{"id":2177,"date":"2013-02-05T16:56:34","date_gmt":"2013-02-05T15:56:34","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=2177"},"modified":"2013-02-14T16:17:08","modified_gmt":"2013-02-14T15:17:08","slug":"zepplarouche-nyc-20130126","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/zepplarouche-nyc-20130126\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Ein neues Paradigma zur Rettung der Menschheit"},"content":{"rendered":"<div class=\"tabs\" id=\"tabs-6a8cfaefb7d2c\"><ul class=\"tabs-nav\"><li class=\"active\"><a href=\"#\" onclick=\"schillerTabSwitch('tabs-6a8cfaefb7d2c',0);return false;\">Im Wortlaut<\/a><\/li><li><a href=\"#\" onclick=\"schillerTabSwitch('tabs-6a8cfaefb7d2c',1);return false;\">Zur Person<\/a><\/li><\/ul><div class=\"tab-content active\" style=\"display:block;\"><\/p>\n<p><em>Die New Yorker Konferenz des Schiller-Instituts am 26. Januar wurde von der Vorsitzenden des Instituts, Helga Zepp-LaRouche, mit der folgenden Rede er\u00f6ffnet.<\/em><\/p>\n<p>Meine Damen und Herren, liebe Mitglieder und Freunde des Schiller-Instituts, ich denke, wir alle sind heute hier in dem vollen Bewu\u00dftsein versammelt, in welcher extrem ernsten Lage die Menschheit sich befindet. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht klar, ob diese Menschheit eine Zukunft haben wird oder nicht.<\/p>\n<p>Der Grund, warum ich das sage, ist, da\u00df mehrere existentielle Krisen zusammenfallen, von denen jede einzelne ausreichen w\u00fcrde, die \u00dcberlebensf\u00e4higkeit der menschlichen Gattung in Frage zu stellen. Die erste, die gef\u00e4hrlichste und besonders akute Gefahr ist nat\u00fcrlich, da\u00df die Krise im Nahen Osten, die sich jetzt schnell auf Nordafrika ausweitet, ein \u201eneuer Balkan\u201d geworden ist, also das, was der Balkan vor dem Ersten Weltkrieg war. Es gibt eine Kombination von Allianzen, bei der schon ein einzelner Ausl\u00f6ser, nur ein Schritt \u00fcber das Bestehende hinaus, den dritten Weltkrieg ausl\u00f6sen kann. Und das w\u00e4re diesmal ein thermonuklearer Krieg. Jedermann wei\u00df, da\u00df z.B. ein Milit\u00e4rschlag gegen den Iran sofort einen thermonuklearen dritten Weltkrieg ausl\u00f6sen w\u00fcrde. Es k\u00f6nnte sogar schon mit dem Sturz der Regierung Assad anfangen oder auch einfach nur mit fortgesetztem Chaos, wie wir es gerade jetzt mit der Ausbreitung von Al-Kaida im Nahen Osten und Nordafrika erleben.<\/p>\n<p>Sollte es zu diesem thermonuklearen Krieg kommen, dann ist sehr wahrscheinlich, da\u00df niemand \u00fcbrig bleibt, da\u00df es einen nuklearen Winter g\u00e4be, wo die Menschen, die in den ersten Stunden sterben, sich noch gl\u00fccklich sch\u00e4tzen k\u00f6nnen im Vergleich zu denen, die sp\u00e4ter sterben. Das Problem ist, da\u00df das den Menschen nicht mehr bewu\u00dft ist, aber erinnern Sie sich, da\u00df Pr\u00e4sident Kennedy w\u00e4hrend der Kubakrise genau das gesagt hat. Und weil inzwischen die Waffenarsenale noch viel gr\u00f6\u00dfer geworden sind, hat auch die Zerst\u00f6rungskraft stark zugenommen.<\/p>\n<p>Die zweite gro\u00dfe und potentiell existentielle Krise ist die Tatsache, da\u00df das gesamte transatlantische Finanzsystem wegen der Hochrisiko-Spekulation &#8211; den 25% Profit, von denen Herr Ackermann gerne sprach &#8211; und der st\u00e4ndigen staatlichen Rettungsaktionen f\u00fcr die systemrelevanten Banken jetzt soweit gekommen ist, da\u00df nur noch eine hyperinflation\u00e4re Explosion des ganzen Systems folgen kann.<\/p>\n<p>Wenn das geschieht &#8211; und es gibt Anzeichen daf\u00fcr, da\u00df es schon diese oder n\u00e4chste Woche passieren kann, oder im Februar, jedenfalls bald -, dann g\u00e4be es eine Hyperinflation wie in Deutschland 1923. Und das bedeutet die brutalste Enteignung der Bev\u00f6lkerung. Wenn das passiert, g\u00e4be es eine unglaubliche politische und soziale Krise, denn wenn man sich vorstellt, wie es in der ganzen Eurozone und der Dollarzone, und dann \u00fcbergreifend auf den Rest der Welt eine Hyperinflation g\u00e4be wie in Deutschland 1923, dann w\u00fcrde dieses Chaos die Zivilisation unmittelbar in ein finsteres Zeitalter st\u00fcrzen.<\/p>\n<p>Die dritte Krise, die ich erw\u00e4hnen m\u00f6chte, ist die unglaubliche kulturelle und moralische Krise. Denken wir an die Verbreitung von Drogen, Pornographie, Gewalt und besonders, wie das inzwischen die Jugendkultur pr\u00e4gt. Es gibt nicht nur immer mehr Massaker wie das in Newtown, wo verr\u00fcckte Leute viele andere Kinder und Lehrer t\u00f6ten, sondern es gibt eine Krise in den K\u00f6pfen der jungen Menschen! Wenn 12j\u00e4hrige Kinder schon \u201ealles kennen\u201d, alles Erdenkliche mitgemacht haben in Bezug auf Pornographie, Vergewaltigung usw., was bleibt dann noch im Denken dieser Generation? Das ist etwas, was die Vereinigten Staaten und ganz Europa und mit der Globalisierung leider viele andere L\u00e4nder betrifft.<\/p>\n<p>Das Menschenbild, das das zugrundeliegende Axiom aller dieser Krisen darstellt, ist ein bestialisches Bild geworden, wo die Werte v\u00f6llig verkommen und degeneriert sind. Das liegt nicht daran, da\u00df der Mensch von Natur aus so ist &#8211; ich glaube nicht, da\u00df der Mensch grunds\u00e4tzlich schlecht ist -, sondern ich denke, da\u00df das oligarchische System, das die Globalisierung betreibt, im wesentlichen das gleiche tut, was das R\u00f6mische Reich getan hat, um bewu\u00dft die Moral der Menschen zu schw\u00e4chen, sie zu verdummen, damit sie mehr oder weniger wehrlos sind oder es ihnen jedenfalls so scheint. Denn wenn man auf die Stra\u00dfe geht, wie wir das jeden Tag tun, da sagen die Leute: \u201eAch, da kann man ja doch nichts machen\u201c, und das ist ein sicheres Zeichen f\u00fcr die Oligarchie, wenn die Menschen das sagen.<\/p>\n<p>Der Punkt, den ich machen will, ist: Die Krise ist so vielf\u00e4ltig, da\u00df nur ein v\u00f6lliger Paradigmenwechsel, ein v\u00f6lliger Wertewandel dieses Problem l\u00f6sen wird. Vor fast 46 Jahren, am 4. April 1967, sprach Martin Luther King in dieser Kirche, er hielt eine Rede mit dem Titel \u201e\u00dcber Vietnam hinaus &#8211; Zeit, das Schweigen zu brechen\u201c, eine sehr, sehr emotionale und wirkungsvolle Verurteilung des Vietnamkrieges. Und er sagte, was wir wirklich brauchen, ist ein neuer Weg, heraus aus der Dunkelheit, die um uns herum so nahe erscheint, und dann forderte er eine \u201eradikale Revolution der Werte\u201c.