{"id":1186,"date":"2012-12-13T09:54:25","date_gmt":"2012-12-13T08:54:25","guid":{"rendered":"http:\/\/schillerinstitut.com\/?post_type=portfolio_cpt&#038;p=1186"},"modified":"2013-01-02T19:12:16","modified_gmt":"2013-01-02T18:12:16","slug":"helga-zepp-larouche-nur-ein-vollstandiger-wechsel-des-paradigmas-kann-eine-katastrophe-verhindern","status":"publish","type":"portfolio_cpt","link":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/portfolio\/helga-zepp-larouche-nur-ein-vollstandiger-wechsel-des-paradigmas-kann-eine-katastrophe-verhindern\/","title":{"rendered":"Helga Zepp-LaRouche: Nur ein vollst\u00e4ndiger Wechsel des Paradigmas kann eine Katastrophe verhindern"},"content":{"rendered":"<div class=\"tabs\" id=\"tabs-6a8cfef4c5bf2\"><ul class=\"tabs-nav\"><li class=\"active\"><a href=\"#\" onclick=\"schillerTabSwitch('tabs-6a8cfef4c5bf2',0);return false;\">Sprecher kontaktieren<\/a><\/li><li><a href=\"#\" onclick=\"schillerTabSwitch('tabs-6a8cfef4c5bf2',1);return false;\">Wortlaut &amp; Folien<\/a><\/li><li><a href=\"#\" onclick=\"schillerTabSwitch('tabs-6a8cfef4c5bf2',2);return false;\">mehr von diesem Author<\/a><\/li><\/ul><div class=\"tab-content active\" style=\"display:block;\"><\/p>\n<p><a title=\"Send An Email\" href=\"mailto:zepp-larouche@schillerinstitut.com?subject=An Helga Zepp-LaRouche\" target=\"_blank\">Kontaktieren Sie Helga Zepp-LaRouche<\/a><\/p>\n<p><\/div><div class=\"tab-content\" style=\"display:none;\"><\/p>\n<p><em><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/2.schillermeet.de\/wp-content\/themes\/schiller\/images\/icons\/301.png\" class=\"shortcode-icon \" alt=\"\"><\/em><em>Unten stehend finden Sie die Abschrift und visuelle Elemente des im obigen Video gezeigten Vortrags.<\/em><\/p>\n<p><hr class=\"shortcode-hr\"><\/p>\n<h2>Nur ein vollst\u00e4ndiger Wechsel des Paradigmas kann eine Katastrophe verhindern<\/h2>\n<p><em><strong>Helga Zepp-LaRouche<\/strong>,\u00a0Samstag, 24. November, 2012<\/em><\/p>\n<p><span class=\"dropcap\">S<\/span>geehrte Damen und Herren, liebe G\u00e4ste des Schiller-Instituts, ich m\u00f6chte Sie recht herzlich zu dieser Konferenz begr\u00fc\u00dfen. Es ist offensichtlich ein seltenes Ereignis, da\u00df eine Konferenz dieser Gr\u00f6\u00dfe mit internationaler Beteiligung so kurzfristig einberufen wird; tats\u00e4chlich wurde die Konferenz innerhalb von vier Wochen vorbereitet. Aber der Grund daf\u00fcr ist, da\u00df die internationale Lage, insbesondere im Nahen Osten, und die m\u00f6glichen Gefahren, die von dieser Region f\u00fcr die \u00fcbrige Welt ausgehen, es notwendig gemacht haben, eine solche Notkonferenz zu veranstalten.<\/p>\n<p>Sie alle wissen, da\u00df die Lage in S\u00fcdwestasien, im Gro\u00dfraum des Nahen Ostens, derzeit ein einziges gro\u00dfes Pulverfa\u00df darstellt. Sie l\u00e4\u00dft sich tats\u00e4chlich mit der Lage auf dem Balkan vor dem Ersten Weltkrieg vergleichen. Man kann leicht erkennen, da\u00df sie schon bei einem einzigen weiteren Zwischenfall explodieren und daraus ein neuer, dritter Weltkrieg entstehen kann, und das w\u00e4re diesmal aller Wahrscheinlichkeit nach ein thermonuklearer Krieg. Wir stehen buchst\u00e4blich am Abgrund. K\u00e4me es dazu, dann w\u00fcrde dieser Krieg nach allem, was wir wissen, wahrscheinlich mit der Ausl\u00f6schung der Menschheit enden, denn selbst wenn nur ein kleiner Teil der verf\u00fcgbaren Kernwaffen eingesetzt wird, w\u00fcrde dies zu einem nuklearen Winter f\u00fchren. Innerhalb von anderthalb Stunden w\u00fcrde das meiste Leben ausgerottet, und nach einigen Wochen oder sp\u00e4testens ein paar Jahren w\u00e4re wahrscheinlich niemand mehr am Leben.<\/p>\n<p>Das ist aber nur eine der existenzbedrohenden Gefahren. Die andere ist, da\u00df gleichzeitig das transatlantische Finanzsystem kurz vor dem Zusammenbruch und am Rande einer hyperinflation\u00e4ren Explosion steht. Das Eurosystem ist kurz vor dem Auseinanderbrechen, und wenn man sich die absolut verheerende Lage in Griechenland, Italien, Spanien und Portugal betrachtet, dann hat man einen Vorgeschmack davon, was f\u00fcr eine unkontrollierte soziale Explosion und was f\u00fcr eine Kollaps sich in ganz Europa ereignen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>F\u00fcr jeden denkenden Menschen &#8211; leider gibt es davon heutzutage nicht viele &#8211; sollte es offensichtlich sein: Wenn der gegenw\u00e4rtige politische Trend fortgesetzt wird, dann wird die Menschheit mit voller Fahrt \u201evor die Wand\u201c fahren. Die gegenw\u00e4rtige Politik hat die sch\u00e4rfste zivilisatorische Existenzkrise in der Geschichte der Menschheit herbeigef\u00fchrt, und wenn diese Politik fortgesetzt wird, dann wird sich die Menschheit als nicht intelligenter erweisen als die Dinosaurier.<\/p>\n<p>Der Zweck dieser Notkonferenz ist es daher, einen vollst\u00e4ndigen, dramatischen Paradigmenwechsel vorzuschlagen, weg vom Paradigma der geopolitischen Konfrontation und der Konfliktl\u00f6sung durch Krieg. Das oligarchische Finanzsystem der Profitmaximierung der Bankster und Spekulanten, das derzeit buchst\u00e4blich das Leben von Milliarden Menschen bedroht, mu\u00df durch ein neues Paradigma ersetzt werden, in dessen Mittelpunkt die \u201egemeinsamen Ziele der Menschheit\u201c stehen und diese Gefahren, die zum Ende der Zivilisation f\u00fchren k\u00f6nnen, \u00fcberwunden werden.<\/p>\n<p>Dieser Paradigmenwechsel mu\u00df genauso grundlegend sein und so grundlegend die Axiome hinter der Politik \u00e4ndern wie die axiomatische Ver\u00e4nderung beim \u00dcbergang vom Mittelalter zur Neuzeit, mit den vielen Durchbr\u00fcchen in der Naturwissenschaft und der klassischen Komposition in der Kunst. Das Mittelalter, das von Scholastik und Aberglauben gepr\u00e4gt war, wurde durch die Wissenschaft und Kultur der Neuzeit abgel\u00f6st.<\/p>\n<h3>Die Gefahr im Nahen Osten<\/h3>\n<p>Um nun die Lage im Nahen Osten zu betrachten: Es ist gut, da\u00df der Waffenstillstand zwischen Israel und Hamas, der vom \u00e4gyptischen Pr\u00e4sidenten Mursi vermittelt und von Hillary Clinton und UN-Chef Ban Ki-moon unterst\u00fctzt wurde, zustandekam und nun hoffentlich eine der vielen brennenden Lunten zumindest bis auf weiteres gel\u00f6scht ist. Aber das \u00e4ndert nichts Grunds\u00e4tzliches am Verh\u00e4ltnis zwischen Israel und dem Iran, das ist immer noch auf Kollisionskurs, und er \u00e4ndert leider auch nichts am Plan des \u201eRegimewechsels\u201c gegen die Regierung Assad in Syrien.<\/p>\n<p>Am 20. November erschien in\u00a0<i>Ha\u2019aretz<\/i>\u00a0ein Artikel des drusisch-israelischen Dichters Salman Masalha, der meiner Meinung nach richtig sagt, Israels Angriff auf die Hamas sei Teil eines wohldurchdachten Planes, um vor einem Angriff auf den Iran dessen \u201eFl\u00fcgel\u201c im Gazastreifen und im Libanon, die im Fall eines israelischen Angriffs und iranischen Gegenschlags aktiviert w\u00fcrden, zu entfernen. Der Angriff auf den Iran ist immer noch fest eingeplant, wenn die Dinge so bleiben, wie sie liegen. Man sollte nicht vergessen, da\u00df Premierminister Benjamin Netanjahu k\u00fcrzlich eine sehr seltsame Zeichnung einer Atombombe mit einer roten Linie pr\u00e4sentierte, die angeblich schon in sechs Monaten \u00fcberschritten sein werde. Inzwischen sind zwei dieser sechs Monate vergangen. Netanjahu hat schon im M\u00e4rz in einer Rede w\u00f6rtlich gesagt, das wird in dem Artikel in\u00a0<i>Ha\u2019aretz<\/i>\u00a0zitiert: \u201eFr\u00fcher oder sp\u00e4ter m\u00fcssen die Vorposten des Iran in Gaza ausgeschaltet werden.\u201c<\/p>\n<p>Sie werden noch Gelegenheit haben, die Ansicht seiner Exzellenz, des iranischen Botschafters, zu h\u00f6ren, aber nur um das klarzustellen: Nach unserem besten Wissen, und das ist auch die Nationale Geheimdiensteinsch\u00e4tzung (NIE) der Dachorganisation aller amerikanischen Geheimdienste und des deutschen Bundesnachrichtendienstes, gibt es keinerlei Hinweis darauf, da\u00df der Iran sein Atomwaffenprogramm wieder aufgenommen hat, seit er es 2003 einstellte. Aber angesichts der Volatilit\u00e4t der ganzen Lage arbeitet der Iran nat\u00fcrlich sehr aktiv daran, sich kernwaffenf\u00e4hig zu machen, um nach einem Angriff &#8211; der nach allgemein \u00fcbereinstimmender Einsch\u00e4tzung das iranische Atomprogramm nicht vollst\u00e4ndig vernichten w\u00fcrde &#8211; sehr schnell in der Lage zu sein, tats\u00e4chlich eine Atombombe zu bauen. Das ist aber etwas ganz anderes als ein schon laufendes, aktives Kernwaffenprogramm.<\/p>\n<p>Was sonst w\u00e4re die Absicht hinter der T\u00f6tung des milit\u00e4rischen F\u00fchrers der Hamas, Ahmed Jabari, am 14. November? Dies setzte eine Eskalation in Gang, die die Wut vieler Menschen in der arabischen Welt zum Kochen brachte. Hoffentlich wird dieser Waffenstillstand das wieder etwas beruhigen. Aber das allein reicht nicht aus, um die schon brennenden Feuer zu l\u00f6schen.<\/p>\n<p>Sehen Sie sich an, was die T\u00fcrkei tut. Sie ist bekanntlich Mitglied der NATO, und sie hat offiziell darum gebeten, da\u00df Patriot-Raketen und etwa 170 Bundeswehrsoldaten an die t\u00fcrkisch-syrische Grenze entsandt werden. Wozu das? Deutschland scheint zu kapitulieren, weil enormer Druck ausge\u00fcbt wird, da\u00df Deutschland, das sich weder am Irakkrieg noch am Libyenkrieg beteiligt hat, sich nun aus Loyalit\u00e4t an allen zuk\u00fcnftigen Missionen der NATO beteiligen mu\u00df.<\/p>\n<p>Bisher kam aber noch gar nichts aus Syrien, wogegen die Patriot-Raketen wirksam w\u00e4ren. Bisher kamen von dort nur Granaten und Artilleriegeschosse, und auch dabei ist nicht so klar, von wem sie kamen. Sie k\u00f6nnten auch von den Rebellen kommen, es k\u00f6nnten Provokationen sein, sie k\u00f6nnten auch von der syrischen Armee kommen, aber auch hier mu\u00df man die Frage stellen:\u00a0<i>Cui bono<\/i>?<\/p>\n<p>NATO-Chef Rasmusssen versichert uns, die Entsendung dieser Patriot-Raketen diene nur Verteidigungszwecken. Aber was ist mit der Erkl\u00e4rung des britischen Premierministers Cameron, die britische Regierung werde sich fr\u00fcher oder sp\u00e4ter an der Schaffung einer Flugverbotszone \u00fcber syrischem Territorium beteiligen? Und was ist mit der Erkl\u00e4rung des Chefs des britischen Verteidigungsstabes, General Sir David Richards, es sei nur eine Frage der Zeit, bis britische Streitkr\u00e4fte in Syrien intervenieren, wenn sich die sogenannte \u201ehumanit\u00e4re Lage\u201c verschlechtere?