unter den Strukturanpassungspl\u00e4nen des IWF (Einstellungsstopp, K\u00fcrzungen bei Bildung und Gesundheit, Einfrieren der L\u00f6hne) mit einem Federstrich zunichte gemacht.<\/p>\n<p>Deshalb k\u00e4mpft die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c daf\u00fcr, Afrikas Souver\u00e4nit\u00e4t mit allen Attributen wiederherzustellen. Wir sind uns sehr wohl bewu\u00dft, da\u00df unsere politische Einheit nicht konsolidiert werden kann, wenn wir nicht auch W\u00e4hrungssouver\u00e4nit\u00e4t haben, weil das der einzige Weg ist, die W\u00e4hrungsrepression, die der Bev\u00f6lkerung immer einen hohen Preis auferlegt, zu beenden.<\/p>\n<p>Wir nennen die Initiative der BRICS historisch, weil sie den Willen manifestiert, sich aus den Klauen des Feudalismus des internationalen Finanzimperialismus zu befreien. Die entscheidende Frage ist: K\u00f6nnen wir unsere Kr\u00e4fte vereinen, damit unsere Handlungen wirken und erfolgreich sind?<\/p>\n<h1 class=\"western\"><\/h1>\n<h3 class=\"western\">IV. Operationelle Konvergenz der antiimperialistischen Kr\u00e4fte<\/h3>\n<p>Die Besonderheit der Pan-Afrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c liegt darin, da\u00df sie von Anfang an eine f\u00f6deralistische politische Bewegung war. Sie sollte in allen afrikanischen L\u00e4ndern gegr\u00fcndet werden &#8211; und das wurde sie bereits -, mit Blick darauf, politisch zu k\u00e4mpfen, bis sie die politische Macht \u00fcbernimmt.<\/p>\n<p>Unsere Aufgabe ist, dazu beizutragen, die Legitimit\u00e4t der Beherrscher zu zerst\u00f6ren und unsere unterdr\u00fcckten Bev\u00f6lkerungen mit dem entscheidenden Geist, der Mobilisierung und dem Verst\u00e4ndnis auszustatten, die sie f\u00fcr ihre eigene Befreiung brauchen.<\/p>\n<p>Denn die Punkte, die der Pan-Afrikanismus anspricht, sind hochpolitisch. Wer k\u00f6nnte sie besser verwirklichen als die Panafrikanisten?<\/p>\n<p>Die territorialen Sektionen, die in allen afrikanischen Territorien die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c bilden, k\u00e4mpfen darum, die Macht auf der untersten Ebene zu \u00fcbernehmen (Gemeinde, Verb\u00e4nde, Rath\u00e4user, Abgeordnete etc.). Unsere Sektionen haben damit eine andere Rolle als die herk\u00f6mmlichen politischen Parteien. In jeder Sektion sorgen wir f\u00fcr die Erziehung der Bev\u00f6lkerung, um gegen die kulturelle Entfremdung zu k\u00e4mpfen, und um der Bev\u00f6lkerung dabei zu helfen, durch sozio-\u00f6konomische Aktivit\u00e4ten Herren ihres eigenen Schicksals zu werden.<\/p>\n<p>Wie k\u00f6nnen wir alle gemeinsam in der antiimperialistischen Familie allen diesen Aktivisten, die mit der Bev\u00f6lkerung ausgezeichnete Arbeit leisten, konkret helfen?<\/p>\n<p>Liebe Kameraden, wie diese Versammlung sehr gut wei\u00df, kann der Imperialismus alternativen Bewegungen wie unsere nicht unterst\u00fctzen, er will sie vernichten. Im Gegenteil schafft der Imperialismus stets nur die Bedingungen f\u00fcr seine eigene Reproduktion. Aus diesem Grund ergeht unser Aufruf an unsere Kameraden von der BRICS, in L\u00e4ndern unter der Knute des Neokolonialismus, dem nat\u00fcrlichen Sohn des Finanzimperialismus, den alternativen Bewegungen konkret zu helfen.<\/p>\n<h3 class=\"western\">Schlu\u00df<\/h3>\n<p>Die Pan-Afrikanische Liga \u201eUmoja\u201c ist offen f\u00fcr Partnerschaften mit allen Organisationen und Personen, die am antiimperialistischen Kampf beteiligt sind. Wir laden die ganze antiimperialistische Familie ein, auf der Grundlage konkreter Projekte zusammenzuarbeiten, um den gemeinsamen Gegner in allen unseren Territorien zur\u00fcckzudr\u00e4ngen.<\/p>\n<p>Vielen Dank. <span lang=\"fr-FR\"><i>Umoja Ni Nguvu. (Einheit ist St\u00e4rke)<\/i><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Diog\u00e8ne Senny Generalsekret\u00e4r der Panafrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c Dank Liebe Kameraden, im Namen unserer Organisation, der Pan-Afrikanischen Liga \u201eUmoja\u201c, m\u00f6chten wir zun\u00e4chst unseren Kameraden vom Schiller-Institut daf\u00fcr danken, da\u00df sie dieses Treffen organisieren. 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