<\/p>\n<p>Genau das ist auch die existentielle Notwendigkeit heute. Wir brauchen eine totale, fundamentale Ver\u00e4nderung des Paradigmas, und es mu\u00df ein Aufw\u00e4rtssprung sein, so grundlegend wie der Paradigmenwechsel, der Mittelalter und Neuzeit trennt, den Nikolaus von Kues mit seinen Schriften bewu\u00dft hervorrief. Er brach bewu\u00dft mit der herrschenden Ideologie der Zeit, n\u00e4mlich der Scholastik, einem unglaublichen Aberglauben, dem damaligen formallogischen Denken der Peripatetiker, und er f\u00fchrte eine ganz neue Denkweise ein, die zu all den Durchbr\u00fcchen der Neuzeit f\u00fchrte: den Durchbr\u00fcchen in der modernen Wissenschaft, den Durchbr\u00fcchen in der klassischen Komposition und vielem anderen.<\/p>\n<p>Was ich am erschreckendsten finde, wenn ich an die gegenw\u00e4rtige Lage denke, ist, wie nahe wir einer v\u00f6lligen Katastrophe sind und die Regierungen, zumindest keine der f\u00fchrenden Regierungen der G20 und viele andere, dies nicht einmal zugeben wollen! Sie handeln weiter so, da\u00df der Weg schrittweise immer weiter in die Katastrophe f\u00fchrt.<\/p>\n<p>Gestern wurde berichtet, da\u00df auch die deutsche Regierung Kampfdrohnen produziert. Das ist verr\u00fcckt! Warum w\u00fcrde jemand eine Politik fortsetzen, Menschen zu t\u00f6ten, wenn es absolut unm\u00f6glich ist, zwischen Kriminellen, Terroristen und zivilen Opfern zu unterscheiden? Und das Problem ist nicht nur, da\u00df sie nicht reagieren, sondern da\u00df sie sich auf einem Kurs befinden, der ins Desaster f\u00fchrt, und da\u00df auch die Bev\u00f6lkerung unmoralisch ist.<\/p>\n<p>Ich stimme in der Hinsicht mit unserem n\u00e4chsten Sprecher \u00fcberein, da\u00df leider nur ein sehr kleiner Teil der Menschen die Moral und den Mut hat, etwas zu tun, und der Zweck dieser Konferenz, so wie bei fr\u00fcheren und folgenden Konferenzen, ist der, an die vielleicht 5% der Bev\u00f6lkerung zu appellieren, die den Mut haben, sich gegen die Mehrheit und gegen das gegenw\u00e4rtige Paradigma zu stellen &#8211; Menschen, die sich von einer inneren Wahrheit f\u00fchren lassen und f\u00e4hig sind, die Konsequenzen der gegenw\u00e4rtigen Politik zu durchdenken. Denn die gro\u00dfe Mehrheit, wahrscheinlich 95% oder mehr, sind von au\u00dfen gelenkt: Sie m\u00f6gen unmoralische Unterhaltung, sie suchen Vergn\u00fcgen im hier und jetzt. Oder sie sind einfach so damit besch\u00e4ftigt, nur jeden Tag ihr Essen zu beschaffen und zu \u00fcberleben, da\u00df sie nicht die Energie haben, gr\u00f6\u00dfere Fragen zu durchdenken wie Strategie, Geschichte, Wissenschaft und Kultur.<\/p>\n<p>Deshalb m\u00fcssen wir die 5% finden und mobilisieren, die intellektuell und moralisch in der Lage sind, sich zu verb\u00fcnden und diesen Paradigmenwechsel zu bewirken. Wir hatten Ende letzten Jahres eine Konferenz in der N\u00e4he von Frankfurt und wir werden viele weitere solche Konferenzen veranstalten und Leute einladen, beizutragen &#8211; Papiere, Diskussionen, Seminare -, um das neue Paradigma zu definieren, denn das ist das absolut notwendige Umfeld, das wir als Flanke schaffen m\u00fcssen. Wir m\u00fcssen die besseren Teile der Bev\u00f6lkerung mobilisieren, aber wenn es hart auf hart kommt, sind wir so unmittelbar in der Krise, da\u00df, wenn der amerikanische Kongre\u00df nicht sofort, in den n\u00e4chsten Tagen, Glass-Steagall beschlie\u00dft &#8211; und wenn das geschieht, wird \u00e4hnliches in Europa in Gang kommen -, schon sehr bald Chaos ausbrechen wird.<\/p>\n<p>Ich kann Ihnen versichern: Wenn man mit einigen der Topbanker spricht, wenn sie privat ehrlich sind, dann geben sie zu, da\u00df in einer Minute alles zusammenbrechen kann und da\u00df die Leute, die diese Politik vorantreiben, v\u00f6llig unverantwortlich sind.<\/p>\n<p>Glass-Steagall ist jetzt der absolut notwendige erste Schritt, und es sieht nicht so schlecht aus, denn wir haben eine unglaublich erfolgreiche Mobilisierung, Glass-Steagall international auf den Tisch zu bringen. Das \u201eTrennbankensystem\u201c, wie man es auf deutsch nennt, war noch vor zwei Jahren v\u00f6llig unbekannt; und gerade heute morgen habe ich in meiner Mail in einem Artikel aus der\u00a0<i>S\u00fcddeutschen Zeitung\u00a0<\/i>gelesen, da\u00df die Banker jetzt erkennen, da\u00df die Politik mit der Bankentrennung ernst macht, da\u00df es nicht mehr nur die \u201eSpinner\u201c sind &#8211; damit sind nat\u00fcrlich wir gemeint! -, die das vorantreiben.<\/p>\n<p>Es ist aber noch nicht entschieden, ob es der Vorschlag von der Vickers-Kommission sein wird, die Volcker-Regel, Dodd-Frank oder Liikanen, all diese verw\u00e4sserten Versionen, oder was sonst. Sie erw\u00e4hnen nat\u00fcrlich nicht Glass-Steagall, sie erw\u00e4hnen nicht Kapturs Gesetzentwurf im Kongre\u00df. Angesichts der Tatsache, da\u00df der deutsche Wahlkampf f\u00fcr die Bundestagswahl l\u00e4uft, wird das ein beherrschendes Thema sein, und ich kann Ihnen versprechen, wir werden daf\u00fcr sorgen, da\u00df es das echte Glass-Steagall sein wird.<\/p>\n<p>Auch in den Vereinigten Staaten hat Richard Fisher vor etwa einer Woche eine sehr wichtige Rede im Nationalen Presseclub gehalten und darin die Aufspaltung der systemrelevanten \u201etoo-big-to-fail\u201c-Banken gefordert.<\/p>\n<p>Nun, warum ist das jetzt unbedingt notwendig?<\/p>\n<p>Letzte Woche gab es in K\u00f6nigstein im Taunus bei Frankfurt eine Podiumsdiskussion mit Anshu Jain, heute Kodirektor der Deutschen Bank, Jamie Dimon von JP Morgan, Klaus Engel, Chef des Chemiekonzerns Evonik, und Nikolaus von Bomhard, Chef der Munich Re, der gr\u00f6\u00dften R\u00fcckversicherungsgesellschaft der Welt. In dieser Debatte, deren Thema die Banken waren, sagte Klaus Engel, der Leiter des Chemieunternehmens, \u201eunsere giftigen Produkte sind zumindest streng reguliert\u201c, und Jamie Dimon antwortete: \u201eAber Ihre Fehler haben Menschenleben gekostet, unsere nicht.\u201c<\/p>\n<p>Nun, das kann ich so nicht stehenlassen, denn das ist ein Fall von Chuzpe, wie ich ihn noch nie gesehen habe, und dann erst recht noch von JP Morgan! Denn es war eben diese Bank JP Morgan, die gleich nach Franklin D. Roosevelts Tod anfing, die strengen Vorschriften von Glass-Steagall zu untergraben, das fing schon in den 50er Jahren an. Es war JP Morgan, wo damals Alan Greenspan Direktor war, die 1984 eine Schrift ver\u00f6ffentlichte \u201eWie man Glass-Steagall wieder abschafft\u201c. Als Alan Greenspan in den 80er und 90er Jahren Chef der Fed war, unterminierte er Glass-Steagall Schritt f\u00fcr Schritt, und nat\u00fcrlich war er mittendrin, als 1999 Glass-Steagall abgeschafft wurde und die ganze Deregulierung losging.