<\/p>\n<p>Wenn diese Patriot-Raketen einmal stationiert sind, dann z\u00e4hlen keine Worte, sondern, milit\u00e4risch ausgedr\u00fcckt, die Kapazit\u00e4ten, und wenn diese Kapazit\u00e4ten erst einmal dort sind, dann werden sie im Fall einer Eskalation auch zum Einsatz kommen. Die Patriot-Raketen bilden tats\u00e4chlich eine Kapazit\u00e4t, die zur Durchsetzung einer Flugverbotszone genutzt werden kann, und das ist f\u00fcr Ru\u00dfland und China\u00a0<i>v\u00f6llig inakzeptabel<\/i>. Deshalb hat die russische Regierung sofort nach der Ank\u00fcndigung der Entsendung der Patriot-Raketen gewarnt, dies f\u00fchre zu einer sehr gef\u00e4hrlichen Destabilisierung einer bereits extrem instabilen Region. Tats\u00e4chlich befinden wir uns dann auf dem Weg in einen thermonuklearen Dritten Weltkrieg.<\/p>\n<p>Und ich wei\u00df nicht, warum diese deutsche Regierung und einige der Oppositionsparteien bei dieser wahnsinnigen Politik mitmachen, denn sie wird zur Zerst\u00f6rung Deutschlands f\u00fchren. Deutschland ist in diesem B\u00fcndnis und deshalb auch Zielscheibe bei allem, was geschieht.<\/p>\n<p>Und ich m\u00f6chte wirklich an Sie alle appellieren, uns dabei zu helfen, das zum Thema zu machen. Denn was diese ganze Angelegenheit so extrem beunruhigend macht, ist, da\u00df die Zivilisation kurz vor dem Dritten Weltkrieg steht und es dar\u00fcber nicht einmal eine Debatte gibt!<\/p>\n<p>Falls Sie sich erinnern: Vor 50 Jahren, w\u00e4hrend der Kubakrise, gab es eine intensive Debatte dar\u00fcber, was die Konsequenzen w\u00e4ren. Pr\u00e4sident Kennedy warnte damals, die Menschen, die in den ersten Minuten sterben, w\u00e4ren besser dran als die Menschen, die erst Wochen sp\u00e4ter sterben. Und es als Anfang der achtziger Jahre eine Krise um die Mittelstreckenraketen gab, waren Hunderttausende auf der Stra\u00dfe! Und jetzt sind wir in einer viel schlimmeren Lage, und weder die Medien noch die Politiker haben irgend etwas dazu zu sagen! Die breite Bev\u00f6lkerung wei\u00df nicht einmal, da\u00df wir am Rande der Vernichtung stehen.<\/p>\n<h3>Der Weg in diese Krise<\/h3>\n<p>Die Frage ist nun: Wie konnte die Welt an diesen Punkt kommen? Als die Sowjetunion zwischen 1989 und `91 zerfiel, gab es die historische Chance, eine Friedensordnung f\u00fcr das 21. Jahrhundert aufzubauen, weil es keinen Feind mehr gab. Man h\u00e4tte die Welt vollkommen anders organisieren und eine Entwicklungsperspektive schaffen k\u00f6nnen. Leider tauchten damals in den Vereinigten Staaten in der Regierung von Bush senior die Neokonservativen auf und beschlossen, zusammen mit den Briten &#8211; damals Margaret Thatcher &#8211; auf der Grundlage der \u201eanglo-amerikanischen Sonderbeziehung\u201c als Empire die ganze Welt zu beherrschen.<\/p>\n<p>Der erste Schritt dahin war, Ru\u00dfland in der Jelzin-\u00c4ra von einer Supermacht in ein Dritte-Welt-artiges, rohstoffexportierendes Land zu verwandeln. Das geschah mit Hilfe der \u201eSchocktherapie\u201c, der Privatisierung, von 1991-94 st\u00fcrzte das russische Produktionspotential auf nur noch 30% seines fr\u00fcheren Niveaus ab.<\/p>\n<p>Gleichzeitig begann die Politik der \u201eRegimewechsel\u201c gegen jedes Land, das sich dem Empire-Plan nicht unterwarf. Das f\u00fchrte zum Zweiten Golfkrieg, der am 2. August 1990 begann &#8211; angeblich mit einem Angriff des Irak auf Kuwait, aber man mu\u00df sich an die verr\u00e4terische Rolle der amerikanischen Botschafterin in Bagdad April Gillespie erinnern, die ihn dazu ermutigte und so zu diesem Krieg beitrug.<\/p>\n<p>Diese Tendenz wurde in den acht Jahren der Regierung Clinton unterbrochen, unter ihr kam u.a. auch das Oslo-Abkommen zustande. Aber im Hintergrund setzten die Neocons diese Politik fort. 1996 gab es eine politische Schrift einer von Richard Perle geleiteten Arbeitsgruppe f\u00fcr Ministerpr\u00e4sident Benjamin Netanjahu mit dem Titel \u201eEin sauberer Bruch\u201c (<i>Clean Break<\/i>). Das war eine vollkommene Zur\u00fcckweisung des Oslo-Abkommens, welches einen umfassenden Frieden mit der arabischen Welt vorsah. Statt dessen wurde vorgeschlagen, da\u00df Israel zusammen mit Jordanien und der T\u00fcrkei darauf hinarbeiten sollte, \u201edie Regierungen in den Nachbarstaaten Irak, Syrien, Iran und Libanon einzud\u00e4mmen, zu destabilisieren und zur\u00fcckzuwerfen\u201c.<\/p>\n<p>Ab Februar 1998 dr\u00e4ngte die Regierung Blair im Bunde mit Netanjahu bei Pr\u00e4sident Clinton auf Regimewechsel in Bagdad, weil der Irak angeblich Massenvernichtungswaffen h\u00e4tte. Pr\u00e4sident Clinton wies dies zun\u00e4chst zur\u00fcck, aber als ihm dann wegen der Lewinsky-Aff\u00e4re die Absetzung drohte, stimmte er im Dezember 1998 der Operation W\u00fcstenfuchs (Desert Fox) zu. Ein Jahr sp\u00e4ter hielt dann Tony Blair seine ber\u00fcchtigte Chicagoer Rede, worin er die Blair-Doktrin verk\u00fcndete, die im Grunde besagte, da\u00df es von nun an gerechtfertigt w\u00e4re, \u00fcberall auf der Welt humanit\u00e4re Interventionen durchzuf\u00fchren. Das war auch das Jahr, in dem die Globalisierung durch die Deregulierung der Finanzwelt mit Volldampf vorangetrieben wurde, was Blair ebenfalls in seiner Rede verlangt hatte. Es kam zur Aufhebung des Glass-Steagall-Gesetzes, zu vollst\u00e4ndig unreguliertem Freihandel und zur Politik der \u00d6kologie, aber auch zur Euthanasie- und Triagepolitik im Gesundheitssektor in Gro\u00dfbritannien. All das wurde in Blairs Rede angek\u00fcndigt.<\/p>\n<p>Blair r\u00fchmte in seiner Rede die lange Geschichte der britischen Beziehungen zum \u201eChicago-Land\u201c, und das war vielleicht auch der Grund, warum er jetzt das ganze Jahr \u00fcber Pr\u00e4sident Obamas Wahlkampfberater war.<\/p>\n<p>Am 3. Januar 2001 veranstaltete dann mein Ehemann Lyndon LaRouche ein prophetisches Internetforum: Er sagte, die Regierung Bush junior, die drei Wochen sp\u00e4ter ihr Amt antrat, werde mit so gro\u00dfen Problemen im Finanzsektor konfrontiert sein, da\u00df sie damit nicht fertig w\u00fcrde, und deshalb werde sie versucht sein, eine Art neuen Reichstagsbrand zu inszenieren. Das war prophetisch, denn acht Monate sp\u00e4ter kam der 11. September.<\/p>\n<p>Der Leiter der gemeinsamen Kommission des Senats und des Repr\u00e4sentantenhauses, die die Ereignisse des 11. September untersuchte, Senator Bob Graham, wies darauf hin, da\u00df 28 Seiten ihres Berichtes unter Geheimhaltung gestellt und niemals ver\u00f6ffentlicht wurden. Pr\u00e4sident Obama hatte versprochen, sie zu ver\u00f6ffentlichen, sobald er im Amt sein w\u00fcrde [tat es aber nicht]. Die Familienangeh\u00f6rigen der Opfer des World Trade Center hatten verlangt, da\u00df er sie offenlegen sollte, weil sie die Rolle Saudi-Arabiens betreffen.<\/p>\n<p>Wir haben inzwischen umfangreiches Material \u00fcber die Rolle der British Aerospace Enterprises (BAE) im sogenannten Al-Yamamah-Gesch\u00e4ft ver\u00f6ffentlicht, das f\u00fcr die saudische Finanzierung des 11. September relevant ist, und all das ist wohldokumentiert. Das offizielle Dokument des US-Kongresses wurde ohne die 28 Seiten ver\u00f6ffentlicht, aber Senator Graham gab am 11. September dieses Jahres der<i>Huffington Post<\/i>\u00a0ein Interview, in dem er deren Ver\u00f6ffentlichung verlangte und \u00fcber die Rolle Saudi-Arabiens sprach.<\/p>\n<p>Am 20. M\u00e4rz 2003 begann dann der Dritte Golfkrieg, er hatte kein UN-Mandat und wurde von einer \u201eKoalition der Willigen\u201c durchgef\u00fchrt. Das ganze st\u00fctzte sich auf ein Memorandum des britischen Geheimdienstes MI-5, worin es im wesentlichen hie\u00df, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, die innerhalb von 45 Minuten jede Gro\u00dfstadt der Welt treffen k\u00f6nnten, und Saddam Hussein stehe in Verbindung mit Al-Kaida. Sie alle werden sich noch gut an diese Uranerz-Geschichte \u00fcber angebliches kernwaffenf\u00e4higes Material aus dem Niger erinnern. Der damalige US-Au\u00dfenminister Colin Powell bezog sich auf dieses Memorandum, um in einer Rede vor den Vereinigten Nationen den Angriff auf den Irak zu rechtfertigen. Und wie sich herausstellte, beruhte das alles auf L\u00fcgen &#8211; und es ist allgemein bekannt, da\u00df Colin Powell sp\u00e4ter sagte, diese Rede sei der gr\u00f6\u00dfte Fehler seines Lebens gewesen.<\/p>\n<p>Im Herbst letzten Jahres folgte dann die sogenannte \u201ehumanit\u00e4re Intervention\u201c in Libyen, und an dem Punkt war die Regierung Obama voll mobilisiert, um die Regimewechsel fortzusetzen. Sie h\u00e4tte auch weitergemacht gegen Syrien und den Iran &#8211; aber eigentlich gegen Ru\u00dfland und China gerichtet -, w\u00e4re da nicht die internationale Mobilisierung gewesen, die Lyndon LaRouche in Gang setzte und die das Schiller-Institut durchf\u00fchrte, und h\u00e4tte nicht &#8211; was sehr wichtig war &#8211; der Vorsitzende der Vereinten Stabschefs der USA Martin Dempsey immer wieder interveniert. Als beispielsweise Susan Rice erkl\u00e4rte, es seien \u201ealle Optionen auf dem Tisch\u201c, intervenierte er und sagte: \u201eNein, der Iran hat eine vern\u00fcnftige Regierung und wir k\u00f6nnen verhandeln.\u201c Oder er warnte vor einer Milit\u00e4rintervention in Syrien.<\/p>\n<p>Der Grund daf\u00fcr ist sehr einfach: Das amerikanische Milit\u00e4r wei\u00df sehr gut, was der Ausbruch eine Krieges bedeuten w\u00fcrde. Und Sie k\u00f6nnen alle selbst die vern\u00fcnftigen Erkl\u00e4rungen des US-Milit\u00e4rs mit den kriegerischen \u00c4u\u00dferungen der Regierung vergleichen und beurteilen.<\/p>\n<h3>Die USA schaden sich selbst<\/h3>\n<p>Bei einer Konferenz des Nationalen Rates f\u00fcr die amerikanisch-arabischen Beziehungen hat der fr\u00fchere US-Botschafter Chas Freeman eine vernichtende Kritik an dieser Politik ge\u00fcbt. Er hat uns diese Rede als Beitrag zu dieser Konferenz zur Verf\u00fcgung gestellt, und vielleicht k\u00f6nnen wir einen kurzen Ausschnitt daraus verlesen. Er zeigt auf, warum diese Politik, strikt aus eigener amerikanischer Sicht betrachtet, v\u00f6llig gescheitert ist: Sie hat dem Interesse der Vereinigten Staaten nicht gedient, ganz im Gegenteil. Der Irakkrieg war kein \u201eSpaziergang\u201c, der sich selbst bezahlt macht, wie vorher behauptet wurde, sondern darin starben 6000 amerikanische Soldaten und mehr als 100.000 wurden verwundet, von den Irakern ganz zu schweigen; er hat 3,4 Billionen Dollar gekostet; und heute hat der Irak keine pro-amerikanische Regierung, sondern eine, die eher zum Iran neigt, und es droht ein schiitisch-sunnitischer Konflikt. Der amerikanische Einflu\u00df in der Region wurde nicht gest\u00e4rkt.