{"id":21763,"date":"2014-10-20T12:00:53","date_gmt":"2014-10-20T10:00:53","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/fighting-diseases-and-pandemics-through-a-policy-of-global-development-2\/"},"modified":"2014-11-17T16:03:19","modified_gmt":"2014-11-17T15:03:19","slug":"fighting-diseases-and-pandemics-through-a-policy-of-global-development","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/fighting-diseases-and-pandemics-through-a-policy-of-global-development\/","title":{"rendered":"Dr. Wolfgang Lillge: Seuchen und Pandemien mit einer globalen Entwicklungspolitik bek\u00e4mpfen"},"content":{"rendered":"<h2>Dr. Wolfgang Lillge<\/h2>\n<p><em>Editor-in-chief of the Fusion Magazine,\u00a0Berlin, Germany<\/em><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>Wenn wir davon sprechen, \u201eSeuchen und Pandemien mit einer globalen Entwicklungspolitik bek\u00e4mpfen\u201c, bezieht sich dies nat\u00fcrlich unmittelbar auf die Ebola-Epidemie, die derzeit in Westafrika w\u00fctet und sich massiv in andere afrikanische L\u00e4nder auszubreiten droht, aber auch ein hohes Potential besitzt, nach S\u00fcd- und Nordamerika und Europa \u00fcberzugreifen.<\/p>\n<div class=\"two-third\">\n<p>Aber es geht nicht blo\u00df um Ebola; es gibt eine Vielzahl andere alte und neue Krankheiten, die derzeit au\u00dfer Kontrolle geraten und das nicht nur im Entwicklungssektor. Das Ebola-Virus und das eng verwandte Marburg-Virus sind jedoch wahrscheinlich die gef\u00e4hrlichsten Killer, die wir derzeit kennen. Ebola ist ein hochansteckendes Virus, das bis zu 90% der Menschen t\u00f6tet, die von ihm befallen sind, was in den betroffenen Gegenden Angst und Schrecken ausl\u00f6st. Ebola erschien erstmals 1976 in gleichzeitigen Ausbr\u00fcchen im Sudan und der Demokratischen Republik Kongo. Letzterer Ausbruch ereignete sich in einem Dorf in der N\u00e4he des Ebola-Flusses, woher die Krankheit ihren Namen hat. Seitdem kam es zu mehreren kleineren Ebola-Ausbr\u00fcchen in entlegenen Gegenden, die alle einged\u00e4mmt werden konnten.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-third last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"shortcode-image alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/wolfgang_lillge_graphics_0.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/240x180_01.png\" alt=\"slide 1\" style=\"\" class=\"alignnone\"><\/a><\/div><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Die Lage in der Ebola-Regionen Westafrikas kann man nur als katastrophal beschreiben. Es sind die Bilder der Schwarzen Pest des 14. Jahrhunderts, die einem dabei in den Sinn kommen, wie sie von Organisationen wie den \u00c4rzten ohne Grenzen und anderen beschrieben werden. Die blo\u00dfen Zahlen von offiziell 4033 Toten und 8400 Infizierten (Stand 10. Oktober) k\u00f6nnen die dramatische Lage nicht erfassen. Aufgrund fehlender Gesundheits- und Sozialinfrastruktur sind keinerlei verl\u00e4\u00dfliche Angaben verf\u00fcgbar. In mehreren Berichten sollen die Fallzahlen um das 3-10fache h\u00f6her liegen. In einer anderen Berechnung hei\u00dft es, es werde \u00fcber 20.000 F\u00e4lle bis 24. Oktober geben. Wenn sich jedoch nichts \u00e4ndert und die Epidemie weiter wie bisher w\u00fcten kann, besagen Projektionen, da\u00df in den n\u00e4chsten sechs Monaten 4,7 Mio. Menschen infiziert und 1,2 Mio. Menschen gestorben sein werden.