{"id":21726,"date":"2014-10-22T11:30:57","date_gmt":"2014-10-22T09:30:57","guid":{"rendered":"http:\/\/newparadigm.schillerinstitute.com\/media\/dr-fatemeh-hashemi-rafsanjani-irans-role-in-the-new-silk-road-strategy-in-the-3rd-millennium-2\/"},"modified":"2014-10-31T12:50:25","modified_gmt":"2014-10-31T11:50:25","slug":"dr-fatemeh-hashemi-rafsanjani-irans-role-in-the-new-silk-road-strategy-in-the-3rd-millennium","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/dr-fatemeh-hashemi-rafsanjani-irans-role-in-the-new-silk-road-strategy-in-the-3rd-millennium\/","title":{"rendered":"Dr. Fatemeh Haschemi Rafsandschani: Die Rolle des Iran in der Seidenstra\u00dfe des dritten Jahrtausends"},"content":{"rendered":"<h2>Dr. Fatemeh Haschemi Rafsandschani<\/h2>\n<p><em>Generalsekret\u00e4rin der Women\u2019s Solidarity Association (Solidarit\u00e4tsverband der Frauen in Iran) in Teheran.<\/em><\/p>\n<hr class=\"shortcode-hr\">\n<p>Sehr verehrte G\u00e4ste, meine Damen und Herren,<\/p>\n<p>ich freue mich sehr, hier mit Ihnen an dieser Sitzung teilnehmen zu k\u00f6nnen. Ich m\u00f6chte an einige historische Perioden und Fakten erinnern, die zeigen, da\u00df der Iran entschlossen ist, die Seidenstra\u00dfe zu entwickeln und zu erneuern.<\/p>\n<p>Die Beziehung des Iran und seine entscheidende Rolle beim Bau, der Erhaltung und der Erneuerung der Seidenstra\u00dfe treten nun in ihr drittes Jahrtausend ein. Die antiken Kulturen des Iran, Chinas und des Nahen Ostens insgesamt hatten nicht nur eine Kooperation im Bereich des Handels, sondern auch in Fragen der Sicherheit, der Diplomatie und der Kultur.<\/p>\n<p>Wie die Geschichte zeigt, profitierte die Dynastie der Parther, die Persien zu Beginn des ersten Jahrtausends beherrschte, enorm von den Z\u00f6llen, die sie auf die Waren erhob, die auf der Seidenstra\u00dfe zwischen dem r\u00f6misch beherrschten Europa und China durch ihr Reich transportiert wurden, das sich vom Euphrat in Mesopotamien bis nach Westchina erstreckte. Die Parther-Dynastie, die die Ausweitung der Handelsbeziehungen zwischen dem Osten und dem Westen f\u00f6rderte, \u00fcberwachte diese Stra\u00dfe genau und hielt sie instand.<\/p>\n<p>Die Seidenstra\u00dfe setzte sich aus mehreren verschiedenen Land- und Seewegen zusammen, die die verschiedenen Zivilisationen miteinander verbanden. Diese Stra\u00dfe leistete einen gro\u00dfen Beitrag zur Entwicklung der menschlichen Zivilisation.<\/p>\n<p>F\u00fcr den Iran war die Seidenstra\u00dfe von besonderer Bedeutung. Wenn man die Rolle der Seide in der Antike betrachtet, dann kann man sagen, da\u00df die Geschichte des Iran und der Seidenstra\u00dfe eng miteinander verbunden waren. Der Handel und der kulturelle Austausch zwischen den beiden gro\u00dfen Nationen Iran und China erfolgten \u00fcber die Seidenstra\u00dfe.<\/p>\n<p>Offenbar hat schon im 6. Jahrhundert v.Chr. K\u00f6nig Darius der Gro\u00dfe milit\u00e4rische Kontrollposten an diesen Stra\u00dfen errichtet, um f\u00fcr die Sicherheit der Karawanen zu sorgen. Die Stra\u00dfe zwischen Susa und Sardes war eine Fortsetzung der Seidenstra\u00dfe, die zur Erleichterung des Seidenhandels zwischen Ost und West gebaut wurde. Indem er eine Schl\u00fcsselrolle an der Seidenstra\u00dfe einnahm, leistete der Iran gro\u00dfe Beitr\u00e4ge zur Zunahme des Handels mit Seide und anderen Waren nach Westen. Auch in der Parther-\u00c4ra war die Seidenstra\u00dfe immer noch ein wichtiger Weg f\u00fcr den Austausch von Waren zwischen verschiedenen L\u00e4ndern. Unter der Herrschaft des Partherk\u00f6nigs Mithridates II. (d. Gr.) wurde einiges getan, um die Seidenstra\u00dfe zu reparieren und auszubauen.