<\/p>\n<p>Chas Freeman erkl\u00e4rt weiter, der Krieg habe nicht die Macht der Vereinigten Staaten demonstriert, sondern die Grenzen der F\u00e4higkeit der USA, ihre Ziele durchzusetzen. Wenn es das Ziel war, die Herrschaft des Rechts in den USA und die \u00dcberlegenheit der amerikanischen Freiheit zu demonstrieren, so habe die Welt Abu Ghraib und das Verweigern des Schutzes der Genfer Konvention f\u00fcr den Feind erleben m\u00fcssen. Dadurch seien die Vereinigten Staaten \u201emoralisch geschw\u00e4cht\u201c. In Afghanistan wurden in elf Jahren 2000 amerikanische Soldaten get\u00f6tet, 16.000 verwundet, und nun bleibe nur noch ein mehr oder weniger sch\u00e4ndlicher R\u00fcckzug, denn die Menschen, die dazu ausgebildet werden, die Sicherheit des Landes zu \u00fcbernehmen, wenden sich nun um und t\u00f6ten ihre Ausbilder.<\/p>\n<p>Der \u201eArabische Fr\u00fchling\u201c sei kein arabischer Fr\u00fchling, sondern eine salafistische Erweckung. Im Drohnenkrieg wurden 5000 Menschen ohne Anklage und ohne Gerichtsverfahren get\u00f6tet, und trotz des ziemlich barbarischen Mordes [an Osama Bin-Laden] vor laufenden Kameras sei Al-Kaida nicht am Ende, sondern vielmehr gest\u00e4rkt und habe sich nach Pakistan, in den Jemen, nach Nordafrika, in die Sahelzone und andere Orte in Europa und Asien ausgebreitet. Der Einflu\u00df der USA sei nicht gest\u00e4rkt, sondern geschw\u00e4cht worden, und nun bleibe nur noch die rohe milit\u00e4rische Macht.<\/p>\n<p>Leider haben sich die Vereinigten Staaten die Blair-Doktrin vollkommen zu eigen gemacht, sie nennen das \u201eSchutzverantwortung\u201c. Die Regierung Obama hat einen sogenannten \u201eGreueltaten-Verhinderungsrat\u201c gegr\u00fcndet, der Listen von L\u00e4ndern zusammenstellt, in denen Menschenrechte verletzt werden und f\u00fcr die eine Intervention geplant wird.<\/p>\n<p>In dieses Bild mu\u00df man noch mit hineinnehmen, da\u00df das Raketenabwehrsystem der NATO und der USA, das derzeit in Osteuropa und in einigen Mittelmeerl\u00e4ndern aufgebaut wird, von Ru\u00dfland in Verbindung mit der Osterweiterung als Versuch der Einkreisung betrachtet wird. Der fr\u00fchere Generalstabschef, General Makarow, sagte, Ru\u00dfland k\u00f6nne dieses System nicht akzeptieren, weil es die russische nukleare Zweitschlagsf\u00e4higkeit und damit das strategische Gleichgewicht zerst\u00f6rt. Und China reagiert in \u00e4hnlicher Weise auf die neuen B\u00fcndnisse, die die USA im Pazifik geschlossen haben.<\/p>\n<p>Wenn man nun die unmittelbare Lage in Bezug auf Syrien anschaut: Im Falle Libyens verhielten sich Ru\u00dfland und China noch neutral, aber nachdem sie gesehen haben, da\u00df die \u201ehumanit\u00e4re\u201c Intervention in Libyen in Wirklichkeit ein richtiger Krieg war, der mit der bestialischen Ermordung des damaligen Pr\u00e4sidenten Gaddafi endete, ohne den Schutz der Genfer Konvention, legen sie nun im UN-Sicherheitsrat konsequent ihr Veto ein. Wir haben nun den direkten Zusammenprall der \u201ePutin-Doktrin\u201c mit der \u201eBlair-Doktrin\u201c. Die Blair-Doktrin besagt, die nationale Souver\u00e4nit\u00e4t im Sinne des Westf\u00e4lischen Friedens sei beendet und humanit\u00e4re Interventionen seien zul\u00e4ssig. Die Putin-Doktrin, die Putin bewu\u00dft allen Regierungen \u00fcbermittelte, als er in diesem Jahr wieder ins Pr\u00e4sidentenamt kam, besagt dagegen, da\u00df Ru\u00dfland die UN-Charta, die allen L\u00e4ndern nationale Souver\u00e4nit\u00e4t garantiert, um jeden Preis verteidigt.<\/p>\n<p>Und der gro\u00dfe Zusammenknall k\u00f6nnte kommen, noch w\u00e4hrend wir hier reden.<\/p>\n<p>Zweitens birgt auch die Lage um den Iran das gleiche Potential, denn es ist nur zu klar, da\u00df Israel eine solche Aktion nicht wirklich allein durchf\u00fchren kann, aufgrund der Entfernungen, dem notwendigen Auftanken der Flugzeuge und verschiedenen anderen Einschr\u00e4nkungen. Deshalb ist das Ziel, die Vereinigten Staaten mit hineinzuziehen. Und wenn das geschieht, dann ist das wirklich das Ende der Zivilisation.<\/p>\n<h3>Absturz von Euro und Finanzsystem<\/h3>\n<p>Das ganze Problem wird noch dadurch verschlimmert, da\u00df wir gerade den Kollaps des transatlantischen Finanzsystems miterleben, der das Endresultat der gleichen imperialen Politik ist, ausgel\u00f6st durch die Aufhebung von Glass-Steagall und die vollst\u00e4ndige Deregulierung der Finanzm\u00e4rkte.<\/p>\n<p>Die Menschen in Griechenland, in Spanien und Portugal und auch in Italien sind v\u00f6llig verzweifelt. Es wird hier nicht viel berichtet, aber die Selbstmordrate in allen diesen L\u00e4ndern hat sich verdreifacht und vervierfacht, die Menschen sind v\u00f6llig verzweifelt, und das gibt uns einen Vorgeschmack darauf, was auch auf uns zukommen kann.<\/p>\n<p>Das Schiller-Institut und ich pers\u00f6nlich stehen in Kontakt mit vielen \u00d6konomen, die Ihnen privat sagen werden, da\u00df die Regierungen in der EU mit ihrer Austerit\u00e4tspolitik und den Rettungspaketen vollkommen unverantwortlich handeln, weil das zu einem pl\u00f6tzlichen Kollaps des Bankensystems mit unkalkulierbaren sozialen Konsequenten f\u00fchren wird. Und es ist wirklich vielsagend, da\u00df sowohl die EU als auch Gro\u00dfbritannien und auch die Regierung der Schweiz Einsatzpl\u00e4ne f\u00fcr den Fall des Euro-Kollapses und den vollkommenen Zusammenbruch des internationalen Finanzsystems erstellt haben.<\/p>\n<p>Angesichts dieser beiden t\u00f6dlichen Gefahren &#8211; der Gefahr des thermonuklearen Krieges und der Gefahr eines Finanzkrachs -, wo uns die Gefahr der Ausl\u00f6schung der menschlichen Gattung droht, stellt sich nun die Frage: Haben wir die Moral und den Intellekt, das Paradigma rechtzeitig zu \u00e4ndern? Oder werden wir am Ende nicht intelligenter sein als die Dinosaurier?<\/p>\n<p>Was wir tun m\u00fcssen, ist, eine v\u00f6llig neue Perspektive in die internationale Diskussion und eine L\u00f6sung auf der Ebene der Vernunft einzuf\u00fchren &#8211; auf einer h\u00f6heren Ebene als alle diese historischen, ethnischen, religi\u00f6sen Konflikte. Etwas, was jeder als n\u00fctzlicher f\u00fcr sich selbst und f\u00fcr die kommenden Generationen erkennen kann als die derzeitige Jagd nach dem angeblichen Eigeninteresse.<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen genau das Gegenteil der Blair-Doktrin tun: Wir m\u00fcssen das Prinzip des Westf\u00e4lischen Friedens wiederherstellen. Dieser Friede kam schlie\u00dflich nur deshalb zustande, weil 150 Jahre Religionskrieg, die im Drei\u00dfigj\u00e4hrigen Krieg kulminierten, gro\u00dfe Teile Europas so sehr verw\u00fcstet hatten, da\u00df klar war, da\u00df bei einer Fortsetzung des Krieges niemand \u00fcbrig bleiben w\u00fcrde, um sich an seinem Ergebnis zu erfreuen. Das war die Lage, in der die V\u00e4ter des Westf\u00e4lischen Friedens sich vier Jahre lang zusammensetzten, um diesen Vertrag auszuarbeiten, der zur Grundlage f\u00fcr das V\u00f6lkerrecht und die Charta der Vereinten Nationen wurde.<\/p>\n<p>Erinnern wir uns an das erste Prinzip des Westf\u00e4lischen Friedens: Es besagt, da\u00df um des Friedens willen alle Verbrechen, die von der einen oder der anderen Partei begangen wurden, vergeben und vergessen werden sollen. Wenn man das nicht tut, dann wird es niemals Frieden geben.<\/p>\n<p>Das zweite Prinzip ist, da\u00df um des Friedens willen die Politik von nun an immer auch dem Interesse des anderen dienen mu\u00df. Das ist die Grundlage, auf der ein Frieden gefunden werden kann.<\/p>\n<p>Das dritte steht nicht in dem Dokument als solchem, aber es entwickelte sich anschlie\u00dfend daraus: Das war die Formulierung der Bedeutung des souver\u00e4nen Nationalstaats und der Rolle des Staates dabei, das vom Krieg Zerst\u00f6rte wieder aufzubauen, und das auf einer fortgeschritteneren Ebene als zuvor. Und das f\u00fchrte dann zum Beginn der physischen \u00d6konomie in Form des Kameralismus.<\/p>\n<h3>Pl\u00e4ne zur wirtschaftlichen Entwicklung<\/h3>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb1.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb1-300x224.jpg\" alt=\"Abb. 1: Vorgeschlagene Eisenbahnstrecken in S\u00fcdwestasien\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>Was wir hier konkret vorschlagen, ist eine wirtschaftliche Entwicklung der gesamten Region S\u00fcdwestasien, des ganzen Gro\u00dfraums des Nahen und Mittleren Ostens (<i>Abb. 1<\/i>). Und ich m\u00f6chte, da\u00df Sie sich die gesamte Region vorstellen. Vielleicht k\u00f6nnen wir einmal das Bild der Region sehen, mit der Eurasischen Landbr\u00fccke f\u00fcr die Region des Nahen Ostens: Kaukasus, Zentralasien, Iran, Golfstaaten, die Arabische Halbinsel, Israel, die Pal\u00e4stinensische Nationalbeh\u00f6rde, Jordanien, Libanon, Syrien, T\u00fcrkei und Irak. Sehen wir das als einen einheitlichen, integrierten Raum. Und statt diesen Raum zum Schlachtfeld der thermonuklearen Zerst\u00f6rung des Planeten zu machen, sollten wir ihn lieber zu einer der bl\u00fchendsten und entwickeltsten Regionen der Erde machen.<\/p>\n<p>Jetzt bitte das Bild der W\u00fcsten (<i>Abb. 2<\/i>): Wenn Sie sich das betrachten, dann sehen Sie ein enormes W\u00fcstengebiet, das an der Atlantikk\u00fcste Nordafrikas beginnt und sich dann \u00fcber die Arabische Halbinsel bis hin nach Westchina hinzieht, es bedeckt eine Fl\u00e4che von 13 Mio. km<sup>2<\/sup>.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb2-1024x744.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb2-300x217.jpg\" alt=\"Abb. 2: Die gro\u00dfen W\u00fcsten der Welt \u2013 Von der Atlantikk\u00fcste Nordafrikas bis in den Westen Chinas zieht sich ein 13 Mio. Km&lt;sup&gt;2&lt;\/sup&gt; gro\u00dfer W\u00fcsteng\u00fcrtel\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Nun denken Sie an die zerbombten St\u00e4dte in Gaza, Bagdad, gro\u00dfer Teile Syriens &#8211; wir haben das ja oft genug im Fernsehen gesehen. Da sehen wir eine Region, die v\u00f6llig zerst\u00f6rt ist, mit einem Durchschnittseinkommen der meisten Menschen von 800 $ &#8211; nicht im Monat, sondern im Jahr. Und das ist der Grund, warum es nicht leicht ist, einen Frieden herzustellen, denn wenn solche Armut herrscht und man sieht, was vor sich geht, dann ist es nicht schwierig, dort Terroristen zu rekrutieren.