<\/p>\n<p>Diese Deregulierung f\u00fchrte zur Aktienblase, dann der Blase der minderwertigen Hypotheken, und 2007 brach dann die jetzige globale Finanzkrise voll aus und es kam die Politik der endlosen Rettungspakete. In den USA sind es &#8211; niemand wei\u00df es genau, weil die Federal Reserve keine Bilanzpr\u00fcfungen zul\u00e4\u00dft, es gibt dort keine Transparenz -, aber es sind vielleicht 30 Billionen Dollar allein f\u00fcr die US-Banken. Gleichzeitig gab es eine totale Umwandlung privater Wettschulden in Staatsschulden, wodurch die sogenannte \u201eStaatsschuldenkrise\u201c ausbrach, die in Wirklichkeit eine Banken- und eine Zockerkrise ist. Jetzt kommen sie pl\u00f6tzlich an und sagen, wir wollen K\u00fcrzungen und ausgeglichene Staatshaushalte auf Kosten des Lebensstandards der Bev\u00f6lkerung.<\/p>\n<p>Eine Oppositionspartei in Griechenland, die Unabh\u00e4ngigen Griechen, hat am 16. Januar beim Internationalen Strafgerichtshof eine Klage gegen die sogenannte Troika, den IWF, die Europ\u00e4ische Zentralbank und die EU-Kommission wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingereicht, wegen der Ma\u00dfnahmen, die diese Troika seit Mai 2010 bis heute erzwungen hat. Diese Politik habe zu 3500 Selbstmorden gef\u00fchrt, dem Verlust von 1,5 Mio. Arbeitspl\u00e4tzen, Tausenden Betriebsschlie\u00dfungen, und versto\u00dfe gegen das R\u00f6mische Statut des Strafgerichtshofs und gegen die Grundrechte-Charta der EU, die im franz\u00f6sischen Nizza im Dezember 2000 beschlossen wurde und die best\u00e4tigt, da\u00df jeder Mensch das Recht auf Leben hat. Der Klage zufolge tr\u00e4gt der Staat die Verantwortung, die notwendigen Ma\u00dfnahmen zu ergreifen, um das Leben jeder Person zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Und das ist nur Griechenland. In Italien gibt es M\u00e4rsche der Witwen von Unternehmern, die wegen dieser Politik Selbstmord ver\u00fcbt haben. Der fr\u00fchere Nahrungsmittelbeauftragte der UN Jean Ziegler hat gesagt, da\u00df als Folge dieser Politik alle f\u00fcnf Sekunden ein Kind stirbt; t\u00e4glich verhungern 57.000 Menschen. F\u00fcr eine Tankf\u00fcllung Biotreibstoff f\u00fcr einen SUV braucht man 352 kg Mais, das reicht, um ein Kind ein ganzes Jahr lang zu ern\u00e4hren. Als Folge dieser Politik sind 2,2 Mio. Kinder in der EU unterern\u00e4hrt; 43 Mio. Menschen in den USA sind auf Lebensmittelmarken angewiesen. In Spanien bringen 55% der Lehrer Essen mit in die Schule, weil die Kinder sonst nichts zu essen haben.<\/p>\n<p>Jean Ziegler sagt, angesichts der Tatsache, da\u00df wir alle Technologien haben, um das zu l\u00f6sen, und die Erde leicht 12 Milliarden Menschen ern\u00e4hren k\u00f6nnte, sei das Mord, und er beschreibt sehr, sehr dramatisch, warum Hunger die schlimmste Todesart ist: Er f\u00fchrt zu einer schrecklichen Agonie, die Menschen werden lethargisch, dann f\u00fchrt er zum Kollaps des Immunsystems; man bekommt schweren Durchfall und extreme Schmerzen. Das Endstadium ist dann Muskelatrophie und dann Tod.<\/p>\n<p>Und ich meine, wir sollten daran denken, denn die Bankenpolitik ist nicht ohne Zusammenhang mit den Folgen, egal was behauptet wird. Es gibt in ganz Europa, besonders in Gro\u00dfbritannien, und in den Vereinigten Staaten, eine Dreiklassenmedizin: Reiche Menschen k\u00f6nnen sich gute Krankenversorgung leisten; dann gibt es einige, die versorgt werden; aber viele k\u00f6nnen es sich auch nicht leisten, zum Arzt zu gehen, weil sie nicht einmal die verschriebenen Medikamente bezahlen k\u00f6nnen. Auf diese Weise wird das Leben der Menschen verk\u00fcrzt.<\/p>\n<p>F\u00fcnfeinhalb Jahre nach dem Ausbruch der Krise im Juli 2007 ist mehr Giftm\u00fcll in den Banken als je zuvor. Das haben uns Spitzenbanker in Europa gesagt, die f\u00fcr unsere Glass-Steagall-Methode sind. Schon 2003 nannte Warren Buffett die Derivate \u201eMassenvernichtungswaffen\u201c, und jedesmal, wenn es um ein Rettungspaket ging, wurde mit diesen Massenvernichtungswaffen gedroht. Wenn z.B. Herr Dallara vom IIF, dem International Institute of Finance, der Lobby der 620 gr\u00f6\u00dften Banken, beim EU-Gipfel am Tisch sitzt, drohen sie immer: \u201eWenn ihr nicht tut, was wir euch sagen, f\u00e4llt das ganze Bankensystem auseinander\u201c. Und derselbe Herr Dallara sagte gerade in Davos beim laufenden Weltwirtschaftsforum: \u201eEin neuer gro\u00dfer Sturm steht bevor\u201d, und er gab der G20 schuld, weil die nicht genug getan h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Aber wenn man es sich einmal anschaut, was haben diese \u201esystemrelevanten\u201c Universalbanken erreicht? Der Libor-Skandal: die 40 gr\u00f6\u00dften Banken haben ihre Kunden \u00fcber mehrere Jahrzehnte um mehrere hundert Milliarden Dollar betrogen! Die Hongkong und Shanghai Banking Corp. (HSBC) wurde angeklagt, aber leider nicht bestraft, weil sie 85% des mexikanischen Drogengelds gewaschen hat. Das Drogengeld ist laut Antonio Maria Costa, dem fr\u00fcheren Exekutivdirektor bei der UN-Beh\u00f6rde gegen Drogen und Verbrechen, und Viktor Iwanow, seinem russischen Amtskollegen, der einzige Grund, warum das Finanzsystem noch nicht zusammengebrochen ist, und alle Banken aller Gr\u00f6\u00dfen sind daran beteiligt.<\/p>\n<p>Der Deutschen Bank wird Betrug beim Handel mit CO<sub>2<\/sub>-Emissionszertifikaten und Steuerhinterziehung vorgeworfen und im Dezember gab es zwei Razzien der B\u00fcros der Deutschen Bank, eine davon mit 500 bewaffneten Polizisten! Nicht gerade ein kleines Kontingent.<\/p>\n<p>Lanny Breuer, der Leiter der Kriminalabteilung des US-Justizministeriums, wurde k\u00fcrzlich in einer Fernsehsendung namens \u201eFrontline\u201c blo\u00dfgestellt. Man fragte ihn, warum keine einzige Wallstreet-Bank f\u00fcr ihre Verbrechen vor Gericht verfolgt wurde? Und Breuer antwortete, er k\u00f6nne nachts nicht schlafen, wenn er daran denke, was geschehen w\u00fcrde, wenn man eine Bank A verurteilt, denn es h\u00e4tte Folgen f\u00fcr alle anderen. Dann sagte Senator Ted Kaufman, das sei sehr beunruhigend, denn die Aufgabe eines Staatsanwalts sei es nicht, nachts wach zu liegen und sich Sorgen zu machen, sondern Verbrechen zu verfolgen.