<\/p>\n<p>Diese Aussichten sind in der Tat schrecklich, aber nicht wirklich \u00fcberraschend.<\/p>\n<p>Der Ursprung dieser Bedrohung f\u00fcr die Existenz der Zivilisation ist eindeutig das Britische Empire und dessen bewu\u00dfte Politik, so viele Menschen wir m\u00f6glich umzubringen, wenn nicht durch Krieg, dann durch t\u00f6dliche Seuchen. Das ist die alte \u00dcberzeugung von Leuten wie Bertrand Russell und Prinz Philip, wie wir wissen. Das hei\u00dft nicht unbedingt, da\u00df das Ebola-Virus in einem geheimen Labor in London oder anderswo gez\u00fcchtet wurde. Der Modus Operandi geht anders: Es ist die Politik des IWF, der EU-Troika und der Gro\u00dfbanken, die gezielt die Bedingungen schafft, unter denen Seuchen wie Ebola au\u00dfer Kontrolle geraten.<\/p>\n<p>Jeder in Europa und vor allem in den Vereinigten Staaten ist zu Recht \u00fcber diese Situation ver\u00e4ngstigt. Wir stehen vor einem Proze\u00df, der dem Schwarzen Tod im 14. Jahrhunderts sehr \u00e4hnelt, der sich im Zuge des Finanz- und Wirtschaftskollapses nach dem Zusammenbruch der Bankh\u00e4user Bardi und Peruzzi in ganz Europa ausbreitete, verbunden mit dem Wahnsinn der Flagellanten und anderen verr\u00fcckten Religionsfanatikern, wie wir sie heute in Form der ISIS-Terroristen wiedersehen.<\/p>\n<div class=\"two-third\">\n<p>Tats\u00e4chlich folgt die Obama-Regierung der gleichen gescheiterten Strategie bei der Bek\u00e4mpfung der ISIS-Terroristen auch an der Heimatfront zur Bek\u00e4mpfung der drohenden Ebola-Ausbreitung in den USA selbst. Nachdem sich jetzt eine zweite Krankenschwester in dem Krankenhaus in Texas mit Ebola angesteckt hat, wo ein Patient an dieser Seuche gestorben war, wird deutlich, da\u00df das amerikanische Gesundheitswesen v\u00f6llig unf\u00e4hig ist, die Bev\u00f6lkerung von Ebola zu sch\u00fctzen. In einem Konferenzanruf mit \u00fcber 11.500 Pflegekr\u00e4ften der National Nurses United Union wurde aus den gesamten USA berichtet, da\u00df das amerikanische Gesundheitswesen auf Seuchen wie Ebola gar nicht vorbereitet ist, und der Vorwurf richtete sich direkt gegen Obama, den Kongre\u00df und die Landespolitiker, wobei gefordert wurde, da\u00df Obama handeln m\u00fcsse, um das Land und besonders die Pflegekr\u00e4fte angesichts der \u201eeindeutigen und unmittelbaren Gefahr\u201c f\u00fcr einer Ebola-Pandemie wirksam zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-third last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"shortcode-image alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/wolfgang_lillge_graphics_1.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/240x180_02.png\" alt=\"slide 2\" style=\"\" class=\"alignnone\"><\/a><\/div><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Obama und die Regierungsinstitutionen haben die Bev\u00f6lkerung einfach belogen, da\u00df alles sicher und in Ordnung sei. Berichte aus praktisch allen amerikanischen Krankenh\u00e4usern lauten: \u00c4rzte und Pflegekr\u00e4fte sind f\u00fcr diesen Einsatz nicht ausgebildet, es gibt keine Schutzkleidung, infiziertes Material kann nicht richtig entsorgt werden, es gibt keine Respiratoren und es gibt keine Richtlinien &#8211; aller Behauptungen der Klinikleitungen und des CDC zum Trotz, man sei auf alles vorbereitet.