<\/p>\n<p>Aber dieses Bild mu\u00df nicht die einzige Vision bleiben, denn diese Region sah nicht immer so aus. Am Ende der letzten Eiszeit war sie gr\u00f6\u00dftenteils von Vegetation bedeckt. Wenn man die letzten 20.000 Jahre seit der letzten Eiszeit in eine f\u00fcnfmin\u00fctige Computeranimation zusammenrafft, dann sieht man, wie sich die W\u00fcsten ausgebreitet haben. Und die W\u00fcsten breiten sich immer noch aus. Vor f\u00fcnf Jahren warnten die Vereinten Nationen, wenn die Expansion der W\u00fcsten nicht r\u00fcckg\u00e4ngig gemacht w\u00fcrde, k\u00f6nne dies zur Vertreibung von 50 Millionen oder noch mehr Menschen f\u00fchren.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb3.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb3-255x300.jpg\" alt=\"Abb. 3: Das Haus der Weisheit in Bagdad\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>Aber es gab auch eine Periode, in der dieser Teil der Welt fast der h\u00f6chstentwickelte war! Das war zur Zeit der Seidenstra\u00dfe, der Zeit, als es in dieser Region den gr\u00f6\u00dften Austausch von Waren und Kulturen gab, als der Handel, die Urbanisierung, die Architektur bl\u00fchte. Bagdad war zur Zeit der Abbasiden-Dynastie die modernste Stadt der Welt. Es gab dort mehr gebildete Menschen, mehr B\u00fccher, mehr Bibliotheken als irgendwo sonst (<i>Abb. 3<\/i>).<\/p>\n<p>Das war zu der Zeit, als der Kalif Harun Al-Raschid Beziehungen zu Karl dem Gro\u00dfen hatte, und in dieser Zeit sammelten sie alles Wissen aus dem Mittelmeerraum, aus \u00c4gypten, aus Griechenland, Italien und Spanien. Boten brachten dieses Wissen zu Kalifen wie Al-Mansur oder Harun Al-Raschid und die wogen ihnen das, was sie gefunden hatten, in Gold auf. Als Europa nach dem Ende des R\u00f6mischen Reichs zerst\u00f6rt war, ging dort ein gro\u00dfer Teil des Wissens \u00fcber die hohe Zeit der griechischen Zivilisation und anderer fortgeschrittener Perioden verloren, und nur durch die Beziehungen zwischen Harun Al-Raschid und Karl dem Gro\u00dfen konnte Europa seine fr\u00fcheren Wurzeln wiederentdecken!<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb4.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb4-276x300.jpg\" alt=\"Abb. 4: Harun Al-Raschid beim Polo-Spiel\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Hier sehen Sie das erste Krankenhaus; dies hier ist eine Wasseruhr, die Harun Al-Raschid \u00fcberreicht wurde, das ist ein wundersch\u00f6nes Geschenk f\u00fcr ihn. Hier sehen wir Harun Al-Raschid beim Polospiel (<i>Abb. 4<\/i>). Ich finde das sehr am\u00fcsant, denn es zeigt, da\u00df man damals die Mu\u00dfe f\u00fcr solche Dinge hatte. Dies hier ist das Haus der Weisheit in Bagdad, hier sehen wir eine Schule mit Sch\u00fclern.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb5.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb5-300x195.jpg\" alt=\"Abb. 5: Die medizinischen Lehren Ibn Sinas verbreiteten sich \u00fcber die gesamte islamische Welt\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>Dies hier ist Ibn Sina, der nicht aus dem Irak stammt, sondern, soweit ich wei\u00df, aus einer Region, die heute zum Iran geh\u00f6rt, wo es viele Denker gab: Al-Farrabi, Al-Kindi und Ibn Sina, der wirklich in der Tradition Platons stand und Platons Werk fortf\u00fchrte. Ibn Sina war auch ein Meister der Medizin, er hatte sehr fortschrittliche Kenntnisse \u00fcber den K\u00f6rper. Hier ist eine lateinische \u00dcbersetzung seines Werks. Hier sehen Sie, wie sich sein Einflu\u00df verbreitete. Ibn Sina war so ber\u00fchmt und in seinen medizinischen Studien so fortschrittlich, da\u00df sein Wissen erst im 17. Jahrhundert in Europa \u00fcberholt wurde.<\/p>\n<p>Nun, es gibt keinen Grund, warum dieses Goldene Zeitalter der Persischen und Arabischen Renaissance nicht wiederbelebt werden k\u00f6nnte. Es ist \u00e4hnlich wie bei den europ\u00e4ischen Kulturen, die heute von ihren H\u00f6hepunkten abgeschnitten sind: Italien ist nicht mehr auf dem Niveau der italienischen Renaissance, Deutschland ist nicht auf dem Niveau seiner eigenen klassischen Periode &#8211; aber es gibt keinen Grund, warum nicht nur Europa, sondern auch die arabische, die persische und islamische Welt nicht auf einem modernen Niveau wiedergeboren werden k\u00f6nnte, aber mit einer Verbindung zu ihren Wurzeln in ihrem fr\u00fcheren Goldenen Zeitalter.<\/p>\n<p>Vor allem herrscht ein schrecklicher Mangel an Infrastruktur und an industrieller Entwicklung. Es gibt dort wegen des gro\u00dfen Wassermangels fast keine Landwirtschaft. Man kann f\u00fcnf, sechs, sieben Stunden lang \u00fcber Nordafrika und den Nahen Osten fliegen und hinaus sehen und sieht keinen einzigen gr\u00fcnen Fleck. Ich habe das einmal getan und ich habe gesucht &#8211; wo sind die Oasen? Es gab keine!<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb6_EN.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb6_EN-300x200.jpg\" alt=\"Abb. 6: Schon 1991 schlugen Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche vor, die Eurasien durch ein Netz von Infrastrukturkorridoren zu erschlie\u00dfen und zu entwickeln\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Wir m\u00fcssen deshalb die Region als einen Teil der Weltlandbr\u00fccke behandeln. Das ist ein Konzept, das sich aus einem Vorschlag entwickelte, den Herr LaRouche und ich als Reaktion auf den Zusammenbruch der Sowjetunion machten und 1991 vorstellten. Es war die Idee, die Bev\u00f6lkerung und die Industriezentren Europas mit denen Asiens durch sogenannte \u201eEntwicklungskorridore\u201c zu verbinden. Wir gingen dabei, nachdem wir das gr\u00fcndlich studiert hatten, von den bestehenden Linien der Transsibirischen Eisenbahn und der alten Seidenstra\u00dfe aus, denn das waren einfach aus geographischen Gr\u00fcnden die optimalen Orte, und wir schlugen eine intensive Zusammenarbeit aller L\u00e4nder entlang der Eurasischen Landbr\u00fccke vor.<\/p>\n<p>Das war unsere Idee f\u00fcr eine Friedensordnung f\u00fcr das 21. Jahrhundert, und wir veranstalteten buchst\u00e4blich Hunderte von Seminaren und Konferenzen dar\u00fcber. Und die Leute sagten: \u201eJa, das ist vielleicht eine nette Idee, aber sie ist utopisch. Wer soll denn das bezahlen?\u201c<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb7.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb7-300x173.jpg\" alt=\"Abb. 7: Aus dem Vorschlag der Eurasischen Landbr\u00fccke entwickelte sich das Konzept der Weltlandbr\u00fccke\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>Doch das wuchs zur Weltlandbr\u00fccke (<i>Abb. 7<\/i>) an: Was sich jetzt entwickelt und in die Tat umgesetzt wird, und was zu Beginn nur eine Idee war, befindet sich jetzt in verschiedenen Stufen der Realisierung durch die Regierungen Chinas, Ru\u00dflands und S\u00fcdkoreas. Die Idee dabei ist, das Entwicklungsprogramm f\u00fcr den Nahen Osten als Ausweitung der Weltlandbr\u00fccke zu betrachten.<\/p>\n<p>Denn was ich hier sage und was Hussein Askary sp\u00e4ter in seinem Vortrag weiterentwickeln wird, das wird nur funktionieren, wenn wir die Regierungen Ru\u00dflands, Chinas, Indiens, des Iran sowie einige europ\u00e4ische Nationen und hoffentlich die Vereinigten Staaten \u00fcberzeugen, da\u00df sie die Politik der besonderen anglo-amerikanischen Beziehungen aufgeben und zu John Quincy Adams\u2019 Politik einer Allianz vollkommen souver\u00e4ner L\u00e4nder zur\u00fcckkehren m\u00fcssen. Dann kann man das verwirklichen.<\/p>\n<p>Erste Priorit\u00e4t mu\u00df ein Krieg gegen die W\u00fcste haben, denn eines der gr\u00f6\u00dften Probleme in diesem Gebiet ist das Fehlen von Frischwasser. Deshalb m\u00fcssen wir drei Schl\u00fcsselprobleme angehen: die Umleitung der arktischen, mittelsibirischen Wasserl\u00e4ufe, aber auch Projekte wie das t\u00fcrkische GAP-Projekt oder die Friedenspipeline der T\u00fcrkei, die nie verwirklicht wurde. Der Oasenplan, den LaRouche seit 1974 vorschl\u00e4gt, sollte darin eingeschlossen sein. Der Schwerpunkt mu\u00df dabei auf Meerwasserentsalzung durch Kernenergie und auf der Anlage unterirdischer Wasserspeicher liegen.<\/p>\n<p>Die Herangehensweise sollte dem entsprechen, was wir mit der Nordamerikanischen Wasser- und Stromallianz (NAWAPA) vorgeschlagen haben. Das ist das bisher gr\u00f6\u00dfte Infrastrukturprojekt der Menschheit. Die in das Nordpolarmeer abflie\u00dfenden Wassermassen sollen \u00fcber ein System von Pumpstationen die Rocky Mountains entlang bis nach Mexiko gebracht werden. Das w\u00fcrde sofort sechs Millionen Arbeitspl\u00e4tze schaffen. Als Ergebnis unserer Arbeit besch\u00e4ftigen sich zur Zeit Kreise im US-Kongre\u00df damit.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb8.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb8-300x270.jpg\" alt=\"Abb. 8: Der Aralsee 1989 und heute\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Die zugrunde liegende Idee dabei ist ein menschlicher Eingriff zur Verbesserung der Biosph\u00e4re durch die Umleitung flie\u00dfender Gew\u00e4sser im gro\u00dfen Ma\u00dfstab, was ein Aufbl\u00fchen der Vegetation verursacht. Diese Vegetation sorgt dann mithilfe der Photosynthese f\u00fcr das Verdunsten von Wasser, es kommt zu Wolkenbildung, neuen Regen- und Wettergebieten.<\/p>\n<p>Zweitens wollen wir ein gro\u00dfes Projekt zur Umleitung von Fl\u00fcssen, z.B. die Umleitung des Wassers der Petschora, die ins Nordpolarmeer (Barentssee) flie\u00dft, \u00fcber die Kama in die Wolga. Dadurch werden 15 km\u00b3 Wasser in das Kaspische Meer gebracht. Schon w\u00e4hrend der Breschnew-\u00c4ra besch\u00e4ftigte man sich mit diesem Projekt. Damals wurden die Kosten auf 4 Mrd.$ gesch\u00e4tzt, was offensichtlich nicht viel ist. Dieses Projekt wurde w\u00e4hrend der Gorbatschow-\u00c4ra v\u00f6llig eingestellt.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb9.