<\/p>\n<p>Gegen Ende des ersten Jahrtausends und zu Beginn des zweiten Jahrtausends stand der Iran im Mittelpunkt der Islamischen Renaissance. Die islamische Herrschaft erstreckte sich vom Westen Chinas und dem Indus bis Nordafrika und Spanien im Westen. Die Rolle des Iran als wissenschaftliches, philosophisches und kulturelles Zentrum wurde durch seine geographische Lage und sein historisches Erbe beg\u00fcnstigt. Mit Hilfe der chinesischen Techniken zur Herstellung von Papier wurden chinesische, indische, persische, arabische und griechische wissenschaftliche und philosophische Werke \u00fcbersetzt und \u00fcber den gr\u00f6\u00dften Teil der besiedelten Welt verbreitet. Dies war der gr\u00f6\u00dfte Proze\u00df des Austauschs von Ideen zwischen verschiedenen Kulturen, den es je gegeben hatte, und er f\u00fchrte zur europ\u00e4ischen Renaissance des 14. Jahrhunderts.<\/p>\n<p>Die Wiederbelebung der Seidenstra\u00dfe br\u00e4chte dem Iran, China und ihren Nachbarn erhebliche Vorteile und w\u00fcrde die geopolitische Rolle des Iran als Knotenpunkt von Handel und Diplomatie weltweit demonstrieren.<\/p>\n<p>Der Iran hat in den letzten Jahrzehnten des zweiten Jahrtausends und zu Beginn des dritten Jahrtausends gro\u00dfe Anstrengungen unternommen, um die Seidenstra\u00dfe zu erneuern.<\/p>\n<p>Die Eisenbahn Mesched-Sarachs-Tejen (Turkmenistan), die der Route der alten Seidenstra\u00dfe folgt, wurde am 14. Mai 1996 in Anwesenheit seiner Exzellenz, des ehemaligen Pr\u00e4sidenten des Iran Ajatollah Haschemi Rafsandschani, der Staatsoberh\u00e4upter von elf Nationen und diplomatischen Vertretern von 45 weiteren Nationen aus aller Welt in Betrieb genommen. Bei dieser Gelegenheit erkl\u00e4rte Ajatollah Rafsandschani, der damalige Pr\u00e4sident: \u201eMan kann leicht feststellen, da\u00df die Seidenstra\u00dfe, auch wenn sie ein Handelsweg f\u00fcr den Transport von Waren war, ebenso eine wichtige und wirksame Rolle im kulturellen, gesellschaftlichen und k\u00fcnstlerischen Austausch spielte&#8230; Mit der Wiederbelebung der Seidenstra\u00dfe durch den Bau der l\u00e4ngeren Eisenbahn vom Persischen Golf (oder Bandar Abbas) nach Sarachs und Tejen, die China wieder durch Zentralasien mit dem Iran verbindet, werden die Bem\u00fchungen des Iran um den Ausbau der Seidenstra\u00dfe fortgesetzt.\u201c<\/p>\n<p>1998 stellte der Iran eine Eisenbahnverbindung nach Nordwesten fertig, von T\u00e4bris nach Van in der T\u00fcrkei. Nun war die Seidenstra\u00dfe wieder mit Europa verbunden. 2001 wurde die Linie Mesched-Bafq-Bandar Abbas fertiggestellt, die das landeingeschlossene Zentralasien mit dem Persischen Golf verbindet. Der Iran hat auch die Eisenbahn Bafq-Kerman-Zahedan zur pakistanischen Grenze fertiggestellt, die den Iran mit dem Indischen Subkontinent verbindet. Gegenw\u00e4rtig wird durch Armenien und den Kaukasus der Nord-S\u00fcd-Korridor zwischen Ru\u00dfland, dem Iran und Indien gebaut. Von Indien \u00fcber den Hafen Tschahbahar im S\u00fcdosten des Iran und das fertiggestellte iranische Eisenbahnnetz werden S\u00fcdostasien und der Indische Subkontinent mit dem n\u00f6rdlichen Europa verbunden sein.<\/p>\n<p>Durch den Bau dieses Eisenbahnnetzes wurde der Handelsverkehr im Weltma\u00dfstab zwischen Ost und West und Nord und S\u00fcd gegen\u00fcber den Schiffahrtswegen um Wochen verk\u00fcrzt. Neben dem Handel hat dieser Aufbau von Entwicklungskorridoren gro\u00dfe Auswirkungen auf die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung der betreffenden V\u00f6lker. Der Bau dieser Eisenbahnen und die Erneuerung der Seidenstra\u00dfe, die dank der Erfindungsgabe der iranischen Beh\u00f6rden erreicht wurden, dienten von Anfang an dazu, die Grundlage f\u00fcr die F\u00f6rderung des Wirtschaftswachstums und der diplomatischen Beziehungen in der Region zu schaffen. Wie er schon 1996 bei der Er\u00f6ffnungsfeier sagte, w\u00fcnschte Ajatollah Haschemi Rafsandschani, da\u00df durch diese Eisenbahnverbindung die Seidenstra\u00dfe zur Stra\u00dfe zum Frieden und zur Freundschaft wird.