<\/p>\n<p>In den USA gibt es tats\u00e4chlich nur vier Einrichtungen, wo Ebola-Patienten nach der Schutzstufe 4 behandelt werden k\u00f6nnen. Solche Stationen der Schutzstufe 4 m\u00fcssen von der Klinik r\u00e4umlich getrennt sein, jeder Raum hat ein Vorzimmer, wo sich das Personal ihre pers\u00f6nliche Schutzkleidung an- und ausziehen kann. Innerhalb des Raums herrscht ein st\u00e4ndiger Unterdruck, so da\u00df die Luft ins Innere hineingesaugt wird, anstatt nach au\u00dfen zu dringen.<\/p>\n<p>In Deutschland gibt es 7 solche Einrichtungen.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser Fahrl\u00e4ssigkeit besteht in den USA jetzt die reale Gefahr einer unkontrollierten Ausbreitung von Ebola im ganzen Land und dar\u00fcber hinaus. Wie jetzt bekannt wurde, war der zweiten infizierten Krankenschwester erlabt worden, in einem Flugzeug von Texas nach Cleveland und zur\u00fcck zu fliegen, obwohl sie schon erste Krankheitssymptome entwickelt hatte, und in diesem Zustand d\u00fcrfte sie bereits hochansteckend gewesen sein.<\/p>\n<p>Damit ist auch eine weitere L\u00fcge widerlegt, da\u00df die Ausbreitung von Ebola in den entwickelten L\u00e4ndern sehr unwahrscheinlich sei.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich macht es f\u00fcr das Virus keinen Unterschied, in welchem Land es sein Unheil anrichtet. Wir, die Menschen selbst, bereiten den Boden f\u00fcr das Ebola-Virus, indem wir zulassen, da\u00df die Abwehrm\u00f6glichkeiten gegen die Seuche niedergerissen werden, wie in Afrika, aber auch in der transatlantischen Welt in den letzten Jahrzehnten massiv geschehen ist. Zum Gl\u00fcck gibt es in diesem Zusammenhang aber auch einen Hoffnungsschimmer, und das sind die BRICS-Staaten und ihre Verb\u00fcndeten, die sich an den umfangreichen Wiederaufbau der Realwirtschaft in ihren Regionen gemacht haben.<\/p>\n<div class=\"two-third\">\n<p>Auf dieser Graphik sieht man einen der Gr\u00fcnde f\u00fcr die Entwicklungen in Westafrika, vor allem in Liberia, Sierra Leone und Guinea. In dem Schaubild wird das Ausma\u00df von Armut in dieser Gegend im Vergleich zu Spanien, Deutschland und den USA gezeigt &#8211; wo auch dort die Lage ziemlich trostlos ist. Ich bin davon \u00fcberzeugt, da\u00df die hier wiedergegebenen Zahlen f\u00fcr die USA, Deutschland und Spanien nicht der Realit\u00e4t entsprechen &#8211; sie sind weitaus schlechter. \u00dcber es soll hier nur einen Eindruck geben. In Liberia leben 80% der Bev\u00f6lkerung in Armut, in Sierra Leone 70% und in Guinea 47%.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-third last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"shortcode-image alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/wolfgang_lillge_graphics_2.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/240x180_03.png\" alt=\"slide 3\" style=\"\" class=\"alignnone\"><\/a><\/div><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"two-third\">\n<p>Ein weiteres Schaubild zeigt einen Vergleich zwischen der Gesundheitsinfrastruktur, insbesondere Krankenhausbetten und \u00c4rzte pro 100.000 Einwohner. Links in der Graphik sieht man wieder Liberia, Sierra Leone und Guinea, wo es jeweils nur 4-8 Krankenhausbetten pro 100.000 Einwohner gibt, was verschwindend gering ist im Vergleich zu USA, Deutschland und Spanien.