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb9-218x300.jpg\" alt=\"Abb. 9: Schon Ende der 1940er Jahre entstand der Vorschlag, Wasser aus den sibirischen Fl\u00fcssen Irtysch und Ob \u00fcber den sog. \u201eSib-Aral-Kanal\u201c in den Aralsee zu leiten\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>Ebenso wollen wir die Umleitung der Fl\u00fcsse Ob und Irtysch durch einen 2500 km langen Kanal, der durch ein System von sechs Pumpstationen um 300 Meter angehoben und in den Aralsee geleitet wird (<i>Abb. 9<\/i>). Zu Beginn werden nur 7% der Abflu\u00dfmenge dieser beiden Fl\u00fcsse 26 km\u00b3 Wasser in den Aralsee bef\u00f6rdern. In einer zweiten Phase sollen es durch die Vergr\u00f6\u00dferung des Kanals 60 km\u00b3 sein. Dadurch kann das Wasser dann auch gr\u00f6\u00dfere Schiffe tragen.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb10.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb10-300x163.jpg\" alt=\"Abb. 10: Der (auch Karakum-Kanal genannte) Turkmenische Kanal ist mit mehr als 1300 km L\u00e4nge einer der gr\u00f6\u00dften Bew\u00e4sserungskan\u00e4le der Welt\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Dann wollen wir auch, dem Turkmenischen Kanal (<i>Abb. 10<\/i>) folgend, den Eurasischen Kanal f\u00fcr den Schiffsverkehr vom Schwarzen Meer \u00fcber den Don-Wolga-Kanal durch den russischen Teil des Kaukasus bis nach Afghanistan und zum Aralsee ausbauen. Dann wird Zentralasien eine Verbindung \u00fcber das Mittelmeer zum Atlantik und \u00fcber den Suezkanal zum Indischen Ozean haben. Das wird nicht nur dem Schiffsverkehr dienen, sondern auch einer diversifizierten Landwirtschaft, denn Baumwolle ist die wasserintensivste Nutzpflanze \u00fcberhaupt und sollte in diesen Regionen eigentlich nicht angebaut werden.<\/p>\n<p>Wenn das gemacht wird, wird der Aralsee reichhaltig sein, wieder voller Fischpopulationen wie fr\u00fcher, und die Bew\u00e4sserung in dem Gebiet wird auch f\u00fcr ein gem\u00e4\u00dfigteres Klima sorgen.<\/p>\n<p>Ein weiteres Projekt ist dann eine unterirdische Pipeline von 4-5 m Durchmesser, die Wasser vom Turkmenischen Kanal in die sehr fruchtbare kaspische Zentralregion des Iran liefern wird. Das Wasser w\u00fcrde \u00fcber die Alborz-Berge zu den zentraliranischen St\u00e4dten westlich von Maschhad gepumpt werden. Diese Pipeline k\u00f6nnte sehr schnell gebaut werden, weil diese Region schon gute Verbindungen zur Eurasischen Eisenbahn hat, die durch Maschhad verl\u00e4uft.<\/p>\n<p>Die iranische Regierung hat bereits mehrere dieser Projekte begonnen, um gegen die Ausbreitung der W\u00fcste vorzugehen, und sie arbeitet dabei mit den zentralasiatischen Nationen zusammen. Die iranische Regierung will Wasserwege f\u00fcr Schiffe zwischen dem Kaspischen Meer und dem Persischen Golf schaffen, und es gibt weitere wohldefinierte Projekte, zum Teil schon in Arbeit, zum Teil noch in der Schublade, und einige bisher nur in den K\u00f6pfen der Ingenieure.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb111.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb111-300x194.jpg\" alt=\"Abb. 11: Das S\u00fcdost-Anatolien-Projekt sieht den Bau von insgesamt 22 Staud\u00e4mmen im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei vor\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>So gibt es beispielsweise das t\u00fcrkische Projekt namens GAP f\u00fcr das s\u00fcd\u00f6stliche Anatolien, dessen Vorbild die amerikanische Tennesseetal-Beh\u00f6rde (TVA) ist. Es begann vor 22 Jahren und wird am Ende aus 22 Staud\u00e4mmen f\u00fcr Stromerzeugung, Wasserregulierung, Bew\u00e4sserung und Hochwasserschutz bestehen. Das wird im S\u00fcdosten der T\u00fcrkei sein und 10% der Landfl\u00e4che zwischen dem Euphrat-Tigris-Becken und den s\u00fcd\u00f6stlichen Ebenen umfassen. Letztlich werden dadurch 1,7 Mio. ha Land f\u00fcr die landwirtschaftliche Nutzung erschlossen.<\/p>\n<p>Allerdings liegt dieses Gebiet an der Grenze der T\u00fcrkei zu Syrien, Irak und Iran und hat eine gro\u00dfe kurdische Bev\u00f6lkerung, und gegenw\u00e4rtig ist es offensichtlich einer der entscheidenden Gefahrenherde der Krise. Die Entwicklungsperspektive ist aber der einzige Weg, wie in dieser Region Frieden einkehren kann, und es ist ein sehr, sehr eindrucksvolles Projekt.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb12.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb12-300x187.jpg\" alt=\"Abb. 12: Teil des Projektes ist der Atat\u00fcrk-Damm\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>Das Kernst\u00fcck des GAP ist der Atat\u00fcrk-Damm, einer der gr\u00f6\u00dften der Welt. Er bringt Wasser in die Ebenen von Harran, Mardin und Ceylandpinar und macht mehr Landwirtschaft und Industrie m\u00f6glich.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignright\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/24_turkey_peace_pipeline_1987-698x1024.gif\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/24_turkey_peace_pipeline_1987-204x300.gif\" alt=\"Abb. 13: Die Friedenspipeline\" style=\"\" class=\"alignright\"><\/a><\/div>1993, zur Zeit des Osloer Abkommens, machte der arabisch-israelische Friedensproze\u00df Fortschritte, und zu der Zeit entstand die Idee der t\u00fcrkischen Friedenspipeline. Das wurde nie verwirklicht, aber der Plan war, Wasser aus der T\u00fcrkei nach Israel und Pal\u00e4stina, Jordanien und den arabischen W\u00fcstenstaaten der Golfregion zu bringen, dazu noch eine westliche Pipeline zum Flu\u00df Ceyhan, dessen Wasser bisher ungenutzt bei Adana ins Mittelmeer abflie\u00dft. Diese beiden Leitungen sollen und werden Wasser liefern, die eine im Westen durch Syrien, Jordanien, Israel, Pal\u00e4stina bis Saudi-Arabien, sie wird am Ende 2007 km lang sein, und die andere im Osten durch Syrien, Irak, Kuwait und andere Golfstaaten, insgesamt 3900 km lang. Sie werden 16 Mio. m<sup>3\u00a0<\/sup>Wasser t\u00e4glich liefern.<\/p>\n<p><div class=\"shortcode-image alignleft\"><a href=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb14_EN.jpg\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/schillerinstitut.com\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/hzl-abb14_EN-235x300.jpg\" alt=\"Abb. 14: LaRouches Oasenplan von 1991\" style=\"\" class=\"alignleft\"><\/a><\/div>1975 reiste Herr LaRouche nach Bagdad zur Jahresfeier der Baath-Partei und hatte dort Gelegenheit, mit vielen f\u00fchrenden Vertretern der arabischen Welt zu sprechen. Er besichtigte einige der \u00e4lteren Bew\u00e4sserungssysteme im Irak und kehrte zur\u00fcck mit der Idee des \u201eOasenplans\u201c. Das Entscheidende daran ist die Idee, Kernkraftwerke f\u00fcr die Entsalzung von Meerwasser in sehr gro\u00dfen Mengen zu benutzen.<\/p>\n<p>In j\u00fcngster Zeit haben die Internationale Atomenergiebeh\u00f6rde, die iranische Regierung, der Golf-Kooperationsrat und Frankreich verschiedene Studien \u00fcber die Kosten und Effizienz von Entsalzungsanlagen mit Kernkraft statt Gas erstellt. Gegenw\u00e4rtig ist der Iran das einzige Land der Region mit einem gro\u00dfen zivilen Kernkraftwerk, Buschehr, seit 2001, das in Zusammenarbeit zwischen dem Iran und Ru\u00dfland entstand. Der urspr\u00fcngliche Entwurf von Siemens aus den fr\u00fchen siebziger Jahren schlo\u00df auch gro\u00dfe Entsalzungsanlagen ein, die bisher noch nicht dazugeh\u00f6ren, und jetzt plant der Iran mehrere neue Reaktoren, die auch zur Meerwasserentsalzung genutzt werden sollen.<\/p>\n<p>Die Vereinigten Arabischen Emirate haben heute ein Abkommen, die Emirate Nuclear Energy Corporation (ENEC), 2009 in Abu Dhabi gegr\u00fcndet, f\u00fcr ein Gesch\u00e4ft mit S\u00fcdkorea. In Zusammenarbeit mit der Korea Electric Power Corporation (KEPCO) sollen bis 2020 vier Kernkraftwerke von zusammen 1400 MW fertiggestellt werden. Das erste ist gerade im Juli 2012 angelaufen. Die saudische Regierung plant, bis 2030 insgesamt 16 Kernkraftwerke zu bauen. Die Zusammenarbeit der Emirate mit S\u00fcdkorea sieht auch die Ausbildung von Ingenieuren aus den Emiraten in Korea vor. In Saudi-Arabien war urspr\u00fcnglich auch in der K\u00f6nig-Adullah-Stadt ein Ausbildungsprogramm f\u00fcr Atom- und Erneuerbare Energien vorgesehen, das meines Wissens nicht fortgesetzt wird. Die gro\u00dfe Achillesferse f\u00fcr Saudi-Arabien ist, da\u00df es sich bisher fast ausschlie\u00dflich auf Arbeitskr\u00e4fte und Fachwissen aus dem Ausland verlassen mu\u00df.<\/p>\n<p>Es ist ganz offensichtlich, da\u00df uns viel Blutvergie\u00dfen und Elend erspart geblieben w\u00e4re, wenn man LaRouches Oasenplan von 1975 verwirklicht h\u00e4tte. Zu verschiedenen Zeitpunkten waren f\u00fchrende Kr\u00e4fte in Israel wie in Pal\u00e4stina mit LaRouche darin einig, in diese Richtung zu gehen. So begannen z.B. der damalige israelische Au\u00dfenminister Schimon Peres und Ministerpr\u00e4sident Jitzhak Rabin 1985 eine Kampagne f\u00fcr einen Marshallplan im Nahen Osten.<\/p>\n<p>Als 1993 das Osloer Abkommen unterzeichnet wurde, kam die Welt sehr nahe an die M\u00f6glichkeit der Verwirklichung dieses Planes heran. Aber es gab ein gro\u00dfes Problem, was Lyndon LaRouche besonders betonte: Dieser Friedensplan k\u00f6nnte nur Erfolg haben, wenn die Bev\u00f6lkerung in der armen Region, besonders in Pal\u00e4stina, sofort sieht, da\u00df die Bagger anfangen zu arbeiten, damit die Bev\u00f6lkerung eine Perspektive f\u00fcr eine bessere Zukunft hat.<\/p>\n<p>Das wurde aber von der Weltbank und der internationalen Gemeinschaft v\u00f6llig sabotiert. Die Weltbank veranstaltete am 20. September 1993 eine Konferenz, auf der sie die Finanzierung von Wasser- und Energieprojekten ausdr\u00fccklich ablehnte. Peres und Rabin sprachen damals von einem Budget von 50 Mrd.$, um dieses Programm in Gang zu bringen. 50 Milliarden, verglichen mit etwa 25 Billionen, die allein aufgewendet wurden, um die amerikanischen Banken zu retten &#8211; das zeigt die Verh\u00e4ltnisse!<\/p>\n<p>Was wir nun brauchen, ist die Erweiterung der Weltlandbr\u00fccke in diese Region, und das mu\u00df mit anderen wesentlichen Infrastrukturprojekten einhergehen, etwa der Begr\u00fcnung der W\u00fcsten und Wassermanagement und Schaffung von Verkehrswegen. Die Staaten des Golf-Kooperationsrates bauen schon an einem internationalen Bahnnetz, das 2017 fertiggestellt sein soll, und es gibt Studien f\u00fcr eine Strecke von Saudi-Arabien nach \u00c4gypten \u00fcber den Akaba-Golf im S\u00fcden durch Sinai. Das ist seit Jahren in Vorbereitung und wurde nur durch die Krise unterbrochen.