<\/p>\n<p>Richard Fisher hat gefordert, die Gro\u00dfbanken aufzuspalten, denn 0,2% der Banken in den USA verf\u00fcgten \u00fcber 69% der Verm\u00f6genswerte. Fisher merkte auch richtig an, da\u00df Dodd-Frank, wozu die ganze Volcker-Regel geh\u00f6rt, alles noch schlimmer gemacht hat.<\/p>\n<p>Wir brauchen also die komplette Glass-Steagall-Regulierung, wie bei Roosevelt. Fisher betonte auch: Wenn man versucht, ein v\u00f6llig undurchsichtiges System von Derivaten und kreativen Finanzinstrumenten mit einem noch komplizierteren Regelwerk zu regulieren, dann wird das nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Schauen Sie sich nur an, was sie zustandegebracht haben. Der Entwurf f\u00fcr \u201eBasel III\u201d, womit das Eigenkapital der Banken erh\u00f6ht werden sollte, hat 616 Seiten. Das Formular (spreadsheet) f\u00fcr den Quartalsbericht der Fed hat 2271 Spalten. Das Dodd-Frank-Gesetz von 2010 hat 848 Seiten und so viele Vorschriften, da\u00df 30.000 Seiten an juristischen Zus\u00e4tzen hinzukommen k\u00f6nnen, wenn es komplett festgeschrieben wird. Glauben Sie wirklich, damit k\u00f6nnte man jemand beeindrucken? Das ist immer die Taktik, damit niemand es wirklich versteht, und der einzige Weg, das zu l\u00f6sen, ist Glass-Steagall: Die Banken trennen und die Gesch\u00e4ftsbanken sch\u00fctzen, den Investmentbanken sagen, da\u00df sie ihr Problem allein ohne Steuergelder l\u00f6sen m\u00fcssen und wenn sie Insolvenz erkl\u00e4ren m\u00fcssen, dann ist das eben so.<\/p>\n<p>Dann braucht man nat\u00fcrlich gleich ein Kreditsystem. Wenn wir das nicht machen, bekommen wir in den n\u00e4chsten Tagen oder Wochen ein unkontrollierbares Chaos, eine hyperinflation\u00e4re Explosion und das geben die Leute jetzt auch schon zu. Z.B. hat Prof. Sinn vom ifo-Institut in M\u00fcnchen gerade in einem Artikel geschrieben, da\u00df das Bankensystem am Rande des Bankrotts steht; Gl\u00e4ubiger der Banken werden kein Geld zur\u00fcckbekommen, und z.B. allein die sechs am meisten betroffenen L\u00e4nder in Europa haben 9,4 Bio. Euro ausstehende Schulden, davon ein Drittel Staatsschulden.<\/p>\n<p>Wenn man das mit den existierenden Instrumenten vergleicht, dem sogenannten Europ\u00e4ischen Stabilit\u00e4tsmechanismus, mit $80 Mrd. Kapital und $620 Mrd. Garantien &#8211; wenn man diese Schulden bedienen will, kommt man sofort in die Hyperinflation! Es gibt jetzt also eine Debatte \u00fcber Bankentrennung, aber wir m\u00fcssen sicherstellen, da\u00df es das komplette Glass-Steagall wird.<\/p>\n<p>Es ist genauso, wie Richard Fisher im Nationalen Presseclub gesagt hat: Der Schutz f\u00fcr die Investmentbanken mu\u00df komplett abgezogen werden, aber wir m\u00fcssen auch die Hedgefonds loswerden, die Private Equity Funds, Schattenbanken usw.<\/p>\n<p>Glas-Steagall ist das hei\u00dfeste Thema, aber es ist nur der erste Schritt. Wir brauchen, unmittelbar damit verbunden, auch ein Kreditsystem in der Tradition von Alexander Hamiltons Nationalbanksystem. Wir brauchen Kreditlinien f\u00fcr Investitionen in gro\u00dfe Infrastrukturprojekte. Das Schiller-Institut hat in den letzten 40 Jahren, aber vor allem in den letzten 20 Jahren seit dem Fall der Mauer, etwas ausgearbeitet, was auf einen globalen Marshallplan hinausl\u00e4uft, ein globales Wiederaufbauprogramm.<\/p>\n<p>Dies hier ist ein Bericht, den wir 1990 ver\u00f6ffentlicht haben, gleich nachdem die Berliner Mauer gefallen war und es den Eisernen Vorhang nicht mehr gab. Das war die Idee, die Industrie- und Bev\u00f6lkerungszentren Europas und Asiens durch sog. \u201eEntwicklungskorridore\u201c zu integrieren.<\/p>\n<p>Das war damals nur eine Idee. Wir hatten etwa 100 Konferenzen, Vortr\u00e4ge und Seminare \u00fcberall auf der Welt. Und schlie\u00dflich entwickelte sich das weiter zur Weltlandbr\u00fccke, d.h. der Idee, die ganze Welt mit Infrastruktur zu verbinden, vom S\u00fcden Chiles durch Mittelamerika und Nordamerika \u00fcber die Beringstra\u00dfe zur Eurasischen Landbr\u00fccke und \u00fcber mehrere Br\u00fccken und Tunnel bis hinein nach ganz Afrika (<i>Abb. 1<\/i>).<\/p>\n<p>Die Verbindung zwischen Nordamerika und Eurasien \u00fcber die Beringstra\u00dfe ist ein Projekt, das offensichtlich bereits auf dem Weg ist. Die russische Regierung ist dazu entschlossen, und das Projekt hat bereits gro\u00dfes Interesse von China, Japan und von Korea gefunden, weil es den Weg zur Entwicklung der Arktis \u00f6ffnet.<\/p>\n<p>Ein zentraler Aspekt dabei ist offensichtlich NAWAPA [die Nordamerikanische Wasser- und Stromallianz]. NAWAPA w\u00fcrde sofort sechs Millionen Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Es ist das gr\u00f6\u00dfte Wasserregulierungsprojekt, das je in der Geschichte der Menschheit erdacht wurde. Es steht ganz in der Tradition von Franklin D. Roosevelts TVA [Tennesseetal-Beh\u00f6rde]. Und es soll durch die Panamerikanische Autobahn und die Schlie\u00dfung der \u201eDarien-L\u00fccke\u201c, die derzeit als \u201eBiotop\u201c des World Wildlife Fund kaum \u00fcberwindbar ist, auch mit Lateinamerika verbunden werden.<\/p>\n<p>Dies hier ist der Beringstra\u00dfen-Tunnel. Es geht um die Erschlie\u00dfung der Arktis: Wenn wir die Arktis f\u00fcr die Exploration und sogar f\u00fcr die Besiedelung durch Menschen erschlie\u00dfen, ist dies f\u00fcr die kommenden 100 Jahre eines der Gebiete mit den gr\u00f6\u00dften Rohstoffvorkommen der Zivilisation und ein absolut entscheidendes Projekt.<\/p>\n<p>Viele Projekte der Eurasischen Landbr\u00fccke befinden sich jetzt in verschiedenen Phasen der Verwirklichung. Es gibt eine umfangreiche Zusammenarbeit zwischen Chinesen, Russen und Koreanern &#8211; in Indien sind jetzt viele der Projekte, die wir in Anfang der 90er Jahre vorgeschlagen haben, in verschiedenen Bauphasen.<\/p>\n<p>In letzter Zeit haben wir die Weltlandbr\u00fccke noch durch eine Erweiterung nach S\u00fcdeuropa erg\u00e4nzt, denn der einzige Weg, wie sich Italien, Griechenland, Spanien und Portugal je aus der gegenw\u00e4rtigen Krise erholen k\u00f6nnen, ist es, gro\u00dfe Infrastrukturkorridore zu schaffen, die schon in den fr\u00fchen 90er Jahren entworfen wurden und in verschiedenen \u00c4mtern in den Schubladen lagen, aber aufgrund der Troika-Politik blockiert sind. Zu diesem Programm soll die Entwicklung des gesamten Mittelmeerraums geh\u00f6ren; es schlie\u00dft einen Tunnel unter der Stra\u00dfe von Gibraltar und einen Tunnel von Sizilien nach Tunesien, nach Nordafrika ein.