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-third last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"shortcode-image alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/wolfgang_lillge_graphics_3.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/240x180_04.png\" alt=\"slide 3\" style=\"\" class=\"alignnone\"><\/a><\/div><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Bei den \u00c4rzten pro 100.000 Einwohnern kann man Liberia, Sierra Leone und Guinea praktisch nicht erkennen, weil die Zahlen so niedrig sind, verglichen mit der eigentlich inad\u00e4quaten Situation in USA, Deutschland und Spanien.<\/p>\n<p>Die Armut in Liberia und Sierra Leona hat sich in den letzten Jahren weiter versch\u00e4rft, durch 14 Jahre interne Konflikte in Liberia und 11 Jahre in Sierra Leone, Kriege, durch die L\u00e4nder praktisch unregierbar wurden. In der gesamten Zeit gab es praktisch kein Bildungswesen f\u00fcr die junge Generation, was die Bem\u00fchungen um Aufkl\u00e4rung der Bev\u00f6lkerung \u00fcber die Natur der Seuche und deren Bek\u00e4mpfung erheblich kompliziert. 75% der liberianischen Bev\u00f6lkerung sind infolge der Kriegshandlungen Analphabeten.<\/p>\n<p>Damit sind diese beiden L\u00e4nder eine ideale Brutst\u00e4tte, wo sich Seuchen leicht ausbreiten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Aufgrund grober Fahrl\u00e4ssigkeit hat sich Ebola nach dem ersten Ausbruch unbemerkt mehrere Monate lang ausgebreitet. Man nimmt an, da\u00df die ersten F\u00e4lle bereits im Dezember 2013 aufgetreten sind. Aufgrund mangelnder \u00dcberwachungs- und Laboreinrichtungen dauerte es bis 21. M\u00e4rz 2014, bis der erste best\u00e4tigte Fall berichtet wurde.<\/p>\n<p>Doch selbst dann h\u00e4tte man die weitere Verbreitung von Ebola durch effektives Eingreifen noch stoppen k\u00f6nnen, wie es bei den Ausbr\u00fcchen zuvor gelungen war. Aber die Weltgesundheitsorganisation WHO, das internationale Gremium, das f\u00fcr die Reaktion auf Krankheitsausbr\u00fcche in erster Linie verantwortlich ist, war nicht in der Lage, entsprechend zu reagieren, da seine Kapazit\u00e4ten in der Vergangenheit massiv beschnitten worden sind. Aufgrund umfangreicher Budgetk\u00fcrzungen wurden erfahrene Mitarbeiter nach ihrer Versetzung in den Ruhestand nicht mehr ersetzt, und im Grunde ist es ein offenes Geheimnis, da\u00df die WHO praktisch bankrott ist.<\/p>\n<p>Die \u00c4rzte ohne Grenzen sind die einzige gro\u00dfe internationale Hilfsorganisation vor Ort, die mit \u00fcber 300 \u00c4rzten und Pflegekr\u00e4ften in der Region im Einsatz ist, aber sehr schnell durch die rapide ansteigende Zahl von Infizierten v\u00f6llig \u00fcberfordert war. Aufgrund der um sich greifenden Hysterie in der Bev\u00f6lkerung wurde das medizinische Personal t\u00e4tlich angegriffen, und infizierte sich selbst in hoher Zahl, da sie mit v\u00f6llig unzureichendem Schutz arbeiten m\u00fcssen. Mindestens 250 von ihnen sind vom Virus dahingerafft worden.