<\/p>\n<p>Der Zweck dieses Projektes ist unter anderem, f\u00fcr die muslimischen Pilger, die per Luft, See oder Land kommen, Bahnverbindungen zu schaffen. Ein anderes Projekt ist die Br\u00fccke \u00fcber die Stra\u00dfe von Bab-El-Mandeb zwischen Jemen und Dschibuti. Das stammt von einer d\u00e4nischen Firma, Cowi, brach aber praktisch ab, als die Immobilienblase in Dubai platzte. Es k\u00f6nnte aber die wichtigste Landverbindung zwischen Asien und Afrika s\u00fcdlich der Sahara werden. Au\u00dferdem gibt es die Idee, eine Br\u00fccke oder einen Tunnel durch die Stra\u00dfe von Hormus zu bauen und die vor mehr als hundert Jahren geplante osmanisch-deutsche Hedschasbahn zu erneuern, um die heiligen Orte im westlichen Arabien \u00fcber Jordanien und Syrien mit der T\u00fcrkei zu verbinden. Die Berlin-Bagdad-Bahn existiert und soll zur Golfprovinz der Hedschasbahn erweitert werden, aber sie mu\u00df dringend modernisiert werden. Saudi-Arabien hat Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Anbindung an die irakische Eisenbahn, und der Iran hat bereits eine Strecke vom Golfhafen Bandar Abbas nach Turkmenistan geschaffen \u00fcber die 1996 vollendete Strecke Maschhad-Sarak, womit die alte Seidenstra\u00dfe erneuert wurde.<\/p>\n<p>Die Inbetriebnahme dieser Verbindung 1996 war ein wichtiger Durchbruch. Zu der Zeit fand gerade in Peking die gro\u00dfe Konferenz mit Vertretern aus 34 beteiligten L\u00e4ndern statt, die \u00fcber Projekte f\u00fcr die 34 Regionen entlang der Eurasischen Landbr\u00fccke sprachen, und Peking erkl\u00e4rte das damals zur langfristigen strategischen Perspektive Chinas. Das wurde wegen der Asienkrise 2007-08 unterbrochen, aber inzwischen steht die Eurasische Landbr\u00fccke wieder voll auf der Tagesordnung.<\/p>\n<p>Ru\u00dfland, Iran und Aserbeidschan arbeiten auch an einer weiteren Strecke durch den Kaukasus nach Europa. Zur Zeit arbeiten einzelne L\u00e4nder an verschiedenen Projekten. Manche davon verstauben in der Schublade, andere sind noch nicht einmal in Machbarkeitsstudien ausgearbeitet.<\/p>\n<p>Wie l\u00f6st man nun das Problem, da\u00df einige reiche L\u00e4nder einen massiven Mangel an Fachkr\u00e4ften haben, einige L\u00e4nder sehr arm sind, und andere ausgebildete Arbeitskr\u00e4fte, aber keine Ressourcen haben? Wie schafft man Entwicklung f\u00fcr die Region als ganzes? Dazu mu\u00df man mit einem Gesamtkonzept anfangen, einer Vision, wie diese Region in 20, 40 oder sogar 50 Jahren aussehen soll. Und dann m\u00fcssen alle beteiligten Regierungen beschlie\u00dfen, als bewu\u00dfte Strategie zur Vermeidung von Kriegen diese Entwicklung zu verfolgen. Es mu\u00df dann Vorbereitungskonferenzen der Verkehrs- und Forschungsministerien geben, die die Einzelheiten des Planes, den wir hier nur grob umrei\u00dfen, ausarbeiten m\u00fcssen, und dann mu\u00df das Ziel den V\u00f6lkern der Region bekanntgemacht werden.<\/p>\n<p>Das sollte eine Erkl\u00e4rung in der Tradition von Teheran 1943 sein, als Franklin Roosevelts pers\u00f6nlicher Repr\u00e4sentant, Gen. Patrick Hurley, die Erkl\u00e4rung zum Iran vorstellte, in der dem Iran unabh\u00e4ngige Souver\u00e4nit\u00e4t und territoriale Einheit zugesichert wurde. Roosevelt gab auch einen wirtschaftlichen Entwicklungsplan in Auftrag und versprach Hilfe beim anschlie\u00dfenden Aufbau der Wirtschaft. Ich zitiere nun aus dieser Erkl\u00e4rung von Teheran, ver\u00e4ndere sie aber so, da\u00df nicht nur der Iran, sondern die ganze Region eingeschlossen wird, ich \u00e4ndere dazu drei Worte:<\/p>\n<p>\u201eDie Einf\u00fchrung der amerikanischen Methode der Selbstregierung und des freien Unternehmertums in allen L\u00e4ndern des Gro\u00dfraums Nahost\u201c &#8211; statt \u201eIran\u201c &#8211; \u201ewird eine Versicherung sein, da\u00df die Einnahmen aus der Erschlie\u00dfung der Rohstoffe der L\u00e4nder der Region wesentlich dazu dienen, Schulen, Krankenh\u00e4user, Kanalisation, Bew\u00e4sserungsanlagen zu bauen sowie alle Einrichtungen, die zu Gesundheit, Gl\u00fcckseligkeit und Gemeinwohl der Menschen der Region beitragen. M\u00f6ge dieser Plan f\u00fcr den Aufbau von Nationen durch unsere Erfahrung in der Region verbessert werden und zum Kriterium f\u00fcr die Beziehungen der Vereinigten Staaten zu allen Nationen werden, die jetzt unter den \u00dcbeln habgieriger Minderheiten, Monopole, Aggression und Imperialismus leiden.\u201c<\/p>\n<p>Die Vereinigten Staaten m\u00fcssen daf\u00fcr nur zur Tradition ihrer Gr\u00fcnderv\u00e4ter zur\u00fcckkehren, von Benjamin Franklin, Lincoln, John Quincy Adams, Franklin D. Roosevelt &#8211; und das ist auch heute in den Vereinigten Staaten eine starke Tradition.<\/p>\n<h3>Wer soll das bezahlen?<\/h3>\n<p>Hier taucht nat\u00fcrlich die Frage auf: Wer soll das finanzieren? Man k\u00f6nnte polemisch fragen: Wieviel ist es uns wert, diese Ausl\u00f6schung der Zivilisation zu verhindern, die es g\u00e4be, wenn all das nicht umgesetzt wird? Nun, ich kann Ihnen versichern: Im alten Paradigma der Globalisierung wird es niemals zustande kommen, weil dieses System kurz davor steht, sich in einer hyperinflation\u00e4ren Explosion aufzul\u00f6sen.<\/p>\n<p>Deshalb mu\u00df dieses System ersetzt werden durch ein Kreditsystem in der Tradition von Alexander Hamilton, dem ersten Finanzminister der Vereinigten Staaten, und die Gr\u00fcndung einer Nationalbank. Ein Widerhall dieser Politik war Franklin Roosevelts Reconstruction Finance Corporation. Auch die Kreditanstalt f\u00fcr Wiederaufbau nutzte sie bei der Entwicklung des Marshallplans in Deutschland in der Nachkriegszeit, und mit Hilfe dieser Politik wurde Deutschland aus dem Tr\u00fcmmerfeld von 1945 innerhalb weniger Jahre zu dem Wirtschaftswunder, das von der ganzen Welt bewundert wurde.<\/p>\n<p>Deshalb mu\u00df jede beteiligte Nation eine Nationalbank gr\u00fcnden, die Kreditlinien f\u00fcr solche klar definierten Projekte vergibt. Und dann braucht man ein multinationales, langfristiges Abkommen zwischen den Regierungen, ein Abkommen, das dieses neue Kreditsystem verk\u00f6rpert. Die Kredite m\u00fcssen langfristig und niedrig verzinst sein, und sie m\u00fcssen ausschlie\u00dflich an realwirtschaftlichen Kriterien ausgerichtet sein. Sie m\u00fcssen zu einem Maximum an Energieflu\u00dfdichte f\u00fchren, was automatisch bedeutet, da\u00df man beispielsweise Erd\u00f6l nicht als Treibstoff, sondern als Rohstoff f\u00fcr die chemische Produktion verwendet.<\/p>\n<p>Man jagt dabei nicht ausl\u00e4ndischen Investitionen hinterher, sondern das Kreditsystem wird Kredite f\u00fcr die zuk\u00fcnftige Produktion realer, physischer G\u00fcter bereitstellen. Kaum jemand versteht dieses Konzept, aber es ist ganz entscheidend, diese Politik der Kreditlinien f\u00fcr zuk\u00fcnftige Produktion im Gegensatz zu den Bankenrettungen der Vergangenheit zu verstehen.<\/p>\n<p>Es besteht eine sehr gute Chance, da\u00df in den Vereinigten Staaten in der \u00dcbergangszeit bis zum neuen Jahr, wenn der neue Kongre\u00df sein Amt antritt, das Glass-Steagall-Gesetz beschlossen wird. Das ganze Land ist in der Hinsicht in Bewegung, nicht nur im Kongre\u00df und im Senat, sondern auch unter vielen regionalen Sparkassen; sogar bei den Republikanern gibt es einen gro\u00dfen Vorsto\u00df. Einige Leute von der Wallstreet und sogar einige in der Londoner City haben erkannt, da\u00df alle diese Regeln &#8211; die Volcker-Regel, die Vickers-Kommission, das \u201eZaunmodell\u201c (Ringfencing) -, alle diese verw\u00e4sserten Varianten nicht funktionieren und da\u00df nur eine komplette R\u00fcckkehr zu Franklin D. Roosevelts Glass-Steagall-Gesetz das Problem l\u00f6sen kann.<\/p>\n<p>Wenn das geschieht, werden die Gesch\u00e4ftsbanken unter staatlichen Schutz gestellt und die Investmentbanken m\u00fcssen ihre Bilanzen selbst bereinigen, ohne Zugriff auf die Sparguthaben der Gesch\u00e4ftsbanken und ohne Rettungspakete aus Steuergeldern. Und dann ist es sehr wahrscheinlich, da\u00df einige dieser Banken Insolvenz anmelden werden m\u00fcssen.<\/p>\n<p>An dem Punkt braucht man ein Kreditsystem, weil nicht genug Liquidit\u00e4t da sein wird, damit die Wirtschaft arbeiten kann. An dem Punkt werden anstelle hyperinflation\u00e4rer Rettungspakete f\u00fcr alte Schulden Kreditlinien f\u00fcr zuk\u00fcnftige Produktion ins Spiel kommen.<\/p>\n<h3>Das Amerikansiche System<\/h3>\n<p>Dies reicht zur\u00fcck zu den Konzepten von Friedrich List und der Zollunion, der wirtschaftlichen Entwicklung Deutschlands im 19. Jahrhundert, und es war Friedrich List, der in seinen Schriften den Unterschied zwischen dem britischen und dem amerikanischen Wirtschaftssystem sehr deutlich machte. Er beschreibt ausf\u00fchrlich, da\u00df das britische System auf Monetarismus und Freihandel beruht. \u201eBillig einkaufen und teuer verkaufen\u201c &#8211; das ist das heutige System von Weltbank, IWF, WTO und allen ma\u00dfgeblichen Finanzinstitutionen, die jetzt vor dem Bankrott stehen.<\/p>\n<p>Das zweite System, das Amerikanische System der Wirtschaft, ist ganz anders. Es geht von der Annahme aus, da\u00df die einzige Quelle des Reichtums in der Steigerung der Produktivit\u00e4t der Arbeitskraft liegt, und da\u00df es deshalb das Interesse des Staates ist, die Erkenntniskr\u00e4fte seiner B\u00fcrger bestm\u00f6glich zu entwickeln.<\/p>\n<p>Dieses Amerikanische System wurde von Henry C. Carey, Lincolns Wirtschaftsberater, fortgesetzt und weiter ausgearbeitet, er umri\u00df dies in seiner Schrift\u00a0<i>Das Amerikanische System der politischen \u00d6konomie<\/i>. Und kaum bekannt ist die Tatsache, da\u00df \u00fcber den Einflu\u00df des amerikanischen Botschafters in Berlin, George Bancroft, und dessen Jugendfreundes John Lothrop Motley sowie Wilhelm von Kardorff, den Gr\u00fcnder des Zentralverbands der deutschen Industrie, der deutsche Kanzler Bismarck zum \u00fcberzeugten Anh\u00e4nger des Amerikanischen Systems des Protektionismus und von Carey und List wurde.<\/p>\n<p>Hier lag der Grund daf\u00fcr, da\u00df Deutschland sich am Ende der \u00c4ra Bismarck und danach sehr schnell von einer Feudalwirtschaft zu einer der f\u00fchrenden Industrienationen der Welt entwickelte; da\u00df Bismarck Freihandel und Monetarismus ablehnte und sich f\u00fcr staatlichen Schutz des Aufbaus des Staates entschied.