<\/p>\n<p>Und es soll verbunden sein mit gro\u00dfen Infrastrukturprojekten in Afrika. Dies hier ist das Transaqua-Projekt &#8211; das ist das \u00c4quivalent zu NAWAPA f\u00fcr Afrika. Dies hier ist ein weiterer Aspekt, wo Wasser aus dem Kongo durch neun L\u00e4nder bis ins Mittelmeer geleitet werden soll. Ein 40 m breiter Kanal wird helfen, Gebiete zu bew\u00e4ssern, die jetzt v\u00f6llige W\u00fcste sind &#8211; eine zweite Landwirtschaftsregion neben dem Niltal (<i>Abb.2<\/i>).<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Problem ist, da\u00df sich die W\u00fcsten der Welt in den letzten 10.000 Jahren stark ausgeweitet haben. Wenn man beispielsweise den sogenannten Nahen Osten betrachtet &#8211; da ist nur W\u00fcste. Wenn man es sich von der Atlantikk\u00fcste Nordafrikas durch den Nahen Osten bis China betrachtet, sieht man einen gewaltigen W\u00fcsteng\u00fcrtel. Das mu\u00df absolut r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht werden!<\/p>\n<p>Diese Entw\u00fcstung kann auf drei Wegen geschehen: Einer ist, Fl\u00fcsse umzuleiten. Dies hier sind der Ob und der Irtysch, die normalerweise in Sibirien in die Arktis flie\u00dfen und die umgeleitet werden sollten, um den Aralsee wieder aufzuf\u00fcllen, der auf 10% seiner fr\u00fcheren Gr\u00f6\u00dfe geschrumpft ist. Hier sehen Sie den schrumpfenden Aralsee, der schon bald ganz verschwinden wird, deshalb ist die Umleitung dieser Fl\u00fcsse absolut notwendig, um den Schaden wieder gutzumachen, den die Monokulturen aus der Zeit der Sowjetunion angerichtet haben. (<i>Abb. 3<\/i>)<\/p>\n<p>Dann gibt es das sog. GAP-Projekt in Anatolien, das insgesamt 22 Staud\u00e4mme umfa\u00dft, in einer Region, die jetzt v\u00f6llig von allen m\u00f6glichen ethnischen K\u00e4mpfen, zwischen T\u00fcrken und Kurden u.a., gepr\u00e4gt ist. Dies hier ist der Atat\u00fcrk-Damm. Dies ist die Region des S\u00fcdost-Anatolien-Projektes. Wenn das fertiggestellt w\u00fcrde, entst\u00fcnde eine ganz neue Region landwirtschaftlicher und sonstiger Aktivit\u00e4ten.<\/p>\n<p>Dies hier ist die Begr\u00fcnung des Irak &#8211; ein absolut notwendiges Projekt f\u00fcr diese Region.<\/p>\n<p>Dies hier ist die W\u00fcste der Arabischen Halbinsel, die durch verschiedene Begr\u00fcnungsprojekte eingekreist werden mu\u00df. Daf\u00fcr k\u00f6nnen wir in der ersten Phase Wasser aus Grundwasserschichten nutzen. Aber am Ende werden wir auch gro\u00dfe Anlagen zur Meerwasserentsalzung brauchen, was nur mit der friedlichen Nutzung der Kernenergie erreicht werden kann. Daf\u00fcr brauchen wir inh\u00e4rent sichere Hochtemperaturreaktoren der Vierten Generation.<\/p>\n<p>Das ist der Anfang der Begr\u00fcnung der W\u00fcsten durch die Nutzung dieser drei Wasservorkommen. Dies wird schlie\u00dflich zu neuer Vegetation, neuen Niederschlagsmustern, einem neuen lokalen Klima f\u00fchren, und am Ende wird die Region eher so aussehen wie hier: mit \u00fcppigen G\u00e4rten und W\u00e4ldern, mit Gem\u00fcsepflanzungen usw.<\/p>\n<p>Wir brauchen offensichtlich diese Vision, wie man die ganze Welt v\u00f6llig verwandeln kann. Nun behaupten ja die \u201eToo-big-to-fail\u201c-Banker, f\u00fcr so etwas br\u00e4uchte man Universalbanken, private Investitionen. Freihandel, Privatisierungen, Deregulierung usw. Und diese Banker behaupten, die gr\u00f6\u00dfte Gefahr sei die, da\u00df L\u00e4nder wieder auf Protektionismus und Verteidigung ihrer nationalen Interessen setzen.<\/p>\n<p>Aber das ist eine gewaltige L\u00fcge! Das ist die Argumentation der imperialen und kolonialen Systeme, denn diese Imperien, wie die Venezianer oder die Briten, beherrschten fr\u00fcher die Meere und folgten dem Prinzip \u201ebillig kaufen und teuer verkaufen\u201c. Das \u00c4quivalent dazu sind heute die billigen Arbeitskr\u00e4fte, mit Kinderarbeit usw., wo Waren produziert werden, die man in den Ein-Dollar- oder Euro-L\u00e4den in Amerika oder in Europa kaufen kann.<\/p>\n<p>Das bringt uns zur\u00fcck zu der Frage, was die eigentliche Quelle des Reichtums einer Gesellschaft ist. Das sind nicht die Rohstoffe, und es ist auch nicht die Macht \u00fcber Handel und Geld. Es ist allein das kreative Potential der einheimischen Bev\u00f6lkerung und die Steigerung der Energieflu\u00dfdichte durch Ausbildung in Wissenschaft, Technik und Kultur. Je entwickelter die Bev\u00f6lkerung ist, desto gr\u00f6\u00dfer ist der Reichtum der Nation.<\/p>\n<p>Dar\u00fcber hinaus braucht man die souver\u00e4ne Kontrolle \u00fcber die Kreditsch\u00f6pfung in der Tradition Alexander Hamiltons und der Ersten Nationalbank der Vereinigten Staaten, wo die Staaten das Recht haben, im Interesse des Gemeinwohls Kredit f\u00fcr wohldefinierte Projekte der Realwirtschaft zu sch\u00f6pfen. Das beschrieb Friedrich List, der geistige Vater des Nationalen Systems der politischen \u00d6konomie und des Zollvereins, als den Unterschied zwischen dem Amerikanischen System und dem Britischen System.<\/p>\n<p>Diese Wirtschaftstheorie [des Amerikanischen Systems] bildete die Grundlage f\u00fcr die Industrialisierung in Deutschland, Amerika, Ru\u00dfland, Japan. Sie wurde mit den Ideen von Henry Carey, dem Wirtschaftsberater Lincolns, fortgesetzt, und dank Careys Ideen wurde Deutschland innerhalb weniger Jahre eine f\u00fchrende Industrienation. Otto von Bismarck, der Kanzler, der Deutschland einigte, war anfangs ein entschiedener Anh\u00e4nger des Freihandels. Aber Wilhelm von Kardorff, der Mitglied des Reichstags war und den Centralverband Deutscher Industrieller gr\u00fcndete, um die nationale Arbeitskraft zu entwickeln und zu sch\u00fctzen, riet und gewann Bismarck zu einer Abkehr vom Freihandel und als Unterst\u00fctzer des Protektionismus. Kardorff schrieb ein Buch mit dem Titel\u00a0<i>Gegen den Strom<\/i>, in dem er die L\u00fcgen der Freih\u00e4ndler und die Prinzipien einer produktiven Volkswirtschaft beschreibt. Und ich kann allen nur raten: Dieses Buch ist eine absolute Pflichtlekt\u00fcre f\u00fcr jeden, der diese Dinge heute studieren will. Es wird in allen offiziellen Biographien Bismarcks \u00fcbergangen, was wirklich erstaunlich ist.<\/p>\n<p>Diese Theorie besagt, da\u00df man in die Bereiche investieren mu\u00df, in die man auch dann investieren w\u00fcrde, wenn es der Volkswirtschaft gut geht, und da\u00df Geldsch\u00f6pfung daf\u00fcr nicht inflation\u00e4r ist. Tats\u00e4chlich kann man zeigen, da\u00df jedesmal, wenn dies befolgt wurde, die Steuereinnahmen mehr einbrachten als der urspr\u00fcngliche Kredit kostete, allein schon wegen der direkten und indirekten Auswirkungen auf die Wirtschaft.