<\/p>\n<p>Selbst der Pr\u00e4sident der Weltbank, Yong Kim, sagte auf dem j\u00fcngsten Treffen von IWF und Weltbank in Washington: \u201eWir, die Weltgemeinschaft, haben in der Ebolakrise kl\u00e4glich versagt. Jetzt, wo auch F\u00e4lle in Spanien und den Vereinigten Staaten aufgetaucht sind, ist die Gefahr, da\u00df das Virus auch auf andere europ\u00e4ische L\u00e4nder \u00fcbergreift, recht hoch. Wir wurden von Ebola auf die Probe gestellt, und wir haben versagt. Unsere Reaktion war kl\u00e4glich. Deswegen sage ich den Finanzministern: Sehen Sie sich an, was in Spanien geschieht. Es wir noch viel schlimmer werden.\u201c<\/p>\n<p>Es schon sehr ironisch, milde gesagt, solche Bemerkungen von einer Institution zu h\u00f6ren, die f\u00fcr das Elend in Afrika eine Hauptverantwortung tr\u00e4gt.<\/p>\n<div class=\"two-third\">\n<p>Wir haben es ebenso unterlassen, in Europa selbst eine ad\u00e4quate Gesundheitsversorgung zu behalten. Die Gesundheitssysteme in den meisten europ\u00e4ischen L\u00e4ndern bewegen sich fast alle am Rande des Bankrotts und wurden auf ein blo\u00dfes Minimum zur\u00fcckgefahren. In Deutschland waren s\u00e4mtliche Gesundheitsreformen der letzten Jahrzehnte reine Sparprogramme, um Krankenh\u00e4user und andere Einrichtungen kosteneffektiv zu machen. Ein Aspekt davon war der Abbau von Krankenhausbetten in Europa zwischen 2003 und 2014, wie in dem Schaubild dargestellt wird. In Deutschland allein sollen in den kommenden Jahren mehr als 300 weitere Krankenh\u00e4user geschlossen werden.<\/p>\n<p><\/div><br \/>\n<div class=\"one-third last\"><\/p>\n<p style=\"text-align: right;\"><div class=\"shortcode-image alignnone\"><a href=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/wolfgang_lillge_graphics_4.png\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/wp-content\/uploads\/2014\/10\/240x180_05.png\" alt=\"slide 3\" style=\"\" class=\"alignnone\"><\/a><\/div><\/p>\n<p><\/div><div class=\"clear\"><\/div><\/p>\n<p>Die Lage hat sich genauso entwickelt, wie wir bereits in den 1970er Jahren vorausgesagt haben, als Lyndon LaRouche die Bildung einer Arbeitsgruppe angeordnet hatte, die in der Folge eine Studie erarbeitete, in der die Folgen f\u00fcr die Weltbev\u00f6lkerung und die Biosph\u00e4re insgesamt vorausgesagt wurde, sollte die Nullwachstumspolitik, wie sie damals vom IWF und der Weltbank betrieben wurde, nicht drastisch ge\u00e4ndert w\u00fcrde. Wir sagten damals voraus, da\u00df unter einer solchen Politik ein globaler \u00f6kologischer Holocaust die zwangsl\u00e4ufige Folge w\u00e4re.<\/p>\n<p>Wir prognostizierten im einzelnen:<\/p>\n<p>1. Ein biologischer Holocaust w\u00fcrde sich in einzelnen Hunger- und Seuchenwellen entwickeln, einer Abw\u00e4rtsentwicklung in exponentiellen Stufenfunktionen, bis schlie\u00dflich zu eine allgemeine Zusammenbruchsphase der Biosph\u00e4re eintritt &#8211; die wir den Namen \u201eBiologischer Holocaust\u201c gaben.<\/p>\n<p>2. In diesem Proze\u00df w\u00fcrden neue, mutierte t\u00f6dliche Seuchen auftreten, die der Mensch bisher nicht gekannt hat und die die geschw\u00e4chte K\u00f6rperabwehr \u00fcberwinden w\u00fcrden. Wir behaupteten, da\u00df die Kombination aus alten, t\u00f6dlichen Krankheiten und neuen \u201erekombinierten\u201c Erregern das Potential h\u00e4tten, noch schlimmere Verheerungen anzurichten als die Schwarze Pest des 14. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>3. Wir sagten auch voraus, da\u00df die Kosteneffizienz-Programme von IWF und Weltbank zu umfangreicher W\u00fcstenbildung, Ver\u00f6dung und Bodenerosion f\u00fchren w\u00fcrden, w\u00e4hrend es in den empfindlichen Urwaldgebieten zum \u00f6kologischen Kollaps kommt. Die zunehmende W\u00fcstenbildung und die Zerst\u00f6rung des photosynthetisch wichtigen Regenwalds h\u00e4tte globale Auswirkungen auf das Wettergeschehen.<\/p>\n<p>Diese Voraussage aus den 70er Jahren bekam ihre erste tragische Best\u00e4tigung durch den Ausbruch von HIV\/AIDS Anfang der 80er Jahre, und ist eine genaue Kopie von dem, was sich jetzt mit Ebola abspielt. Das Zaire-Ebola-Virus, der Typ, der jetzt f\u00fcr den Ebola-Ausbruch in Westafrika verantwortlich ist, ist der virulenteste der f\u00fcnf bekannten St\u00e4mme, und es gibt Hinweise darauf, da\u00df er im Zuge der massiven Verbreitung noch virulenter werden k\u00f6nnte. Auch die g\u00e4ngige Feststellung, da\u00df Ebola nicht durch Tr\u00f6pfchen \u00fcbertragen werden kann, mu\u00df in Frage gestellt werden, denn in einer dichten Infektionslage wie in Westafrika, wo es viele Infizierte auf engstem Raum gibt, wird die Seuche leicht auch \u00fcber die Luft \u00fcbertragen durch den Speichel, Durchfall und andere K\u00f6rperausscheidungen, welche die Hauptsymptome dieser h\u00e4morraghischen Krankheiten sind.<\/p>\n<p>Das ist ein absolutes Alptraumszenario, das man nur durch eine massive Eind\u00e4mmung des Virus in den betroffenen afrikanischen L\u00e4ndern und dar\u00fcber hinaus beenden kann. Die bisher ergriffenen Ma\u00dfnahmen waren alle zu wenig und zu sp\u00e4t. Die Verbreitung des Virus war stets schneller als die Ma\u00dfnahmen zu seiner Eind\u00e4mmung, besonders seit sich das Virus aus den Waldgebieten hinausbewegte und in die st\u00e4dtischen Zentren der betroffenen L\u00e4nder vordrang.<\/p>\n<p>Da\u00df die Epidemie so nicht einged\u00e4mmt werden konnte, liegt aber auch an der Natur der Krankheit selbst. Wenn sich jemand mit dem Virus infiziert hat, ist er oder sie nicht ansteckend, bevor die Symptome dann pl\u00f6tzlich auftreten. Ohne Behandlung sterben die meisten Infizierten dann oft in wenigen Tagen und k\u00f6nnen das Virus dann unkontrollierbar weiter verbreiten. Au\u00dferdem sind die ersten Symptome einer Ebola-Infektion fast identisch mit denen, die man bei Malaria und vielen anderen tropischen Krankheiten entwickelt, die in vielen Teilen Afrikas weit verbreitet sind. Doch selbst wenn ein Infizierter fr\u00fchzeitig erkannt wird, gibt es in den afrikanischen L\u00e4ndern keine Gesundheitsinfrastruktur, um die Kontaktpersonen ausfindig zu machen.<\/p>\n<p>Die Aufgabe, Ebola einzud\u00e4mmen und zu besiegen, ist also gewaltig. Wo stehen wir?<\/p>\n<p>Es gibt weitere \u00c4u\u00dferungen in den USA \u00fcber die v\u00f6llige Unzul\u00e4nglichkeit von Obamas Reaktion af die Krise. Dr. Michael Osterholm, Direktor des Center for Infectious Disease Resarch and Policy an der Universit\u00e4t Minnesota und ein prominenter Public-Health-Wissenschaftler und Biosicherheitsexperte, hat auf einem j\u00fcngsten Symposium an der Johns Hopkins University erkl\u00e4rt, es g\u00e4be keine wirksame Politik der US-Regierung im Umgang mit der Ebola-Krise. \u201eAls der Pr\u00e4sident vor f\u00fcnf Wochen ank\u00fcndigte, 3000 Milit\u00e4rs nach Afrika zu schicken,\u201c sagte Osterholm, \u201edann waren es in der vorigen Woche erst 200 und heute sind es 300 vor Ort, die logistische Hilfe leisten &#8211; jedenfalls nicht 3000, was immer noch v\u00f6llig unzureichend w\u00e4re.