<\/p>\n<p>Das gleiche geschah in Japan mit der Meiji-Restauration. Japan war mehrere Jahrhunderte lang isoliert gewesen, nachdem es Jesuiten und einige andere M\u00f6nche ausgewiesen hatte, es war von der \u00fcbrigen Welt v\u00f6llig abgeschnitten. Aber dann reisten Mitte des 19. Jahrhunderts einige \u00d6konomen von dort nach Deutschland und Holland und wurden mit Lists und Careys Schriften bekannt, und das setzten sie dann in der Meiji-Restauration um. Das machte auch Japan innerhalb weniger Jahre zu einer der f\u00fchrenden Nationen der Welt.<\/p>\n<p>Auch die Industrialisierung Ru\u00dflands unter Graf Witte, einem \u00fcberzeugten Anh\u00e4nger Friedrich Lists, vollzog sich auf die genau gleiche Art und Weise.<\/p>\n<p>Was ich gerade sage, steht im v\u00f6lligen Gegensatz zur gegenw\u00e4rtigen Politik und zum \u201eProjekt f\u00fcr die achtziger Jahre\u201c, das 1975 vom Council on Foreign Relations und der Trilateralen Kommission in Gang gesetzt wurde. Sie hatten ein Projekt zur \u201ekontrollierten Desintegration (Aufl\u00f6sung) der Weltwirtschaft\u201c. Das lie\u00dfen sie in etwa 22 Einzelstudien ausarbeiten, die alle im Verlag McGraw-Hill erschienen, und die Grundthese dabei war, niemals wieder ein Japan-Modell zuzulassen. Eine \u201eVerschmelzung von Sozialismus und Merkantilismus\u201c &#8211; das war damals das Schl\u00fcsselwort f\u00fcr die Industrialisierung von L\u00e4ndern der Dritten Welt &#8211; m\u00fcsse verhindert werden, sagten sie.<\/p>\n<p>Das Problem ist: Wenn wir dieses kolonialistische Denken nicht aufgeben, dann werden wir als Gattung nicht \u00fcberleben. Deshalb brauchen wir einen bewu\u00dften Sprung in der Evolution der Menschheit. Statt uns um begrenzte Ressourcen zu streiten und vermeintliche gegens\u00e4tzliche \u201egeopolitische Interessen\u201c zu verfolgen, m\u00fcssen wir in dieser ernsten Stunde der Geschichte die gemeinsamen Ziele der Menschheit definieren.<\/p>\n<h3>Strategische Verteidigung der Erde<\/h3>\n<p>Wenn nun der Nahe Osten ein Gebiet ist, wo dieser Paradigmenwechsel stattfinden mu\u00df, so gibt es einen zweiten Bereich mit anderen Gefahren, die den ganzen Planeten bedrohen. Es gibt die Gefahr durch Kernwaffen, das Raketenabwehrsystem von NATO und USA, das Ru\u00dfland als inakzeptabel betrachtet, und darauf mu\u00df man so antworten, wie es der heutige russische Vizeministerpr\u00e4sident Dmitri Rogosin formuliert hat: mit der Strategischen Verteidigung der Erde.<\/p>\n<p>LaRouche und ein junges Forscherteam haben ein Konzept erarbeitet, das in der Tradition der Strategischen Verteidigungsinitiative (SDI) steht, die mein Ehemann Ende der siebziger und Anfang der achtziger Jahre vorschlug. Es war ein umfassender Vorschlag, Kernwaffen durch Waffen auf der Grundlage neuer physikalischer Prinzipien zu ersetzen, sp\u00e4ter wurde daraus die SDI. Tats\u00e4chlich erkl\u00e4rte US-Pr\u00e4sident Reagan dies am 23. M\u00e4rz 1983 zur offiziellen amerikanischen Politik.<\/p>\n<p>Die russische Regierung lehnte das damals ab mit dem Argument, der Westen h\u00e4tte mehr Vorteile davon. Reagan schlug zweimal vor, da\u00df die USA bei der Anwendung dieser neuen physikalischen Prinzipien in der Zivilwirtschaft mitarbeiten, insofern war dieses Argument Ru\u00dflands damals nicht stichhaltig.<\/p>\n<p>An dem Punkt erkl\u00e4rte Herr LaRouche, wenn die russische Regierung bei ihrer Ablehnung bleibe, werde die Sowjetunion in f\u00fcnf Jahren zerfallen. Niemand glaubte ihm, aber die Geschichte gibt ihm recht &#8211; wegen dieser Ablehnung ist die Sowjetunion verschwunden.<\/p>\n<p>LaRouche hat diesen Vorschlag mit seinem Team weiterentwickelt zur Strategischen Verteidigung der Erde (SDE), nicht nur als Schutz vor Atomraketen, sondern auch vor der wachsenden Gefahr durch Asteroiden- und Kometeneinschl\u00e4ge, die die Menschheit bisher noch nicht technisch verhindern kann, aber auch f\u00fcr Fr\u00fchwarnsysteme vor Erdbeben, Wetterextreme, Vulkanausbr\u00fcche usw.<\/p>\n<p>Das alles sind Gefahren, die sich nicht auf irgendein Land beschr\u00e4nken. Aber das \u00dcberleben der ganzen Gattung h\u00e4ngt davon ab, ob wir diese Vorg\u00e4nge kontrollieren oder uns an sie anpassen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>In diesem Jahr sind zwei kleine Asteroiden in nur 14.000 km Entfernung an der Erde vorbeigeflogen. Der n\u00e4chste, im Februar 2013, ein Asteroid namens 2012DA14, mit einem Durchmesser von ca. 45 m und Gewicht von 14.000 t, fliegt ebenfalls relativ nahe vorbei. Er wird wahrscheinlich nicht auf der Erde einschlagen, kann aber f\u00fcr die vielen kleinen Satelliten, die um die Erde kreisen, zu einer echten Gefahr werden.<\/p>\n<p>Ein gr\u00f6\u00dferer Felsbrocken, 2011AG5, wird 2023 und 2028 der Erde nahekommen. 2040 k\u00f6nnte es zu einem Einschlag eines Asteroiden von 140 m Durchmesser kommen, und das k\u00f6nnte schon eine mittelgro\u00dfe Nation zerst\u00f6ren.<\/p>\n<p>Der Einschlag eines sehr gro\u00dfen Objektes mit etwa 10 km Durchmesser hat in Chicxulub auf der Halbinsel Yucatan in Mexiko einen Krater von 180 km Durchmesser gerissen. Es ist eine glaubw\u00fcrdige Hypothese, da\u00df dieser Einschlag die Bedingungen schuf, unter denen nicht nur die Dinosaurier, sondern 80% aller Gattungen von Lebewesen ausstarben. Der j\u00fcngste gro\u00dfe Einschlag geschah in Tunguska in Sibirien 1908. Das war nur ein Objekt von 30-50 m Durchmesser, ri\u00df aber einen Krater von einer Gr\u00f6\u00dfe, gr\u00f6\u00dfer als New York City.<\/p>\n<p><i>Tabelle 1<\/i>\u00a0zeigt die Gr\u00f6\u00dfe der Asteroiden im Verh\u00e4ltnis zur freigesetzten Energie und den Folgen des Einschlags bzw. vergleichbaren Ereignisses. Man sieht, da\u00df schon bei einem 10.000 m gro\u00dfen Objekt die ganze Menschheit ausgel\u00f6scht wird.<\/p>\n<p><div class=\"toggle-box\"><button class=\"toggle-title\" onclick=\"var d=document.getElementById('toggle-6a8cfef4c64f9');d.style.display=d.style.display==='none'?'block':'none';\">Tabelle 1: Gr\u00f6\u00dfe der Asteroiden und die Wirkung ihres Einschlags auf der Erde (Tabelle wird durch Anklicken ge\u00f6ffnet)<\/button><div class=\"toggle-content\" id=\"toggle-6a8cfef4c64f9\" style=\"display:none;\"><\/p>\n<table>\n<thead>\n<tr>\n<th>Gr\u00f6\u00dfe (Durchmesser)<br \/>\ndes Asteroiden<br \/>\noder Kometen (m)<\/th>\n<th>freigesetzte Energie (Megatonnen TNT)<\/th>\n<th>Wirkung des Einschlags oder vergleichbare Ereignisse<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">30<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">2<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">Feuerball, Schockwelle, geringe Sch\u00e4den<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">50<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">10<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">vergleichbar den gr\u00f6\u00dften existierenden thermonuklearen Waffen<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">200<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">600<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">Zerst\u00f6rungen im nationalen Ma\u00dfstab<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">500<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">10,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">Zerst\u00f6rungen im europ\u00e4ischen Ma\u00dfstab<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">1,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">80,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">globale Wirkungen, viele Millionen Tote<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">5,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">10 Million<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">globale Klima\u00e4nderungen, Milliarden Tote<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">10,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">80 Million<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">v\u00f6llige Ausl\u00f6schung der menschlichen Gattung<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: right;\">Quelle: NASA\/JPL-Caltech<\/p>\n<p><\/div><\/div><\/p>\n<p>Und hier (<i>Tabelle 2<\/i>) sieht man, da\u00df nur eine kleine Anzahl dieser Asteroiden \u00fcberhaupt bekannt ist. Es gibt viele Asteroiden, die noch auf keinem Radarschirm auftauchen.<\/p>\n<p><div class=\"toggle-box\"><button class=\"toggle-title\" onclick=\"var d=document.getElementById('toggle-6a8cfef4c79dd');d.style.display=d.style.display==='none'?'block':'none';\">Tabelle 2: Nur ein kleiner Teil der vorhandenen Asteroiden ist bisher entdeckt worden (Tabelle wird durch Anklicken ge\u00f6ffnet)<\/button><div class=\"toggle-content\" id=\"toggle-6a8cfef4c79dd\" style=\"display:none;\"><\/p>\n<table class=\"stripes\">\n<thead>\n<tr>\n<th style=\"text-align: center;\">Gr\u00f6\u00dfenordnung<\/th>\n<th style=\"text-align: center;\">gesch\u00e4tzte Anzahl<\/th>\n<th style=\"text-align: center;\">gefundene Anzahl<\/th>\n<th style=\"text-align: center;\">Anteil der bisher gefundenen Asteroiden<\/th>\n<\/tr>\n<\/thead>\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">1km+<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">900<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">850<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">94%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">300m &#8211; 1km<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">4,800<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">2,400<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">50%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">100 &#8211; 300m<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">21,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">2,100<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">10%<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center;\">30 &#8211; 100m<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">ca. 500,000<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">ca. 1,950<\/td>\n<td style=\"text-align: center;\">0.4%<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: right;\">Quelle: NASA\/JPL-Caltech<br \/>\n<\/div><\/div><\/p>\n<p>Wie gesagt, existiert bisher noch keine Methode, den Planeten Erde wirksam zu sch\u00fctzen. Und nat\u00fcrlich respektieren solche Asteroiden keine Schengen-Abkommen oder andere Grenzabkommen &#8211; was sollte also dagegen sprechen, eine internationale Zusammenarbeit zum Schutz der Menschheit vor solchen Gefahren zu organisieren?