<\/p>\n<p>Das Entwicklungsprogramm f\u00fcr den Nahen Osten, das sie im Internet (<i>www.bueso.de\/wirtschaftswunder<\/i>) genauer studieren k\u00f6nnen, kann nat\u00fcrlich nur realisiert werden, wenn die vier gro\u00dfen M\u00e4chte bzw. benachbarten M\u00e4chte sich darauf einigen, Frieden in der Region zu schaffen. Ru\u00dfland, China, Indien und der Iran &#8211; und hoffentlich auch die Vereinigten Staaten, Deutschland, Frankreich, Italien, Japan und andere &#8211; m\u00fcssen sich auf eine Perspektive des Friedens durch Entwicklung einigen und auf eine Vision, die f\u00fcr diese Region ein Anreiz ist, sich auf einer h\u00f6heren Ebene der Vernunft zu einigen, zum Nutzen aller Parteien und als Zukunftsvision f\u00fcr die Jugend.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen ein Bild zeichnen, wie die Welt in 50 Jahren ausschauen soll. Soll der Nahe Osten &#8211; und wenn ich Naher Osten sage, meine ich damit die gesamte Region von Zentralasien, Afghanistan und Pakistan bis zu den Golfstaaten und zum Mittelmeer -, soll diese Region in 50 Jahren oder vielleicht sogar schon fr\u00fcher eine Infrastruktur haben, die so dicht ist wie die im heutigen Europa? Wenn Sie z.B. jemals am Rhein entlang gereist sind, da sehen Sie Frachtschiffe, deren Fracht auf computerisierten Umschlagspl\u00e4tzen auf die Eisenbahn verladen und ohne Unterbrechung in die Produktionszentren weitergeleitet wird. Genau so etwas brauchen wir auch im Nahen Osten: Wir brauchen eine Vision wundersch\u00f6ner St\u00e4dte an Orten, an denen heute nur W\u00fcste ist. Und diese wundersch\u00f6nen St\u00e4dte sollten die Architektur der antiken Seidenstra\u00dfe oder des Abbassiden-Kalifats haben und nicht so aussehen wie Houston\/Texas.<\/p>\n<p>Wir brauchen die Vorstellung \u00fcppiger W\u00e4lder, von Gem\u00fcseg\u00e4rten, gr\u00fcnen Landschaften, wo heute W\u00fcsten und Sandst\u00fcrme dominieren.<\/p>\n<p>Wir brauchen eine Renaissance der Periode, in der Bagdad die f\u00fchrende Hauptstadt der Welt war, als Harun Al-Raschid und Al-Mansur jede Entdeckung, die ihnen aus den Mittelmeerl\u00e4ndern gebracht wurde, in Gold aufwogen, und als Gelehrte wie Al-Kindi, Al-Farabi und Ibn Sina das Erbe der platonischen Tradition in diesem Teil der Welt fortf\u00fchrten.<\/p>\n<p>Nun, und dazu werden wir gleich noch mehr vom n\u00e4chsten Redner [dem V\u00f6lkerrechtler Bruce Fein, d.Red.] h\u00f6ren: ist es realistisch, so zu denken, angesichts der gegenw\u00e4rtigen Lage, wo der Nahe Osten ein Pulverfa\u00df ist, von dem der Dritte Weltkrieg ausgehen kann?<\/p>\n<p>Wenn man sich die Spur der Zerst\u00f6rung durch die Regimewechselpolitik der britischen und der US-Regierung anschaut, die im Grunde mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion begann &#8211; wenn man den Irak anschaut, Afghanistan, Pakistan, Syrien, Libyen, den Gazastreifen: man sieht Zerst\u00f6rung, ausgebombte H\u00e4user; jetzt gibt es einen Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten, aus dem sehr leicht ein Hundertj\u00e4hriger Krieg werden k\u00f6nnte. Wenn man den israelisch-pal\u00e4stinensischen Konflikt anschaut &#8211; ist das eine realistische Perspektive? Hat Henry Kissinger recht, wenn er sagt, das Prinzip des Westf\u00e4lischen Friedens gelte nicht in dieser Region?<\/p>\n<p>Nun, ich sage ganz entschieden: Nein! Ich denke, da\u00df der Westf\u00e4lische Frieden der\u00a0<i>einzige<\/i>\u00a0Weg ist, wie es zu einem Frieden in der Region kommen kann.<\/p>\n<p>Wie kam der Westf\u00e4lische Frieden zustande? Er war der Abschlu\u00df von 150 Jahren Religionskriegen, deren H\u00f6hepunkt der Drei\u00dfigj\u00e4hrige Krieg war, der gro\u00dfe Teile Europas &#8211; 80% &#8211; v\u00f6llig zerst\u00f6rte, so da\u00df die Menschen sich schlie\u00dflich an einen Tisch setzten und erkannten, da\u00df am Ende alle Verlierer w\u00e4ren, wenn sie dem nicht ein Ende setzten.<\/p>\n<p>Mit dem Westf\u00e4lischen Frieden wurden mehrere, sehr wichtige Prinzipien entwickelt. Das erste Prinzip war: La\u00dft uns um des Friedens willen auf jede Rache verzichten, la\u00dft uns alle Verbrechen vergessen, die von der einen oder anderen Partei begangen wurden, lassen wir das hinter uns. Prinzip Nummer zwei war: La\u00dft uns um des Friedens willen die N\u00e4chstenliebe zur Grundlage der Au\u00dfenpolitik machen, machen wir das Interesse des anderen zu unserem eigenen. Und drittens wurde der Kameralismus entwickelt, d.h. die Rolle des Staates beim Wiederaufbau nach dem Krieg.<\/p>\n<p>Nun, ist das realistisch? Wenn die Menschen beim Westf\u00e4lischen Frieden erkennen konnten, da\u00df sie nicht \u00fcberleben w\u00fcrden, wenn sie weiterk\u00e4mpfen &#8211; ist das nicht Anreiz genug angesichts der Tatsache, da\u00df (wie jeder wei\u00df, der die Region kennt) ein Schlag gegen den Iran mit einer thermonuklearen Zerst\u00f6rung der Zivilisation enden w\u00fcrde?<\/p>\n<p>Wenn man beispielsweise die lange Geschichte der erbitterten Feindschaft zwischen Deutschland und Frankreich betrachtet:<\/p>\n<p>Fr\u00fcher waren sie Erzfeinde, und der Krieg von 1870\/71 und die territorialen Dispute waren ein Stachel im Fleisch der Menschen. Im Ersten Weltkrieg gab es vier Jahre lange K\u00e4mpfe zwischen deutschen und franz\u00f6sischen Truppen &#8211; vier Jahre lang sinnloses K\u00e4mpfen und Sterben in den Sch\u00fctzengr\u00e4ben, manchmal blo\u00df ein paar Meter vor und ein paar Meter zur\u00fcck; vier Jahre, in denen eine ganze Generation v\u00f6llig zerst\u00f6rt und entwurzelt wurde. 1923 besetzten die Franzosen das Rheinland, weil Deutschland die im Versailler Vertrag verlangten Summen nicht bezahlen konnte, und l\u00f6sten so die Hyperinflation von 1923 aus. Das steigerte noch den Ha\u00df auf Frankreich, zus\u00e4tzlich zu der Erniedrigung durch den Versailler Vertrag wurde die Bev\u00f6lkerung nun v\u00f6llig enteignet. Dann nat\u00fcrlich der Zweite Weltkrieg, wieder erbitterte K\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Aber Adenauer und de Gaulle machten daraus die Grundlage einer neuen deutsch-franz\u00f6sischen Freundschaft, und wir hatten gerade den 50. Jahrestag des Elys\u00e9e-Vertrages. Die Menschen lernten die Sprache der anderen und es gab einen Austausch der Jugend. Und auch wenn das bei weitem noch nicht das ist, was wir daraus machen w\u00fcrden, wenn wir die Regierung w\u00e4ren, ist das doch ein Beispiel, wie man solche Konflikte \u00fcberwinden kann.