\u201c Demnach ist praktisch so gut wie nichts passiert. Plan A ist gescheitert, und es gibt keinen Plan C.<\/p>\n<p>Nur um noch hinzuzuf\u00fcgen: Nach einem Kommentar, der am 17. September von Dr. Osterholms Zentrum ver\u00f6ffentlicht wurde, besteht die M\u00f6glichkeit, da\u00df das Ebola-Virus durch Aerosolteilchen \u00fcbertragen werden kann. Deswegen sollten alle Helfer von Infizierten Respiratoren und nicht nur Gesichtsmasken tragen. Die Autoren fordern das CDC und die WHO auf, derartige Respiratoren zu besorgen und an das gesamte medizinische Personal, das in Afrika gegen Ebola k\u00e4mpft, zu verteilen.<\/p>\n<p>Zur sofortigen Intervention, um die Epidemie einzud\u00e4mmen, brauchen wir eine internationale Notmobilisierung, ein umfangreiche Anstrengung, um die notwendige Gesundheitsinfrastruktur in Westafrika aufzubauen. Dazu geh\u00f6ren der Ausbau von Isolationszentren, der Einsatz mobiler Labore zur Verbesserung der Diagnosem\u00f6glichkeiten, die Einrichtung von zweckbestimmten Luftbr\u00fccken, um Personal und Ausr\u00fcstungen nach und in Westafrika zu transportieren, und der Aufbau eines regionalen Netzes von Feldlazaretten sowie der Einsatz mobiler medizinischer Rettungseinheiten, um infiziertes Pflegepersonal zu behandeln. Auch der Einsatz von Hospitalschiffen in den westafrikanischen H\u00e4fen k\u00f6nnte den Sofortreaktion auf die Krise unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p>Das mu\u00df eine internationale Anstrengung sein, den fast alle entwickelten L\u00e4nder, besonders die USA, Ru\u00dfland und Japan haben Kapazit\u00e4ten, um gro\u00dfe biologische Bedrohungen zu bek\u00e4mpfen. Das amerikanischen und russische Milit\u00e4r und wahrscheinlich auch andere L\u00e4nder m\u00fcssen ihre F\u00e4higkeiten zur Eind\u00e4mmung von biologischen Gef\u00e4hrdungen verf\u00fcgbar machen. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen Kr\u00e4fte wie das Technische Hilfswerk mit massiv ausgeweiteten logistischen Kapazit\u00e4ten eingesetzt werden, nat\u00fcrlich in enger Zusammenarbeit mit den souver\u00e4nen Regierungen der betroffenen L\u00e4nder.<\/p>\n<p>Nichts weniger als ein solch umfangreicher Einsatz hat eine Chance auf Erfolg. Und wie Lyndon LaRouche k\u00fcrzlich \u00e4u\u00dferte, mu\u00df es das unmittelbare Ziel sein, die Zahl der Ebola-Toten zu senken. Nur so bestehe Aussicht, eine potentielle Katastrophe f\u00fcr die gesamte Menschheit abzuwenden.<\/p>\n<p>Ganz wichtig ist aber auch ein Plan C, der die Entwicklung eines Impfstoffs gegen Ebola betrifft. Dies w\u00e4re das wirksamste Mittel zur Eind\u00e4mmung der Seuche auf mittelfristige Sicht. Vielversprechend in diesem Zusammenhang ist eine Mitteilung der russischen Gesundheitsministerin, da\u00df Ru\u00dfland in zwei Monaten einen neuen, experimentellen Impfstoff gegen Ebola nach Afrika schicken werde. Die Wirksamkeit des Impfstoffs, der dann vor Ort getestet werden soll, sei etwa 70-90%. Auch in Kanada wird an einem Ebola-Impfstoff gearbeitet, der aber noch einige Monate der Entwicklung braucht.<\/p>\n<p>Erfahrungsgem\u00e4\u00df sind Impfstoffe der beste Schutz vor Viruserkrankungen. Die Pocken wurden beispielsweise mit dieser Methode ausgerottet.