<\/p>\n<p>Die Islamische Republik Iran begr\u00fc\u00dfte auch die j\u00fcngste Initiative des chinesischen Pr\u00e4sidenten Xi Jinping, den Wirtschaftsg\u00fcrtel der Neuen Seidenstra\u00dfe zu schaffen. Im vergangenen Mai sprach Pr\u00e4sident Hassan Ruhani nach seinem Treffen mit Pr\u00e4sident Xi in Schanghai vor Journalisten \u00fcber die iranisch-chinesischen Beziehungen. Er sagte: \u201eChina ist jetzt der gr\u00f6\u00dfte Handelspartner des Iran. Wir haben viele Kooperationsabkommen mit China \u00fcber internationale und regionale Fragen&#8230; Wir stimmen mit der Idee \u00fcberein, die Seidenstra\u00dfe zu erneuern. In der Vergangenheit engagierte sich China in Aspekten der Kultur, der Wirtschaft und des Handels mit den L\u00e4ndern an der Seidenstra\u00dfe, auch in anderen Bereichen, wie Energie und Verkehr. Diese Beziehungen zwischen China und dem Iran und anderen L\u00e4ndern in der Region k\u00f6nnen wiederaufgenommen werden. Der Plan des Wirtschaftsg\u00fcrtels an der Seidenstra\u00dfe kann also Erfolg haben.\u201c<\/p>\n<p>Das Gipfeltreffen der Schanghaier Organisation f\u00fcr Zusammenarbeit (SCO) im tadschikischen Duschanbe im vergangenen Monat war eine nachdr\u00fcckliche Erinnerung daran, da\u00df die alte Seidenstra\u00dfe jetzt wieder aufgebaut wird.<\/p>\n<p>Die Welt braucht Frieden und Freundschaft. Die Neue Seidenstra\u00dfe kann bis nach Europa f\u00fchren und unser Botschafter f\u00fcr Europa und die Welt werden. Das bedeutet nicht, da\u00df wir Frieden und Freundschaft in anderen Bereichen vergessen sollten. In meiner Eigenschaft als Pr\u00e4sidentin der Gemeinn\u00fctzigen Stiftung f\u00fcr seltene Krankheiten (CFSD) erleben wir die Schmerzen und Leiden vieler Patienten, die besonders unter unfriedlichen Ma\u00dfnahmen leiden, wie etwa Sanktionen, welche die Gesundheit der Menschen beeintr\u00e4chtigen k\u00f6nnen. Wir sollten auch unser bestes f\u00fcr den Frieden in allen Bereichen des menschlichen Lebens tun. Die CSFD hat entsprechend reagiert, sie weist auf das Leid hin und spricht im Namen der Patienten f\u00fcr den Frieden und gegen die Illegalit\u00e4t von Sanktionen, die sich gegen Unschuldige richten.<\/p>\n<p>Auch als Generalsekret\u00e4rin des Solidarit\u00e4tsverbands der Frauen in Iran (WSAI) habe ich stets versucht, zusammen mit anderen Nichtregierungsorganisationen in aller Welt f\u00fcr den Frieden zu arbeiten, f\u00fcr den die Frauen innerhalb und au\u00dferhalb des Iran wirken k\u00f6nnen. Der WSAI tut sein bestes, um die Frauenorganisationen und die aktive Pr\u00e4senz der Frauen im sozialen und kulturellen Bereich und den Proze\u00df der Entwicklung ihrer Gesellschaft zu unterst\u00fctzen, indem wir danach streben, die Probleme, mit denen die Frauen konfrontiert sind, zu l\u00f6sen.<\/p>\n<p>Das Schiller-Institut mit seinen hervorragenden, glaubw\u00fcrdigen Beitr\u00e4gen zur Erhaltung und Sicherung des Friedens und des Fortschritts aller Nationen, im Kampf gegen Krieg und Gewalt und seinen Einsatz f\u00fcr die Achtung der Menschenrechte und Menschenw\u00fcrde kann heute die \u00f6ffentliche Meinung auf den Weltfrieden lenken, indem es Konferenzen wie diese veranstaltet.<\/p>\n<p>Zum Schlu\u00df m\u00f6chte ich Ihnen allen f\u00fcr Ihre Initiativen und Bem\u00fchungen danken.<\/p>\n<p>Vielen, vielen Dank!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dr. Fatemeh Haschemi Rafsandschani Generalsekret\u00e4rin der Women\u2019s Solidarity Association (Solidarit\u00e4tsverband der Frauen in Iran) in Teheran. 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