<\/p>\n<p>Wie haben sie das geschafft? Adenauer und de Gaulle gingen zur\u00fcck zu den Wurzeln der beiden L\u00e4nder, zu Karl dem Gro\u00dfen, und sie entwickelten die gemeinsame Vision eines Europas der Vaterl\u00e4nder.<\/p>\n<p>Darauf kann man nicht kommen, wenn man dem Denken aristotelischer Widerspr\u00fcche verhaftet bleibt, wenn man eine lange Liste der ethnischen und religi\u00f6sen Kriege zusammenstellt, sondern man braucht ein ganz anderes Denken, n\u00e4mlich ein Denken nach der Methode der\u00a0<i>coincidentia oppositorum<\/i>, des Zusammenfallens der Gegens\u00e4tze &#8211; die Methode, die von Nikolaus von Kues entwickelt wurde, wonach das Eine eine h\u00f6here Priorit\u00e4t und eine h\u00f6here Macht hat als das Viele.<\/p>\n<p>Man braucht ein Denken, wie es Nikolaus von Kues in seinem ber\u00fchmten Dialog\u00a0<i>De Pace Fidei<\/i>\u00a0\u00fcber den Frieden der Religionen entwickelt hat, den er nach dem Fall von Konstantinopel 1453 schrieb, dem damaligen Kampf der Kulturen, bei dem viele Menschen get\u00f6tet wurden. Er schreibt dort, die 17 Nationen und Religionen gingen zu Gott und sagten zu Gott: \u201eWir alle beanspruchen f\u00fcr uns den alleinigen Besitz der Wahrheit, aber wir alle t\u00f6ten einander in Deinem Namen, aber das kann nicht Deine Absicht sein.\u201c Und Gott antwortete: \u201eNun, ihr alle seid Philosophen in eurer Religion, und deshalb k\u00f6nnt ihr erkennen, da\u00df es nur eine Wahrheit gibt.\u201c Und sie sagten: \u201eJa, das k\u00f6nnen wir verstehen. Aber wir m\u00fcssen uns immer noch so oft gegenseitig t\u00f6ten. Kannst du uns nicht weiterhelfen?\u201c<\/p>\n<p>Und dann sagte Gott: \u201eIhr macht den Fehler, da\u00df ihr die\u00a0<i>eine<\/i>\u00a0Wahrheit mit den vielen Traditionen verwechselt.\u201c Und die Vertreter der V\u00f6lker und Religionen sagten: \u201eAber was sollen wir tun? Was sollen wir den Menschen bei uns sagen?\u201c Und Gott sprach: \u201eGeht zur\u00fcck zu euren V\u00f6lkern und sagt ihnen, da\u00df es nur eine Wahrheit gibt und da\u00df es nur einen Gott gibt und da\u00df es nur eine Religion gibt, die \u00fcber allen Religionen und Propheten steht.\u201c<\/p>\n<p>Und da mu\u00df offensichtlich die L\u00f6sung liegen.<\/p>\n<p>Die Wahrheit, von der Nikolaus redet, ist keine statische Ansammlung von Fakten, die man durch Sinneseindr\u00fccke erlernen kann, sondern ein st\u00e4ndiger Sch\u00f6pfungsproze\u00df, an dem der Mensch teilhat, wenn er seinem kreativen Potential folgt und immer mehr Prinzipien des physischen Universums, der Naturwissenschaft und der klassischen Kunst entdeckt. Und dabei ist es nicht so, da\u00df jede Generation stets von vorn anfangen mu\u00df, aber die moralische Verpflichtung f\u00fcr jeden einzelnen Menschen, dies zu tun, bleibt stets gleich und neu. Ich bin aber \u00fcberzeugt, da\u00df Wladimir Wernadskij absolut recht hatte, als er sagte, die Noosph\u00e4re werde schrittweise eine immer gr\u00f6\u00dfere Rolle gegen\u00fcber der Biosph\u00e4re spielen.<\/p>\n<p>So ist die Identit\u00e4t der Menschen eine andere als die aller \u00fcbrigen Lebewesen. Er ist kein Gesch\u00f6pf der Sinneseindr\u00fccke, sondern seine Identit\u00e4t ist es, Prinzipien zu entdecken. Sie ist das, was Friedrich Schiller im vierten seiner \u201e\u00c4sthetischen Briefe\u201c schrieb: \u201eJeder individuelle Mensch, kann man sagen, tr\u00e4gt, der Anlage und Bestimmung nach, einen reinen, idealischen Menschen in sich, mit dessen unver\u00e4nderlicher Einheit in allen seinen Abwechselungen \u00fcbereinzustimmen, die gro\u00dfe Aufgabe seines Daseins ist.\u201c<\/p>\n<p>Und wie kommt man zu dieser \u00dcbereinstimmung mit seiner eigenen idealen Pers\u00f6nlichkeit? Wie macht man diese innere Wahrheit, die mit der gro\u00dfen Aufgabe unserer Existenz \u00fcbereinstimmt, zum leitenden Prinzip unseres Handelns, im Gegensatz zu der sinnlichen Befriedigung der Lust im Hier und Jetzt, von der die meisten Menschen beherrscht sind? Durch die \u00e4sthetische Erziehung des Menschen, durch die klassische Komposition in der Musik, durch das klassische Drama, Poesie und \u00e4hnliche Formen der Kunst.<\/p>\n<p>Warum ist dies das Mittel zu dieser Transformation?<\/p>\n<p>Nun, in der klassischen Musik oder mit einem Gedicht f\u00e4ngt man an mit einer musikalischen oder poetischen Idee. Diese Idee wird entwickelt, etwa bei einem polyphonen und kontrapunktischen Werk Johann Sebastian Bachs, in der Musik spricht man oft von der \u201eDurchf\u00fchrung\u201c. Und dann kommt man auf eine h\u00f6here Ebene der Wahrheit.<\/p>\n<p>Im klassischen Drama geht man aus von dem \u201epr\u00e4gnanten Moment\u201c, der wie ein Saatkorn alles, was sich sp\u00e4ter entfaltet, als Potential in sich enth\u00e4lt, so, wie ein kleines Saatkorn das gesamte Potential einer ausgewachsenen Eiche in sich tr\u00e4gt. Dann kommt man durch die Entwicklung zum\u00a0<i>punctum saliens<\/i>, dem Augenblick der Entscheidung mit dem h\u00f6chsten Grad der Freiheit. Und abh\u00e4ngig vom Motiv der handelnden Figuren in dem Drama entscheidet sich dann, ob es zu einer positiven L\u00f6sung des Konfliktes kommt oder ob er als Trag\u00f6die endet. Wenn das Drama eine klassische Form hat, folgt der innere Verlauf der Handlung dem gleichen Prinzip wie eine polyphone, kontrapunktische Fuge.<\/p>\n<p>Das gleiche gilt auch f\u00fcr ein klassisches Gedicht: Man geht von einer poetischen Idee in Form einer Metapher aus &#8211; einem Paradox oder einer Ironie &#8211; und gelangt durch einen Proze\u00df der Verdichtung zu einer h\u00f6heren Bedeutung, die man nicht in einfacher Prosa ausdr\u00fccken k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn wir die heutige Welt betrachten, m\u00fcssen wir uns die gleiche Frage stellen, die schon Schiller stellte: Wie kommt es, da\u00df wir immer noch Barbaren sind? Und wir m\u00fcssen zu dem gleichen Schlu\u00df kommen wie er &#8211; jedenfalls tue ich das -, da\u00df die Erziehung des Empfindungsverm\u00f6gens, der Empathie, des sensitiven Mitgef\u00fchls, der emotionalen Resonanz mit dem Zustand der Menschheit, die Antwort sein mu\u00df. Man mu\u00df nicht nur die Vorstellungskraft ausbilden und eine Vision entwickeln, wie die Zukunft aussehen soll, sondern man mu\u00df auch f\u00e4hig sein, Mitleid und Liebe f\u00fcr die Menschheit zu empfinden.