<\/p>\n<p>Im Falle von Ebola ist die Herausforderung an eine solche Impfkampagne unvergleichlich gr\u00f6\u00dfer. Kein anderes Virus t\u00f6tet seine Opfer so schnell wie das Ebola-Virus. Das Virus hat eine extrem schnell laufende Uhr. Um es einzud\u00e4mmen, m\u00fcssen wir mindestens genauso schnell sein wie diese innere Virusuhr, ansonsten wird es unseren Bem\u00fchungen zu seiner Eind\u00e4mmung immer ein Schritt voraus sein. Aber wenn es gelingt, eine gen\u00fcgend gro\u00dfen Teil der Bev\u00f6lkerung zu impfen , l\u00e4\u00dft sich die rapide Verbreitung des Virus verlangsamen und letztlich ganz stoppen. Das mu\u00df ebenfalls ein internationales Projekt unter Beteiligung von USA, Ru\u00dfland, China und Europa sein.<\/p>\n<p>Der weitere unmittelbare Schritt mu\u00df die umfangreiche wirtschaftliche Entwicklung Afrika sein, besonders der Aufbau einer Gesundheits- und Transportinfrastruktur &#8211; nicht nur in den von Ebola betroffenen L\u00e4ndern Westafrikas, sondern auf dem gesamten Kontinent, auf ein Niveau, wie wir es heute in Europa oder den USA haben. Hierf\u00fcr ist der seit kurzem angelaufene Kooperationsproze\u00df der BRICS-Staaten das geeignete Vorbild &#8211; weg von der destruktiven Politik, die bankrotten westlichen Banken mit Bail-out- oder Bail-in-Geldern zu f\u00fcttern, die die Realwirtschaft noch weiter zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Wir haben wiederholt auf die Bedeutung des neuen wissenschaftlichen und kulturellen Optimismus verwiesen, der sich auf der Erde im Rahmen von Chinas Kernfusionspl\u00e4nen zum Abbau von Helium-3 auf dem Mond entwickelt hat. Hieraus mu\u00df auch der Ansatz f\u00fcr eine Biologische Verteidigungsinitiative entstehen, wie sie Lyndon LaRouche wiederholt in der Vergangenheit gefordert hat, um Ebola und andere Krisen eines Dunklen Zeitalters daran zu hindern, die gesamte Menschheit zu zerst\u00f6ren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Wolfgang Lillge Editor-in-chief of the Fusion Magazine,\u00a0Berlin, Germany Wenn wir davon sprechen, \u201eSeuchen und Pandemien mit einer globalen Entwicklungspolitik bek\u00e4mpfen\u201c, bezieht sich dies nat\u00fcrlich unmittelbar auf die Ebola-Epidemie, die derzeit in Westafrika w\u00fctet und sich massiv in andere afrikanische L\u00e4nder auszubreiten droht, aber auch ein hohes Potential besitzt, nach S\u00fcd- und Nordamerika und Europa [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"featured_media":20546,"menu_order":74,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[184,208,230,207,211],"class_list":["post-21763","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-frankfurt-october-2014","portfolio_category-frankfurt-silk-road-china-lunar-conference-2014-de","portfolio_category-panel-4-frankfurt-silk-road-china-lunar-conference-2014-de","portfolio_category-panel-4-de-2","portfolio_category-transcript-de"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/21763","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/21763\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/20546"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=21763"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=21763"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}