<\/p>\n<p>Nach dem Erdbeben und Tsunami in Fukushima am 11. M\u00e4rz 2011 reagierten offensichtlich nicht alle auf der Welt darauf so verr\u00fcckt wie die deutsche Regierung, ohne angemessenen Ersatz aus der Kernkraft auszusteigen und sich in die Utopie einer \u201eDekarbonisierung der Weltwirtschaft\u201c zu st\u00fcrzen. \u201eDekarbonisierung\u201c ist die Formulierung des Potsdam-Instituts f\u00fcr Klimafolgenforschung und Herrn Schellnhuber, Commander des Britischen Empire, wie er sich stolz nennt, und es bedeutet, nicht nur aus der Kernkraft auszusteigen, sondern auch aus Gas, \u00d6l usw., und damit h\u00e4tte die Erde nur noch eine Tragf\u00e4higkeit von einer Milliarde Menschen.<\/p>\n<p>Im Gegensatz zu dieser verr\u00fcckten deutschen Politik erweiterten viele L\u00e4nder ihre Forschungen \u00fcber seismische Vorboten f\u00fcr Erdbeben, Vulkanausbr\u00fcche, aber auch zum Aufsp\u00fcren von Gro\u00dffeuern, Wetterextremen, sowie eine Integration der Forschung zur Interaktion verschiedener Effekte, die vor solchen Erdbeben auftreten. Das sind beispielsweise Anomalien der Gravitation, ungew\u00f6hnliche Effekte in der Ionosph\u00e4re, Gasaustritt aus der Erdkruste, Temperaturver\u00e4nderungen der Erdkruste, Abweichungen der Erdrotation und andere Ph\u00e4nomene mit Folgen f\u00fcr die Erde, wie Sonnenaktivit\u00e4t u.a.<\/p>\n<h3>Der extraterrestrische Imperativ<\/h3>\n<p>Wir brauchen offensichtlich ein integriertes Netz solcher Fr\u00fchwarnsysteme. Und aus dem gleichen Grund brauchen wir f\u00fcr den n\u00e4chsten Sprung in der Evolution der Menschheit bei der bemannten Raumfahrt das, was der Raketenforscher Krafft Ehricke, der am Apollo-Programm mitarbeitete, den \u201eextraterrestrischen Imperativ\u201c nannte.<\/p>\n<p>Er hat diesen Gedanken sehr sch\u00f6n entwickelt: Wie in der Evolution erst das Leben im Ozean entstand und dann mit Hilfe der Photosynthese das Land eroberte, wie dann der Mensch auftrat und zuerst die K\u00fcsten und Flu\u00dfm\u00fcndungen besiedelte, dann mit Hilfe des Aufbaus von Infrastruktur wie Stra\u00dfen und Kan\u00e4len das Landesinnere eroberte, und wie dann die Menschheit dank der Erfindung der Eisenbahn die Kontinente weiter erschlie\u00dfen konnte &#8211; ein Proze\u00df, in dem wir noch mittendrin stecken, wie wir beim Mangel an Infrastruktur im Gr\u00f6\u00dferen Nahen Osten gesehen haben.<\/p>\n<p>Und Krafft Ehricke war \u00fcberzeugt davon, da\u00df der n\u00e4chste notwendige Schritt in dieser Evolution in der Erschlie\u00dfung des Weltraums und besonders der bemannten Raumfahrt bestehen mu\u00df. Anfangs ist es das n\u00e4here Umfeld mit Mond und Mars, weiter in der Zukunft aber auch dar\u00fcber hinaus. Die Landung des Marsrovers\u00a0<i>Curiosity<\/i>\u00a0bietet uns eine fantastische Vorschau auf die zuk\u00fcnftigen M\u00f6glichkeiten der Menschheit. Mit nur 14 Minuten Verz\u00f6gerung &#8211; das ist die Zeit, bis die Signale von der Erdstation den Mars erreichen &#8211; k\u00f6nnen wir nun sinnliche Eindr\u00fccke vom Mars bekommen. (<i>An dieser Stelle zeigte sie einen kurzen Film von Curiosity auf dem Mars.<\/i>)<\/p>\n<p><\/p>\n<p>Wir k\u00f6nnen sozusagen dort h\u00f6ren und sehen, wir k\u00f6nnen Experimente mit Lasern durchf\u00fchren, wir k\u00f6nnen die Eigenschaften des Mars erforschen, wir k\u00f6nnen die Experimente des Fahrzeugs verfolgen, und das alles ist ein Grund f\u00fcr enormen Optimismus. Einen solchen Optimismus gab es nicht mehr seit dem Apollo-Programm. Wenn man damals junge Menschen fragte, was sie einmal werden wollen, antworteten sie h\u00e4ufig: \u201eIch m\u00f6chte Astronaut &#8211; oder Kosmonaut &#8211; werden. Ich m\u00f6chte das weiterentwickeln.\u201c Das kommt jetzt wieder auf die Tagesordnung.<\/p>\n<p>Die Menschheit ist die einzige Gattung, die immer neue physikalische universelle Prinzipien entdecken kann &#8211; Universalprinzipien der Wissenschaft und der klassischen Kunst. Die Wahrheit liegt nicht in den \u201eSinneserfahrungen\u201c, sondern im Proze\u00df der fortschreitenden Erkenntnis dieser Prinzipien. Was den Menschen zur st\u00e4ndigen Perfektionierung dieses Prozesses bef\u00e4higt, ist die ihm angeborene Sch\u00f6pferkraft. Nikolaus von Kues, der gro\u00dfe Philosoph des 15. Jahrhunderts, nannte das die\u00a0<i>vis creativa<\/i>, die kreative Kraft des Menschen. Wenn der Mensch sch\u00f6pferisch ist, entdeckt er neue Prinzipien, die den realen Gesetzes des physischen Universums entsprechen, und er kann durch das Eingreifen der \u201eNoosph\u00e4re\u201c, wie Wladimir Wernadskij es nannte, die Biosph\u00e4re auf eine h\u00f6here Stufe heben.<\/p>\n<p>Die Tatsache, da\u00df der Mensch diese Prinzipien entdecken kann, ist der Beweis daf\u00fcr, da\u00df zwischen der Gesetzm\u00e4\u00dfigkeit des sch\u00f6pferischen Geistes und den Gesetzen der Sch\u00f6pfung, des physischen Universums, \u00dcbereinstimmung herrscht. Denn wenn eine immaterielle Idee &#8211; eine Hypothese, ein Gedanke &#8211; zu Ver\u00e4nderungen und Verbesserungen des physischen Universums f\u00fchrt, dann mu\u00df eine solche \u00dcbereinstimmung existieren, sonst w\u00fcrde das nicht funktionieren.<\/p>\n<p>Man nennt das auch Naturrecht; und dieses Naturrecht kann man zwar eine gewisse Zeit lang verletzen, aber nicht f\u00fcr sehr lange Zeit, sonst werden die Gesetze des Universums sich r\u00e4chen. An einem solchen Punkt stehen wir jetzt, wo eine fortgesetzte Verletzung der Gesetze des Universums &#8211; die Nichtanwendung der Kreativit\u00e4t als Grundlage unseres t\u00e4glichen Handelns &#8211; zu einer Bedrohung wird.<\/p>\n<h3>Ein moralischer Test f\u00fcr die Menschheit<\/h3>\n<p>Das ist jetzt ein ungeheurer Test f\u00fcr die Moral der Menschheit: Gibt es genug entschlossene Menschen angesichts der m\u00f6glichen Ausl\u00f6schung durch thermonuklearen Krieg, k\u00f6nnen wir entsprechend reagieren? Wir werden auf die Probe gestellt: Finden sich ausreichend Menschen, die gemeinsam f\u00fcr einen Plan arbeiten, der klar und deutlich einen Ausweg zeigt? K\u00f6nnen Sie uns helfen bei der Mobilisierung, um die Regierungen der Welt zu bewegen, eine kleingeistige geopolitische Konfrontation aufzugeben und die Ver\u00e4nderungen vorzunehmen, die notwendig sind, um das \u00dcberleben der Menschheit zu sichern?<\/p>\n<p>Ich wei\u00df, da\u00df das m\u00f6glich ist. Ich wei\u00df, da\u00df der menschliche Geist voll und ganz f\u00e4hig ist, solche Spr\u00fcnge zu machen und sich etwas im Geist vorzustellen wie ein gro\u00dfer Komponist, Dichter, K\u00fcnstler. Und ich denke, wir brauchen die Mitarbeit der weisen Menschen dieses Planeten, der Wissenschaftler, der K\u00fcnstler, f\u00fcr einen gemeinsamen Zweck und f\u00fcr das gemeinsame \u00dcberleben der Zivilisation.<\/p>\n<p>Ich m\u00f6chte aber die Gefahr nicht besch\u00f6nigen, denn die Gefahr ist einfach gewaltig! Ich denke, die meisten Menschen k\u00f6nnten nicht mehr schlafen, wenn sie w\u00fc\u00dften, wie nahe wir am Rande des Atomkriegs stehen. Und ich m\u00f6chte nicht, da\u00df Sie aus dieser Konferenz herausgehen, um zu schlafen. Sie sollten aufgebracht sein! Ich will, da\u00df Sie \u00e4u\u00dferst aufgebracht und besorgt sind, denn nur dann haben Sie die Energie, uns zu helfen, zu versuchen, das zu \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Aber ich bin trotzdem optimistisch. Denn wenn man einem Steinzeitmenschen ein Bild von\u00a0<i>Curiosity<\/i>\u00a0gezeigt h\u00e4tte, dann h\u00e4tte der wahrscheinlich gesagt: \u201ePah! Ihr seid verr\u00fcckt, so etwas gibt es doch gar nicht!\u201c Und das ist nur wenige Jahrtausende her. Und wenn wir diese Projekte verwirklichen, die ich beschrieben habe, um auf der internationalen Politik die Ebene der Vernunft &#8211; eine Plattform der Zusammenarbeit von Nationen &#8211; zu erreichen, wenn Sie sich dann versuchen vorzustellen, wo die Menschheit in tausend Jahren sein wird, k\u00f6nnen wir dann das fertige Bild sehen? In tausend Jahren kann sich die Menschheit gegen\u00fcber heute mehr entwickeln als heute im Vergleich mit dem Steinzeitmenschen.<\/p>\n<p>Vielen Dank.<\/p>\n<p><\/div><div class=\"tab-content\" style=\"display:none;\"><\/p>\n<p><a title=\"Helga Zepp-LaRouche: The American Roots of Germany's Industrial Revolution, EIR, Sept. 12, 2008\" href=\"http:\/\/www.larouchepub.com\/eiw\/public\/2008\/2008_30-39\/2008-37\/pdf\/38-55_3536.pdf\" target=\"_blank\">The American Roots of Germany&#8217;s Industrial Revolution,\u00a0<em><strong>EIR<\/strong><\/em>, Sept. 12, 2008<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.schillerinstitute.org\/fid_02-06\/2005\/051-2_HZL_study_fred.html\">What Is, and To What End, Do We Study Friedrich Schiller in the Year 2005?, Fidelio Magazine, Spring-Summer Edition, 2005<\/a><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.larouchepub.com\/hzl\/2001\/may_6_bad_schwalbach.html\">A Contribution for Nicolaus of Cusa&#8217;s 600th Birthday: A Dialogue of Cultures, <em><strong>EIR<\/strong><\/em>, July 6, 2001<\/a><\/p>\n<p><\/div><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; &nbsp;<\/p>\n","protected":false},"featured_media":938,"menu_order":122,"template":"","meta":{"footnotes":""},"portfolio_category":[41,43],"class_list":["post-1186","portfolio_cpt","type-portfolio_cpt","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","portfolio_category-konferenz2012","portfolio_category-thema-1"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/1186","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt"}],"about":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/portfolio_cpt"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_cpt\/1186\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/938"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1186"}],"wp:term":[{"taxonomy":"portfolio_category","embeddable":true,"href":"https:\/\/2.schillermeet.de\/de\/wp-json\/wp\/v2\/portfolio_category?post=1186"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}