<\/p>\n<p>Dabei ist der Mensch nicht nur der Mensch auf dem Planeten Erde. Unser Planet ist Teil eines expandierenden, sich entwickelnden Universums, und es wirken kosmische Prozesse auf uns, die wir meistern m\u00fcssen. Im kommenden Monat wird ein Asteroid in relativ geringer Entfernung an unserer Erde vorbeifliegen, und das sollten wir als Warnung verstehen, da\u00df die Menschheit derzeit noch nicht in der Lage ist, solche gro\u00dfen Objekte abzulenken oder sich davor zu sch\u00fctzen, damit sie die Erde nicht treffen. Das letzte gro\u00dfe Ereignis dieser Art war 1908 in Sibirien, an der Tunguska, wo ein relativ kleines Objekt von 30-50 m Durchmessern einschlug. Aber das Gebiet, das davon betroffen war, war so gro\u00df wie der ganze Gro\u00dfraum New York.<\/p>\n<p>Der schwerste solche Einschlag war vor 65 Millionen Jahren, mit etwa 10 km Durchmesser, er schlug einen Krater von 180 km Durchmesser auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko und f\u00fchrte aller Wahrscheinlichkeit nach zu der Gro\u00dfen Extinktion mit dem Aussterben der Dinosaurier. Dabei wurde eine Energie von 100 Mio. Megatonnen freigesetzt, was etwa 20.000 Mal so gro\u00df ist wie die gesch\u00e4tzte Zerst\u00f6rungskraft aller Kernwaffenarsenale auf der Welt, und das f\u00fchrte zu einer l\u00e4ngeren Periode, die einem nuklearen Winter entsprach; jahrelang war die Sonne verdeckt.<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich kommt es nur sehr selten zu solch gro\u00dfen Ereignissen, aber auch kleinere Objekte k\u00f6nnen die Erde sehr leicht treffen und zu einem Massenaussterben von Arten f\u00fchren.<\/p>\n<p>Wenn man sich nun alle diese Bedrohungen ansieht, und auch andere, wie beispielsweise extremes Wetter, wie man es erst k\u00fcrzlich hier in New York erlebt hat, oder Vulkanausbr\u00fcche, Tsunamis, Erdbeben, aber auch die Drogenplage mit dem geistigen Mord an hunderttausenden, wenn nicht Millionen Menschen: Meinen Sie da nicht auch, da\u00df wir eine Bewegung f\u00fcr die gemeinsamen Ziele der Menschheit haben sollten, die sich bem\u00fcht, alle diese Gefahren mit Hilfe unseres kreativen Potentials abzuwehren?<\/p>\n<p>Dazu ist offensichtlich ein gewaltiger Sprung in unserem Wissen \u00fcber die kosmischen Wirkungen auf unserem Planeten notwendig. Wir brauchen h\u00f6here Energieflu\u00dfdichten und darauf beruhende Techniken, und wir m\u00fcssen bewu\u00dft in eine neue \u00c4ra der Menschheit eintreten, die von dem bestimmt sein mu\u00df, was Krafft Ehricke den \u201eextraterrestrischen Imperativ\u201c f\u00fcr die n\u00e4chste Phase der bewu\u00dften Evolution der Menschheit nannte. Sie mu\u00df von der Macht der Vernunft und der Weisheit des moralischen Gesetzes in uns geleitet sein, wie es Krafft Ehricke formulierte.<\/p>\n<p>Das bedeutet, da\u00df wir als ersten Schritt den erdnahen Raum verstehen und kolonisieren m\u00fcssen, und das ist nicht blo\u00df eine Option, das ist der notwendige n\u00e4chste Schritt. Aber er mu\u00df verbunden sein mit der \u00e4sthetischen Erziehung des Menschen, denn wenn wir nicht menschlicher werden, wenn wir nicht das werden, was der W\u00fcrde des Menschen entspricht, wird all das nicht funktionieren. Krafft Ehricke, der in seinen letzten Lebensjahren ein enger Freund von uns war, sagte, es sei absolut entscheidend, da\u00df Schillers Ideen, die \u00e4sthetische Erziehung, um die Menschen in wirkliche, liebende menschliche Wesen zu verwandeln, welche Agape (N\u00e4chstenliebe) f\u00fcr die \u00fcbrige Menschheit empfinden, mit dieser technischen Entwicklung einhergehen mu\u00df.<\/p>\n<p>Als eine der letzten ISS-Crews von ihrer Mission zur\u00fcckkehrte, veranstaltete sie eine Pressekonferenz und sagte, die Dinosaurier h\u00e4tten den Fehler gemacht, ihre DNA nicht auf andere Planeten zu bringen. Wir m\u00fcssen die Menschheit als die einzige potentiell unsterbliche Gattung betrachten. Wir m\u00fcssen vorausdenken, denn die Sonne wird in ihren letzten drei Milliarden Jahren &#8211; nicht morgen, aber es kommt &#8211; die Erde unbewohnbar machen.<\/p>\n<p>Die meisten Geophysiker werden das abtun, wenn man sie darauf anspricht, und sagen: \u201eAch, der Mensch ist erst eine Minute vor zw\u00f6lf aufgetreten, und eine Minute nach zw\u00f6lf wird er schon wieder verschwinden.\u201c Ich meine, das ist nicht akzeptabel. Denn wenn man das in der Perspektive betrachtet: Es gibt den Menschen erst seit kurzen sieben Millionen Jahren; eine schriftlich \u00fcberlieferte Geschichte haben wir erst seit etwa 3500 Jahren &#8211; das sind blo\u00df 200 Generationen, also nicht sehr viel. Aber wenn man einem Steinzeitmenschen etwas \u00fcber das Internet erz\u00e4hlt h\u00e4tte, \u00fcber Viren, Kernfusion oder die Aktivit\u00e4ten von\u00a0<i>Curiosity<\/i>\u00a0auf dem Mars &#8211; was h\u00e4tte dieser Steinzeitmensch dazu gesagt?<\/p>\n<p>Und wie wird die Menschheit in tausend Jahren dastehen? Ich bin sehr optimistisch, da\u00df die Menschen, wenn es uns dann noch gibt, einen Jamie Dimon lange vergessen haben, aber an Krafft Ehricke immer noch denken werden.<\/p>\n<p><\/div><div class=\"tab-content\" style=\"display:none;\"><\/p>\n<p>Helga Zepp-LaRouche, President and Founding Member of the Schiller Institute, is known in Asia as the &#8222;Silk Road Lady&#8220; for her efforts to make the Eurasian Land-Bridge a reality, is an expert in many fields of European history, as well as a scholar of Friedrich Schiller&#8217;s poetical and philosophical writings and Cardinal Nicholas of Cusa&#8217;s ground-breaking work toward bringing the modern nation-state and modern physical science into being.<\/p>\n<p><a title=\"Send An Email\" href=\"mailto:info@newparadigm.schillerinstitute.com?subject=To Helga Zepp-LaRouche\" target=\"_blank\">Contact Helga Zepp-LaRouche<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":2040,"menu_order":116,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[87,88],"class_list":["post-2177","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-ny20130126","portfolio_category-vormittag-ny20130126"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/2177","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/2177\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2040"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2177"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=2177"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}